Frittenbude Szene Hamburg Interview

Hamburg feiert in Weihnachten rein – mit Frittenbude!

10 Jahre Frittenbude! Das wird gefeiert. Mit der „10 Jahre Filmriss“-Party am 23. Dezember im Uebel & Gefährlich

Ein Jahrzehnt Elektro-Gefrickel der Premium-Klasse gepaart mit schlauen Texten und bester Laune. Dass Frittenbude als Band so lange durchhält, hätten Martin Steer, Johannes Rögner und Jakob Häglsperger nicht gedacht. Haben sie aber. Und erfolgreich sind sie auch. In der Heimatstadt ihres Labels Audiolith, hier in Hamburg, machen die Jungs im Rahmen ihrer „10 Jahre Filmriss Party“ kurz vor Weihnachten Station. Am 23.12. um 23 Uhr steigt die Party im Bunker an der Feldstraße. Wir haben der Band im Vorfeld ein paar Fragen zu den Themen Alter, Krisen oder Katerstimmung gestellt. Sie haben brav geantwortet. Einhellig, als Band. Ein Gespräch mit FRITTENBUDE.

Interview: Regine Marxen / Fotos: Paul Aidan Perry

10 Jahre Frittenbude. Mal ehrlich: Fühlt ihr euch alt?

Ja, auf jeden Fall. Die letzten zehn Jahre kommen uns vor wie mindestens zwanzig. Es ist viel passiert, unser Leben hat sich mehrmals geändert und auf den Kopf gestellt. Wir waren grad raus aus der Pubertät und umschippern jetzt direkt die Midlife Crisis.

Wie klappt nach zehn Jahren Bandgeschichte noch das gemeinsame Durchfeiern?

Einer schläft immer.

Seid ihr drei Freunde jenseits der Bühne oder Bandkollegen? Was verbindet euch?

Das hängt immer von unser momentanen Verfassung ab. Wir sind im weitesten Sinne schon sowas wie Freunde, aber auch irgendwie wie ein altes Ehepaar. Viel Knatsch, wenig Sex.

Frittenbude Szene Hamburg Interview

Foto: Paul Aidan Perry

Wie würdet ihr die einzelnen Charaktere in Frittenbude kurz beschreiben. Was zeichnet euch einzeln aus in dieser Band?

Wenn Frittenbude eine Körper ist, dann ist Martin die Leber, Jakob der Bauch und Strizi die Leber.

Gab es im Laufe der 10 Jahre jemals das Gefühl, ihr müsstet euch trennen oder etwas ändern in der Band?

Ja, wir haben uns schon 1000 mal aufgelöst. Gerade in der harten Anfangsphase derOchsentour Zeiten war es nicht leicht und daher umso schwerer. Gag…  Geändert haben wir über die Jahre auch einiges. Früher waren wir ein demokratisches Bandgefüge, also gab es oft Situationen in denen 2 gegen 1 gestimmt haben. Das war nicht gut. Wir haben das dann aber schnell gemerkt und geändert, seitdem müssen immer alle dafür oder dagegen sein – wir sind Kommunisten, irgendwie. Seit 2015 spielen wir live mit einem Drummer und einem Keyboarder. Das war schon auch eine krasse Veränderung, da wir davor ja nie wirklich aus den Strukturen der Songs ausbrechen konnten, da die Loops im Drumcomputer oder dem Laptop vorgegeben waren. Für 90 Prozent aller Bands ist das normal. Für uns war das neu.

Habt ihr solo neben Frittenbude derzeit noch weitere Projekte laufen? 

Wir machen alle nebenbei noch anderen Kram, jeder hat mindestens ein weiteres Projekt und Martin und Strizi betreiben jeweils noch ein Musik Label. Aber Frittenbude ist unser Nabel, der Rest ist Beiwerk und wird hier auch unter den Tisch gekehrt.

Ihr steht für Party, aber eben auch für schlaue Mucke mit schlauen Texten, die teilweise auch politisch sind. Wie seht ihr die aktuelle politische Lage in Deutschland angesichts der Wahlerfolge der AFD?

In Deutschland hat sich eigentlich in den letzten Jahren nichts geändert. Die Menschen waren doch schon immer so. Es fällt einfach mehr auf, da die Idioten in den sozialen Netzwerken ihren Hass verbreiten und nicht mehr nur in ihren Gruppierungen, den Vereinen oder an den Stammtischen. Sei das nun direkt auf irgendwelchen Seiten oder indirekt in den Kommentarspalten. Das ist so grauselig, das kann nicht mal Jung von Matt schönreden. Am besten ist einfach man geht woanders hin, wo es besser ist. In die USA oder nach Österreich.

Was ist Audiolith für euch?

Audiolith ist eine Krake mit 3 Köpfen und 15 Armen auf stöckeligen Schuhen in Bomberjacke und Säbel am Gürtel. Sowas wie die Mutter quasi.

Eure „Mutter“ Audiolith kommt aus Hamburg. Was bedeutet euch diese Stadt? 

Es ist schon auch ein bisschen zu Hause. Wir haben hier auch viele Freunde, da hat sich schon was entwickelt über die Jahre. Ausserdem sind auch Viva Con Agua auch aus Hamburg, Das ist auch wie Familie mit denen. Auch alles stabile, geile Leute wie man so sagt. Hamburg unsere Perle.

Was ist euer Place to be in Hamburg?

Unser Place to be ist meist das Uebel & Gefährlich, aus beruflichen Gründen. Manchmal gehen wir dann direkt auch auf den Dom, wenn der gerade ist. Wir sind keine Hamburger, daher dürfen wir das. Geil ist auch Grilly Idol. Das Zwickl Bier vom Fass ist dort phänomenal und die Burger sind großartig.

Eure Bubu-Party am 23. Dezember: Was dürfen wir erwarten? Und was werden eure Gäste mit euch auf der Bühne zeigen?

Wir ballern auf jeden Fall ausgewogen Songs von allen fünf Alben, haben einen Gast mit dabei und uns obendrein noch Ludger, Rummelsnuff und T.Raumschmiere als „Support“ eingeladen. Das sind alles Musiker die wir mehr oder weniger vergöttern und daher wollten wir mit ihnen unseren Geburtstag gebührend feiern. Ralf Köster vom Golden Pudel legt am Anfang auch noch etwas Swing auf und geht dann aber früher nach Hause, wie das Väter so machen.

Was ratet ihr uns im Publikum: Sollten wir eine Runde vorpennen, um den Abend durchzuhalten?

Schön was essen vorher, denn es wird Schnaps geben. Wir freuen uns auf euch!

Save the Date: Frittenbude, 23.12.2016, 23 Uhr, Uebel & Gefährlich, Tickets ab 22 Euro

Wir verlosen 2×2 Gästelisten-Plätze für diesen Abend. Einfach eine Mail senden an verlosung@vkfmi.de mit dem Betreff „Frittenbude“. Einsendeschluss: 19.12.16 um 10 Uhr. Viel Glück!

 

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