BierSZENE. Neu: Der Bierführer für die Hansestadt

Bei mir gab’s heute Bier zum Frühstück – seitenweise: „Auf Hamburgs Wohlergeh’n!“ ist der neue Bierführer für unsere schöne Hansestadt und den habe ich von Astra bis Zaubertrank (gibt’s wirklich!) für euch ausgecheckt

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Daniels Home Base ist auch vertreten

Das kleine Büchlein gibt einen super Einblick in die Hamburger Bierszene. Nicht wahnsinnig tiefgehend, dafür ziemlich umfassend: Alle rund 20 Hamburger Brauereien werden kurz vorgestellt, 50 Kneipen und Ausschänke verraten.

 

Und natürlich fehlt auch die ein oder andere Bierverkostung nicht. Auch die sind kurz, aber gehaltvoll.

 

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Die Hopfen-Karte für Hamburg.

Drei Franken für Hamburg

 

Hinter dem 208 Seiten starken Bierguide stecken drei Freunde aus Würzburg. Wie bitte? Jep, ihr habt richtig gehört! Die drei Franken Peter Stahmer, Konstantin Meisel und Jonathan Seipp kennen sich seit Kindertagen, haben sich dann hier in Hamburg wiedergetroffen und sich einmal durch die Stadt getrunken.

Ihr ultimativer Tipp: die Eulenklause in Ottensen. Mein Urteil: Gut gemacht, Jungs!

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Prost Hamburg!

Am Wochenende trefft ihr Peter Stahmer übrigens bei den Kollegen von Hopper Bräu. In ihrer Brauerei in Altona feiern sie den neuen Bierführer zwei Tage lang mit dem Wochenende des Hamburger Biers und einer fantastische Auswahl an hanseatischen Craft-Bieren frisch vom Zapfhahn.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/Fotos: Sybille Fischer

 

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Von vorne bis hinten Bier in Hamburg.

Auf Hamburgs Wohlergeh’n – Der Bierführer für die Hansestadt, von Konstantin Meisel, Jonathan Seipp, Peter Stahmer; 14,90 Euro

 

 

 

 

 

 


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

 

 

 

(12.11.) Kunst, Salon der Gegenwart, Große Bleichen 34, 11-17 Uhr

Auf ein strenges kuratorisches Konzept wird im salondergegenwart verzichtet, denn er setzt vor allem auf den spannenden Kontakt zwischen Künstlern und Publikum. Und das bereits zum siebten Mal und als private Initiative. Diese ergriff der Immobilien-Finanzier und Kunstliebhaber Christian Holle, der den Salon abseits wirtschaftlichen Interesses als Ort des Austauschs sieht – und als unabhängige Plattform auch für noch unbekanntere Künstler. Holle selbst schaut sich auf Messen, Rundgängen und Galerien um. Man kann sich aber auch bewerben. Diesmal treffen mehr als 30 Maler aufeinander, darunter Daniel Richter und Karin Kneffel.

/ SD

Große Bleichen 34
12.11.17, 11-17 Uhr / Anmeldung und weitere Informationen hier

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Hausbesuch Teil 2

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Teil 2 unseres Hausbesuches: das Musik Kombinat im Zwischengeschoss 

/ von Regine Marxen. Fotos: Philipp Jung

Zwischengeschoss. Das Musikkombinat. Achim Köllner & Arne Ghosh

 

Eine große Küche, eine Sofaecke, drei Tonstudios sowie ein Aufnahmeraum: Willkommen im Zwischengeschoss Musikkombinat. Hier haben Achim Köllner (42, Beitragsbild links) und Arne Ghosh (44) 2001 ihr erstes Studio ausgebaut – und damit den Grundstock für eine Musik-Kreativ-Künstler- WG gelegt, die sich inzwischen über drei Stockwerke verteilt. „Damals“, sagt Arne, „waren wir noch aktive Musiker mit einer Band namens Wunder, die sehr viel Eigeninitiative mitgebracht hat, von Aufnahmen bis zum Booking. Wir hatten einen Proberaum in Hamm, der Aufnahmen nicht hergab. Wir brauchten einen größeren Raum.“

