Hafengeburtstag mal anders

Es ist durchaus möglich den Hafengeburtstag in Hamburg entspannt mitzufeiern. Wir zeigen euch drei Möglichkeiten

Achtung: Reizthema. Das Tamtam zum Hafengeburtstag ist ähnlich umstritten wie der alljährliche Schlagermove. Ok, nicht ganz. Schiffe zu gucken und Hamburgs Selbstverständnis als Hafenstadt zu feiern, erscheint auf den ersten Blick nicht verkehrt. Wer sich jedoch einmal mit Millionen von Menschen die Waterkant entlanggeschoben hat, um am Ende die Spitze des Mastes der Gorch Fock zu erhaschen, dem vergeht schnell die Lust auf das Großevent.

Genug gemeckert. Hier kommen drei Tipps, wie ihr an diesem Wochenende voll auf eure Kosten kommt:

Schippern beim Hafengeburtstag

Während sich die Touris beim Hafengeburtstag gegenseitig auf die Füße treten, könnt ihr euren Feierabend heute ganz gediegen mit einer steifen Brise im Haar und einem kühlen Drink in der Hand an Bord der schönsten Perle der Elbe verbringen. Auf Frau Hedis „Frau Claudia“ erwarten euch jede Menge liebevoll ausgewählte Underground Disco-Perlen unter freiem Himmel, während ihr auf der alten Dame gemächlich durch den Hamburger Hafen schippert, vorbei an Kränen, Kuttern und dem bunten Treiben am Ufer. Besser könnte das Wochenende nicht beginnen! (IV)

6.5., Frau Hedis „Frau Claudia“, 19.30 Uhr

Alternativer Hafengeburtstag

Direkt gegenüber des bunten Treibens feiert die Hamburger Subkultur ein alternatives Fest in der einst tüchtig umkämpften Hafenstraße. Am 5. Mai startet auf der Jolly Roger-Bühne umsonst und draußen ein durch und durch punkiges Musikprogramm (unten einsehbar). Unter anderem oi-en Bands aus Hamburg, der Schweiz, Argentinien und Italien unter dem Motto „Love music – hate fascism“. Außerdem servieren Harlekinsound und Hibration Soundsystem fette Bassmusik, wie gewohnt, steht vor der Kneipe Störte eine Bühne. (LEN)

5.-8.5., Hafenstraße

Programm Hafengeburtstag Hamburg

Hamburg von oben

Zum Hafengeburtstag wird der Energieberg Georgswerder bei Nacht geöffnet (siehe Foto oben) und bietet einen guten Blick aufs Spektakel. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde massenhaft Trümmerschutt aus der zerstörten Stadt auf der Elbinsel Georgswerder aufgehäuft. Später kamen Hausmüll und Industrieabfälle hinzu. Die Mülldeponie wurde 1979 stillgelegt und 1986 saniert. 200.000 Tonnen schlummern in seinem Inneren. Die Methangase, die dort entstehen, erhitzen die Schmelzöfen der Kupferhütte Aurubis. Dank Windkrafträdern und einer Photovoltaikanlage versorgt der ehemalige Schandfleck über 4.000 Haushalte mit sauberem Strom.

Energieberg Georgswerder

Foto: Antje Lohse / Lichtfaenger-Lueneburg.de

Seit 2013 ist das Gelände zwischen April und November für Besucher geöffnet. Die begrünte Bergkuppe wird von einem 900 Meter langen Weg umrundet. Die Aussicht auf die Stadt ist fantastisch. Während des Hafengeburtstags hat der Energieberg auch bei Nacht geöffnet. Bei der SPAM-Lesung sorgt der Hamburger Aktionskünstler Andreas Lang für absurde Unterhaltung – er liest kuriose Junk-E-Mails, passenderweise der Müll unserer digitalen Postfächer. Nach der Lesung kann man vom Energieberg das Feuerwerk am Nachthimmel beobachten. (NAT)

Fiskalische Straße 2 (Georgswerder), Nachtöffnung: 7.5., SPAM-Lesung, 20 Uhr

 

SPAM-Lesung