Countdown zum Reeperbahn Festival

Klugscheißer-Material: Funfacts zum Clubfestival rund um die Reeperbahn von 23. bis 26. September

Es ist noch ein Weilchen hin, bis die Discokugeln in den Clubs poliert werden, um beim Reeperbahnfestival für hunderte Konzerte wild zu funkeln. Vom 23. bis 26. September läuft die lokale und internationale Musikszene den Kiez rauf und runter. Sie trifft auf tausende Besucher, deren Haare vom letzten Gig noch ganz zerzaust sind und die schon im Programmheft nach der nächsten Möglichkeit suchen, ihr Bändchen am Handgelenk in die Höhe zu strecken. Wer in der Schlange vorm Club kluge Dinge sagen möchte, der zücke Stift und Zettel:

Wie viel Bands kommen?

Etwa 350, davon 250 im kuratierten Musikprogramm und weitere 100 in den Showcase-Konzerten, die schon tagsüber in den Kiez-Clubs und auf dem Spielbudenlatz laufen. Zum ersten Mal wird auch der Michel ins Festivalprogramm integriert. Hier wird der amerikanische Singer/Songwriter William Fitzsimmons (Foto oben) spielen.

Wie viele Bewerbungen sind eingegangen?

Jedes Jahr bewerben sich 2.000 Bands initiativ beim Festival, aber nur ein Bruchteil wird genommen.

Wie viele Kilometer legt man während des Festivals zurück?

Die Länge der Dreiecksroute Mojo Club / Bunker Feldstraße /Große Freiheit 36 / Mojo Club beträgt, 3,35 Kilometer.

Wie viele Helfer sind im Einsatz?

Etwa 500. Sie sorgen sich um den Bühnenaufbau, den Einlass, Kartenverkauf und Bändchenausgabe, betreuen Künstler und Gastredner bei der Conference, helfen an Infoständen. 50 von ihnen sind Volunteers.

Wie viele Minuten vor Konzertbeginn sollte man da sein?

20 Minuten reichen meistens. Die Festival-App informiert über Einlass-Stopps und etwaige Programmverschiebungen.

Wie viele kostenlose Konzerte und Veranstaltungen flankieren das Festival?

Ohne Festivalbändchen kann man einige Veranstaltungen aus dem Arts-Programm wie die Flatstock Poster Convention und Showcases in Plattenläden wie Michelle oder Zardoz besuchen. Außerdem ist das Programm auf dem Spielbudenplatz öffentlich und kostenfrei.

Alexander Schulz

The Boss: Festivalchef Alexander Schulz (Foto: Rieka Anscheidt)

Zum zehnten Mal findet das Musikfest statt. Von Beginn an ist Alexander Schulz der Kopf des Ganzen und spricht im Interview mit uns über Startschwierigkeiten und was man in diesem Jahr nicht verpassen darf

SZENE HAMBURG: Was war dein schönster Moment beim Reeperbahn Festival?

Alexander Schulz: Als ich 2013 an einem Nachmittag die Show von Deine Freunde zusammen mit meinem damals sechsjährigen Sohn Amon erlebt habe.

Und was war der härteste?

Der Sonntag nach der Premiere des Festivals 2006. Die Enttäuschung war groß, dass unser Konzept nicht so aufgegangen war, wie wir erwartet hatten.

Was war im ersten Jahr schwierig?

Wir haben das Festival lange vorbereitet und sind mit einer riesigen Euphorie, aber auch mit einer Portion Betriebsblindheit da herangegangen. Doch es war zu groß und niemand kannte dieses Format mit einem Ticket für unzählige unbekannte Künstler. Es fehlte die wichtige Mund-zu-Mund-Propaganda. Wir hatten das SXSW in Austin vor Augen und dachten, was dort funktioniert, muss in Hamburg auch klappen – gleich im ersten Jahr.

Wie habt ihr die Anfangsschwierigkeiten überwunden?

Wir haben das Festival im zweiten Jahr verkleinert. Nur noch 140 Bands statt 230, nur noch 15 Locations statt 25. Wir sind langsam gewachsen. Als dann 2009 Reeperbahn Campus dazukam, hatten wir einen guten Mix aus Fans, Fachbesuchern und Künstlern. In diesem Jahr erwarten wir mehr als 30.000 Besucher.

Welche Bedeutung hat das Reeperbahn Festival für den Musikstandort Hamburg?

Vermutlich ist seine mittelbare Bedeutung für die Musikwirtschaft in Hamburg größer als seine unmittelbare. Natürlich ist es komfortabel, wenn alle deine Geschäftspartner einmal im Jahr an deinen Standort reisen. Wichtiger aber sind die Effekte, die die Veranstaltung für die Wahrnehmung und Bedeutung von Musikkultur und Musikwirtschaft am Standort das ganze Jahr über auslöst.

Wie groß ist die nationale und internationale Bedeutung?

Für Besucher, die neue nationale und internationale Künstler sehen wollen, sind wir sicher die wichtigste Plattform in Deutschland und einer der wichtigsten Markplätze für die internationale Musikwirtschaft weltweit.

Was darf man in diesem Jahr auf keinen Fall versäumen?

Unsere Zehn-Jahres-Ausstellung im Klubhaus St. Pauli oder Aquilo aus U.K. im neuen Club Häkken, ebenfalls im Klubhaus St. Pauli.

Was wünscht du dir für das Festival 2025?

Einen Keynote-Speaker wie Jack White, der dann später mit seiner Band im Docks auftritt.

Interview/Text: Heimrich Oehmsen

Reeperbahn Festival: 23.–26.9.; www.reeperbahnfestival.com