(20.5.) Nachtleben, Yarah Bravo & Beatgeeks, Mojo, 23 Uhr

Große Mischung. Die beiden Berliner Suff Daddy und Lebob sind seit einigen Jahren als umtriebige Beatgeeks nicht nur in Berlin unterwegs. Partys, Releases, dies und das säumte ihren Weg, der sie jetzt zu einem außergewöhnlichen Abend nach Hamburg führt: Sie legen mit ihren bassgesättigten Beats- und Jazz-Sounds den Teppich aus für Yarah Bravo, eine legendäre Performerin mit ebensolcher Stimme. Wir kennen die südamerikanische Sängerin und Rapperin von Projekten mit One Self, DJ Vadim, Skalpel oder auch TTC. Eine spannende Mischung, die Großes verspricht! / MF

Mojo
20.5.17, 23 Uhr

(20.5.) Nachtleben, Joy Division Tribute, Golem, 22 Uhr

Hoch die Tassen. „Let’s Dance To Joy Division“: Zum gemeinsamen Toast auf die Pracht der Ironie riefen die britischen Indierocker The Wombats schon anno 2007 auf ihrer gleichnamigen Single und zukünftigen Indiedisco-Dauerschleife auf.

Und in der Tat wohnt jeder auch nur ein klein wenig hedonistischen Ausgelassenheit zu Ian Curtis’ existenzialistischen Lyrics ein morbider Charme inne. In diesem Sinne: Hoch die Tassen, denn obwohl alles mächtig schiefgehen kann, sind wir doch gar so glücklich – nicht wahr? / FR

Golem
20.5.17, 22 Uhr

(20.5.) Musik, Alice Francis, Prinzenbar, 20 Uhr

Glitzerlöckchen, Federschmuck, endlos lange Kleider: Der Bühnen-Look von Alice Francis stammt aus einer unvergessenen Glamour-Zeit.

Die Kölnerin liebt den Charleston, Jazz und Swing der 20er und 30er Jahre, mixt ihn musikalisch mit HipHop und Electro-Pop. Nach drei Jahren auf Welttournee spielt sie nun wieder in heimischen Hallen, lädt ein zu schwitzigen und eben sehr schimmernden Tanzabenden. / EBH

Prinzenbar
20.5.17, 20 Uhr

(19.5.) Film, EL VIAJE (Chico Trujillo & Rod González), Schanzenzelt, 20 Uhr

Die Doku von Rodrigo González, besser bekannt als Rod, der Bassist von Die Ärzte.

1974 floh er als Sechsjähriger mit seiner Familie aus Chile nach Deutschland. 40 Jahre später ist er nach Chile zurückgekehrt, um sich auf eine Suche nach den Spuren der Musik seiner Kindheit zu begeben: die chilenische Protestmusik der „Nueva Cancion Chilena“. Eine Dokumentation über diese Reise kommt jetzt zu uns ins Zelt. Der Regisseur Nahuel Lopez wird nach dem Film Fragen beantworten und kann über die Entstehung des Films sprechen.

Schanzenzelt
19.5.17, 20 Uhr

(19.5.) Nachtleben, Soundtrack Party, Frau Hedis Frau Claudia, 19.30 Uhr

Von Grease bis Pulp Fiction.

Sich einmal zur Eröffnungsfanfare von „Star Wars“ auf dem Dancefloor vergessen, das wär’s – wird aber wohl auch auf dieser Schippertour auf der Frau Claudia kaum drin sein. DJ The Big Malowski konzentriert sich bei der Musikauswahl dann wohl doch auf partytauglichere Hits, von denen sich auf Soundtracks von „Grease“ bis „Pulp Fiction“, von „Tom & Jerry“ bis „Lilo & Stitch“, von den „Blues Brothers“ bis zu den Titelsongs der „James Bond“-Reihe ja aber bekanntermaßen auch etliche Gassenhauer befinden. / FR

Frau Hedis Frau Claudia
19.5.17, 19.30 Uhr

 

(19.5.) Nachtleben, Sepalot, Mojo, 23 Uhr

Vor 25 Jahren begann die Karriere der HipHop-Formation Blumentopf, die im Herbst 2015 ihr Ende fand.

Prägend für den Sound: Sebastian Weiss alias Sepalot. Doch nicht erst seitdem agiert der Münchner DJ und Produzent auch auf eigene Rechnung: Das frische Album „hide&“ ist bereits der sechste Sepalot-Longplayer und ziemlich weit weg vom Kopfnicker-Style vergangener Tage. Hier regiert der euphorische Dancefloor, die Progressivität elektronischer Jetzt-Sounds. Beats gibt’s natürlich auch noch, aber die Klammer ist jetzt Funk statt Rap. Bitte anstellen zum gepflegten Durchdrehen. / MF/ Fotos: C. Brecheis

Mojo
19.5.17, 23 Uhr

(19.5.) Musik, The Howlin’ Brothers, Nochtspeicher, 21 Uhr

Dark Country. Countrymusik gilt seit Bestehen als Wohlfühlgenre: In den Songs mit dem Nashville-Sound ist die Welt noch in Ordnung.

Es gibt aber auch eine dunkle Seite des Country. Das Trio „The Howlin’ Brothers“ etwa spielt diesen Stil, der rhythmisch etwas wilder, textlich etwas raubeiniger ist. Die gängigen Country-Elemente von Banjo über Fiddle bis Kontrabass werden natürlich auch von dieser Band in Szene gesetzt. Präsentiert von SZENE HAMBURG/ EBH

Nochtspeicher
19.5.17, 21 Uhr

(19.5.) Nachtleben, Jeudi Crew, Waagenbau, 24 Uhr

Ihr leidet an latenter Frühjahrsmüdigkeit?

