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„Das Gnosa bleibt sich treu!“

St. Georg. Mathias Hoffman, 46, ist Inhaber von Pet Shop Boyz, einem Wunderladen für Zwei- und Vierbeiner zwischen Alster und der Langen Reihe. Und er ist regelmäßiger Gast im Café Gnosa

„Das Café Gnosa ist etwas Besonderes. Ich komme seit 15 Jahren her und bin froh, dass es sich treu geblieben ist. Obwohl in der Langen Reihe viel passiert, sieht es hier noch aus wie früher. Draußen kann man wunderschön sitzen, aber ich liebe es, drinnen in der Ecke an dem schön gerundeten Fenster zu sitzen und in der Mittagspause meinen täglichen Kaffee mit Frischmilch zu genießen. Eigentlich ist das Café mein zweites Wohnzimmer. Hier kennt man meine Marotten und weiß sie zu schätzen. Und das ausgedehnte Sonntagsfrühstück ist fantastisch, am liebsten mag ich das italienische oder nordische mit Fischspezialitäten. Aber erst mal muss die Schlange hungriger Mäuler mit legendärem Kuchen gestopft werden – es ist weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt, wie sensationell die hauseigene Konditorei ist. Wenn ich mich in eine Leckerei des Gnosa verwandeln könnte, wäre ich die Stachelbeer-Baiser-Torte.

Hofmann

Ich weiß zu schätzen, wie liberal der Stadtteil ist und das Café Gnosa war von Anfang an ein Treffpunkt für Schwule und Lesben. Ich habe hier meine erste große Liebe kennengelernt. Es ist also, wenn man will, auch eine Kontaktbörse. Mittlerweile wird der Stadtteil immer moderner und das Publikum gemischter. Es ziehen viele junge Familien her, aber auch die Touristen prägen das tägliche Treiben. Dadurch entstehen natürlich auch Streitigkeiten, weil man sich über die Prostituierten und Trinker aufregt. Probleme im Viertel müssen aber anders gelöst werden, als durch die Vertreibung sozial Schwacher, denn so verlagert man es nur auf ein anderes Stadtteil. Egal, was in Zukunft passiert, Hauptsache das Gnosa bleibt sich treu; und ich bin mir sicher, das wird es.“

/ Protokoll und Foto: Lukas Schepers

Café Gnosa
Lange Reihe 93

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