BierSZENE – Angeberwissen. Obergärig? Oder untergärig?

Obergärig? Untergärig? Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wo da eigentlich der Unterschied ist? Nach dieser Kolumne seid ihr schlauer. Und so viel verrate ich schon jetzt: Es ist alles eine Frage der Hefe

It’s all about the Hefe

Hefe ist ein pilzartiger Mikroorganismus, der nicht nur zum Backen, sondern auch zum Brauen unabdingbar ist. Und obwohl in letzter Zeit alle nur über fancy Hopfensorten sprechen, sind die eigentlichen Partypeople im Brautank die Hefekulturen. Denn Hefe wandelt Zucker in Alkohol um (Oh yeah!) und sorgt so (bei den meisten Menschen) für gute Laune.

Der ursprünglichste und älteste Typ ist die wilde Hefe. Der Brausud wird auf offenen Gärschiffen bei geöffneten Fenstern angesetzt. Die Hefe in der Umgebungsluft kann sich so auf den Sud setzen und die Spontan-Gärung beginnt. Bier, das mit wilder Hefe gebraut wird, findet man vor allem noch in Belgien. Grundsätzlich ist diese Art des Brauens heute aber nicht mehr weit verbreitet, da man durch die wilden Hefen den Brauprozess und die Qualität des Endprodukts kaum steuern kann.

Obergärige Hefe: Manche mögen’s heiß

Leichter Geselle. Foto: Jennifer Meyer

Obergärige Hefe ist der zweitälteste Hefe-Typ und liebt es muckelig-warm während der Gärung. Bei Temperaturen um die 16-25° Celsius kommt obergärige Hefe in Fahrt und bildet Sprossenverbände – also eine Art Hefenetz. Während des Brauprozesses entsteht unter anderem Kohlensäure, die dieses Hefenetz nach OBEN im Gärtank treibt. Dort schwimmt die Hefe fröhlich auf der Oberfläche des Suds.

Beispiele für obergäriges Bier sind Weißbier, Stout, Porter, Ale und IPA wie das Boulevard von Von Freude – leicht, trocken, ein wenig süß und mit dem Geschmack von Rosenblüten und Stachelbeeren schmiegt es sich weich um die Zunge.

Untergärige Hefe: Die coolste Sau unter den Mikroorganismen

BierSzene

Würzig und ganz schön süffig. Foto: Jennifer Meyer

Untergärige Hefe ist der jüngste Hefetyp und bevorzugt die kälteren Temperaturen von 5-12° Celsius, um zu arbeiten. Daher war sie vor der Erfindung weiterentwickelter Kühltechniken lediglich von September bis März einsetzbar. Untergärige Hefen bilden keine Sprossenverbände, sondern sind paarweise im Sud unterwegs. Der Auftrieb der Kohlensäure reicht bei dieser geringen Oberfläche nicht aus, um die Hefe nach oben zu tragen, so dass sie sich meist in der Mitte oder im UNTEREN Bereich des Gärtanks aufhält.

Beispiele für untergäriges Bier sind Pilsener, Helles, Märzen und Lager wie das von Ratsherrn: süffig, würzig, süßlich und Aromen, die an schwarzen Tee erinnern. Köstlich das Ding!

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

Marteria, der Party-Politiker

Neues Album, neue Tour. Am 24. Mai 2017 tritt Marteria im Gruenspan auf. Erik Brandt-Höge hat den Rapper zum neuen Album und zu seiner gesellschaftspolitischen Meinung befragt

Das neue Album des Rostocker Rappers Marten Laciny alias Marteria heißt „Roswell“ und ruft ebenso zur gesellschaftspolitischen Reflexion auf wie zum Feiern. Ein Gespräch mit dem 34–Jährigen über HipHop als Schutzschild für die Schwachen, „Links“-sein als menschlichen Ur-Instinkt und die positiven Folgen von Donald Trump

SZENE HAMBURG: Marten, am 24. Mai wirst du in Hamburg auftreten. Anderthalb Monate später hätte es auch gut gepasst – weißt du, weshalb?

Marteria: Nein, hilf mir mal kurz!?

