(22.3.) Musik, Kat Frankie, Mojo Club, 20 Uhr

Zwei, die kürzlich von Kat Frankies musikalischem Talent profitierten: Clueso und Olli Schulz. Mit dem einen, Clueso, nahm sie das Duett „Wenn du liebst“ auf, dem anderen lieh sie ihre Stimme für sein „Feelings aus der Asche“-Album. Jetzt ist die Australierin, die ein neues Zuhause in Berlin gefunden hat, wieder solo im Rampenlicht, mit neuem Album namens „Bad Behaviour“ und erwartungsgemäß funkelnden Singer/Songwriter- Stücken.

/ EBH / Foto: Timothy Wiehn

Mojo Club 
22.3.18, 20 Uhr

Verlosung: 2×2 Karten für Kante und Camerata

Zum Saisonabschluss hat sich die Hamburger Camerata heiß geliebte alte Bekannte eingeladen: Die Band Kante, mit der das Hamburger Kammerorchester schon vor vielen Jahren zusammen gespielt hat.

Leben wir wirklich in der „besten aller möglichen Welten“, wie manche Philosophen glaubten? Voltaire bezweifelte dies und schrieb mit „Candide“ einen bitterbösen Roman über die Schlechtigkeit der Welt. Bert Brecht sah das ähnlich, er drückte seine Zweifel in Gedichten und Theaterstücken aus. Und Paul Dessau, Hanns Eisler und die Hamburger Band Kante schrieben Musik dazu, mal ätzend und scharf, mal tief melancholisch.

Eines aber ist sicher: Das Beste, was es auf der Welt geben kann gegen allzu viel Skepsis, ist echte Rock-Musik, gut und groovend, mit Jan Dvořáks Konzert für Rockband und Orchester.

Karten/Abonnementverwaltung: Konzertkasse Gerdes, Telefon 040/45 58 02, info@konzertkassegerdes.de sowie an den bekannten Vorverkaufsstellen. Weitere Informationen unter www.hamburgercamerata.com

Foto: Viviane Wild/  vivianewild.com

Laeiszhalle, Großer Saal
14.06, 20 Uhr

Wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert Kante und Camerata. Einfach eine Mail senden an verlosung@vkfmi.de, Betreff CAMERATA, Einsendeschluss 12.06.17, 9 Uhr. Die Gewinner werden per Mail benachrichtigt, bitte geben Sie ihren vollständigen Namen an, damit wir diesen an den Veranstalter (Gästeliste) weiter leiten können.

(22.3.) Theater, „Missing in me“, Lichthof Theater, 20:15 Uhr

Das junge Byte Ensemble aus Melbourne greift Themen auf, die Jugendliche in ihrer Welt abholen. In „Missing in me“ geht es um zwei Schwestern, die im Wohlstand aufwachsen, aber ohne Elternliebe. Nachdem Samira die Schule beendet hat und in das freie Leben geworfen wird, versucht sie sich eine Zukunft aufzubauen. Wie bei vielen Jugendliche wird die Suche nach Sinn zur Suche nach Identität, in der auch die Beziehung zu den Eltern maßgeblich ist und die Möglichkeiten, die die Zeit, in der sie erwachsen wird, bietet.

/ HED / Foto: Ariani Adam

Lichthof Theater 
22.3.18, 20:15 Uhr

Interview: Hannelore Ratzeburg, Hamburger Frauenfußball-Ikone

Hannelore Ratzeburg, 65, ebnete durch ihren Kampf den Frauen in Deutschland den Weg zum Fußball

Acht EM- und zwei WM-Titel sowie olympisches Gold wären ohne die seit Dezember 2016 pensionierte Diplom-Sozialpädagogin kaum möglich gewesen. Nach 44 Jahren als Vorsitzende des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball in Hamburg (AFM) gibt Ratzeburg ihr Amt nun ab. Bei ihrer Abschiedsrede auf der Mitgliederversammlung der AFM erhielt die Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Standing Ovations.

SZENE HAMBURG: Frau Ratzeburg, wodurch wurde Ihr Interesse an Fußball geweckt?

Hannelore Ratzeburg: Die Ungerechtigkeit. 1970 erfuhr ich als 19-jährige Frau von der Aufhebung des Frauenfußball-Verbotes durch den DFB. Da wurde mir erst bewusst, dass Frauen bis dahin gar nicht spielen durften. Sofort wollte ich es ausprobieren. Mein damaliger Freund kickte selbst. Ich fragte einfach die anderen Frauen und Freundinnen der Spieler seiner Mannschaft.

Wann hatten Sie Ihre Premiere?

