(27.4.) Musik, Frances, Nochtspeicher, 19.30 Uhr

Auf Beck gebaut. Mit Mut machenden Pop-Songs und einer elfenhafter Erscheinung hat die Engländerin Sophia Frances Cooke, kurz Frances, schnell für Aufsehen gesorgt. Nicht verwunderlich – hat ihre tiefgreifende Musik doch starke Wurzeln: Die ersten musikalischen Gehversuche machte Frances mit Coversongs von Radiohead und Beck. Sie entschied sich für den klassischen „Ich mache jetzt dieses Musik Ding“-Weg, packte ihre sieben Sachen und zog zunächst nach Liverpool, später nach London. Ihre immer größer werdende Fanbase freute sich kürzlich über das Erscheinen des erwartungsgemäß gelungenen Debütalbums der 23-Jährigen („Things I’ve Never Said“). / NH

Nochtspeicher
27.4.17, 19.30 

(27.4.) Film, Monster machen mobil, Metropolis, 21.15 Uhr

Wohliges Schaudern ist bei „Monster machen mobil“ angesagt: Andreas Schiefler und Axel Sawitzki präsentieren zehn rare 35-mm-Klassiker des Science-Fiction-, Monster- und Grusel-Kinos. Dazu gibt’s Phantastik-Trailer, Kurzfilmchen, Cartoons und jeweils eine Kurzeinleitung. Vom Klassiker „Frankenstein“ (1931) über den ruppigen Italo-Endzeit-Trash „The Riffs – Die Gewalt sind wir“ bis hin zu John Carpenters „The Fog – Nebel des Grauens“ (Foto) mit einer jungen Jamie Lee Curtis. / MAS

Metropolis
27.4.17, 21.15 Uhr (bis 30.4.)

SZENE testet: Basil & Mars in Hamburg Rotherbaum

Das „Alsterufer 1“ ist als Adresse ja schon mal ’ne Hausnummer, der man erst mal gerecht werden muss. Martin Lohr und Joachim Mars (Betreiber der populären Marsbar in Eppendorf) sind das Wagnis in dem verglasten Neubau eingegangen – und es scheint aufzugehen

Basil & Mars

Tüchtig in der Küche. Foto: Basil & Mars

Wir sitzen in dem großen und hohen Raum etwas abseits an Bistro-Tischen, alle anderen an normalen tiefen Tischen. Aber ein Platz hat echten Highlight-Charakter: der lange Tresen unter Kupferleuchten mit Blick in die offene Küche. Hätten wir das vorher gewusst, wir hätten uns diesen Tisch gewünscht.

Basil & Mars

Tresenplatz in der gehobenen Klasse. Die Bar. Foto: Basil & Mars

Die Preise sind eine ziemliche Ansage, die meisten Hauptgerichte tummeln sich um die 30 Euro. Da scheint die „Chefs Selection“ ein guter Deal zu sein: sechs Gerichte von der Karte als kleinere Portion für 38 Euro. Eine schöne Möglichkeit, die Küche kennenzulernen. Es wird so ziemlich alles aufgetischt, was gerade angesagt ist: unter anderem Asiatisches (Sashimi), Mediterranes (geröstete Garnelen) oder Deutsches (Geschmortes vom Weideochsen). Das klingt vielleicht etwas beliebig, ist aber gut umgesetzt, wie der Abend zeigen wird.

Basil & Mars

Ohlala. Der Blick in die Cocktailkarte lohnt sich. Foto: Basil & Mars

Bis zum ersten Gang dauert es leider mehr als 45 Minuten, danach aber stimmt das Timing. Den Beginn macht ein sehr gut abgeschmecktes Thunfischtatar mit Schnittlauch und zwei leckeren Tupfern: Avocadocreme und Sesam-Mayonnaise mit asiatischem Touch. Der schwächste aller sechs Gänge sind die marinierten Artischocken. Sie sind nachlässig geputzt, daher stellenweise leicht holzig und die lauwarme Vinaigrette ist einfach zu zahm, um aus diesem Gericht noch etwas Aufregenderes zu machen. Die Rote-Bete-Ravioli mit zitroniger Meerrettich-Buttersauce sind schon ein kleiner Schritt nach oben.

Man kann sich zu zweit einen netten Abend machen, allzu tiefgründige Themen dürften es angesichts der Lautstärke aber nicht leicht haben.

Ein richtiger Volltreffer ist dann aber das kross gebratene Wolfsbarschfilet. Mit der leichten Säure einer karamellisierten Limettenscheibe, crunchig gebratenen Bröseln und einem intensiv-fruchtigen Tomatenragout ist das Ganze ein schöner kleiner Ausflug raus aus dem Hamburger Regen in mediterrane Gefilde. Der kräftige „Klosterberg“-Riesling (0,1 Liter 5 Euro) passt gut dazu, insgesamt jeweils vier beziehungsweise fünf offene rote und weiße Weine stehen auf der Karte.

