BierSZENE – wie kommt eigentlich die Gurke ins Bier?

Cucumber Ale, Chocolate Stout oder Oyster Lager: Die Bierwelt ist verrückt! Und mutig.

Brauer auf der ganzen Welt experimentieren mit Hopfen, Malz und heißem Scheiß, um unser täglich Bier noch besser, noch aufregender zu machen. Aber (und das werde ich oft gefragt): Wie werden solche Spezialbiere eigentlich gebraut? Also wie zur Hölle kommt die Gurke ins Bier?

Family Business: Dank Isabella und Vater Herbert haben wir hier auch das Steamworks Bier

Wie es der Zufall so will, war Isabella Ottenschläger von Steamworks Europe diese Woche auf Urlaub in Hamburg (weil: schönste Stadt der Welt und so) und hat uns im Alten Mädchen besucht. Gemeinsam mit ihrem Vater Herbert, dem Großcousin von Steamworks-Gründer Eli Gershkovitz, importiert sie das Bier der kanadischen Brauerei, damit auch wir in Europa was davon haben. Family Business eben. Anyway: Isabella hat ein bisschen aus dem Nähkästchen geplaudert und mir verraten, wie das Steamworks Killer Cucumber Ale entsteht.

Kaltgegurkt und heißt geliebt

Für ihr Cucumber Ale landen große kanadische Bio-Gurken, geschält und gestückelt, im Gärbottich – aber erst zur Hauptgärung und zur Lagerung. Die Gurken werden nicht miterhitzt, das Bier wird also „kaltgegurkt“. Mit seiner spritzigen Note und dem fruchtig-zitronigem Aroma bringt es selbst Skeptiker zum Schwärmen: „Wir dachten, dass unser Cucumber Ale sehr polarisiert, aber das Gegenteil ist der Fall. Mit seinen 4,7 % ist es das perfekte Sommerbier – und mittlerweile sogar unser Bestseller.“

Na, da fällt mir nur noch eine letzte Frage an Isabella ein: Wie kommt man denn überhaupt auf die Idee, Bier mit Gurke zu brauen? „Unsere Braumeister waren beim Wellness, schön mit Gurke auf den Augen und so. Nach der Sauna hatten sie dann richtig Durst auf ein erfrischendes Bier. Aber alles, was sie kriegen konnten war: Wasser mit Gurkenscheiben. Damit war klar: Hier muss sich was ändern.“

Mal so richtig einen im Tee haben …

Mit dem verrückten Gurkenbier ist Steamworks nicht alleine. Auch andere Brauer toben sich jenseits des Reinheitsgebots aus. Ganz frisch auf dem Markt: Madame Grey – ein mit schwarzem Tee fermentiertes Pils von den Berliner Bierfabrik in Kooperation mit BRLO. Oder auch schön: das Five O` Clock Earl Grey IPA von Next Level Brewing aus Wien. Auf die Spitze treibt es Blue Point Brewing aus New York mit seiner „Oyster Series“. Lager, Ale und Stout gebraut mit Austernschalen? Jo, man kann’s auch übertreiben …

In diesem Sinne:

Prost und bleibt sauber!

Euer Daniel

/ Fotos: Daniel Elich (Headerbild), Steamworks Brewing Co.


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

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