BierSZENE – diese verrückten Festival-Bier-News solltest du kennen

Wie man aus Festival-Pisse Bier macht und warum Wacken-Besucher eine lange Leitung haben.

Moin liebe Festivalfreunde und Biernarren,

am 3. August ist es wieder soweit: Ein beschaulicher Ort in Schleswig-Holstein wird für ein Wochenende Pilgerstätte aller, die daran glauben, dass Klamotten vorwiegend schwarz sein müssen und Musik laut gehört wird. Die Rede ist hier natürlich vom Wacken Open Air – der Institution des Metals. Warum das auch aus biertechnischer Sicht interessant ist? Nicht nur kommt unfassbar gutes Craft Beer aus dem wohl lautesten Dorf der Welt, mehr als 70 000 Besucher trinken zu den himmlischen Tönen von Alice Cooper, Turbonegro und The Dillinger Escape Plan jedes Jahr vor allem eins: BIEEEEEEEEEEEER! (Hell, yeah!)

Heavy Nachhaltig: Eine Bier-Pipeline fürs Wacken

Mehrere 100.000 Liter Bier rinnen jedes Jahr durch die durstigen Kehlen der Metal-Fans. (Ob das Festival wohl deshalb als eins mit den friedlichsten Besuchern gilt?) Die wurden bisher fassweise mit schweren LKW angekarrt, was nicht gerade geil für die Beschaffenheit der Böden ist. In diesem Jahr soll deshalb alles anders werden: Eine unterirdische Bier-Pipeline, zu den Getränkeständen wurde dafür gebaut.

Die Pumpen, die dafür verwendet werden, wurden übrigens ursprünglich mal für Aquarien entwickelt. Findige Schankanlagentechniker haben sich diese Hochleistungstechnik zu Eigen gemacht und damit eine reibungslose Bierversorgung über Kilometer hinweg erst möglich gemacht. Stellt sich eine letzte Frage. Wer installiert so eine Bier-Pipeline bei mir vom Kühlschrank zum Balkon? (Oh, ah, ah, ah, ah!)

Heavy Buddeln: Bier-, Strom und Wasserleitungen kommen unter den lautesten Acker der Welt:

Wie man aus Festival-Pisse Bier macht

Aber nicht nur auf deutschen Festivals gibt es wunderbar bekloppte Bier-Ideen: Die dänische Craft-Beer-Brauerei Nørrebro Bryghus sammelt seit zwei Jahren das Pipi der Besucher des berühmten Roskilde Festivals. 54.000 Liter waren es in 2015. Das kommt dann nicht etwa als Geheimzutat in den Brautank, sondern wird als Dünger auf die Gerstenfelder gegeben. So kann beim Anbau ganz auf die Kraft der Natur gesetzt werden.

Das Bier mit dem passenden Namen „Pisner“ wurde in diesem Jahr wiederum auf dem Festival ausgeschenkt. Pipi-Kreislauf und Beercycling vom Feinsten! Probieren konnte ich den nachhaltigen Tropfen übrigens noch nicht. Sollte also noch jemand eine Flasche in petto haben: Immer her damit!

In diesem Sinne:

Prost!

Euer Daniel

/ Beitragsbild: Taylor Grote


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

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