Basil & Mars

Im Wein liegt die Wahrheit. Hier lagert sie…Foto: Basil & Mars

Bei Gang Nr. 5 ist das Kartoffelpüree zu den Entrecôte-Streifen zwar eher unauffällig, dafür ist das Fleisch exzellent. Durch kräftiges, perfekt dosiertes Braten bei hoher Hitze hat sich eine dünne Kruste gebildet, die fast so knusprig wie die eines guten Brathähnchens ist. Der Cheesecake zum Abschluss ist so, wie er sein muss: oben cremig, unten knusprig. Dem dazugehörigen Kirschkompott eine Spur Ingwer zu verpassen, ist eine sehr schöne Idee.

Der Service bleibt (fast zu) locker: „alles Roger?“, lautet die etwas lapidare Frage nach jedem Gang. So lange man sie aber wie hier in den meisten Fällen mit „ja“ beantworten kann, geht das in Ordnung.

Das Publikum scheint dem Preisniveau gewachsen zu sein, Style spielt eine unübersehbare Rolle. Das macht es aber keineswegs unangenehm, so gibt es eben nicht nur auf den Tellern etwas Schönes zu sehen.

Basil & Mars

Nachlässig geputzt und enttäuschend: die Artischocken. 

Man kann sich zu zweit einen netten Abend machen, allzu tiefgründige Themen dürften es angesichts der Lautstärke aber nicht leicht haben. Viel besser eignet sich der Laden für einen schönen Abend mit Freunden. Dafür sind die Voraussetzungen bestens.

 / getestet von Benjamin Cordes / Fotos: Basil & Mars

Basil & Mars: Alsterufer 1 (Rotherbaum), Mo-Fr 9-24, Sa 12-24 Uhr, Telefon 41 35 35 35; www.basilundmars.com

Interview: Y’akoto, die Reisende

Y’akoto, 27, wurde in Hamburg geboren und ist in Ghana aufgewachsen. Im Interview spricht sie über musikalische Einflüsse von Barmbek bis zur Küste Afrikas, und sie erklärt, warum sie mit ihrem Protest-Song „Reception“ nicht im Rahmen des G20-Gipfels in Hamburg auftreten wird

SZENE HAMBURG: Paris, Stockholm, Los Angeles, Dakar – du bist in vielen Städten zu Hause. Welchen Stellenwert hat Hamburg, dein Geburtstort, da aktuell? 

Y’akoto: Einen großen! Hier leben ein Teil meiner Familie und meine Freunde. Da ich gerade mein Album in Deutschland veröffentliche und für Promo unterwegs bin, bin ich auch viel hier und freue mich immer, wenn ich in meine Hamburger Wohnung komme.

Ist Hamburg für dich auch mit Musik am engsten verknüpft? Oder inspiriert dich die afrikanische Küste dann doch mehr als St. Pauli? 

Die Musikszene in Hamburg mit ihren vielen Clubs und Genres, ja allein die Diversität in meinem Stadtteil Barmbek war, ist und bleibt eine Inspirationsquelle für mich. Schon in meiner Schulzeit habe ich Musik in Hamburg gemacht, schreibe, komponiere und produziere hier nach wie vor. Die Musikszene in den afrikanischen Küstenmetropolen hat eine andere Ästhetik und Message. Sie bietet mir deshalb eine zusätzliche Ausdrucksmöglichkeit. Ich bin genauso gerne dort wie in Hamburg.

Wie muss man sich dein musikalisches Arbeiten hier vorstellen?

Das ist unterschiedlich. Bei gutem Wetter liege ich gerne mal lange im Stadtpark herum und lasse die Ideen, die ich dort und während meiner langen Spaziergängen in meiner Barmbeker Ecke bekomme, in mein Songbook einfließen.

Zu Hause am Küchentisch entsteht natürlich auch mal etwas, und gelegentlich bin ich mit meinen Freunden im Studio.

Und wo sind deine Lieblingsauftrittsorte in der Stadt? Ist der Stadtpark, wo du im August spielen wirst, vielleicht nicht nur eine Inspirationsquelle, sondern mit seiner Freilichtbühne auch wie gemacht für dich und deine Konzerte? 

Hamburg bietet einiges! Meine Konzerte im Knust, auf Kampnagel, in der Fabrik und im Mojo habe ich alle sehr genossen, weil es alles tolle Locations sind. Und die Stadtparkbühne ist für mich einfach nur „wow!“. Dort kommt meine Musik tatsächlich sehr gut zur Geltung.