Über Sprinkenhof waren sie an die Räumlichkeiten im Zwischengeschoss gelangt. Und haben zugeschlagen. „In dem Jahr hatten wir ein bisschen Geld, und dann standen wir da mit Akku-Bohrer und  Styropor-Wänden und haben das alles selber ausgebaut. Ein Studio nutzten wir selber, zwei haben wir vermietet.“ 2008 hätten sie dann eine weitere Fläche im dritten Stock gemietet und ebenfalls ausgebaut. „Weil wir den Platz brauchten. Und der Bedarf da war“, sagt Achim.

„Wenn du günstige Proberäume suchst, findest du Räume in Rissen oder in Billstedt. Aber auf jeden Fall nicht in Altona. Da gibt es die Bunker, und das war’s. Wir wollten aus den Bunkern raus. Wir dachten, es muss eigentlich nicht sein, dass wir die nächsten 20 Jahre ohne Tageslicht in einem Keller mit Eierschachteln verbringen.“

Als sich mit dem letzten Vermieterwechsel 2013 die Möglichkeit ergab, die nächste Fläche im ersten Stock über dem Zwischengeschoss zu mieten, schufen Achim und Arne schließlich eine Kombilösung aus Arbeits- und Bürowerkstätten und Studios. Der Name Zwischengeschoss für das Gesamtkonstrukt blieb dabei bestehen. Oben und unten befinden sich Studios mit Aufnahmeräumen, in der Mitte als Pufferzone ein Coworking Space für freischaffende Kreative wie Grafiker, Fotografen und Promoter.  „Wir legen Wert darauf, dass es kein typischer Coworking Space ist. Unsere Verträge laufen mindestens einen Monat. 22 Plätze bieten wir an. Ein wenig Fluktuation herrscht hier, aber wenig. Bei den insgesamt elf Studios dagegen haben wir seit 16 Jahren keinen Leerstand.“

„Das hier, das ist unser Mutterschiff“

Geplant war diese Expansion nicht, sie ergab sich über die Jahre quasi von selbst.

„Wir haben festgestellt, je mehr gutes Umfeld du zusammenführen kannst, desto mehr Synergie-Effekte entstehen. Die Idee ist, dass alle zusammenschmeißen und sich unterstützen. Mit Equipment und Know-how“, so Arne.

Monetär sei das Zwischengeschoss nicht relevant. „Das hier ist nichts, was uns ruiniert, aber auch kein Geschäftsmodell. Das müssen wir uns manchmal schönrechnen“, sagt Achim lachend. „Das ist einfach ein guter Ort für kreative Leute, den wir hier hingebaut haben. Und der trägt sich eben so. Und wir haben die Möglichkeit, hier mittendrin zu sitzen, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, zu helfen.”

Lebenswege ändern sich. Aber das Zwischengeschoss als Klammer bleibt. 

Obwohl, so oft sind Achim und Arne nicht mehr im Zwischengeschoss anwesend. Mitte der 2000er Jahre kam der Shift und die berufliche Veränderung. Arne verschrieb sich immer stärker dem Manager- Dasein, gründete parallel die Firma 380 Grad und betreut neben internationalen Künstlern unter anderem die Hamburger Band Boy oder Fotos. Er ist viel unterwegs, auf Tour, in seinem Zuhause auf dem Lande vor den Toren Hamburgs oder in Berlin, wo er ein weiteres Büro aufgebaut hat.

Achim gründete zwischenzeitlich ein eigenes Label, macht immer noch Musik, ist zudem als Programmierer tätig und verbringt die Hälfte des Jahres im Ausland. Dennoch, im gefühlten Niemandsland in Altona haben die zwei Zwischengeschoss-Gründer eine Heimat gefunden.

