Der Freundeskreis

Musik ist Hamburg ist Musik – weil Menschen wie Malek Scharifi, Junior-Produktmanager beim Label Grand Hotel van Cleef, ständig daran arbeiten

Ich bin in Neumünster aufgewachsen, habe später in Göttingen studiert – aber eigentlich wollte ich immer nur nach Hamburg. 2007 habe ich dort endlich einen Platz für Medizin bekommen, hatte zwei Jahre eine gute Zeit. Kurz vor dem Physikum habe ich allerdings gemerkt, dass meine Leidenschaft neben dem Studium zu kurz kommt. Meine Leidenschaft: Musik und Fußball.

Ich habe mir kurzerhand ein Urlaubssemester genommen und ein Praktikum bei Grand Hotel van Cleef begonnen. Das Geschehen des Labels hatte ich schon seit Jahren verfolgt, war thematisch voll drin. Und die Arbeit hat mir gut gefallen – die wollte ich weitermachen. Nach dem Praktikum durfte ich beim Grand Hotel eine Ausbildung zum Kaufmann für audiovisuelle Medien machen, wonach ich letztlich als Junior-Produktmanager fest eingestellt wurde.

Das Beste daran: Wir arbeiten nicht nur miteinander, wir sind auch befreundet. Wir gehen zusammen zum Fußball, trinken Bier oder hängen einfach nur vorm Knust ab. Ich erwische mich immer wieder dabei, dass ich die wenige Freizeit, die ich neben diesem Job habe, auch noch mit den Kollegen verbringe. In manchen Jobs mag das nicht sonderlich gesund sein, in unserem fühlt es sich aber einfach nur gut an.

Die Verbundenheit der Mitarbeiter liegt wohl auch daran, dass wir alle ähnlich angefangen haben. Wir stammen alle aus dem DIY-Umfeld, hatten selbst Bands im Punk- und Hardcore-Bereich, kannten uns mit der Zeit immer besser mit dem Plattenmachen und mit Konzertbuchungen aus. Irgendwann wurde es dann professionell.

Was ich an meinem Label-Job auch noch extrem reizvoll finde: Ich arbeite nicht nur mit Musikern wie Herrenmagazin, Kettcar und Thees Uhlmann, die ich persönlich sehr mag. Ich bin neben dem Aufbau von Kampagnen zu deren Alben auch bei der Herstellung von Schallplatten dabei – für mich als Vinyl-Nerd immer wieder ein Highlight.

Im Team versuchen wir außerdem, uns immer wieder neue Extras für die Gestaltung von Covern und Hüllen einfallen zu lassen. Ein gutes Beispiel ist der Siebdruck auf Thees’ Seven Inch „Das hier ist Fußball“.

Und wenn man wie ich bei dem kompletten Prozess rund um eine Neuveröffentlichung dabei ist, vom ersten Künstlerkontakt bis zum Erscheinen, fühlt es sich auch irgendwie an, als wäre man selbst Teil der Band. Das ist schon ganz schön stark …

Protokoll: Erik Brandt-Höge
Foto: Andreas Hornoff