BierSZENE – Angeberwissen: 5 Fakten über Hopfen, ohne die Biernerds nicht weiterleben können

Liebe Craft-Beer-Fans,

beim Thema Hopfen drehen in der Craft-Beer-Szene gelegentlich alle ein bisschen durch – im positivsten Sinne und natürlich völlig zu Recht. Denn die kleinen Knospen sind geschmacklich ganz groß. In Deutschland ist gerade Hopfenernte angesagt.

Genau die richtige Zeit, um sich mit dem grünen Gold ein bisschen näher zu beschäftigen. Merkt euch fleißig, was ihr gleich lest. Denn mit folgende Fakten könntet ihr eure Dates heute Abend maßlos von euch beeindrucken oder euren Freunden zeigen, dass ihr definitiv der coolste Checker unter den Biertrinkern seid.

Es ist also nicht übertrieben, wenn ich sage, dass diese Liste euer Leben für immer verändern könnte.

BierSZENE

1) Das größte deutsche Hopfenanbaugebiet liegt in Hallertau.

Wo? Genau! Das fast 19.000 Hektar große Hopfenanbaugebiet liegt jeweils zur Hälfte in Ober- und Niederbayern. 83 Prozent des deutschen Hopfens haben hier ihre Wurzeln. Das entspricht gut einem Drittel der weltweiten Hopfenernte. Bereits seit dem 8. Jahrhundert wird in der Hallertau Hopfen angebaut.

2) Hopfen wächst bis zu 2,1 Meter pro Woche.

Hopfen ist eine Kletterpflanze, die bis zu 30 Zentimeter pro Tag wächst. Kein Wunder, dass man für solch wuchernden Pflanzen früher jede Menge Erntehelfer brauchte. Bis zu 200.000 Hopfenzupfer kamen jedes Jahr in der Erntezeit in die Hallertau. Mit den Erntemaschinen in den 1950er Jahren gingen aber auch die Erntehelfer. Heute schaffen Familienbetriebe die Ernte oft allein – moderne Technik macht es möglich.

BierSZENE

3) Bei Hopfen benutz man nur den weiblichen Teil der Pflanze – bei Cannabis auch.

Hopfen und Cannabis gehören beide zur Familie der Hanfgewächse. Bei Cannabis machen ausschließlich die unbefruchteten, weiblichen Knospen high oder stoned. Das ist bei Hopfen ganz ähnlich: Nur die weiblichen Blüten enthalten Hopfenöle, Bitter- und Gerbstoffe, die essentiell fürs Brauen sind. Deshalb werden die weiblichen Pflanzen streng von den männlichen Pflanzen getrennt, die sie bestäuben könnten.

4) Rund 700 Hopfensorten gibt es auf der Welt

Etwa 200 Sorten davon werden auch tatsächlich zum Brauen benutzt – Tendenz steigend. Botaniker und Hopfenbauer kreuzen gerne verschiedene Hopfen, um ausgestorbene Sorten wiederzubeleben oder um neue zu kreieren.

5) Crystal, Sorachi Ace und Galaxy sind nicht die Kinder von Jamie Oliver, sondern Aromahopfen

Klassische Hopfen (Bitterhopfen) verleihen Bier seinen typisch bitteren Geschmack. Aromahopfen hingegen lösen komplexere Geschmacksnoten aus und verleihen vielen modernen Craft Bieren Charakter. Sie besitzen einen eher geringen Anteil an Bitterstoffe. Da aber auch die in einem Bier benötigt werden, braucht man von ihnen im Verhältnis mehr zum Brauen als von Bitterhopfen. Durch einen hohen Anteil an Aromaölen, die für den blumig-fruchtigen Facettenreichtum sorgen, sind Aromahopfen aber auch teurer als Bitterhopfen. Einer der Gründe, warum kommerzielle Brauereien sie nicht so oft verwenden. In der Craft-Beer-Szene wird für solche Aromabomben allerdings gerne einmal der eine oder andere Groschen mehr ausgegeben.

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

Reeperbahn Festival 2017. Die Newcomerin: Emily-Mae Lewis

Beim Krach + Getöse-Musikwettbewerb hat sie abgeräumt, sie tourte mit Pohlmann und spielte als Support von Y’akoto im Stadtparkt: 2017 war das Jahr für Emily-Mae Lewis. Jetzt tritt die Singer/Songwriterin gleich zwei Mal beim Reeperbahn Festival auf. Ein Gespräch über Ruhepole in einer lauten Branche

/Interview & Fotos: Regine Marxen

SZENE Hamburg: Emily, ich habe im Vorfeld unseres Gesprächs überraschend wenig über dich und deine Musik im Internet finden können. Was ist da los?

Emily-Mae Lewis: Ja, das stimmt. Ich bin noch nicht lange im Internet. Ich rutsche gerade erst rein in die Musik, mehr oder weniger aus Versehen. Ich habe in meinem Leben noch nicht so viele Interviews gegeben und bin nicht so internetaffin.

Dann erzähle mir doch mal ein bisschen etwas über dich. Wie bist Du zur Musik gekommen? Seit wann machst Du Musik?

Ich habe tatsächlich erst vor zweieinhalb Jahren angefangen, meine eigene Musik zu machen. Ich habe schon immer Gedichte geschrieben. Ich habe auch schon immer gesungen und auch lange Gitarre gespielt, habe das alles nie miteinander verbunden. Und dann schlug mir eine Freundin vor, mal einen Song zu schreiben. Und dann habe ich nicht mehr aufgehört. Das war Anfang letzten Jahres. Seit dem mache ich das und ziehe das durch.

