Foto: © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

Jenischpark: Fotografien und Videoinstallationen

Im Jenischpark sind gleich zwei spannende Ausstellungen zu sehen. Die perfekte Kombination aus Freiluft und Kunstvergnügen

Foto: © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

Selbstporträt © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

„Von Hamburg in die Welt“ hat es die Fotografin Leonore Mau (1916–2013) ihr Leben lang gezogen – in die Favelas von Rio de Janeiro, auf Hundefriedhöfe in Miami, zu religiösen Ritualen in Venezuela und Grenada, in die Psychiatrien Afrikas und die Arbeiter- und Künstlerviertel von New York.

Zu sehen war das in Stern, Spiegel oder Geo.

Doch in der Hamburger Heimat erforschte sie die Geschehnisse, die Entwicklung der Stadt, das Leben in St. Pauli und die Literaten, Freunde und Verleger rund um ihren Lebensgefährten Hubert Fichte.

Foto: © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

Foto: © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

Am 22. September wäre Leonore Mau 100 Jahre alt geworden und aus diesem Anlass zeigt das Jenisch Haus mehr als 130 ihrer Arbeiten, die durch die Hansestadt und zum Palais d’amour der 1970er Jahre auf der Reeperbahn führen, auf vier Kontinente und in ihr eigenes Leben hinein, das in vier Fotofilmen von Mau und Fichte zu sehen ist.

Nachlass Leonore Mau,

Foto: © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

Ein paar Schritte weiter im Ernst Barlach Haus hingegen taucht man in Hochaktuelles ein – in Videos und eine Audioinstallation der Künstlerin Ute Friederike Jürß. Bekannt und gleichzeitig irritierend anders wirken die Bilder ihrer Videoinstallation „Die Zeit hält den Atem an“, in der eine Gruppe Menschen in Decken gehüllt in einer Halle kauert. Ein unbekanntes Ereignis brachte sie zu einer Notgemeinschaft zusammen, in der die Individualität der einzelnen Personen sich auflöst und sie, einförmig und zur Passivität gezwungen, zu einer Einheit werden lässt.

Foto: Ute Friederike Jürss

Foto: Ute Friederike Jürss

Bereits 2005 ist das Video entstanden, heute aber legen sich intuitiv Bilder von Geflüchteten darüber. Die Filmarbeit „Der Denuziant“ hingegen beobachtet, wie in einer Gruppe von Anzugträgern Interessen und Machtstrukturen das Umgehen miteinander prägen, nimmt dabei die Perspektive einer Überwachungskamera ein oder friert Szenen zu Stills ein.

Foto: Ute Friederike Jürss

Foto: Ute Friederike Jürss

Doch nicht nur visuell, sondern auch akustisch eröffnet Ute Friederike Jürß Räume. Im Artrium des Barlach Hauses kann man sie per Kopfhörer betreten: in fiktiven Texten, geschrieben und gesprochen von dem Schriftsteller Feridun Zaimoglu. / SD / Foto oben: Leonore Mau, o.T., Haiti, 1973, © Nachlass Leonore Mau, S. Fischer Stiftung

 Leonore Mau: Von Hamburg in die Welt hinaus, Jenisch Haus, bis 23.4.17; Ute Friederike Jürß: Die Zeit hält den Atem an, Ernst Barlach Haus, bis 19.2.17

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