1000 Gestalten

Foto: Sophia Herzog

#G20: Friedlicher Protest. Das ist Hamburg!

Protestwelle am 2. Juli

Demoauftakt in Hamburg: Auf dem Rathausplatz und auf der Alster rollt die Proteswelle, zu der unter anderem Campact, Greenpeace, OXFAM, DGB und der BUND aufgerufen hatten. Das Bündnis schaffte es, nach eigenen Angaben 25.000 Menschen auf die Straße zu bringen. Weitgehend friedlich.

Protestwelle

Abschlusskundgebung auf dem Rathausplatz

Am Ende ein erstes Indiz für die hohe Anspannung und den harten Kurs, den die Polizei in den kommenden Tagen fahren sollte. Als eine Gruppe Camper „Yes we camp“-rufend mit einigen Wurfzelten den Platz besetzte, um auf die Räumung des Camps in Entenwerder hinzuweisen, räumten die Sicherheitskräfte den Platz.

Protestwelle

Yes, we camp!

/ Text & Fotos: REM

1000 Gestalten am 5. Juli

Ein Mann schleppt sich mit schlurfenden Schritten durch die Straßen. Seine Augen starren ins Leere, schwerfällig setzt er einen Fuß vor den anderen. Sein alter Anzug, seine Haare, seine Haut sind verkrustet mit Schlamm und Staub. Und er ist nicht alleine: Am 5. Juli, kurz vor dem G20-Gipfel, wankten ungefähr 600 solcher Gestalten um das Chilehaus, um sich dann auf dem Burchardplatz zu sammeln. Die Protestaktion „1000 Gestalten“, getragen vom Gängeviertel, #Allesallen und der Hansatischen Materialverwaltung  erregte internationales Aufsehen und brachte Menschen aus aller Herren und Länder zusammen: Über 1000 Helfer aus mehr als 85 europäischen Städten halfen bei der Umsetzung. Mit Crowdfunding konnten im Vorfeld 20.000 Euro an Spenden gesammelt werden.

/Fotos & Text: SH

Lieber tanz ich als G20 am 5. Juli

So bunt kann Protest sein. Laut Polizei versammelten sich am 5. Juli ab 18 Uhr rund 11.000 Demonstranten, laut Veranstalter 20.000, um ravend durch St. Pauli und die Schanze zu ziehen. Start frei für Lieber tanz ich als G20. Die Stimmung: Friedlich. Ausgelassen. Und am Ende stiegen sogar die  „Beginner“ und Samy Deluxe auf den Demo-Wagen. Die Botschaft: „Ich will kein Stress, ich bin Pazifist, ich will nur, dass sich Donald Trump schnell aus unsrer Stadt verpisst.“

/REM

Hard Cornern am 4. Juli

Sei für was und nicht dagegen. Und hol dir die Straße zurück! Alles allen rief zur Demonstration auf. St. Pauli, Karoviertel, Schanze, anderswo, ab 16 Uhr mit Freunde treffen, das Leben genießen, sich nicht von der Straße drängen lassen, hieß es. Geile Idee, vor allem am Grünen Jäger stappelten sich die Leute.

Hard Cornern

Bis die Polizei die Versammlungen mit Wasserwerfern auflöste.

/Text&Foto: REM

Get up Hamburg am 7. & 8. Juli

Angespannt, aber gewillt, dem Wahnsinn etwas entgegenzusetzen, so beschrieb Julia Staron, eine der Initiatoren, ihre Gefühle zu Veranstaltungs-Beginn. Am Freitag (7.7.) und am Sonnabend (8.7.) veranstalteten die Anwohner und Gewerbetreibende auf St. Pauli  Get up Hamburg auf dem Spielbudenplatz. Live Musik & Kundgebungen, unter anderem von Amnesty International, dazu ein friedliches Pauli-Publikum, eine schöne Aktion, die Daheimgebliebenen und Protestwilligen eine Anlaufstelle gab.

Hamburg zeigt Haltung am 8. Juli

Ein breites Bündnis aus Sport, Kultur und sozialen Institutionen rief zur Demonstration Hamburg zeigt Haltung auf – und rund 10.000 Menschen kamen. Und konnten Bill de Blasio, den Bürgermeister von New York, live erleben.

Colourful Mass am 7. Juli

Klingeling und fleißig in die Pedale treten: Die Colourful Mass Fahrrad-Demonstration zum G20 drückte aufs Tempo und sorgte für Farbe im Demo-Geschehen!

Grenzenlose Solidarität statt G20 am 8. Juli

Die letzte Groß-Demo am Sonnabend lockte 76.ooo Menschen auf die Straße. Ein friedlicher Protest mit Signalwirkung nach den Krawallen am Freitag Abend: Hamburg kann auch anders! Grenzenlos solidarisch.

Hamburg räumt auf am 9. Juli

Rebecca Lunderup rief über Facebook zur Hamburg räumt auf Veranstaltung auf, und Tausende waren vor Ort. Rund 7000 Menschen schrubbten am Sonntag die Schanze. So sauber war’s da noch nie. Da musste manche Kneipe ihr Graffiti bewachen, gehören ja irgendwie zum Erscheinungsbild dazu. Klasse!

/ Text & Fotos: REM

Momente am Rande

Ungünstiges Timing: Dieses Paar heiratete am 6. Juli. Taxen fuhren an diesem Tag keine, daher nahmen sie flugs die U-Bahn Richtung Landungsbrücken. Immerhin: Das Datum werden sie so schnell nicht vergessen! Alles Gute, Ihr Beiden!

/Foto: ILO

Kreative Hamburger. Manchmal hilft nur schwarzer Humor.

Bilder, die uns im Gedächtnis bleiben sollten. Da war mehr als Gewalt. Viel mehr. Diese Aufstellung ist nur ein Teil davon. Friedliche Proteste und tolle Aktionen, Menschen, die Stellung beziehen, aber nix & niemanden kaputt machen, die gab es zahlreich.

Das ist Hamburg! Vergessen wir das nicht.