„Es ist das zweitlängste Zuhause nach meinem Elternhaus“, sagt Arne. „Und in zwei Jahren das am längsten. Das hier, das ist unser Mutterschiff.“

Interesse an einem Schreibtisch im Zwischengeschoss? Mehr Infos findet ihr hier: www.zwischengeschoss.de

(11.11.) Märkte/Feste, WeinTour, Cruise Center Altona, 12-18 Uhr

An einem Tag durch die 13 Weinregionen Deutschlands – geht nicht? Doch! Heute und morgen zum Beispiel. Denn bei der vierten WeinTour stellen mehr als 80 Winzer der Regionen ihre Weine aus und laden zum Verkosten. Zuschlagen lohnt sich, denn die Weine gibt’s an diesem Wochenende zum Ab-Hof-Preis. An beiden Tagen lohnt sich auch die Show von Master-Sommelier Hendrik Thoma und TV-Geschmacksjäger Moritz Crone-Rawe (jeweils 16 Uhr), außerdem gibt es täglich auch geführte WineWalks.

/ AR

Cruise Center Altona
11.11.17, 12-18 Uhr / morgen: 12-18 Uhr

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Hausbesuch Teil 1

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Hier macht jeder sein Ding. Allein – und doch zusammen. Teil 1 unseres Hausbesuches: Die Schaltzentrale & die Esche

/ von Regine Marxen. Fotos: Philipp Jung

Ein Gewerbehaus, Baujahr 1960. Die Südseite ist eingerüstet, auf der Nordseite sieht man die langen Laubengänge, die sich an zwei Stockwerken entlangziehen. Eigentlich an drei, aber eine der Etagen ist ein Zwischengeschoss, also nur von der Nordseite sichtbar. Steht auch dran, in großen schwarzen, abblätternden Buchstaben auf der Fensterfront. Das C und das G fehlen inzwischen ganz. „Der Lack ist ab“, wird Achim Köllner vom Zwischengeschoss Musikkombinat später in unserem Gespräch sagen. Stimmt nicht. So ganz und gar nicht.

Eschelsweg

Im Nirgendwo in Altona hat sich über fast 16 Jahre hinweg eine Hausgemeinschaft entwickelt, die eines eint: Hier wird nicht gechillt, sondern gemacht! Musik. Bücher. Grafiken. Texte. Illustrationen. Fotos. Modelle. Und wilde Basteleien. Willkommen im Eschelsweg. Foto: Philipp Jung

An diesem Morgen beginnt unser Besuch in der Kreativ-WG im Eschelsweg bei Torsten Meyer. In seinen Räumen im Zwischengeschoss auf dem Laubengang links laufen alle Fäden zusammen. Er verwaltet das Gebäude für die HGG Immobilien, die das Haus im Auftrag einer Hamburger Familie betreut. 2012/13 hat diese den  Komplex von einem großen Immobilienunternehmen gekauft. Von einer „Heuschrecke“, die das Haus vor Jahren von der Hamburger Immobiliengesellschaft Sprinkenhof erworben hatte – und der es vor allem um den Werterhalt, weniger um Wertsteigerung ging. Investitionen gab es keine, ein Interesse an dem Haus auch nicht.

„Die machen hier richtig Alarm.“

Anders bei der Hamburger Familie, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir suchten bereits lange nach einem Gebäude dieser Art, um ein Jugendkunsthaus zu gründen und der Stadt etwas zurückzugeben“, heißt es auf Nachfrage. „Das konnten wir im Eschelsweg im Erdgeschoss mit der Esche sehr gut umsetzen. Deshalb kauften wir das Haus. Wir haben viel investiert in dieses Objekt, in die Esche und in das Gebäude selber, und haben großen Spaß daran.“