Am 9. Mai 1971. Muttertag. Mit West-Eimsbüttel verloren wir 0:6 gegen den HSV. 200 männliche Zuschauer schlugen sich vor Lachen auf Schenkel und Bäuche. Sicher sah die Partie kurios aus. Es war unser erstes Spiel. Viele Männer fanden, Fußball sei kein ich gesagt: Jetzt hört es aber auf. Wie sollen wir denn je in Vereinen Fuß fassen, wenn jeder Club für uns kleinere Tore anschaffen muss? Im Nachhinein nehme ich den Männern ihre Haltung nicht mehr übel. Der DFB existierte seit 70 Jahren, jetzt waren die Frauen plötzlich dabei. Diese Vorschläge, geboren aus einer bestimmten Männerdenke, waren ein Ausdruck der Hilflosigkeit, wie mit uns umzugehen sei.

Die meisten Zuschauer und Medien hatten ein genaues Bild davon.

Ja, leider. Viele Kommentare der Zuschauer wie „Geh nach Hause, kochen“ haben wir einfach ignoriert. Die Begleitung der Medien war übel. Fotografen wollten, dass sich die Spielerinnen weit nach vorne bücken, um sie dann von hinten zu fotografieren.Es gab ein Foto, bei dem eine Frau sich an den Querbalken des Tores hängen musste. Barbusig, nur mit Hose, Stutzen und Schuhen bekleidet. Ich ärgere mich bis heute, dass ich dagegen nichts machen konnte. Anderes habe ich verhindert.

Zum Beispiel?

Beim ersten Trainerinnenlehrgang auf der Anlage des SC Victoria betraten die Frauen den Platz ganz normal in ihren Trainingsanzügen. Der Fotograf wollte sie nur in kurzen Hosen und Trikots ablichten. Ich fragte sie: Wollt ihr seriöse Fotos? Das wollten sie. Also erhielt der Fotograf eine klare Ansage: Fotos in Trainingsanzügen – oder gar nicht. Er hat widerwillig zugestimmt. Wichtig ist mir trotzdem: Männer waren immer beides. Es gab Gegner – und es gab Verbündete, die sich beim Aufbau der Frauenfußball-Teams sehr engagierten oder uns in den Gremien unterstützten.

Wie lief die Gremienarbeit ab?

In Hamburg hatten wir viele Freiheiten. Wir führten eine Meisterschaft ein, einen Vereinspokal, hielten engen Kontakt zu den Clubs. Die Frauenfußball- Abteilungen wuchsen. Wir entwickelten viel. Der Hamburger Tag des Mädchenfußballs oder das Projekt „Kicking Girls“ für Mädchen mit Migrationshintergrund, um nur zwei aktuelle Beispiele zu nennen. 1975 erhielt ich eine Einladung zum DFB-Jugendausschuss für Mädchenfußball. Es folgte 1977 die Mitgliedschaft im DFB-Spielausschuss. Schnell hieß es: Frauenfußball? Geh mal zu der Ratzeburg. Die macht das.

Was brachten Sie als Referentin für Frauenfußball auf den Weg?

Ich machte mich stark für die Einführung eines Vereinspokals auf Bundesebene. Für eine Talentförderung wie bei den Jungs. Für viele unterschiedliche Projekte.

Mit eiserner Härte?

Eher mit Konsequenz. Manchmal ging ich taktisch vor. Wenn ich wusste, die vielen Herren um mich herum sind in genervter Stimmung, verschob ich ein Thema. Um es nicht zu verbrennen. Drohte eine Einschränkung, überließ ich manchmal den Herren die Umschreibung meines Projektplans. Die taten bis zur nächsten Sitzung nichts – und alles kam ohne Änderungen durch.

Wann begann sich das Bild des Frauenfußballs in der medialen Öffentlichkeit ins Positive zu wenden?

Der Beschluss der UEFA-Kommission für Frauenfußball, der ich seit 1980 angehöre, Wettbewerbe für Frauen-Nationalmannschaften einzuführen, half sehr. 1983 fand die erste Europameisterschaft statt, 1989 waren wir Gastgeberinnen und holten den Titel. Gut besuchte Stadien, die Printmedien auf unserer Seite – da drehte sich was.

Einen weiteren Schub brachte die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland. Die Werbekampagne mit dem Spruch „Dritte Plätze sind was für Männer“ fiel damals negativ auf …

Glauben Sie mir, wir haben uns beim DFB auch sehr darüber geärgert. Unser Slogan hieß „20Elf von seiner schönsten Seite.“ „Dritte Plätze sind was für Männer“ lautete der Werbespruch einer Firma. Der Spruch war kontraproduktiv, grätschte uns von hinten voll in die Beine. Wir wollten ja selber nicht ständig mit den Männern verglichen werden. Dennoch war die WM ein großer Erfolg, wenngleich der mediale Druck riesig und ungewohnt für unsere Spielerinnen war.

