Hamburger Architektursommer (5.5.)

Quo vadis Stadt? Die Gebäude Hamburgs werden in über 200 Veranstaltungen unter die Lupe genommen

Haben Sie es wiedererkannt, das Gebäude auf dem Foto? Es ist die Rindermarkthalle an der Feldstraße auf St. Pauli – fotografiert im Jahre 2011, vor der Komplettsanierung. Die Umgestaltung steht im Mittelpunkt der Ausstellung „Von Rindern und Schafen“. Die ist wiederum Teil des 8. Hamburger Architektursommers.

Ab dem 5. Mai finden in der Stadt mehr als 200 Veranstaltungen in drei Monaten statt. Das Motto lautet: „Über die Verhältnisse“, da klingt ein angenehm kritischer Unterton durch.

Vorträge, Ausstellungen und Rundgänge beschäftigen sich mit der historischen und aktuellen Entwicklung der Stadt. Auf den Kritikerspaziergängen werden Architektur und Städtebau der HafenCity unter die Lupe genommen. Auch wird die Frage nach dem Wohnen gestellt: Was ist in Zukunft möglich? Und welche Beziehung haben wir eigentlich zu architektonischem Bestand wie den Bauten der Nachkriegsmoderne?

Ein echtes Highlight ist die Ausstellung „Der ganze Ernst Scheel“. Gezeigt werden verloren geglaubte Fotografien des Hamburger Künstlers, der als bedeutendster Architekturfotograf des 20. Jahrhunderts gilt. Aus derselben Ära – und ebenfalls ein Sohn dieser Stadt: der Architekt Peter Behrens. Ihm ist ein internationales Kolloquium gewidmet, das seine Ideen und Werke erstmals aus heutiger Sicht umfassend neu bewertet.

Veranstaltungen in Theorie und Praxis, zum Mitmachen und Diskutieren – in jedem Fall lädt der Architektursommer dazu ein, die Stadt, die wir täglich nutzen und durchlaufen, neu zu betrachten. Und besser zu verstehen.

Text: Julia Braune
Foto: Martin Spruijt

5.5.–31.7.
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