(29.9.) Nachtleben, Soundtrack-Party, Frau Hedis Frau Claudia, 19:30 Uhr

Die Fahrt auf der Hedi wäre auch ohne besonderes Programm eine Reise wert. Doch wenn The Big Malowski aka DJ Malinka zu ihrer Soundtrack Party lädt, lohnt das Schippern ganz besonders.

Egal ob Pulp Fiction, James Bond, Dirty Dancing, Jackie Brown oder Tom & Jerry – zur Musik der feinsten Kult-Filme und Serien lässt sich wunderbar abtanzen. Denn selbst wer noch nie ferngesehen hat, kommt bei dieser Trackauswahl aus den Puschen.

Also runter vom Sofa und rauf auf’s Boot!

/ OMA

Frau Hedi auf der MS Claudia
29.9.17, 19:30 Uhr

(28.9.) Theater, Fortenbacher singt Streisand, Schmidtchen, 20 Uhr

Die Klassiker von Barbara Streisand sind schon eine große Nummer, vor allem, wenn man diese covern will. Carolin Fortenbacher macht’s. Die Hamburger Musical-Darstellerin widmet diesen Abend der Hollywood-Schauspielerin und gibt Songs wie „Woman in Love“, „Evergreen“ und „The Way we were“ in eigener Interpretation mit Liveband zum Besten.

Dafür hat der Musiker Lutz Krajenski Arrangements mit Jazz-Einflüssen, modernen Sounds und Beats produziert, die die Originale nicht verwässern, aber ihnen neuen Schliff verleihen. Also, wer Streisand mag, kann im intimen Ambiente des Schmidtchen eine stimmgewaltige musikalische Zeitreise genießen, denn die Zeichen dafür stehen gut.

/ HED / Foto: Arndt Geise

Schmidtchen
28.9.17, 20 Uhr

Hilfsprojekt. Ein Zahnarzt in Kambodscha

Der Hamburger Zahnarzt Dr. Ulf Zuschlag will die Welt eine kleines bisschen besser machen und gründete mit seiner Frau Sombo den Verein Mini Molars Cambodia. Er hilft damit Kindern in einem der ärmsten Länder der Welt

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Aktuell arbeiten zwei Zahnärztinnen, drei Helferinnen und eine Managerin halbtags vor Ort. Auch Studenten aus Deutschland unterstützen das Projekt.

Als Ulf Zuschlag 2012 nach Kambodscha kam, war er vorbereitet. Auf den Müll, den Geruch, die Slums. Auf die Armut, die vielen Waisen. Auf die Zahnklinik, in der der angehende Zahnarzt Gutes tun wollte. Nur eines hatte den damals 30-Jährigen entsetzt: „Ich war sehr erschrocken, wie katastrophal die Zähne der Kinder sind.“

Acht Wochen lang arbeitete Zuschlag damals in dem Hilfsprojekt – mit vielen netten Kollegen und Kolleginnen und einer ziemlich unsympathischen Klinik-Direktorin. „Wir mochten uns nicht“, sagt er rückblickend und muss heute noch lachen. Schließlich ist er längst mit ihr verheiratet, lebt mit ihr und dem zwölfjährigen Sohn seit zwei Jahren in Harvestehude. Der Kontakt nach Kambodscha ist aber nie abgerissen. Im Gegenteil. Aus gelegentlichen Besuchen in der Zahnklinik ist längst ein eigenes Hilfsprojekt entstanden: Im August 2015 gründete das Paar den Verein Mini Molars Cambodia und eröffnete am Rand von Phnom Penh eine eigene kleine Klinik auf dem Gelände einer buddhistischen Pagode. Hier ermöglichen sie Kindern eine zahnärztliche Behandlung und engagieren sich in der Aufklärung.

„Teilweise haben die Kinder noch nie eine Zahnbürste gesehen“, sagt er. „Im besten Fall gibt es eine Familienzahnbürste, und die ist im Zweifel auch schon mal zwei Jahre alt und wird nur sehr sporadisch benutzt.“

Dass die Zähne der Kambodschaner so schlecht sind, liegt nahe. Eine zahnmedizinische Ausbildung an der Uni gibt  es erst wieder seit 1999. Davor waren Dentalmediziner knapp. 1993 waren es gerade mal 349 für 14 Millionen Menschen. Die Roten Khmer hatten die Akademiker in den 70ern fast ausgelöscht. Fatal für die Zahngesundheit. In Kambodscha wächst und gedeiht Zuckerrohr, den Saft gibt es billig zu kaufen – „zusammen mit einer schlechten Mundhygiene bester Nährboden für Karies“, so Zuschlag.