Wir wissen Rat! Wenn sich die Hamburger Jeudi Crew ein Stelldichein gibt und ihre europäische Showcase-Saison eröffnet, ist auch Doctor Dru (Foto) am Start. Im Hand- (bzw. Knöpfchen-) Umdrehen vertreibt sein exzellenter Elektronik-Sound jeden Anfall von Schwäche. Hilfe bekommt er dafür von den Label-Kollegen Davide und Sisyphos Resident Raphael Hofman. Übrigens: Frühes kommen lohnt – Tickets nur an der Abendkasse! / OMA

Waagenbau
19.5.17, 24 Uhr

(19.5.) Stadtleben, Frühlingsfest, HMV Hanseatische Materialverwaltung, ab 12 Uhr

Der gemeinnützige Fundus aus dem Oberhafen lädt zum dritten Frühlingsfest – dem Straßenfest für die ganze Familie. Musik von Plattentellern, Essen, Trinken und viele Überraschungen werden geboten. Beim Fundus-Flohmarkt gibt es neben Möbeln und Krimskrams auch rare Schätze aus Film und Theater zu kaufen. Das Fest auf dem Hof läuft jeweils von 12 bis 22 Uhr, nach Flohmarkt-Schätzen kann bis 18 Uhr gestöbert werden.

Fehlt nur noch die Sonne! / REM

HMV Hanseatische Materialverwaltung
19.-21.5.17, ab 12 Uhr

(18.5.) Film, Jahrhundertfrauen, Koralle Kino, 20.30 Uhr

Lebensgefühl und (Mutter-)Liebe im Jahr 1979. Es geht nicht! So vieles gäbe es zu erzählen, so überschäumend voller Geschichten, Assoziationen und Bilder ist „Jahrhundertfrauen“, das meisterliche neue, wieder autobiografisch geprägte Drama von „Beginner“-Regisseur Mike Mills. Unmöglich, diese schillernde Zeitreise in die späten, von kulturellem Umbruch geprägten 1970er-Jahre in Kalifornien, dieses Porträt dreier Frauen aus drei unterschiedlichen Generationen des 20. Jahrhunderts, dieses Psychogramm einer diffizilen, fragilen, doch durchaus liebe- und respektvollen Beziehung zwischen der alleinerziehenden, 55-jährigigen Mutter und ihrem 15-jährigen Sohn in einem vernünftig lesbaren Artikel aufzudröseln, der auch nur ansatzweise die wunderbare Vielschichtigkeit dieses Werks widerspiegeln könnte. Durchatmen. Von vorne beginnen.

Ein Haus. Ein charmantes Haus im kalifornischen Santa Barbara, das Wärme und Stil ausstrahlt, aber irgendwie immer irgendwo Baustelle ist und dessen Grundriss sich nie wirklich erschließt. Das Haus gehört Dorothea (Annette Bening), die dort mit ihrem 15-jährigen Sohn Jamie (Lucas Jade Zumann) lebt und zwei Zimmer untervermietet hat: an William (Billy Crudup), einen heim- und handwerkenden, irgendwie liebenswerten Spät-Hippie, und die 24-jährige, freigeistige Abbie (Greta Gerwig), die sich wegen einer mittlerweile überstandenen Gebärmutterhalskrebserkrankung aus der New Yorker Künstler-Szene nach Kalifornien verkrochen hat. Und dann ist da noch die 17-jährige Julie (Elle Fanning), Jamies beste Freundin seit Kindertagen, die das Psycho-Geschwafel ihrer Therapeuten-Mutter nicht mehr ertragen kann, scheinbar wahllos Sex mit irgendwelchen Kerlen auf irgendwelchen Auto-Rückbänken hat und fast jede Nacht durchs Fenster klettert, um in Jamies Bett zu übernachten. Ohne anfassen. Die Freundschaft will sie nicht durch Sex in Gefahr bringen. Den Jamie wiederum ganz gerne hätte.

Was Dorothea gerne hätte: mehr Zugang zu Jamie. Was für eine Welt ist das, in der ihr 15-jähriger Sohn da lebt? Punk mit all seiner rohen, rauen Emotionalität. Politische Unsicherheit. Schwangerschaftstests für zuhause. Sex und sonstige Freiheiten offenbar für alle und überall. Dorothea beschließt: Abbie und Julie sollen Jamie bei der Mann-Werdung helfen. Was diese schließlich auch tun, wenn auch nicht so, wie Dorothea sich das vorgestellt hatte.

Kurzum also: Es geht in „Jahrhundertfrauen“ um Liebe, Freundschaft, Familie, Vertrauen, Sex, Selbstfindung und noch einiges mehr. Gespielt von einem wunderbaren, fantastischen Schauspieler-Ensemble mit einer überragenden Annette Bening. Mit herrlichen Bildern und großartig dreckigen, punkigen Soundtrack. All das kunstvoll miteinander verwoben. Noch kürzer gesagt: einfach anschauen. / Maike Schade  / Foto © A24

USA 2016 R: Mike Mills. D: Annette Bening, Greta Gerwig, Elle Fanning, Lucas Jade Zumann, Billy Crudup

Im Kino ab 18.5.2017

Koralle Kino
18.5.17, 20.30 Uhr