Torsten Meyer, der Mittelsmann vor Ort, ist seit 2016 mit im Boot. „Ich hatte schon langweiligere Jobs“, sagt der 54-Jährige und schmunzelt. Das liegt vor allem an den Mietern, diesem Mix aus mehreren Musik- und Tonstudios und kreativen Freigeistern. „Turbulent. Normal ist das hier nicht“, sagt Torsten Meyer. „Aber erfrischend.“ Im Eschelsweg herrsche immer Betriebsamkeit, 24 Stunden, sieben Tage die Woche. „Die Chillgeneration“, sagt Torsten, „ist hier nicht unterwegs. Alle die hier sind, machen irgendwas. Die machen hier richtig Alarm.“

Erdgeschoss. Esche. Das Jugendkunsthaus

 

Esche

Andreas Fleischmann von der Esche hat den Laden im griff und starke Partner im Boot. Foto: Philipp Jung

 

Esche-Geschäftsführer Andreas Fleischmann (35) sieht müde aus heute. „Meine Kollegin ist im Urlaub, da habe ich hier gut zu tun”, sagt er und begrüßt parallel die hereinströmenden Kids. Der Graffiti-Kurs unter Leitung des legendären und nicht minder lässigen Beat Boy Delles startet gleich. Die Esche im Erdgeschoss ist jüngstes Mitglied der umtriebigen Mieterschar im Eschelsweg. Am 1. Februar 2016 feierte das Jugendkunsthaus seine Eröffnung. Das Ziel: Kinder und Heranwachsende ab der 5. Klasse an die Kunst heranzuführen und sie langfristig zu halten. Die Esche ist spendenfinanziert – und wird wunderbar angenommen.

Rund 150 bis 200 Kinder nutzen die insgesamt 18 kostenlosen Kurse von Tanz bis Songwriting, DJing, Trickfilm oder Rap jede Woche. „Bei uns wird nicht gechillt“, betont Andreas. „Wir haben eine Küche, in der immer Äpfel oder Tee und Wasser stehen. Aber ausruhen dürfen sich die Kinder hier nicht. Sie müssen dann schon an einem der Kurse teilnehmen.“ Schlaflose Nächte hatte Andreas, als die Esche loslegte. Der Wahl-Hamburger und geborene Münchner begleitete den Verein von Anfang an, vernetzte sich, bildete Schulkooperationen und holte starke Partner wie Lütville oder DeluxeKidz ins kommt, wenn wir eröffnen.“ Immerhin hat die Hamburger Familie, die die Esche ins Leben rief, viel investiert und auf rund 600 Quadratmeter helle und moderne Trainings- und Gruppenräume geschaffen, die auch bespielt werden wollen. Andreas’ Sorge hat sich inzwischen erledigt. Denn für das, was die Esche bietet, herrscht großer Bedarf – in Altona und darüber hinaus.

„Die Esche, glaube ich, kann Lebenswege ändern.“

Die Jugendlichen kommen aus der ganzen Stadt, auch wenn Andreas seinen Schwerpunkt in der Vernetzung auf diesen Stadtteil legt. „Wir möchten hauptsächlich Kinder erreichen, deren Eltern sich keine Tanz- oder Malschule leisten können. Wenn man Eltern hat, die Flyer lesen, dann sind das meistens engagierte Eltern. Deren Kinder kommen sowieso. Wie aber erreiche ich die anderen? Das versuche ich über die Jugendberatungszentren, die Schulen, das Jugendamt, den Jugendschutz. Die Jugendschutz- Polizei hat auch gerade Kinder vorbeigebracht“, so Andreas. „Wir wollen eine Ergänzung für die offene Kinder- und Jugendarbeit sein. Jugendzentren bieten auch Kickern und Ähnliches an, das machen wir nicht. Hier gibt es nur feste Kurse.“

Neben dem eigenen Programm vermietet die Esche auch Räume für Veranstaltungen oder organisiert Workshops,  zum Beispiel an die Zeit-Stiftung, um diese möglichst gut auszulasten und weitere Synergien zu bilden. Das funktioniert auch innerhalb des Hauses. „Wir passen wunderbar rein hier. Mit den Grafik- Büros und mit den Werbetextern habe ich mich schon abgestimmt für Flyer und mit Attraktor e.V. sind wir vernetzt und nutzen auch deren Räume, um Schaltkreise oder Lego-Roboter zu produzieren. Das ist total gut und nett mit den Leuten.”

