Neu! HörBar. Die Hörbuch-Kolumne für entspanntes Lesen lassen

Ab sofort gibt’s was auf die Ohren. Mit unserer neuen Hörbuch-Kolumne HörBar. Dieses Mal: „Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot“ von Marion Brasch

 

Warum man auf Godot gewartet hat…

Während auf der anderen Seite der Erzählung (in Samuel Becketts Theaterstück von 1953) zwei Landstreicher bekanntlich auf Godot warten und niemand, weder der Zuschauer, noch die beiden Herrschaften, so recht weiß, wer und was sich nun eigentlich hinter dem pedantischen Mythos „Godot“ verbirgt, erzählt Marion Brasch mit auf den Punkt gesetzter Sprachfinesse, welches apokalyptische Szenario sich bei Godot selbst zugetragen hat, während man auf ihn wartete.

Godot erlebt in diesem skurril vertonten Kabinett der Sonderbarkeiten erst den „Niedergang der Werte“, erfährt dann kurz darauf, warum es den Weihnachtsmann gibt, verliert dabei seine Stimme an eine Wahlurne und trifft allerlei bekannte Gesichter beim jüngsten Gericht. Wieder um – wie viele vor ihm – das Geheimnis der Welt zu lüften. Also schon etwas, für das man ihm seine genuine „Nicht-Ankunft“ bei Beckett verzeihen kann.

Der Sprachwitz und die Satzmelodie in Marion Braschs Erzählung oszillieren dabei wirklich prachtvoll zwischen der humoresken Habitusakrobatik eines Douglas Adams (genau, der Autor des Sci Fi-Klassikers „Per Anhalter durch die Galaxis“) und dem eitlen Humor schwarzer Märchenmagie bei Walter Moers (Schöpfer der Zamonien-Romane).

Aber genug der analytischen Faselei:

Es geht um Godot, einen der Sprache mächtigen, bekleideten Kater (oder auch nicht), der auf seinen Wegen (die ihn wer weiß wo als nächstes hintreiben) den merkwürdigsten Personen, Tieren und Dingen begegnet. Was sie sagen und was sie tun, steht nie ohne Kontext im Raum der Geschichte, alles verweist aufeinander und so wird „Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot“ mit jedem Kapitel mehr eine herrlich amüsante und von oben bis unten stimmige, philosophisch tangierte Erzählung um einen der berühmtesten Antihelden in der Geschichte des europäischen Nachkriegstheaters.

hoerbuch-rezi

Absolute Hörempfehlung!

Marion Brasch: Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot, Verlag Voland & Quist, 156 Minuten, 18 Euro

 

 

Jenny V. WirschkyUnsere Autorin und Kolumnistin Jenny V. Wirschky leitet das Ressort Literatur. Regelmäßig gibt sie hier ihre Lese-Empfehlungen. Ihr Lese-Tipp für einen Ausflug auf eine einsame Insel: Gustav Schwabs „Sagen des Klassischen Altertums“

 


Hörprobe gefällig? Die gibt es hier!

(25.2.) Kunst, Hanne Darboven, Sammlung Falckenberg, 12-17 Uhr

Hamburgs bedeutendste Künstlerin in der Sammlung Falckenberg: Um 12.30 Uhr wird die Schau „Gepackte Zeit“ von Hanne Darboven (Foto: in ihrem Studio 1987/1988) dort mit einer Rede von Deichtorhallen-Direktor Dirk Luckow eröffnet. Im Zentrum stehen ihre Großarbeit „Welttheater“, dessen Entstehungsgeschichte umfassend dokumentiert wird, und ihre Zusammenarbeit mit Künstlerkollegen wie Carl Andre oder Sol LeWitt. Den ganzen Tag über kann die Ausstellung bei freiem Eintritt besucht werden. / SD / Foto: © Deichtorhallen Hamburg

Sammlung Falckenberg
25.02.17, 12–17 Uhr

Geschenke, Geschenke – Der SZENE HAMBURG Adventskalender 2016

Heute startet endlich unser Adventskalender. Warum wir bereits heute starten? Weil wir täglich die Preise verlosen. Und das bereits am Morgen, damit Sie gut in den Tag starten!