Dein Song „Links“ wäre ein passender Soundtrack zum G20-Gipfel am 7. Juli. Kannst du dir dich auf einem Lastwagen stehend und gegen Trump und Co rappend vorstellen?

Vorstellen kann ich mir einiges (lacht). Das ist auf jeden Fall eine interessante Idee, werde ich mal im Hinterkopf behalten.

Was würdest du den Politikern zurufen?

„Haut ab!“ (lacht) Wobei ich ja finde, dass auch Donald Trump etwas Gutes mit sich bringt.

Und das wäre?

Eine Gegenbewegung (lacht). Donald Trump hat dafür gesorgt, dass sich viele wieder engagieren und für menschliche Werte einstehen. Klar wird einem schlecht, wenn man an seine Politik denkt – aber man muss sich immer wieder sagen, dass eben diese Politik auch etwas Positives bewirkt hat, und das nicht nur in Amerika, sondern auf der ganzen Welt.

Du meinst, die Bösen sorgen letztlich selbst für ihre Absetzung?

So einfach ist es leider nicht. Wenn man sich die Geschichte genau anschaut, stellt man fest: Die Bösen haben ihre Taten oft überlebt, und die Guten waren die Leidtragenden. Um die Bösen zu schwächen, ist es wichtig, dass viele verschiedene Menschen verstehen, dass es nur zusammen geht. Nur so kann man es schaffen, dass die Welt nicht irgendwann nur noch von Kakerlaken bewohnt wird.

In „Links“ heißt es: „Wenn du nicht mehr weißt, dann geh links!“ Wofür genau steht der Begriff „Links“ denn bei dir?

„Links“ steht über allen und allem. Ich persönlich ordne dem Begriff sämtliche Facetten zu, wie Menschen sind und sich verhalten – von Peta-Anhängern bis zu Pelzträgern. Weil ich glaube, dass es ein menschlicher Ur-Instinkt ist, links zu sein. Man muss nur den Punkt bei sich finden und drücken, damit das Linke auch rauskommt.

Textlich ist das neue Marteria-Album vor allem Außenseitern, Schwachen, Ungesehenen widmest. Ist es eine Art Mission von dir, HipHop als Möglichkeit zu nutzen, andere zu beschützen?

Absolut, das ist mein Verständnis von HipHop. Schon damals, als in Rostock alles anfing, ging es uns in unserer kleinen Szene niemals darum, auf die Schwächeren einzukloppen – sondern für sie da zu sein. Wobei ich ja nicht nur die harte Politik-Keule in meiner Musik schwinge. Ich mache auch gerne Party-Songs, die genauso eine Message haben.

Dazu zählt auch „Skyline mit zwei Türmen“, worin du von dir als 18-jährigem Model in New York erzählst. Es geht gleichermaßen um Probleme und Partys.

Genau, denn in dieser Zeit hatte ich einerseits sehr mit Heimweh zu kämpfen und zudem keine Kohle. Trotzdem habe ich ordentlich gefeiert. Es geht immer beides, und genau das finde ich so spannend.

Wobei du ja mal gesagt hast, keine Party werde mehr so schön werden wie die, auf der du deiner Mutter deine erste Goldene Schallplatte überreicht hast …

… weil dieser Moment auch einfach extrem groß war. Den kann man eigentlich gar nicht mit Worten beschreiben. Ich meine: Seitdem ich sechs Jahre alt war, hat mich meine Mutter fünfmal die Woche zum Training gefahren, und nach zehn Jahren habe ich gesagt: „Ich hab’ keinen Bock mehr, ich geh’ nach New York und modele.“ Sie hat mich auch dabei unterstützt, genauso wie in der Zeit nach dem Modeln. Am Ende habe ich es als Musiker geschafft – eine geile Geschichte, emotional kaum zu überbieten und in dem Moment des Überreichens sehr tränenreich.