Klingt klasse, läuft klasse und fühlt sich klasse an.

„Die Esche, glaube ich, kann Lebenswege ändern. Wir wollen Jugendliche nachhaltig für Kunstformen begeistern. Die hängen sich echt rein. Ich weiß, einige haben es nicht leicht da draußen. Aber hier finden sie ihre Struktur.“

Mehr Informationen über das Jugendkunsthaus ESCHE gibt es im Internet unter www.esche.eu

(11.11.) Nachtleben, Kann denn Liebe Synthie sein?, Golem, 23 Uhr

Aber unbedingt! – lautet die Antwort auf die Frage die diese Partyreihe immer wieder stellt. Auch mit viel Liebe präsentiert die umtriebige Fotografin Katja Ruge Mal für Mal ihr charmantes Partyprojekt. Zum Karnevalsbeginn (möööp) holt sie sich mit Wolfram Eckert ganz besonders smarten Herrenbesuch ins Haus. Der österreichische Musiker aus Wien arbeitete bereits mit Hercules and Love A air, Haddaway und Legowelt zusammen. Wie der schräge Mix auf ihn abgefärbt hat – man darf gespannt sein. Außerdem im Haus: der Entertainer Carsten „Erobique“ Meyer!

/ DAK

Golem
11.11.17, 23 Uhr 

Jannes Woche 17 20: Clowns

Ein Thema hat mich in der vergangenen Woche besonders bewegt. Für dieses Thema darf auch einmal Platz sein in dieser sonnigen Stadt, in der jeden Tag, jede Woche und jedes Wochenende so schön viel los ist. Depression.

 Ich habe Donnerstagabend Jörn Einmannmusik auf der großen clubkinder Zirkusgala im Schanzenzelt den Text von Heinz Rühmanns »Der Clown« gereicht. Jörn hat ein Format namens Liedermacherlabor erfunden, von dem er auch bei den Wohnzimmergeschichten im Sommersalon erzählen wird. Dabei geht es darum, spontan mitgebrachte Texte zu vertonen. So großartig wie genial. 

Großartig und genial fand ich auch Grunge-Ikone Chris Cornell, der sich zur gleichen Zeit nach einem Konzert seiner Band Soundgarden in Detroit dazu entschieden hat, sich das Leben zu nehmen. Black Hole Sun. Der Sänger litt lange an Depressionen. Wie auch sein Weggefährte Kurt Cobain. Wie auch Joy Division Sänger Ian Curtis, dessen Todestag am Sonnabend im Golem gedacht wurde. Und so viele andere.

Mein Freundeskreis geht mit Depressionen glücklicherweise so um, wie mit jeder anderen Krankheit. Es ist nicht peinlich, deswegen zu einem Profi zu gehen oder das zu erzählen. Im Gegenteil. Meine Freunde sehen das so wie jede andere Krankheit auch.

Sie macht keinen Unterschied, ob man Clown, Rockstar oder Kolumnenschreiber ist. Macht Ihr bitte keinen Unterschied, ob ihr Fieber, einen Knochenbruch oder Depressionen habt. Geht zum Arzt.

Wir lesen uns nächste Woche wieder, 

Jannes

 /Foto: clubkinder e.V.


Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.


Who the fuck is… Jannes Vahl*?