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Nicht modern, aber alltagstauglich: Die Ausstattung der Klinik in Kambodscha / Phnom Penh

Gesunde Milchzähne? „Gibt es fast gar nicht“, sagt er.  Auch nach dem Zahnwechsel sei das Gebiss meist katastrophal. „Oft weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Es ist rätselhaft, wie die Kinder diese Schmerzen überhaupt ertragen können, aber sie kennen es ja auch gar nicht anders.“ Viele Zähne können nur noch gezogen werden, die Schmerzbehandlung hat Vorrang.

800 Kinder wurden im ersten halben Jahr behandelt, in 2016 waren es bereits 3.000. Die Ausstattung der Klink sei zwar nicht die modernste, aber dafür alltagstauglich, betont Dr. Zuschlag. Drei druckluftbetriebene Stühle stehen zur Verfügung. Ein Job in der Klinik ist begehrt. Die Mönche kümmern sich um eine komfortable Ausstattung, die Bezahlung ist überdurchschnittlich.

Verdient ein Zahnarzt in Kambodscha normalerweise um die 250 Dollar bei einer halben Stelle, sind es in dem Hilfsprojekt sogar 500 Dollar. Aktuell arbeiten dort zwei Zahnärztinnen, drei Helferinnen und eine Managerin halbtags. Auch Studenten aus Deutschland unterstützen das Projekt. Sie kommen als freiwillige Helfer für einige Wochen in die Pagode. „Das ist für viele ein einmaliges Erlebnis. Und es erdet“, weiß Zuschlag aus eigener Erfahrung.

Warum er das auch heute immer noch macht? „In erster Linie für mich. Es gibt mir ein ungemein gutes Gefühl, bringt mir Spaß und es ist toll, zu sehen, dass die Behandlung ein Erfolg war. Plötzlich trauen sich die Kinder wieder zu lächeln und Zähne zu zeigen.“

Was das Hilfsprojekt braucht? „Auf jeden Fall Geld“, betont Zuschlag, der sein Erspartes selbst auch in das Projekt steckt. Davon wolle man schon bald einen „Tour-Bus“ kaufen.

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Das Gesundheitssystem in Kambodscha liegt am Boden. Neben Geld benötigt der Verein auch Basics. Zahnbürsten zum Beispiel.

Momentan darf das mobile Team das Auto der Pagode benutzen – mit fast 400.000 Kilometern auf dem Buckel und 13 Unfällen ein nicht ganz zuverlässiges Fortbewegungsmittel. Auch Zahnbürsten sind willkommen. „Letztes Jahr hat eine Londoner Schule gesammelt: Jeder der 600 Schüler sollte eine Bürste mitbringen: Wir haben 1.000 Stück bekommen“, erzählt Zuschlag, der von seinen Einsätzen in Kambodscha zehrt: „Die Dankbarkeit, die ich da von einem Kind zurückbekomme, krieg ich hier manchmal in einer ganzen Woche nicht. Wir wissen, dass wir niemals fertig werden. Unser Ziel ist es, im Jahr 2019 10.000 Kinder zu behandeln – und doch wissen wir, dass es weiterhin nicht genug sein wird. Aber es macht die Welt ein ganz kleines bisschen besser.“ / Text: Ilona Lütje / Foto: Mini Molaris

www.minimolars.de

Für nur 10 Euro kann ein Kind in Kambodscha ein Jahr zahnmedizinisch versorgt werden! Der Verein stellt Spendenquittungen aus.

Kontakt:

Mini Molars Cambodia e.V.
Dr. Ulf Zuschlag
Jungfrauenthal 1
20149 Hamburg
Tel: +49 176 / 219 323 71

smile@minimolars.de


Ilona LuetjeZahnarztpraxis in Kambodscha statt Skiurlaub und Segelboot: Vor Menschen wie Ulf Zuschlag zieht Chefredakteurin Ilona Lütje den Hut.

(28.9.) Nachtleben, Die Standups, Jolly Jumper, 20 Uhr

Drei der besten StandupComedians aus Berlin sorgen heute dafür, dass ab 20 Uhr aus dem Jolly Jumper nur noch schallendes Gelächter zu hören sein wird.

Mit ihren originellen und witzigen Bühnenprogrammen zeigen Ben Schmid, Jonas Imam und Kawus Kalantar, dass Humor oft einfach die beste Antwort auf das Leben ist. Dafür brauchen sie keine Klischees, keine Kostüme und keine Rollen, sondern einfach das, was sie am besten können: gute Stand-up-Comedy.

