Savoy

60 Jahre Savoy. Die Geburtstagsfeier

Mit den zahlreichen Hamburger OV-Freunden feiert das Kino am 14. März 2017 sein 60-jähriges Bestehen – und blickt auf eine bewegte Geschichte zurück

Savoy

Das Savoy Filmtheater von Innen.

Im Sommer wurde das traditionsreiche Filmtheater Savoy am Steindamm in Hamburg wiedereröffnet. Als Kino für Filme in der Originalversion erfreut sich das Filmtheater seitdem eines großen und stetig weiter wachsenden Stammpublikums. „Der Kinosaal
des SAVOY ist beeindruckend und einer der schönsten Filmtheatersäle Hamburgs“, schwärmt einer, der es wissen muss: Hans-Joachim Flebbe.

Als er das Kino übernahm, hatte es seit der zwischenzeitlichen Bespielung durch das Metropolis-Kino leer gestanden. Der Kino-Visionär glaubte aber an den Standort und an den Erfolg – mit Originalversionen.

Flebbe investierte und legte die Leitung des Kinos in die Hände von Gary Rohweder, der als ehemaliger Teaterleiter des Streit’s Filmtheaters unter den Freunden von originalsprachlichen Filmen in Hamburg bereits bestens bekannt war. Mit dem neuen Savoy schuf Hans-Joachim Flebbe ein besonderes Kino. Per Digitalprojektion inklusive D-Technik und mit einer aufwendigen Tonanlagen wird die riesige Leinwand bespielt. Zeitweise, sofern verfügbar, sogar mit Filmen auf 70 mm – ein Alleinstellungsmerkmal in der Hamburger Kinoszene.

Davor genießt das Publikum auf bequemen Ledersesseln mit beweglichen Rückenlehnen und großem Reihenabstand die Filme – und kann im Logenbereich sogar die Füße hochlegen wie zu Hause auf dem Sofa. Darüber hinaus zählen eine Garderobe und ein Lounge-Bereich mit Bar zu den Glanzpunkten des „neuen Savoy“.

TODD-AO.Darum erlebt der analoge 70mm-Film seinen zweiten Frühling

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Bild aus dem Jahr 1958

Als „modernstes Filmtheater Europas“ war das Savoy zur Eröffnung der erste Todd-AO-Filmpalast. Die Filme werden auf einer stark gekrümmten Leinwand gezeigt, was dem Todd-AO-Verfahren extrem guttat. Das Publikum sitzt so scheinbar mitten im Geschehen.

Aber was genau heißt TODD-AO? Der Name Todd-AO ist auf den Erfinder Michael Todd zurückzuführen. Er hatte damals für und mit der American Optical Co. (AO) das Breitwandverfahren entwickelt.  Dabei wurde mit Weitwinkel-Objektiven auf 65mm-Negativfilm gefilmt, auf 70mm-Film kopiert und auf eine gekrümmte Großbildwand projiziert. Der Vorteil: die Bildqualität, die im vollen Format Auflösungen bis 16k erreichen kann.

Allerdings ist die Produktion sehr teuer, weshalb das Verfahren nur noch sehr selten angewandt wird. Quentin Tarantino zum Beispiel verhalf der Technik zu einem zweiten Frühling und drehte seinen Film „ The Hateful Eight“ mit analoger Kamera.

Dieser 70mm-Film wurde deutschlandweit nur in vier Kinos überhaupt gezeigt, darunter das Savoy. Denn das hatte zum Filmstart erneut einen 70mm-Projektor installiert. Mit „Dunkirk“ kommt im Sommer voraussichtlich der nächste 70mm-Neustart ins Savoy, das in Hamburg mit dieser Projektion das einzige Kino ist.

Darüber hinaus ist aber auch geplant, Klassiker in 70mm zurück auf die große Leinwand zu bringen. „Das Thema ist für uns eine tolle Verbindung zur Geschichte und Tradition des Hauses, auf dieses Alleinstellungsmerkmal sind wir sehr stolz“, freut sich auch Theaterleiter Gary Rohweder. Und das kann er auch sein – in der Tat kann kein anderes Kino in Hamburg noch den analogen 70mm-Film, der von Filmemachern auch als „Camera Porn“ bezeichnet wird.

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Quentin Tarantino ist übrigens nicht der einzige, der wieder auf diese Technik setzt. Auch Christopher Nolan filmte „Interstellar“ analog und begeisterte die Cineasten. „Analoger Film hat etwas Magisches“, sagte Tarantino damals. Und diese Magie fehle dem digitalen Film.

Die Geburtstagsfeier

Savoy

Savoy Filmtheaterleiter Gary Rohweder. Foto: Philipp Jung

Am Dienstag, dem 14. März 2017, will Theaterleiter Gary Rohweder ab 18 Uhr mit seinen Gästen auf das Jubiläum anstoßen. Um 20 Uhr zeigt das Savoy „Das Boot“ als Director’s Cut. Zeit, abzutauchen in magische Kinowelten. Happy Birthday!

Fotos: Savoy / Philipp Jung (Porträt Gary Rohweder) 

 

 

 

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