/Interview: Erik Brandt-Höge/ Foto: Paul Ripke

24.5., Gruenspan, 21 Uhr

Prädikat Sehen! Kunst ist böse

Das freie Produktionsduo Meyer&Kowski inszeniert immer wieder ungewöhnliche Doppelmonologe an Orten, die den Stücken den richtigen Rahmen geben. Ihr neues Stück „Kunst ist böse“ spielt bis zum 24. Mai im Logensaal der Hamburger Kammerspiele

So spielt die aktuelle Produktion „Kunst ist böse“ in dem geschichtsträchtigen Logensaal der Kammerspiele. Der Schauspieler Hans-Jörg Frey teilt mit dem Publikum zwei als selbsterlebt angekündigte Ereignisse – allerdings aus einer für ihn neuen Perspektive. In den ersten 60 Minuten schlüpft er in die Rolle eines Regisseurs, der nach der Generalprobe einer Macbeth-Inszenierung vor Wut auf sein, wie ihm scheint, unfähiges Ensemble tobt. Frey behauptet, er selbst war vor 30 Jahren Teil dieses Ensembles, dessen Position am heutigen Abend sein Publikum einnimmt. Während Frey zwischen den Zuschauern umherläuft, die im Raum verteilt sitzen, nimmt seine Ansprache immer mehr Fahrt auf – Zynisch, herablassend oder donnernd nimmt er die Schauspieler auseinander. Dabei spricht und schaut er immer wieder einzelne Zuschauer an; Aber keine Sorge, es ist kein Mitmachtheater nur ein Stilmittel – das funktioniert. Frey hat ein großartiges Timing und verwandelt diesen Monolog gekonnt in ein Sprachkonzert. Kunst ist nicht böse, aber Menschen, die in ihrem Namen sich selbst legitimieren, können es werden.

Der zweite Teil ist ein wenig schräger. Als Besucher eines Zen-Seminars hocken die Zuschauer auf kleinen Sitzkissen – aber zum Glück ist dieser Monolog auch kürzer.

Ein gefragter Meister tanzt umher, verteilt Tee und lässt eine Stimme vom Band dazu erzählen. Das Thema dieses Seminars soll so lebensumfassend sein, dass es keine Überschrift dafür gebe und so bleibt man letztendlich auch etwas ratlos nach den rund 40 Minuten zurück, was aber nicht stört. Denn der wunderbare Hans-Jörg Frey, die gelungene Dramaturgie und das Gefühl mittendrin zu sein, machen aus dem Abend ein kurzweiliges Theatererlebnis.

/ Hedda Bültmann / Foto: Alexander Merbeth

Logensaal in den Kammerspielen, 19., 23.–24.5.

Redaktionskonzert Edition 6: Animal House

Die Zeit der britischen Indie-Pop-Stars ist vorbei? Die letzte Party mit Gitarren-Hits aus Leeds, Manchester und Newcastle gefeiert? Wir sagen: nein!

Zwar kommen unsere musikalischen Gäste beim Redaktionskonzert am 24.5.17 um 19 Uhr ursprünglich aus Australien, leben aber schon lange in ihrer Wahlheimat Brighton – und klingen auch so. Die Songs von Animal House sind knackig, melodiös, einfach typisch britisch und obendrein textlich immer wieder irrewitzig.

Wie immer sind die Tickets nur per Los zu ergattern. Aber: Für alle, die leider draußen bleiben müssen, streamen wir das Konzert live auf Facebook und Instagram

SZENE HAMBURG verlost 10×2 Gästelistenplätze. E-Mail mit Betreff „Animal“ bis 22.5.17, 10 Uhr an verlosung@vkfmi.de

SZENE Hamburg ESSEN+TRINKEN: Unsere Testsieger

13-mal „Hooray!“: Mit einem Release-Event in den Schanzenhöfen haben wir unsere neue ESSEN+TRINKEN-Ausgabe und die 13 Testsieger unter Hamburgs Restaurants gefeiert

Vor 130 geladenen Gästen erhielten unter anderem Anna Sgroi (Testsieger Italien), Johann Philipp vom Philipps Restaurant (Testsieger Szene-Läden), Aurelio Moreno und Tschabi Lopez vom Leche de Tigre (Testsieger weltweit) ihre Testsieger-Urkunde und jede Menge Applaus.