Beim Hamburger Fußball-Verband hören Sie nun nach 44 Jahren auf. Sind Sie stolz auf das Geleistete?

Ja, ich bin stolz darauf, zur Entwicklung des Frauenfußballs einen Beitrag geleistet zu haben. Ich wollte das alles ja nur fünf Jahre machen (lacht). Meine Aufgaben als DFB-Vizepräsidentin und bei der UEFA fordern mich mittlerweile zu sehr. Also übergebe ich in Hamburg an eine starke Nachfolgerin. Andrea Nuszkowski ist prima vernetzt, wird das Amt sehr gut ausführen.

Klar hätte ich noch Ideen für die nächsten 20 Jahre, aber für mich stelle ich nach einer schönen und aufregenden Zeit nun fest: Es ist gut.

/ von Mirko Schneider / Foto: Jakob Börner


Hamburger Fußballverband: www.hfv.de

(21.3.) Nachtleben, Euphorie pres. Blond, Pudel, 20 Uhr

Die Wetten stehen hoch dieser Tage, dass mit den in Chemnitz beheimateten Blond mal wieder eine Indie-Band aus deutschen Landen am Start ist, die mit den groß gezüchteten Fischen aus UK mindestens mitschwimmen kann. Die Songs von Johann Bonitz und den Kummer-Schwestern Lotta und Nina, zuletzt zu hören und zu haben auf der 6-Track- EP „Trendy“, vertrauen einem Mix aus Schrammelcharme („It-Girl“) und glitzerndem Disco-Pop („Book“), was vor allem auf dem Floor richtig gut funktioniert. Heute noch im Pudel, morgen in den Charts.

/ FR

Golden Pudel Club 
21.3.18, 20 Uhr

Jannes Woche 17 21: Hamburg 2030

Ich als Jannes weiß manchmal vor lauter Terminen, Projekten und To Dos im Agentur-, Vereins- und Privatleben nicht mal, was ich morgen mache. Wir als Agentur haben uns nun aber eines überaus spannenden Projektes angenommen, das sich mit dem Hamburg im Jahre 2030 beschäftigt

Dannie Quilitzsch ist eine Hamburgerin, mit der man sich jeden Morgen treffen könnte und mit der man jeden Morgen auf mindestens eine gute neue Idee kommen würde. Da Dannie, Joko und ich aber schon jede Menge Ideen konkret verfolgen, ist es wohl ganz gut, dass wir uns nicht täglich sehen. Beim letzten Mal ist die Nachhaltigkeitsexpertin aus dem Social Impact Lab nun aber auf uns zugekommen, um mit uns über die Initiative »Innovative City« zu sprechen. Zack, ins Leben gerufen.

Innovative City steht für soziale Innovationen, bürgerschaftliche Partizipation und gesellschaftliches Engagement. Was heißt das? Wir bieten eine Plattform, auf der sich alle sozialen Einrichtungen präsentieren dürfen, die dafür antreten, Hamburg 2030 zu einer noch lebenswerteren Stadt zu machen.

Um uns vorzustellen und neben den Einrichtungen auch konstruktiv-engagierte, kreative Bürger zu Wort kommen zu lassen, veranstalten wir vom 16.-18. Juni im Betahaus die »Social Innovation Challenge 2017« – ein Startup Camp, bei dem gemeinsam innovative Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen in Hamburg entwickelt werden. In 48 Stunden können Teams aus Ideen soziale Geschäftsmodelle entwickeln. Wer möchte mitmachen?

Wir lesen uns Montag wieder,

Jannes

Foto: clubkinder e.V.


Who the fuck is… Jannes Vahl*?

Jannes Kolumne SZENE HAMBURGVision von und für Hamburg 
Kein Schwarz und Weiß, Kreativität Tag und Nacht, Natur grün und blau. 
 Rezept zum Runterkommen bei zu hohem Lebenstempo 
Meditation. Basketball. Radfahren. 
Karma-Cocktail für ein korrektes Leben 
Rumcola. Und jeden Tag versuchen, ein besserer Mensch zu sein.  ?

*Jannes Vahl ist Clubkinder-Gründer und Inhaber der Agentur Polycore. Und gibt jede Woche bei uns seine persönliche Sicht auf seine Woche. 

