(23.2.) Literatur, „8min Eimsbüttel“, AusterBar, 20 Uhr

Reimen, lesen und performen. Bei „8min Eimsbüttel“ können Dichter heute erneut acht Minuten lang ihre Texte präsentieren – anders als beim klassischen Poetry Slam, bei dem ein Beitrag nur fünf Minuten dauern darf. Das ermöglicht ausgeschmücktere Erzählungen. Moderatorin Frederike Moldenhauer freut sich auf jeden Poeten und ein Publikum, das lyrische und aufbrausende Texte hören möchte. Der Eintritt beträgt fünf Euro. Für die Dichter ist er frei.

/ MES / Foto: Sebastian Weimar

Auster Bar
23.2.18, 20 Uhr

(23.2.) Nachtleben, Midnight Train, Bahnhof Pauli, 23 Uhr

Dank Instagram wissen wir, das Andy Bros neben dem DJ-Pult insbesondere Golden Retriever und Rotwein schätzt, in seiner Musik bricht sich vorwiegend die Liebe zu Funk, Soul und Jazz-Elementen Bahn. Sphärische Klänge treffen auf Genre-Experimente. Manch einer dürfte den Italiener aus dem letzten Sommer vom Diynamic Open Air neben H.O.S.H. und Solumon in Erinnerung behalten haben, im Bahnhof Pauli macht er nun mit seiner neuen EP „Midnight Love“ halt. Mit von der Partie: EMMI aus Stockholm.

/ MME

Bahnhof Pauli
23.2.18, 23 Uhr

(23.2.) Film, „Soundbreaker“, Abaton, 18:30 Uhr

Kimmo Pohjonen kennt keine Grenzen – zumindest, was das Akkordeonspiel angeht. Finnlands berühmtester Quetschkommodenspieler lotet alle Möglichkeiten seines Instruments aus, er mischt Volksmusik, Klassik und Rock auf nie zuvor gehörte Weise. Der Dokumentarfilm „Soundbreaker“ zeigt seinen langen Weg zur eigenen Ausdrucksform. Hamburger Premiere und Filmgespräch (englisch) mit Pohjonen, Filmemacher Kimmo Koskela und Co-Produzent Gernot Steinweg im Abaton!

/ MAS

Abaton
23.2.18, 18:30 Uhr

(23.2.) Musik, Torpus & The Art Directors, Knust, 21 Uhr

Seit 2002 ein Top-Zuhause für handverlesene Indie-Bands: das Hamburger Label Grand Hotel van Cleef. Ein besonders lohnenswertes Signing der Firma sind Torpus & The Art Directors, die kürzlich ihr drittes Album veröffentlichten, nämlich „We Both Need To Accept That I Have Changed“. Frontmann Sönke Torpus und Co haben es geschafft, einmal mehr herzerwärmende Folk-Pop-Perlen aufzunehmen. Kommen eben aus gutem Hause.

/ EBH / Foto: Jörn Weinbrandt

Knust
23.2.18, 21 Uhr

Aki Kaurismäki: Die andere Seite der Hoffnung

So lustig wie tragisch und auf der Berlinale preisgekrönt: Aki Kaurismäki erzählt wie ein junger syrischer Flüchtling und ein finnischer Vertreter für Oberhemden sich finden. Jetzt im Kino

Es ist ein kleines Wunder, wie Aki Kaurismäki es immer wieder schafft, einen so lakonischen wie zutiefst menschlichen Blick auf die Welt zu werfen, der einen lachen lässt und gleichzeitig zutiefst bewegt.

Diesmal fällt dieser auf den syrischen Flüchtling Khaled (Sherwan Haji), den es auf einem Kohle-Schiff nach Finnland verschlägt. Inständig bemüht, alles richtig zu machen, geht er erst duschen, scheitelt sich ordentlich das Haar und meldet sich dann ordnungsgemäß bei den Behörden. Und während er durch die bürokratische Mangel gedreht, in eine Flüchtlingsunterkunft gebracht und stundenlang verhört wird, entspinnt sich eine zweite Geschichte, die ebenfalls von einem Neuanfang erzählt, der dennoch ein ganz anderer ist.

Wortlos verlässt Waldemar Wikström (Sakari Kuosmanen), ein finnischer Vertreter für Oberhemden, seine langjährige Gattin, um als Restaurantbesitzer neu zu starten – in einem heruntergekommenen Etablissement, in dem lediglich ein Gericht auf der Speisekarte steht, ein Terrier in der Küche versteckt wird und man – bei dem Versuch mit der Zeit zu gehen – das wohl schlechteste Sushi der Filmgeschichte serviert.

Natürlich kreuzen sich die Wege von Khaled und Wikström und seinem schrägen Küchenpersonal. Und was zwischen ihnen entsteht, erzählt in satten Bildern, so schön, als seien sie auf Zelluloid gemalt, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Plädiert für frisches Blut in Europa. Aki Kaurismaeki

„Wo zum Teufel noch mal ist die Menschlichkeit geblieben? Wir sind alle gleich, wir sind alle Menschen und morgen können wir es sein, die als Flüchtlinge enden“, stellte Kaurismäki auf der Berlinale wütend fest, wo er dem Silbernen Bären für die beste Regie gewann und watschte auch die Angst vor Islamisierung ab.

„Ich beobachte keine kulturellen Veränderungen in Europa, obwohl wir die eigentlich brauchen. Unser Blut wird langsam zu dick“, schimpfte er und ließ seinen Hauptdarsteller und langjährigen Freund Sakari Kuosmanen einen finnischen Tango anstimmen.

