„Hamburg? Große Liebe!“

Cäthe zog von Hamburg nach Berlin. Wie viel ihr die Stadt an der Elbe noch bedeutet, erklärt sie vor dem Mojo-Konzert am 31.1.

Catharina Sieland a.k.a. Cäthe hat sich als deutschsprachige Sängerin und Songschreiberin etabliert, ohne sich der breiten Masse zu Füßen zu werfen. Ihre Musik: feiner, melodiöser, aber immer auch kantiger Pop. Ihre Stimme: so warm wie rau. Ihre Texte: ungenierte Innenansichten von Kopf und Herz, versehen mit reichlich Melancholie, komplettiert mit einem Tupfer Ironie.

Die 32-Jährige erklärt die Grundstimmung ihres ganz eigenen Sounds so: „Ich kann jeder Art Melancholie etwas Schönes abgewinnen, weil ich eben so veranlagt bin. Sie beruhigt mich einfach.“ Zusammen ergibt das einen musikalischen Mix, der eben nicht sofort nach höchster Radiorotationsstufe klingt, ja den es erstmal zu entdecken gilt, und der auch deshalb so viel langlebiger ist als in Sekundenschnelle glücklich machender Mainstream-Pop.

Apropos entdecken: Eine, die Cäthe ein Stück weit bei der Karriereentwicklung geholfen hat, war die Hamburger Entertainerin Ina Müller. Sie hatte Cäthe zu „Inas Nacht“ eingeladen und einem großen Publikum vorgestellt. Cäthe sagte zu, und sie kam an bei Müllers Gästen, beeindruckte bis in den letzten Winkel der alten Hafenkneipe. Seitdem ging’s bergauf.

In den folgenden Jahren veröffentlichte Cäthe gleich drei erfolgreiche Alben, zuletzt, in diesem Herbst, erschien „Vagabund“. Ein Titel, der auch zu Cäthes Wohnsituation passt, ist sie doch erst kürzlich von Hamburg nach Berlin gezogen – ohne vergessen zu können, was Hamburg für sie und ihre Musik war und ist:

„Als ich mit Anfang zwanzig in Hamburg ankam, war ich noch sehr orientierungslos. Ich bin viel umgezogen, habe viel ausprobiert, viel gejobbt, Musik gemacht. Hamburg bedeutet deshalb für mich: Selbstfindung, viel große Liebe und auch einen Batzen pubertärer Wahn.“

Aktuell pendelt Cäthe zwischen Berlin und Hamburg, da ihre Band noch in der alten Hanse ist. Eine Rückkehr an die Elbe ist auch deshalb nicht ganz ausgeschlossen. Ende Januar kommt sie ganz sicher in unsere Stadt – wenn auch für eine Nacht in den Mojo Club. Dafür dürfen wir dann dabei sein und ihr zuhören – nachdem ihr letzten Konzert im November krankheitsbedingt abgesagt werden musste, freuen wir uns umso mehr auf diesen Termin!

Text: Erik Brandt-Höge
Foto: Thorsten Dirr


Mojo Club
Reeperbahn 1 (St. Pauli)
31.1., 20 Uhr
Tickets: VVK 26,75 Euro