Der 292-Seiten starke Gastro-Guide ist ab sofort im Handel oder Online erhältlich und dreht sich von der ersten bis zur letzten Seite um Genuss in Hamburg und der Metropolregion. Ein echt dickes Ding!

Die Testsieger im Überblick

  • Kategorie: Szene-Läden

Philipps Restaurant
„Philipp versteht, wie man Gäste stilvoll willkommen heißt.“
Turnerstraße 9 (Karolinenviertel)

  • Kategorie: International & kreativ

Henriks
„Claas-Henrik Anklam hat mit dem Henriks eine stilvolle Gourmet-Anlaufstelle geschaffen.“
Tesdorpfstraße 8 (Rotherbaum)

  • Kategorie: Gutbürgerlich

Schuback
„Eine VIP-Exklusiv-Bewirtung in Kombination mit feinster gutbürgerlicher Küche.“
Eppendorfer Landstraße 165 (Eppendorf)

  • Kategorie: Italien

Anna Sgroi
„Zum Reinlegen lecker! Anna Sgroi kocht auch ohne Stern sternewürdig.“
Milchstraße 7 (Rotherbaum)

  • Kategorie: Frankreich

Brasserie la Provence
„Bereits nach dem ersten Besuch in der Brasserie fühlt man sich wie ein Stammgast.“
Eulenstraße 42 (Ottensen)

  • Kategorie: Iberien

Portomarin
„Die spanische Küche wird im Portomarin unaufgeregt und mit leidenschaftlicher Lust am Genuss zelebriert.“
Dorotheenstraße 180 (Winterhude)

  • Kategorie: Griechenland

Dionysos
„Ein famoser Abend mit der Erkenntnis: Das Dionysos bleibt unter den griechischen Lokalen eine Bank.“
Eppendorfer Weg 67 (Eimsbüttel)

  • Kategorie: Asien

Matsumi
„Hier kann man den Sushi-Meister dabei beobachten, wie er eine Köstlichkeit nach der anderen zubereitet – ein Erlebnis.“
Colonnaden 96 (Neustadt)

  • Kategorie: Orient & Indien

Fardi
„Ein Restaurantbesuch wie eine Reise in den Mittleren Osten.“
Hofweg 72 (Uhlenhorst)

  • Kategorie: Weltweit

Leche de Tigre
„Viva la Esskalation! Was das Team im Leche de Tigre auftischt, ist grandios.“
Nernstweg 32–34 (Ottensen)

  • Kategorie: Fisch

Boathouse
„Das Boathouse ist die perfekte Wahl für Menschen mit Lust auf großartigen Genuss.“
Isekai 1 (Eppendorf)

  • Kategorie: Fleisch

[m]eatery
„Eine grandiose Völlerei! Fleisch bleibt unser Gemüse.“
Drehbahn 49 (Neustadt)

  • Kategorie: Veggie

Piccolo Paradiso
„Unterschiedlichste Aromen ergänzen sich hier zu einem köstlichen Ganzen.“
Brüderstraße 25 (Neustadt)

  • Kategorie: Edel

Hier haben wir auf einen Testsieger verzichtet. Die Sterne- und Spitzenrestaurants in Hamburg sind einfach unvergleichlich.

/ Text: Sybille Fischer & Jennifer Meyer / Fotos: Philipp Jung

SZENE HAMBURG ESSEN+TRINKEN 2017/18 Launch Event

Hier finden Sie unsere Testsieger

Neu: SZENE Hamburg ESSEN+TRINKEN 2017/18

Party, jetzt! Wir sind stolz wie Bolle, dass die 30. Ausgabe unserer SZENE Hamburg ESSEN+TRINKEN mit ihren 292 Seiten noch fetter und schicker ist

Über 500 Restaurant- und Gastro-Tipps für Hamburg und Umland, noch mehr VIP-Tester, noch mehr Service, Porträts aus der Hamburger Food-Szene, feines Zeug aus dieser Stadt, Inspirationen…. mehr geht nicht. Das Ding ist ein echtes Brett! Und wir empfehlen euch, schnell im Handel eines der Exemplare für euch zu sichern. Oder eure Ausgabe hier zu bestellen.