Mitmachen geht einfach. Senden Sie eine Mail mit dem Betreff „Adventskalender“ sowie der Angabe der Türchen-Nummer an verlosung@vkfmi.de. Einsendeschluss ist immer der Tag vor dem zu verlosenden Preis um 24 Uhr. Um 10 Uhr morgens findet dann die Verlosung statt. Bitte geben Sie für den Versand der Gewinne immer Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Viel Glück!

Tipp: Print-Leser haben übrigens einen Vorteil: In der aktuellen Dezember-Ausgabe unseres Stadtmagazins erfahren Sie auf einem Blick den Inhalt aller Türchen.


Türchen Nummer 1

3×1 Bildband „Hamburg Noir“ von Tom Krausz

Adventskalender

1.12.: Hamburg Noir. Ein Bildband als Krimi

Ungewöhnliche Ansichten einer außergewöhnlichen Stadt: Fotograf Tom Krausz zeigt Hamburg in bemerkenswerten Schwarz-Weiß-Bildern. Mit seinem Auge für urbane Schönheit lädt Krausz zu einer Entdeckungsreise, die selbst waschechten Hamburgern Überraschendes bietet. Die Fotos begleitet ein kurzer Kriminalroman: Privatdetektiv Paul Ness löst auf einer abenteuerlichen Tour durch die Hansestadt das Rätsel um eine verschwundene Frau. Alle Stationen der Geschichte sind auf einer Karte vermerkt und lassen sich bei einem Spaziergang verfolgen. Das perfekte Weihnachtsgeschenk für alle, die Hamburg lieben! Gewinnen Sie heute einen von drei Bildbänden von Tom Krausz.

Senden Sie eine Mail mit dem Betreff  „Adventskalender Tür Nummer 1″  an verlosung@vkfmi.de. Einsendeschluss ist der 30.11.2016 um 24 Uhr. Um 10 Uhr morgens am 1. Dezember 2016 findet die Verlosung statt. Der Gewinner wird per Mail benachrichtigt. Bitte geben Sie für den Versand der Gewinne immer Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Viel Glück!


 

Türchen Nummer 2

1 x 1 Weihnachts-Gans-Festessen für 4 Personen im Steigenberger Hotel Treudelberg 

2.12.: Die Weihnachtsgans fürs Fest

2.12.: Die Weihnachtsgans fürs Fest

Genießen Sie im Steigenberger Hotel Treudelberg Ihre Weihnachts-Gans mit klassischen Beilagen für 4 Personen – am Tisch tranchiert, exklusive Getränke. Mit vorheriger Reservierung bis zum 23.12.16 einlösbar. Barauszahlung nicht möglich. Nicht mit anderen Aktionen kombinierbar.

Übrigens: Sollten Sie diesmal nicht zu den glücklichen Gewinnern gehören, dann haben Sie bis zum 23.12.16 die Möglichkeit, Ihre Weihnachts-Gans für 4 Personen, exklusive Getränke zum Szene-Weihnachtspreis von € 105,- anstatt € 125,- zu genießen. Reservieren Sie Ihren Tisch mit dem Stichwort „SzeneAdventskalender“.

Senden Sie eine Mail mit dem Betreff  „Adventskalender Tür Nummer 2″  an verlosung@vkfmi.de. Einsendeschluss ist der 01.12.2016 um 24 Uhr. Um 10 Uhr morgens am 2. Dezember 2016 findet die Verlosung statt. Der Gewinner wird per Mail benachrichtigt. Bitte geben Sie für den Versand der Gewinne immer Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse an. Viel Glück!


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(25.2.) Nachtleben, Kann denn Liebe Synthie sein?, Golem, 23 Uhr

Synthie-House. Im Zentrum der jüngsten Ausgabe von Katja Ruges immergrüner Partyreihe steht die Berliner Label- und Studio-Chefin und Watergate-Resident-DJane Cinthie. Ihre Liebe zu tiefdunklem, aber nicht ganz so streng minimalisiertem House führte zur Gründung des mittlerweile allseits gefeierten Beste Modus-Kollektivs, dessen bislang fünf Compilation-Releases (mit u.a. Diego Krause und Ed Herbst) wiederum für volle Clubs sorgen.