Wird man dich und deinen neuen Protest-Song „Reception“ vielleicht auch schon etwas früher in Hamburg hören? Schließlich steht im Juli der G20-Gipfel in der Stadt an, wäre ja ein guter Zeitpunkt, um Zeilen wie „no time to fake it, we can make it“ zu singen. 

Am Vorabend des Gipfels findet ja ein kostenloses Konzert statt. Ich würde gerne aktiv dabei sein, aber wie soll das gehen? Die G20 der Musik haben den Slot ja einfach mal schön unter sich aufgeteilt: Goldplay, Herbert Grönemeyer, Ellie Goulding, The Chainsmokers …

/ Interview: Erik Brandt-Höge / Foto: Julia Kiecksee

Das Album  „Mermaid Blues“ (Warner) ist im Handel erhältlich  Konzerttermin Hamburg: 19.8.2017, Stadtpark, 19 Uhr. Mehr Infos auch hier

(25.4.) Film, Maikäfer, flieg!, Abaton Kino, 19 Uhr

Wenn es nach Christl geht, soll der Krieg gar nicht enden: In diesen Zeiten, in denen alles aus den Fugen geraten ist, gelten auch viele der strengen Regeln nicht mehr.

Mirjam Unger hat Christine Nöstlingers autobiografischen Roman „Maikäfer, flieg!“ über das Ende des Zweiten Weltkriegs und die anschließende russische Besatzung verfilmt – mit viel Fingerspitzengefühl und einer herrlich quirligen, frechen und furchtlosen Zita Gaier als neunjähriger Christl. Der Film zeigt: Auch in Zeiten von Leid und Elend kann es Wunder, Leichtigkeit und Glück geben. Zauberhaft. / MAS

Ab 27. April im Kino; Premiere in Anwesenheit der Regisseurin am 25.4.17 im  Abaton Kino, 19 Uhr

(26.4.) Musik, Jeb Loy Nichols, Nochtspeicher, 20 Uhr

Country-Künstler Jeb Loy Nichols lebt zwar etwas versteckt auf einem Bauernhof in Wales, wo er entspannt zwischen Malen und Musizieren wechselt, wie er gerade lustig ist. Seine Werke aber klingen so gar nicht zurückgezogen, vor allem nicht das hörbare: Da trifft Country auf Soul, HipHop und Dub. Ein cooler, sehr tanzbarer Sound aus der Farm. / EBH

Nochtspeicher
26.4.17, 20 Uhr

(26.4.) Literatur, Helge Timmerberg, Fabrik, 20 Uhr

Der wohl bekannteste zeitgenössische deutsche Reiseschriftsteller Helge Timmerberg liest aus seinem neuen Roman „Die rote Olivetti“ – eine „an Abenteuern, Exzessen, Begegnungen und Liebschaften reiche Autobiografie“, wie der Verlag den Spiegel-Bestseller umschreibt.

Der autobiografische Bericht schildert erste journalistischen Schritte bei Magazinen wie Playboy und Stern, verweist auf wilde und heilsame Reisen nach Havanna und in den Himalaja und lässt auch den Drogenabsturz des Journalisten nicht aus. / JVW

Fabrik
26.4.17, 20 Uhr

(26.4.) Musik, Noah Guthrie, Knust, 20 Uhr

Ohrwurm-Vertreiber. Noch den 2012er LMFO-Hit „Sexy And I Know It“ im Ohr? Nicht so schlimm, nur einen Klick entfernt wartet die Interpretation des Rumms-Bumms-Ohrwurms von Singer/Songwriter Noah Guthrie, die das Original schnell aus dem Kopf jagt. Der 23-jährige Amerikaner hat mit seiner Blues-Version des Titels seine eigene Karriere ordentlich angekurbelt, war schon vor der Veröffentlichung seines Debütalbums „Among The Wildest Things“ (2014) ein Star. Ebenso empfehlenswert: die Songs aus seinem neuen Album „The Valley“. / EBH

Knust
26.4.17,  20 Uhr

(25.4.) Musik, Joy Denalane, Docks, 20 Uhr

Wenige deutsche Sängerin haben den nationalen Soul so geprägt wie Joy Denalane.  Sechs Jahre nach ihrem dritten Top 10 Album meldete sie sich mit ihrem Album Gleisdreieck im März diesen Jahres zurück. Und die Tour gibt es gleich dazu. In Hamburg tritt die Künstlerin in den Docks auf. Tickets: 33.50 Euro (VVK) inkl. Gebühren / Foto: Eva Baales
25.4.17, 20 Uhr
https://youtu.be/nvN_EqHcSeM