Jannes Kolumne SZENE HAMBURGVision von und für Hamburg 
Kein Schwarz und Weiß, Kreativität Tag und Nacht, Natur grün und blau. 
 Rezept zum Runterkommen bei zu hohem Lebenstempo 
Meditation. Basketball. Radfahren. 
Karma-Cocktail für ein korrektes Leben 
Rumcola. Und jeden Tag versuchen, ein besserer Mensch zu sein.  ?

*Jannes Vahl ist Clubkinder-Gründer und Inhaber der Agentur Polycore. Und gibt jede Woche bei uns seine persönliche Sicht auf seine Woche. 

(11.11.) Kunst, Ausstellung: „Lasso, is‘ gut, Fred!“, Kunstverein, 19 Uhr

Tolle Schau zum 200. Geburtstag des Kunstvereins: Zum Jubiläum werden all die Künstler gewürdigt, die durch ihre Arbeit hinter den Kulissen die Ausstellungen erst ermöglichen: als Planer, Konstrukteure, Techniker. Und so toll der Titel der Schau „Lasso, is‘ gut, Fred!“ mit Arbeiten von über 30 Künstlern ist, so spannend ist auch die heutige Finissage (Abb. Ausstellungsansicht). Zum Start der Karnevalsaison verwandelt sie sich in einen Maskenball.

/ SD / Foto: Fred Dott

Kunstverein Hamburg
11.11.17, 19 Uhr

Kilians. Comeback dank WhatsApp

Vor zehn Jahren erschien „Kill The Kilians“, das erste Album der blutjungen Dinslakener Band um Sänger Simon den Hartog. Der Beginn einer Achterbahnfahrt von einer Karriere: Thees Uhlmann übernahm das Management, Universal lieferte den Major-Deal, die Kilians gingen mit Coldplay auf Tour. So steil es bergauf ging, so rasant ging es auch wieder bergab.

Das Musikgeschäft hatte die Gruppe müde gemacht. 2013 gaben die Kilians ihr Ende bekannt. Für eine – vorerst – einmalige Tournee zum Debüt-Jubiläum ist sie nun zurück. Am 2. Juni werden sie im Hamburger Schanzenzelt spielen.  Ein Gespräch mit Simon (Foto Mitte) übers frühe Rockstarleben, Kapitulation und Comeback

 SZENE HAMBURG: Simon, was musste passieren, damit ihr euch wieder für eine Tour entscheidet? Ging es euch ums Geld? Um Aufmerksamkeit? Oder etwas ganz Anderes?

Simon den Hartog: (lacht) Um Geld ging es uns auf jeden Fall nicht, auch Geltungsdrang war kein Grund. Es war vielmehr so, dass sich ein sehr guter Freund von uns gewünscht hatte, drei Songs von uns auf seiner Hochzeit im letzten Jahr zu hören – und zwar live. Wir aus der Band hatten uns lange nicht gesehen, kamen dort wieder zusammen und haben darüber gesprochen, wie es uns mit dem Ende der Kilians so geht.

Und?

Wir waren alle Meinung, dass der Schlussstrich an sich richtig war, es aber doch sehr schade ist, dass wir seitdem gar nicht mehr so viel miteinander zu tun haben. Wir haben dann eine WhatsApp-Gruppe gründet und angefangen, an der Idee von neuen Konzerten zu arbeiten.

Folgten darauf strikte Proben? Die letzten sind ja schon eine Weile her.

Sagen wir es mal so: Man verlernt zwar nie das Fahrradfahren, aber durch die längere Pause fehlte uns natürlich die Routine. Deshalb hat erst mal jeder für sich seine musikalischen Hausaufgaben gemacht, und danach haben wir gemeinsam am Repertoire gefeilt. Jetzt freuen wir uns, dass es los geht und glauben an wirklich tolle Konzerte.

Habt ihr bei aller Euphorie auch wieder Gedanken an das Musikgeschäft, das euch damals so ermüdet hat? Du selbst hast es ja einst als „menschenfressend“ bezeichnet.