Mademoiselle Ruge höchstpersönlich spielt den Floor der Krypta warm. / FR / Foto-Marie-Staggat

Golem
25.2.17, 23 Uhr

(24.02) Nachtleben, Bucovina Club, Mojo, 23 Uhr

Osteuropa-Disco-Sounds. Mit osteuropäischer Tanzmusik im modernem Gewand dreht Stefan Hantel alias Shantel seit Anfang der Nullerjahre am großen Partyrad. Sein „Bucovina Club“ steht für die Essenz von Musik: Er überwindet Altersunterschiede und Nationalitäten und bringt in der Euphorie alle zusammen.

Zentrum des Ganzen: Shantel selbst, der über die Jahre seiner Entertainer-Qualitäten am DJ-Pult immer weiter verfeinert hat und mit dem Mix aus Osteuropa-Sounds und Disco-Beats eine unwiderstehliche Mischung anrührt. Die sich auch nach all den Jahren immer noch diese dringliche Frische bewahrt hat. / MF / Foto: Silke Zenker

Mojo
24.2.17, 23 Uhr

LesBar. Zweigs „Buchmendel“ und „Die unsichtbare Sammlung“ in der Neuauflage

Topalian & Milani, der „Verlag für schöne Bücher“, legt mit den eher weniger bekannten Zweig-Novellen „Buchmendel“ und „Die unsichtbare Sammlung“ zwei brillante Neuerscheinungen vor.

Stefan Zweig gehört ohne Zweifel zu den größten Schriftstellern, die Europa hervorgebracht hat. Seine psychologisch präzisen Romane gehören noch heute zu den weltweit meistgelesenen Werken eines deutschsprachigen Autoren. Doch auch Zweigs kleinere Werke sind mehr als lesenswert.

Der erst 2015 gegründete Verlag Topalian & Milani,der sich völlig zurecht „Verlag für schöne Bücher“ nennt, setzt dem großen Europäer mit der liebevollen Neuauflage zweier seiner eher weniger bekannten Novellen nun eine gebührende Hommage: „Buchmendel“ und „Die unsichtbare Sammlung“.

„Buchmendel“ aus dem Jahre 1929 erzählt die tragische Geschichte des Jakob Mendel, einen akribischen Leser, der „in der Gnade der Versenkung“ liest, „wie andere beten“ und ein schier antiquarisches Gedächtnis besitzt, doch wegen eines Missverständnisses aus seiner Bücherwelt gerissen und in ein Konzentrationslager verschleppt wird.

Stefan Zweig Neuauflage Novellen

Buch Mendel mnm

„Die unsichtbare Sammlung“ aus dem Jahr 1927 schildert auf berührende Weise die Begegnung eines Kunstantiquars mit einem alten Sammler, dessen Kunstsammlung ihm seine Existenz bedeutet. Aufgrund seiner Blindheit weiß er jedoch nicht, dass seine Familie in ihrer Not während der Wirtschaftskirse etliche Stücke unter Wert an niederträchtige Sammler verkauft und gegen billige Ersatzstücke ausgetauscht hat – und so lässt sich der Antiquar auf eine schonende Lüge ein.

Zweig Neuauflage Novellen

Blick ins Buch.

Beide Geschichten eint, was sich in der berückend schönen Materialität dieser Ausgabe ausdrückt: die bestehende Dringlichkeit, zu bewahren. Dem leidenschaftlichen Sammler Zweig hätte die aufwendig gestaltete Ausgabe wohl sehr gefallen: das edle Papier, der Farbschnitt, die Fadenheftung, die Vorsatzpapiere und dazu die beeindruckenden Illustrationen von Joachim Brandenberg und Florian L. Arnold.

So gestaltet sich das Buch als gut durchdachtes, kompositorisches Ganzes, bei dem Inhalt und Medium Hand in Hand gehen. Es ist eine Hommage an Stefan Zweig, der Europa so liebte und dem das Exil und der Verfall seiner Heimat im Dritten Reich so schmerzten.

Cover Zweig NovellenUnd es ist auch eine Hommage an das gedruckte Buch in Zeiten der Digitalisierung, an das sinnliche Leseereignis und die geistigen Räume, die sich dabei offenbaren. Niemand wusste besser als Zweig, welche Gefahren der Verfall der Geisteskultur in geistlosen Zeiten hervorbringt. Wer sich mit dem Werk des Weltschriftstellers auseinandersetzen möchte, dem sei diese Neuauflage als Einstieg empfohlen, und dem sei an dieser Stelle auch Maria Schraders großartiges Biopic „Vor der Morgenröte“ empfohlen. Bilder: Topalian & Milani Verlag

Stefan Zweig: „Buchmendel / Die unsichtbare Sammlung. Zwei Novellen“, Topalian & Milani Verlag, 152 Seiten, 23 Euro

 

 

 

 

 

Ulrich Thiele Szene Hamburg

Foto: Philipp Jung

 

Eine Literatur-Empfehlung unseres SZENE HAMBURG-Autors Ulrich Thiele.

