„10 Milliarden“ (10.4.)

Harte Kost: Dokumentarfilmer Valentin Thurn sucht nach Lösungen für die zukünftige Ernährung der Weltbevölkerung

Kein Geld zu haben, ist noch lange kein Grund, schlecht zu essen. – Der Satz aus Jean Eustaches Nouvelle Vague-Klassiker „Die Mama und die Hure“ (1973) war zu seiner Entstehungszeit ein witziges Bonmot, das sich später auf den Küchenwänden von Studenten-WGs wiederfand. 40 Jahre danach ist er von aktueller Brisanz.

„Jeder hat das Recht, gutes Essen zu bekommen“, erklärt Will Allen, Urban Gardener und City Farmer in Milwaukee. „Wir müssen die Bedingungen ändern, die viele davon abhalten, gesund zu essen.“ Der hünenhafte Schwarze ist der Sohn von Pächtern aus South Carolina, die es zu Kleinbauern brachten. Früher war Allen ein berühmter Profi-Basketballer.

1993 gründete er „Growing Power“, einen Bauernhof in einem Armutsviertel von Milwaukee. Seither blüht und gedeiht der Betrieb, der inzwischen 140 Angestellten Lohn und Brot gibt. „Wir brauchen lokale Ernährungssysteme“, lautet Allens Credo, das er in seinem Buch „The Good Food Revolution“ (2013) auch schriftlich niedergelegt hat.

Der Elder Statesman des Urban Farming zählt zu den beeindruckendsten Persönlichkeiten, die Valentin Thurn in seinem Film „10 Milliarden“ zu Wort kommen lässt. „Wie werden wir alle satt?“ jetzt und im Jahre 2050, wenn die Erdbevölkerung 10 Milliarden Menschen umfasst? Von dieser Frage ließ sich Thurn leiten – denn jede Antwort, die er erhielt, führte nur zu weiteren Fragen.

Wie „Harte Kost“, das Buch zu „10 Milliarden“ (erschienen 2014 im Ludwig Verlag, München), ist auch der Film „eine Erkundungsreise durch unser System der Nahrungsmittelversorgung“. Sie hat den Regisseur von „Taste the Waste“ (2011), mit dem er die skandalöse Verschwendung von Lebensmitteln beschrieb, rund um den Erdball geführt.

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Regisseur Valentin Thurn kommt am 10.4. um 20 Uhr zur Hamburg-Premiere.

Abaton Kino
Allende-Platz 3 (Rotherbaum)

Den vollständigen Text von Film-Redakteurin Jörg Schöning zur Dokumentation „10 Milliarden“ findet man in der April-Ausgabe des Stadtmagazins SZENE HAMBURG.