/ MT

Jolly Jumper
28.9.17, 20 Uhr

(28.9.) Theater, Martin Sonneborn: Krawall und Satire, Schauspielhaus, 20 Uhr

So gekonnt Satire machen wie Martin Sonneborn es tut, ist ein Kunststück. Der Vorsitzender der PARTEI und Mitglied des Europaparlaments wird heute im Deutschen Schauspielhaus diese Kunst auf eine renommierte Bühne bringen.

Der Abend wird mit den Filmen und Worten Sonneborns zeigen, wie geschickt und unterhaltend Satire sein kann – und was sie uns über die politische Welt verrät.

/ MT

Deutsches Schauspielhaus
28.9.17, 20 Uhr

(28.9.) Nachtleben, Science Slam, Mojo, 20 Uhr

Die Welt der Wissenschaft ist wahnsinnig vielfältig – und sie kann auch wirklich unterhaltsam sein.

Beim Science Slam im Mojo stellen heute wieder Wissenschaftler ihre Forschungsprojekte vor. Wer da schon an langweilige Vorlesungen oder Seminare denkt, der täuscht sich gewaltig. Denn im Rahmen der 9. Hamburger Klimawoche erklären junge Forscher, wie sie die Welt verbessern wollen. Und das tun sie auf möglichst unterhaltsame Weise.

Am Ende entscheidet das Publikum, wer gewonnen hat.

/ MT

Mojo Club
28.9.17, 20 Uhr

Manchester by the Sea

Fulminantes Schuld-Drama von Kenneth Lonergan. Ab dem 19. Januar im Kino, Preview am 9. Januar im Abaton

Wie geht man mit einer Schuld um, die eigentlich viel zu groß für ein Menschenleben ist? Mit einem einzigen Moment, in dem man das Falsche tut – und das mit grausamen Konsequenzen. Dem geht Kenneth Lonergan in seinem neuen Drama „Manchester by the Sea“ nach, das nicht nur beim Sundance Film Festival mit Standing Ovations gefeiert wurde, weil es von Dingen erzählt, die Worte nur schwer ausdrücken können und dabei zeigt, was man in anderen Filmen nicht sieht: das Schweigen und das Warten, die Leerstellen und scheinbaren Nicht-Momente. Und dabei sind alle Augen auf Casey Affleck gerichtet, der unter grauem schweren Himmel damit ringt, ins Leben zurück zu finden. Zumindest so weit das unter diesen Voraussetzungen überhaupt möglich ist.

Wird das Drama als das fulminante Comeback Lonergans gehandelt, der mit seinem Debüt „You can count on me“ 2001 Laura Linney und Mark Ruffalo bekannt machte, gilt Hauptdarsteller Casey Affleck als einer der großen Oscar-Favoriten.

Er ist Lee Chandler, der mit seiner Frau (Michelle Williams) und den drei Kindern in Manchester-by-the-Sea lebte und sehr glücklich war. Der mit seinem Bruder Joe (Kyle Chandler, „Bloodline“) fischen ging und mit seinen Freunden pokerte. Als Joe nach langer Krankheit stirbt und Lee sich um dessen pubertierenden Sohn kümmern muss, zwingt ihn das zurück in seine Heimatstadt – und dazu, sich den düsteren Geschehnissen zu stellen, die Lonergan nach und nach aufblättert.

„Wir alle machen doch Filme, weil sie so ein großartiges Werkzeug sind, Empathie zu erzeugen“, hat Matt Damon gesagt, der am Drehbuch mitarbeitete, eigentlich Regie führen und kurzzeitig auch die Hauptrolle spielen wollte. Dann kam „Der Marsianer“ dazwischen und er kämpfte fortan als Produzent für das Projekt, weil es die universellen Fragen stellt. Und das, ganz ähnlich wie einst Damons Debüt „Good Will Hunting“, in einem ganz unglamourösen Working-Class-Amerika, das es nicht oft in die Kinos schafft. Zärtlich, todtraurig und heiter nimmt es einen mit in die tragischen Tiefen der Verzweiflung und auf die amourösen Höhenflüge der Pubertät. Dabei forscht es mehr, als dass es Antworten gibt. Und auch deshalb lässt es einen lange nicht mehr los. / Sabine Danek / Photo-Claire Folger Courtesy of Amazon Studios

Regie: Kenneth Lonergan. Mit Casey Affleck, Michelle Williams, Kyle Chandler, Lucas Hedges.