Er gehört zu Kaurismäkis Stammpersonal, aber auch mit den kampflustigen Obdachlosen gibt es ein Wiedersehen, die schon im ersten Teil von Kaurismäkis Flüchtlingstrilogie „Le Havre“ einen schlagkräftigen Auftritt hatten. Denn schließlich vereint „Die andere Seite der Hoffnung“ einmal mehr alles, was einem Kaurismäki-Film so umwerfend macht: mundfaule Komik, gepaart mit Einstellungen, in denen schon mal ein Gummibaum mit einer einsamen Jukebox einen Dialog eingeht – und dazu gibt es jede Menge Musik.

Im Helsinski Kaurismäkis steht an jeder Ecke ein Bluesmusiker, von denen er den Bogen zu Khaleds syrischen Gitarrenklängen zieht, als dieser zurück nach Aleppo soll. Schließlich haben die finnischen Behörden errechnet, dass die Gefahr gemessen an der Bevölkerungsdichte dort nicht allzu hoch sei. Dabei war Khaled sogar dem Rat eines irakischen Flüchtlings gefolgt: „Sieh unbedingt glücklich aus“, empfahl der, „denn die Melancholiker werden immer als erste ausgewiesen.“ / Sabine Danek

Regie: Aki Kaurismäki. Mit Sherwan Haji, Sakari Kuosmanen, Ilkka Koivula. Ab 30.3.17 im Kino

Copyright: ©Sputnik Oy / Fotograf Malla Hukkanen

(23.2.) Nachtleben, Revolver Club, Molotow, 23 Uhr

Über 16 Jahre dabei und kein bisschen leise. Das muss der Crew um Benny Ruess und seinen Revolver Club erst mal jemand nachmachen! Ob an Land, zu Wasser, im Keller oder unterm Dach: Der Hamburger Indie-Klassiker ist mit jeder Umgebung vertraut und hat zahlreiche Clubs zum Kochen gebracht. Regelmäßig auch das Molotow. Hier werden alte New-Wave-Britpop- Alternative-Helden oder Indierock-Klassiker & Postmod-Tunes mit den neusten und besten Indie-Hypes aus UK, USA oder Skandinavien zusammengemixt. Peng!

/ OMA

Molotow
23.2.18, 23 Uhr

(22.2.) Nachtleben, Jonas Platin, Mojo Jazzcafé, 20 Uhr

Gerade erst an der 20 gekratzt hat der junge Elektro-Pop-Hopper Jonas Platin, aber blutige Jugend stand dem Erfolg in der Musik ja selten im Weg. Wobei der gebürtige Bad Oeynhausener in zuckersüßen, sonnigen Songs wie „Heroin“ oder „Drogen“ Ironie denkbar groß schreibt, dafür quasi zum regenbogenfarbenen Edding greift, während die Bruder Jakob-Koop „Wir bleiben hier“ aus dem Frühsommer des vergangenes Jahres ein provokanter Kommentar zur Flüchtlingskrise war. Pop als Politikum – so wird’s gemacht.

/ FR / Foto: Sebastian Igel

Mojo Jazzcafé
22.2.18, 20 Uhr

(22.2.) Musik, Shakey Graves, Indra, 20 Uhr

Alejandro Rose-Garcia a.k.a. Shakey Graves war einst als One-Man-Band unterwegs, mit der Gitarre um den Hals, einem Fuß am Bass-Drum-Pedal, dem anderen am Tamburin, und es erklang ein Rock’n’Roll, wie ihn manch fünfköpfige Kapelle nicht zustande bringt. Mittlerweile tourt der Texaner zusammen mit einer Band und kriegt dadurch freilich noch mehr Dampf auf seinen eh schon kochenden musikalischen Kessel.

/ EBH

Indra
22.2.18, 20 Uhr

(22.2.) Musik, Milky Chance, Mehr! Theater, 20 Uhr

Die einen nennen es einen lulatschigen Soundtrack für die Indie-Disko, die anderen international relevante Tanzmusik. Was auch immer es am Ende ist: Der Pop-Sound von Milky Chance, dem Duo aus Kassel, ist extrem erfolgreich. Ihr „Stolen Dance“ wurde gefühlt in jedem Land der Welt ein Hit und eröffnete der Formation die Möglichkeit, auch so ziemlich überall aufzutreten, wo es ihr beliebte, u. a. beim berühmten Coachella-Festival. Mittlerweile haben Milky Chance zwei Alben veröffentlicht und damit jede Menge Songs parat, um es in den Konzerthallen nicht langweilig werden zu lassen.

/ EBH

Mehr! Theater
22.2.18, 20 Uhr 

(21.2.) Theater, „Der haarige Affe“, Deutsches Schauspielhaus, 19 Uhr

Frank Castorf kehrt an das Hamburger Schauspielhaus zurück! Im Gepäck: Eugene O’Neills Stück „Der haarige Affe“ aus dem Jahr 1921. Die Kombination verspricht nicht zuletzt von der Besetzung mit Kraftprotz Charly Hübner theatral gewaltig zu werden. Der Heizer Yank trifft auf einem Luxusdampfer, auf dem er angeheuert hat, auf die schöne und vermögende Mildred Douglas, eine Begegnung, die einen Strudel an Gefühlen auslöst.

Yank, der vorher von Technik und Fortschritt fasziniert war, fühlt sich angesichts der Millionärstochter minderwertig. Plötzlich werden Fragen der Klassenidentität für ihn zum Problem. Welche Rolle in einer Klassengesellschaft will er spielen? Was heißt Integration eigentlich? In New York geht er von Bord und macht sich auf die suche nach seiner Rollenidentität und nach einem Platz in der Gesellschaft.

/ MAE / Foto: Marie Liebig

Deutsches Schauspielhaus
21.2.18, 19 Uhr