Mahlzeit!

 

So oder So. Der SZENE Hamburg Kultur Talk geht in die 3. Runde

Ein Thema, zwei Meinungen, und dieses Mal – Obacht – vier Gäste: SO oder SO, der SZENE Hamburg Kulturtalk, geht in die dritte Runde. Im kukuun, 23. Mai, 20 Uhr.

Postkartenidylle oder Abrissromantik lautet unsere Frage. In welcher Stadt wollen wir leben? Wir schauen uns die Hamburger Stadtentwicklung am Beispiel der HafenCity an und fragen: Geht das in die richtige Richtung? Als Gäste begrüßen wir unter anderem üNN-Geschäftsführer Rolf Kellner und Rockcity-Geschäftsführerin Andrea Rothaug, den Moloch-Betreiber Johannes Schüller und den Vorsitzenden der Geschäftsführung HafenCity GmbH Prof. Jürgen Bruns-Berentelg. Volles Haus, tolle Gäste, ein klasse Thema.

Ein Abend, an dem Ideen dargestellt und Visionen zusammenwachsen sollen. Denn: Das ist unsere Stadt. Machen wir was draus….Aber was?

Dazu gibt es ein tolles Bühnen-Programm

So oder so
Als musikalische Gäste erwarten wir die fantastische Band Liza&Kay.

Wir werden das Geheimnis um den Namen unserer Hausband Dreiviertelweinstdu lüften und einen Überraschungsgast präsentieren.

Und auch das Glücksrad ist wieder mit im Spiel. Ein irrwitziger, scharfsinniger und informativer Abend erwartet euch. Moderation: Heinrich von Handzahm.

Heinrich von Handzahm So oder So

Fakten:

kukuun
23.5.17
Türen öffnen sich um 19 Uhr
Bühneneroberung ab 20 Uhr
Tickets: VVK 8 € inkl. Gebühren / AK 10 € über 
Eventbrite  und TixforGigs 

Wir verlosen 3×2 Karten für unseren Kultur Talk So oder So am 23. Mai 2017. Einfach eine Mail senden an verlosung@vkfmi.de, Betreff SO ODER SO, Einsendeschluss 19. Mai 2017, 10 Uhr. 

Wir freuen uns auf euch…

Redaktionskonzert Edition 5: Ed Prosek

In seinen Liedern steckt die Sonne Kaliforniens ebenso wie die Melancholie der britischen Küste: Der US-amerikanische Singer/Songwriter Ed Prosek kommt zu uns in die Redaktion. Als Sohn einer Opern-Komponistin wuchs er mit reichlich Klassik auf, studierte später am berühmten San Francisco Conservatory Of Music, bevor er sich musikalisch für Folk-Pop entschied. 2011 ging Prosek nach Südengland, wo seine Coverversion von Paul Simons Klassiker „Homeward Bound“ in einer TV-Werbekampagne lief und den jungen Musiker blitzartig einem Riesenpublikum bekannt machte. Vor zwei Jahren kam er auch nach Deutschland, zog nach Berlin. Dort arbeitete er an neuen Stücken wie seiner aktuellen Single „Shadows“ (erschienen Ende 2016).

Am 12. Mai erscheint seine neue EP „Flesh & Blood Part 1“. 

Am 15.5.17, 21 Uhr, spielt Prosek im Kleinen Donner – und vorher bei uns.

Die Teilnahmeplätze sind limitiert und nur per Los erhältlich. SZENE HAMBURG verlost 10×2 Gästelistenplätze für das Redaktionskonzert mit Ed Prosek am 15.5.17, 19 Uhr. E-Mail mit Betreff „Prosek“ bis Donnerstag, 11.5.17, 12 Uhr,  an verlosung@vkfmi.de

/ Foto: Stephan Pfaff

 

 

BierSZENE. Auf ein Bier mit Stefan Schröer von den Superfreunden

Hoher Besuch aus Berlin: Stefan Schröer von den Superfreunden hat mich für ein Wochenende und auf ein Bier besucht. Immer eine gute Gelegenheit, um über die Bierszene und die Zukunft von Craft Beer zu schnacken

Superfreunde

Bromance – Michael Arndt, Stefan Schröer und Daniel Elich werden leidenschaftlich, wenn’s um Bier geht.

