„Das klingt large!“

Der Hamburger Musikpreis Krach & Getöse wurde am Donnerstag in der Hanseplatte an fünf hiesige Newcomer verliehen. Heinz Strunk war da. Denyo auch. Und wir natürlich

Hamburg, Hanseplatte. Blitzblank ist der Laden, die Tische mit weißen Deckchen und Blumenvasen aufgehübscht, dazwischen die Namensschilder lokaler Musik-Promis und große, glitzernde Pokale, fünf Stück insgesamt. Die gehen an neuprofessionelle Künstler aus der Stadt, verliehen von einer Jury aus Denyo, Jan Clausen, Meret Becker, Lùisa, Tim Neuhaus, Heinz Strunk und Y’akoto.

Es geht um den Hamburger Musikpreis Krach und Getöse 2015, ein Paket aus jeweils 1.200 Euro Preisgeld und einer 12-monatigen Förderung von Branchenkennern, Studios, Clubs, Agenturen und vor allem RockCity Hamburg e.V.. Den Gewinnern winken Workshops, Aufnahmen, Produktionen und Festival-Slots, kurz: der nahezu perfekte Karrierestartschuss.

Die eigentlichen Stars der Veranstaltung, die jungen Musiker, werden zunächst musikalisch vorgestellt, per Songeinspieler, und erhalten daraufhin eine Laudatio von den Juroren. Abräumer Nummer eins: Gatwick, ein Hamburger Mädchen-Junge-Duo, das mit einem Electro-Soul-Sampling-Mix besticht und bei der Pokalübergabe „ganz überwältigt ist“.

finna krach und getöse

Finna freut sich

Die nächste Trophäe kriegen die BigBand-HipHopper Pecco Bello, mit einem Drummer als Frontmann (Tim Neuhaus: „Questlove trift Käpt’n Peng!“), und die dritte geht an Sarah & Julian, über die Laudator Denyo einfach mal sagt: „Das klingt large!“

Die vierte Preisträgerin: Rapperin Finna, die von Y’akoto noch ein paar Extra-Blumen bekommt: „Ganz schön krass!“ Und zum Abschluss dürfen sich Foxos freuen, zwei Neuhamburger Jungs mit großem elektronischem Talent. Meret Becker meint: „Da hat jemand Mut zum Pathos, zur großen Geste.“

Genau wie die Hamburger Veranstalter, die einmal mehr guten Geschmack und besonderen Förderungewillen beweisen. Dass dieser wirklich weiterhilft, zeigen zahlreiche Gewinner seit der ersten Verleihung 2009 bis heute, etwa Tonbandgerät, Fuck Art, Let’s!, die aktuelle Jurorin Lùisa, Spaceman Spiff und Kid Decker (Mighty Oaks).

Text & Fotos: Erik Brandt-Höge