(21.3.) Film, „Die grüne Lüge“, Abaton, 20 Uhr

Klar wollen wir alle nachhaltig, fair und biologisch Produziertes kaufen. Die großen Konzerne nutzen das aus und verkaufen uns eigentlich umweltschädliche, widersinnige oder unter prekären Verhältnissen produzierte Waren mit schlau gemachter Werbung als Gut-Produkte. Der preisgekrönte Filmemacher Werner Boote und Greenwashing-Expertin Kathrin Hartmann decken „Die grüne Lüge“ auf und zeigen, wie wir uns dagegen wehren können. Beide kommen zur Premiere.

/ MAS

Abaton 
21.3.18, 20 Uhr

Serie: Altona. Das Künstler-Kombinat. Der Hausbesuch Teil 5

Im Eschelsweg hat sich über 16 Jahre hinweg ein Ort entwickelt, der Musiker, Tonstudios und kreative Werkstätten unter einem Dach vereint. Teil 5 unseres Hausbesuches: Buchbinderei Altona-Inhaberin Kathrin Langenhagen

/ von Regine Marxen. Foto: Philipp Jung

„Ach, das ist so toll, dass es so was noch gibt.” Das ist so ein Spruch, der die Buchbinderin Kathrin Langenhagen (44) nervt.

„Dass es so was wie mich gibt, hat ja jeder selber in der Hand. Ob er ein Handwerk beauftragt oder im Internet ein standardisiertes Produkt bestellt.“

Seit acht Jahren ist sie mit ihrem Meisterbetrieb im Eschelsweg daheim. Bindet Bücher, Speisekarten oder Fotobände und gibt meist an den Wochenenden Buchbinder-Workshops. Der 150 Quadratmeter große Raum ist hell und lichtdurchflutet. Schmiedeeiserne Maschinen, Prägestempel, Schneidemaschinen und Papiere haben ihren Platz. Vor der Tür stehen Blumen in Setzkästen. Kathrin fühlt sich sichtlich wohl. „Die neuen Vermieter machen hier viel, kümmern sich, das gefällt mir. Hier hat sich viel getan.“

Damals war’s spezieller. Aber Zeiten – und Hausgemeinschaften – ändern sich

Im Haus selber hat Kathrin wenig berufliche Schnittmengen. Sie fällt als Handwerksbetrieb ein wenig aus dem Rahmen.

„Jeder macht sein Ding. Das war vor acht Jahren anders. Das Haus hat sich eben verändert. Unten waren Messgeräte-Produzenten für meteorologische Instrumente, eine Druckerei gab es, unten im Keller war ein italienischer Espresso-Maschinen- Bastler. Das war damals spezieller. Das hat sich schon verändert. Mit den neuen Mietern habe ich wenig Austausch. Das stört mich aber nicht. Dafür beschwert sich keiner, wenn ich mal laute Partys feiere. Das nachbarschaftliche Verhältnis stimmt einfach in diesem Haus.“

Mehr über die Buchbinderei Altona findet ihr unter www.buchbinderei-altona.de

(21.3.) Literatur, „Der Tempel der magischen Tiere“, stories! Die Buchhandlung, 19:30 Uhr

Schriftsteller haben nie, niemals nur zu Hause gesessen und aufs weiße Blatt gestarrt. Vielmehr leben sie vom Aufbruch zu neuen Ufern, um die gewohnten Facetten zu ergänzen durch das Rohe, das Fremde, das Neue. Mit den philosophischen Fragen nach dem Leben und dessen Sinn beginnt Carl von Siemens den Reisebericht „Der Tempel der magischen Tiere“ – auf seiner Route von Helsinki bis nach Mumbai. Der Urururenkel von Werner von Siemens folgt damit dessen Tradition und erzählt davon auf seiner Lesereise.

/ JVW / Foto: Elvis Bonnier

stories! Die Buchhandlung
21.3.18, 19:30 Uhr

 

(20.3.) Literatur, „Wie hoch die Wasser steigen“, Buchhandlung Th. Christiansen, 20 Uhr

Universität Hamburg, Deutsches Literaturinstitut Leipzig, eigener Roman. Das sind die literarischen Stationen von Anja Kampmann. Mit „Wie hoch die Wasser steigen“ bringt die Autorin ihr Debüt auf den Buchmarkt: Die Story über den Ölbohrarbeiter Wenzel Groszak handelt von Tod und Arbeit, Lebenssinn und Liebe. Irgendwie ist es auch ein Reiseroman am Rande suchender Verzweiflung. Kampmanns poetischer Stil überraschte die Szene, für die die gebürtige Hamburgerin ausgewählte Stellen liest.

/ JVW / Foto: Juliane Henrich

Buchhandlung Th. Christiansen
20.3.18, 20 Uhr