Das stimmt, aber ich meinte damit ja nur die Industrie, nicht die Musik und auch nicht das Touren. Gemeinsam unterwegs zu sein, fand ich immer total schön, und im Moment denken ich und die anderen auch nur daran.

Wagen wir doch mal einen Blick zurück. In einem Satz zusammengefasst, könnte man wohl sagen: Eure Karriere nahm von Beginn an ruckzuck an Fahrt auf, es ging steil bergauf, ebenso steil bergab und kam schließlich zur Stagnation.

Ja, so kann man es formulieren. Aus heutiger Sicht erscheint einem der Start tatsächlich als sehr steil. Damals haben wir das allerdings kaum realisiert. Ist ja oft so: Vom Aufstieg bekommt man selten etwas mit. Was einem von einer bestimmten Lebensphase eher in Erinnerung bleibt, ist das Gefühl von eben dieser Stagnation, vielleicht sogar Kapitulation vor den Mechanismen der Industrie und ein bisschen auch vor sich selbst. Uns fehlte am Ende einfach der letzte Push. Wir waren mit unserer Unzufriedenheit irgendwann zufrieden.

Zwischendurch jedoch muss es wie ein Rausch gewesen sein, etwa als ihr mit Coldplay auf Tour gegangen seid. Kamen da Gefühle von unkaputtbaren Rockstars auf?

Klar hat sich irgendwann etwas verändert. Als wir erfolgreicher und in der Öffentlichkeit erkannt wurden, sind wir in unserer jugendlichen Naivität auch mal abgedriftet, haben die Bodenhaftung verloren. Wir haben zu allem „ja, klar“ gesagt und überall gespielt, wo wir spielen konnten. Wir waren kleine Jungs auf einem riesigen Spielplatz. Wir haben uns wie Rockstars benommen, uns aber ehrlich gesagt nie wirklich wie welche gefühlt.

„Wir können jetzt ganz unbedarft an alles herangehen“

 

Bereut ihr etwas?

Wir würden manches sicher nicht wiederholen. Trotzdem finde ich: Man ist nur einmal jung, und in dieser Zeit darf man auch bestimmte Erfahrungen machen. Wenn man zum Beispiel auf einer Veranstaltung ist, auf der man sich nicht wohl fühlt, darf man sich auch mal daneben benehmen. Und wenn man jemanden scheiße findet, darf man ihm das auch sagen.

Vielleicht bewirken die Erfahrungen von damals auch eine gewisse Entspanntheit, wenn ihr jetzt wieder zusammen auf die Bühne geht.

Bestimmt. Wir haben in den frühen Jahren nichts versäumt und deshalb auch nicht mehr den unbedingten Drang, bestimmte Dinge erleben zu müssen. Wir können jetzt ganz unbedarft an alles herangehen.

Könnte dabei womöglich doch noch ein neues Album entstehen?

(überlegt lange) Wir spielen jetzt erst mal die Konzerte, und dann sehen wir weiter.

/ Interview: Erik Brandt-Höge /Alexander Malecki

 Save the Date: Schanzenzelt, 2.6.17, 20 Uhr

(11.11.) Nachtleben, Belle Rouge, Schmidts Tivoli, 23:30 Uhr

Die Partys der Wäscherei gehören seit vielen Jahren zum Nachtleben der Stadt und natürlich wird ein 20. Geburtstag ganz besonders groß gefeiert. Zur Jubiläumsparty versprechen die Macher einen legendären Abend voller Burlesque, Travestie und Maskerade. Als Stargast kommt die Sängerin Conchita Wurst nach Hamburg. Zwischen Popmusik, Botschafterin für LGBT-Rechte und Auftritten in großen Opernhäusern wird Conchita bei der Belle Rouge ihr ganz persönliches Geschenk überbringen. Glückwunsch!

/ AR

Schmidts Tivoli
11.11.17, 23:30 Uhr