 

 


Maria Schraders Biopic „Vor der Morgenröte“. Eine Empfehlung unseres Autors Ulrich Thiele

(23.02.) Lesung, Ronja von Rönne, Altes Mädchen, 19.30 Uhr

20Lauschen, lachen, Bier trinken – Ronja von Rönne liest aus ihrem neuen Buch „Heute ist leider schlecht“.

„Positiv denken ist sehr in. Dabei ist das großer Unsinn. Wenn man zum Beispiel sehr einsam ist, hilft es auch nicht, sich einzureden, man sei eigentlich nur die kleinste Polonaise der Welt. Es macht mehr Freude, sich einzureden, man sei allein und nicht etwa ein sehr exklusives Clübchen.“
Wie genau man das anstellt, erfährt man im Buch „Heute ist leider schlecht“ von Ronja von Rönne – und bei der Lesung im Braugasthaus Altes Mädchen. Denn am Donnerstag, den 23. Februar 2017 kommt „der neue Stern am Himmel des deutschen Popliteratentums“ (Deutschlandradio Kultur) in die Schanzenhöfe, um ihre Lebensweisheiten auf charmant-witzige Weise mit ihren Zuhörern zu teilen.

Unser Tipp: Wer jetzt zu eingeschüchtert davon ist, dass Ronja von Rönne mit süßen 24 Jahren bereits ihr zweites Buch veröffentlicht hat, kann sich während der Lesung ein schönes Craft Beer gönnen. Oder zwei. Oder viele. /Foto: Carolin Saage

Altes Mädchen
23.02.17, 19.30 Uhr

Tickets im VVK: 15 Euro
Abendkasse: 18 Euro

(23.2.) Nachtleben, Der Sky auf Erden II, Molotow, 21 Uhr

Audiolith Lars LewerenzLars Lewerenz, Gründer von Audiolith Records, hat runden Geburtstag. Audiolith möchte euch alle recht herzlich einladen an diesem Abend in der höhergelegenen Etage des Molotow zu erscheinen und dort auf den Geburtstag unseres geliebten und geschätzten Lewes anzustoßen! Line Up wird nicht veröffentlicht. Es wird eine Überraschung, aber versprochen wurde es als genial, abwechslungsreich und schlagkräftig tanzbar!

Molotow
23.2.17, 21 Uhr

 

(25.2.) Nachtleben, David Rodigan, Uebel & Gefährlich, 23 Uhr

Reggae-Legende. In Hannover geboren, in England aufgewachsen, seit den 70ern im Geschäft – David „RamJam“ Rodigan ist nicht nur einer der größten Reggae-DJs der Welt, sondern auch eine echte Radio- und Soundsystemmacher-Ikone. Und das mit weit über 60 Jahren.

Zum Glück haben Silly Walks Discotheque, Hamburgs erste Reggae-Adresse, keine Mühen gescheut, um den charmanten Herren mit den bunten Hemden zu uns in den Bunker zu locken. Freut euch auf eine wahnsinnige Musiksammlung mit vielen eigens für ihn eingesungenen Specials – ein Erlebnis, das ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet. / IV

Uebel & Gefährlich
25.2.17, 23 Uhr

(24.2.) Theater, Luv & Lee, kukuun, 19 Uhr

Die beliebtesten Games der Improvisationswelt bringt das Impro-Theater Luv & Lee in ihrer Show „Windwechsel“ auf die Bühne des kukuuns. Zu Beginn des Abends werden einige Charaktere festgelegt – in Zusammenarbeit mit dem Publikum. Im Verlauf des Stücks tauchen diese Protagonisten ein in überraschende Wendungen und Situationen, müssen für sich Handlungsläufe erschließen und spontan auf der Bühne agieren. Situative Komik und hohes Lach-Potential dürfen vorausgesetzt werden! / REM

kukuun
24.2.17, 19 Uhr