Wer steckt eigentlich alles hinter den Superfreunden?

Das sind fünf super Freunde, die sich in Berlin zusammengetan haben, um Bier zu brauen. Als Vollzeitjob machen das Marco Sgarra und meine Wenigkeit. Dann gibt es noch Michael, Markus und Klaus, die eher im Hintergrund agieren.

Ihr verkauft nicht nur Bier, sondern auch eine Menge Merchandise. Was ist aus eurer Sicht wichtiger – gutes Marketing oder gutes Bier?

Die Basis ist: ein gutes Bier! Bei einem schlechten Produkt hilft auch das beste Marketing nichts. Gleichzeitig müssen aber alle drei Säulen stimmen, damit es auf Dauer funktioniert: Produkt, Marketing und Vertrieb. Wenn du das beste Bier der Welt hast, es aber nicht ins Sortiment aufgenommen wird oder die Flasche ein schlechtes Design hat, dann wird es niemand kaufen.

Was gehört zu gutem Marketing bei einem Craft Beer?

Craft Beer ist für mich ein Produkt, bei dem Ehrlichkeit und Transparenz zählen. Ich muss als Konsument erfahren können, wo und wie das Bier gebraut wird und wer dahintersteckt. Das ist die halbe Miete für gutes Marketing. Genauso haben wir es von Anfang an gemacht. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass wir keine Brauer sind, aber verdammt viel Bock haben. Zudem darf dein Produkt für die Menschen da draußen nicht langweilig werden. Es braucht jeden Tag aufs Neue frische Ideen, damit man sich gegen all die anderen Brauereien durchsetzen kann.

Keine Brauer sind, aber verdammt viel Bock auf Bier. Foto: Superfreunde

Gibt es Unterschiede zwischen der Craft-Beer-Szene in Hamburg und in Berlin?

Beide Städte mag ich sehr. Ich wohne schon lange in Berlin, Hamburg ist aber mittlerweile zu meiner zweiten Heimatstadt geworden. Unterschiede gibt es auf jeden Fall: Der Hamburger ist, nach meinem Empfinden, genügsamer als der Berliner – vor allem wenn es ums Bier trinken geht. Hamburger brauchen nicht permanent etwas Neues, Berliner sind dagegen in dieser Hinsicht sehr verwöhnt. Und: Sie fordern das auch ein. Während Hamburger die Biertrends, die aus den USA rüber schwappen, zwar wahrnehmen, aber sich davon nicht beeindrucken lassen, haben sich Berliner dem Trend schon längst angenommen.

Was glaubst du, welchen Stellenwert Craft Beer in der Zukunft haben wird?

Ich glaube ganz fest daran, dass Craft Beer kein Hype ist, sondern ein Resultat der Bierszene. Wer einmal festgestellt hat, dass ein Bier geil schmecken kann, wird nicht dahin zurückgehen, Plörre zu trinken. Viele stellen nach ihrem ersten Craft Beer fest, dass Bier auch einen intensiven Geschmack haben kann. Für diese Erfahrung muss man kein IPA trinken, das merkt man bereits bei traditionellen Bierstilen wie einem gut gebrauten Pils.

Bier ist keine Plörre. Und soll auch nicht so schmecken. Foto: Superfreunde

Wird in Zukunft jeder nur noch Craft Beer trinken?

In Deutschland haben wir einige „TV-Biere“, die allesamt sehr einfach gestrickt sind und noch immer den größten Markt haben. Es gibt aber auch viele Konsumenten, die beides trinken. Für die ist es ein Genuss, auch mal ein Craft Beer zu trinken, das natürlich auch teurer ist. Craft Beer wird, wie in Großbritannien oder den USA, immer präsenter in Deutschland werden und es wird immer mehr Kraft bekommen. Das merkt man allein daran, dass jetzt auch die großen Brauereien ihre „Craft-Biere“ auf den Markt bringen. Die haben Angst, dass die kleinen Brauereien ihnen den Markt wegnehmen, denn genauso geschieht es bereits in anderen Ländern. Ich hoffe, dass diese Entwicklung anhält und in fünf Jahren an jeder Ecke Craft Beer zu haben ist.

