48h Wilhelmsburg

Schlaf wird überbewertet. Vor allem, wenn dieses Festival ab dem 12. Juni mit vielen Konzerten auf die Elbinsel ruft

Parkdecks, Wohnzimmer, Bolzplätze und Schaufenster werden zu Konzertbühnen, wenn 48h Wilhelmsburg seine Künstler und Musiker für ein Wochenende zusammentrommelt. Über 100 Bands, DJs und Solisten, international bekannte Musiker und junge Talente, Künstler, die entweder in Wilhelmsburg wohnen oder arbeiten, sie alle verwandeln dann die Elbinsel in ein großes Festival – gemeinschaftlich mit nachbarschaftlichem Zusammenhalt.

Menschen aus 150 Nationen leben im alten Arbeiterviertel Wilhelmsburg, das schon lange auch von der (Sub-)Kultur erschlossen wird. „Wir sprechen in Wilhelmsburg und auf der Veddel viele Sprachen, vor allem musikalisch“, heißt es deshalb passender Weise im Festival-Programm. Es deckt alle möglichen Genres abdeckt. So bespielt beispielsweise das Duo Valentine & The True Believers den Stübenplatz mit ihren deutschen, englischen, französischen und plattdeutschen Chansons; im Don Matteo gibt die Lehrerband Rock und Pop der vergangenen 60 Jahre zum Besten; im Restaurant Flutlicht tritt die Singer-Songwriterin Lia auf; die Minibar der Inselpension lädt zu „bumsfidelen Sounds der Hansestadt“ und die Festhalle des Motorsportvereins MSK wird zur großen Festival-Bühne für Bands wie The Morphinettes und Beat-Tüftlern wie dem Hibration Soundsystem.

Das Festival ist wieder eine gute Gelegenheit, sich südlich der Elbe umzuschauen. Gerade um den Veringkanal passiert gerade eine Menge. Hier wurde jüngst Rudelgerudert, in die Zinnwerke zieht kulturelles Leben ein, gastronomische Projekte wie die Kaffeeklappe eröffnen in der Nähe und die Soulkitchenhalle feiert „möglichst legal“ im Rahmen von 48h Wilhelmsburg Geburtstag, wie Mathias Lintl neulich zu Bezirksamtsleiter Andy Grote gesagt haben soll.

Foto: Jo Larsson

48h Wilhelmsburg, 12.–14.6.