Ab 19.1.17 im Kino. Preview im Abaton am 9. Januar um 19.45 Uhr

(27.9.) Theater, „Vlksvrnchtng“, Oberhafenquartier, 20 Uhr

In vier offene Bühnenräumen werden die unterschiedlichen Parteien eines Mietshauses dargestellt. Die konfliktgeladenen Leben der dort wohnenden Menschen haben sich zu hyperrealen Welten verselbständigt, in dem sie sich der Virtualisierung und Maschinisierung unterwerfen.

Ein Science-Fiction Szenario im märchenhaft-ambivalenten Raum einer Zukunftsgesellschaft mit dem Titel „Vlksvrnchtng“ –  ein Codewort für eine skelettierte, zeichenhafte Wirklichkeit.

/ HED

Oberhafenquartier
27.9.17, 20 Uhr

(27.9.) Literatur, Sven Regener liest „Wiener Straße“, Laeiszhalle, 20 Uhr

Mit seinem neuen Roman „Wiener Straße“ hat Sven Regener der Künstlerszene im West-Berlin der 1980er-Jahre seine Liebe erklärt. Er hat eine beinahe surreale Welt erschaffen aus Punks, Freaks, Hausbesetzern und den Künstlern jener Zeit, die zehn Jahre vor dem Fall der Mauer von kreativen Ausbrüchen geprägt war.

Der Frontmann von Element of Crime hat sich mit Büchern wie „Herr Lehmann“ und „Neue Vahr Süd“ ohnehin schon einen Ruf als einer der besten Pop-Autoren dieses Landes erschrieben. Seinen Figuren bleibt er in „Wiener Straße“ ebenso treu wie den schnellen Dialogen, der skurrilen Situationskomik und einem wunderbaren Blick auf ein schräges Leben und ein vergangenes Lebensgefühl.

/ MT / Foto: Charlotte Goltermann

Laeiszhalle
27.9.17, 20 Uhr

Die Lesung ist Teil des Harbour Front Literaturfestivals, das noch bis zum 15. Oktober läuft.

SZENE HAMBURG präsentiert: Dutch Pop Nights im Molotow

Niederländische Musik bekommt eine neue Plattform in Deutschland, wenn drei vielversprechende Nachwuchs-Acts Konzerte in Hamburg, Berlin und Köln spielen. In Hamburg findet die Dutch Pop Night am 24. Januar im Molotow statt

Schummerlicht im Schlafzimmer. Auf dem Bett bewegen sich zwei Körper, ganz langsam. Lippenpaar nähern sich einander, treffen sich, verschmelzen, genau wie die Körper. Hände, Arme, Beine: Alles wird eins. Die Szene aus Gostos Musikvideo zum Song „Tell Me What You’re Made Of“ könnte nicht passender ausfallen, nicht aufreizender, erotischer. Die Musik des schlaksigen Lockenkopfes klingt schlichtweg verführerisch, wenn die rau-warme Männerstimme einen umwerfenden Soul über die leichten Beats und Synthie-Sound-Flächen singt.

Gosto (Foto), bürgerlich Roel Vermeer, ist einer von drei vielversprechenden niederländischen Musik-Acts, die im Januar im Rahmen der neuen Konzertreihe Dutch Pop Nights durch Deutschland touren. Eine Jury, bestehend aus Medien- und Musikbranchenkennern von Neuland Concerts, WDR 1Live, ByteFM, Intro Magazin, FluxFM, Maifeld Derby und Believe Digital haben aus insgesamt 40 Bewerbern, deren Songs von HipHop bis Metalcore reichten, ein hochkarätiges Trio bestimmt. Neben Gosto besteht es aus Jo Goes Hunting, einer Indie-Gitarrengruppe mit Hang zu sphärischen Stücken und durchweg unbekümmerten Grooves.

 

Und Mozes And The Firstborn, die auf Grunge und Highschool-Rock setzen und vor allem mit textlichem Tiefgang beeindrucken. Der Startschuss der Holland-Pop-Reise fällt im Hamburger Molotow, bevor es einen Tag später im Auster Club zu Berlin und noch einen darauf im Kölner Artheater weitergeht. Starke Veranstaltungen, die klanglich von der seichten Umgarnung bis zur Tanzbarkeit alles haben, was ein guter musikalischer Länderabend braucht. / Erik Brandt-Höge / Foto: Reinkooyman

Dutch Pop Nights im Molotow, 24. Januar, 20 Uhr