Was denkst du über das deutsche Reinheitsgebot?

Wir brauen unsere Biere ganz unbewusst nach dem Reinheitsgebot. Aber ganz ehrlich: Wenn jemand in sein Bier Orangenschalen oder frisch gemahlenen Pfeffer geben möchte, dann soll er das tun und sein Produkt trotzdem noch Bier nennen dürfen. Warum muss man Brauer mit diesem Reinheitsgebot so einschränken? Für mich ist es am Ende vor allem wichtig, dass klar deklariert ist, was das Bier enthält.

Klingt ziemlich gut, finde ich. In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

Mehr Infos zu den Superfreunden gibt es übrigens hier: www.facebook.com/superfreundecraftbeer/

/ Beitragsbild: (c) Puria Safary


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder. Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen@bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß! 

Gern allein: Fayzen

Am 12. Mai erscheint Fayzens neues Album „Gern allein“. Das kann er am selben Abend mit seinen Fans feiern, bei seinem Konzert im Terrace Hill. Auf einen Song mit Fayzen – Wir fragten den Hamburger, welche Songs ihn berühren und wie er lässige Zeilen textet.  

SZENE HAMBURG: Fayzen, du bist unser Mann für Poesie! Hast du einen spontanen Zweizeiler für uns, der zu den immer länger und wärmer werdenden Tagen passt?

Fayzen: „In die Sonne gucken und egal wem danken, in die Sonne gucken und Vitamin D tanken. Mit dem Rad durch den Stadtpark oder einen VW-Bus zocken und dann Abfahrt.“

Kannst du eigentlich jederzeit so einen raushauen? Sieht man dich womöglich auch ständig durch die Straßen laufen und Einfälle in dein Songbook schreiben?

Ich tipp eigentlich immer irgendwelche Zeilen ins Handy. Ich kriege oft Sprüche von wegen: „Ey, Du bist ja voll das Handy-Opfer“, aber es ist ja nicht so, dass ich Pokémon oder Snake spiele. Wir haben früher in der Schulzeit so viel gefreestylt, dass ich im Kopf eigentlich die ganze Zeit im Freestyle-Modus bin.

Hast du so etwas wie eine Lieblingszeile aus deinen eigenen Texten? Bist du auf etwas ganz besonders stolz?

Ich habe bei der Arbeit an meinem neuen Album jede Zeile ausgetauscht, die ich nicht perfekt fand. Perfekt bedeutet für mich, dass eine Zeile so genau wie es geht das sagt, was ich denke. Das ist gar nicht so leicht, weil Gedanken oft nicht so richtig rational formuliert sind. Noch schwieriger wird es, wenn man versucht, ein Gefühl in Worte zu packen. Meine Kumpels – unter anderem die, die meckern, dass ich zu viel am Handy bin – sagen, dass diese Zeile voll zu mir passt: „Ich bin wieder auf der Suche nach dem perfekten Lied, ohne zu wissen, ob es überhaupt so etwas gibt, und ich such weiter! Immer, immer weiter!“ Damit wollen die Jungs wohl sagen, dass ich besessen bin (lacht).

Und welchen Song eines anderen Künstlers findest du lyrisch besonders gelungen? Eine Empfehlung, bitte!

Ich liebe das Lied „Melancholie“ von Gisbert zu Knyphausen. Einfach nur krass, wie er es geschafft hat, so ein abstraktes Gefühl wie die Melancholie zu portraitieren. Das ist so ein Lied, bei dem ich fast neidisch bin, dass ich es nicht geschrieben habe (lacht). Gisbert, falls du das hier liest: Ich bin ein rieeeeeeesen Fan von Dir!

/ Interview: Erik Brandt-Höge / Foto: Caren Detje

Konzert: 12.5., Terrace Hill, 20 Uhr; „Gern allein“, das neue Album von Fayzen, erscheint am 12.5. (Vertigo Berlin/Universal)