Kaffeeklappe

In der Tradition Hamburger Hafenkantinen eröffnete Volker von Witzleben sein Bistro in Wilhelmsburg

Volker von Witzleben ist der geborene Gastronom. Der 28-Jährige scheint keine schlechte Laune zu kennen. Auf den Holztresen gestützt, grinst er (rotes Käppi, Schnauzbart, rote Wangen) den Gästen entgegen. Ende März eröffnete seine Kaffeeklappe in der Wilhelmsburger Fährstraße. Mit dem Bistro greift er die Tradition der gleichnamigen Hafenkantinen auf, die zu Freihafenzeiten die Arbeiter mit Kaffee und Suppe statt Promille versorgten.

Einem gesunden Lebensstil frönt man auch in der Kaffeeklappe des 21. Jahrhundert. Regionale Zutaten, beispielsweise vom Biohof in Moorwerder und das große vegane Angebot klingen köstlich auf der Tageskarte: „Curry-Rosenkohl mit Aprikosen, Chili und Süßkartoffelpüree mit oder ohne marinierte Hähnchenflügel“ (4,50/6,50 Euro). Den Mittagstisch gibt es von 11.30 bis 16 Uhr. Am Wochenende wird Sonntagsbraten aufgetischt: „Ochsenbäckchen mit Pastinakenpüree, sautierte Lauchköpfe, Pommes Macaire & Rotweinkirschen“ (11,50 Euro).

Volker von Witzleben steht selbst am Herd. Der studierte Stadtforscher erlernte in einem spanischen Restaurant das Kochhandwerk. Er lebte ein Jahr lang in Südamerika und setzt sowohl exotische als auch handfeste Speisen (Wurststulle) auf die Karte. Nachmittags gibt es Kuchen. Dann sinkt man in einen der Sessel ein, schnackt mit seinen Nachbarn, freut sich über die Frühlingsblumen vor grob verputzten Wänden und schnappt sich eines der Printmagazine, die an einem ehemaligen Stück Zollzaun hängen. Der versperrte den Wilhelmsburgern früher den Weg zur Elbe. Heute ist er nur noch Deko.

Fährstraße 69 (Wilhelmsburg)
Di-Fr 8–20, Sa+So 10–20 Uhr

Text: Lena Frommeyer