Gemeinsam mit deiner Gitarre…

Genau. Einsam auf der Bühne (lacht)

 

„Aber ich bin scheiße jung. Da ist noch viel Zeit.“

 

Du bist 18, hast dein Fach-Abi in der Tasche. Was wäre denn eigentlich dein Ziel gewesen, außer der Musik?

Ich wollte eigentlich Kunst studieren. Weil ich sehr gerne male. Und dann ist es irgendwie anders gelaufen. Ich entdeckte die Musik, verließ die Schule, verwarf die Idee mit dem Studium. Schule ist nicht mein Ort. Ich machte in diesem Jahr den Popkurs, nahm am Wettbewerb Krach + Getöse teil. Der war dort überall ausgeschrieben. Und gehörte zu den Preisträgern. Es hat einfach funktioniert.

Was sagen deine Eltern dazu? Haben die auch einen musikalischen Hintergrund?

Nicht wirklich. Die hören beide gute Musik, und die haben mich als Kind sehr gut gepflegt mit guter Musik. Ich wusste mit drei Jahren, was die Beatles sind und konnte mitsingen. Meine Mutter und mein Vater machten Mixtapes und es lief immer Musik. Meine Mutter hatte zudem in Ottensen eine Kulturkneipe, und da gab es immer Live-Auftritte. Da war ich so ungefähr neun Jahre alt. Ich bin also mit Musik groß geworden.

Und jetzt bestimmt sie dein Leben: Krach + Getöse hast du gewonnen, Nils Wülkers Herz erobert. Und in diesem Sommer ging es ab. Eine kleine Tour mit Pohlmann, eine eigene Tour, Support von Y’akoto im Stadtpark, Dockville. Langweilig war es in diesem Jahr nicht, oder?

Auf keinen Fall. Das war ein Sommer. Ich bin so viel rumgekommen, so viel rausgekommen, das hat mir richtig gut getan. Pohlmann war das Schönste, glaube ich, weil ich so viele Menschen kennen gelernt habe. Und es war meine erste Tour.

Was ist das Besondere bei der ersten Tour?

Ich glaube, sich darauf einzulassen. Ich musste in diesem Sommer lernen, mich auf vieles einzulassen. Gerade, weil man bei einer Tour nie weiß, was oder wie es kommt. Ich war eine Woche mit Pohlmann unterwegs, war auch noch ein bisschen erkältet. Und hatte echt Respekt vor den großen Musikern um mich herum. Ich meine, Pohlmann hörte ich das erste Mal mit sechs oder sieben Jahren. Aber die haben mich so schön aufgenommen. Das war echt cool.

Das hört sich toll an. Wie ist es denn überhaupt zu der Tour gekommen?

Arne Ghosh von 380grad hat das umgesetzt. Der begleitet mich auch auf Schritt und Tritt. Ich bin mit seiner Tochter befreundet, die auch Musikmanagerin werden will.

Das klingt nach einem sehr schönen, familiären Umfeld, das du gerade um dich hast.

Absolut. Ich starte sehr umarmt. Ich hätte es mir nicht schöner vorstellen können. Ich wurde einfach quasi vom Boden aufgehoben und gekuschelt und habe diesen Sommer so viel gemacht.

Wobei du ja auch viel Mut bewiesen hast, indem du dich auf die Bühne stellst. Hast du Schiss vor Auftritten?

Nein. Ich liebe Bühnen. Ich weiß nicht, was es ist, aber ich fühle mich da wohl. Ironischerweise gehe ich nicht gerne zu Konzerten und mag keine Menschenmengen. Aber auf der Bühne habe ich meinen Raum. Ich habe mir immer die Schuhe ausgezogen und setze mich dann im Schneidersitz auf die Bühne. Ich mache es mir bequem und die Bühne zu meinem Zuhause.

Emily-Mae Lewis auf dem Balkon des kukuun beim Interview zum Reeperbahn Festival

In der Ruhe liegt ihre Kraft: Emily-Mae Lewis spielt „unglaublich ruhige Musik“. Und wird sich auch auf dem lauten Kiez durchsetzen. / Foto: REM

Wie reagiert das Publikum darauf?

Meistens sehr warm. Es kommt auf den Kontext an. Ich habe festgestellt, auf Festivals zu spielen ist total geil, aber die Menschen erwarten was anderes. Wenn ich dann in mein Wohnzimmer komme, gehen einige weiter um zu feiern. In Berlin mit Pohlmann spielten wir im Lido und das war riesig groß. Und da haben mir auch viele Leute zugehört, aber einige unterhielten sich hinten. Die hörten mich auch gar nicht mehr an der Bar. Das hat mich erst irritiert, aber ich konnte das dann ausblenden.

Du wirst auch auf dem Reeperbahn Festival spielen, sogar zwei Mal. Und wirst in der Programm-Ankündigung mit Tracy Chapman verglichen. Nimmt der Druck allmählich zu oder fühlt sich das alles noch fluffig an.

Der Druck nimmt zu. Aber ich glaube nicht, dass jemand was von mir erwartet. Das bin eher ich, die viel von mir selber erwartet. Ich merke, dass Teile von mir sich weiter entwickelt haben und andere nicht. Aber ich bin scheiße jung. Da ist noch viel Zeit. Ich bin umgeben von so viel erfahrenen Menschen, klettere eine Stufe hoch, rutsche wieder herunter. Aber das ist OK. Ich muss mir mal eine Pause geben. Wenn ich auf der Bühne stehe, spüre ich keinerlei Druck. Aber zuhause kommt das vor. Und dann muss ich lernen, zu entspannen.

Wer hilft dir dabei?

Meine beste Freundin. Die ist da. Die kann mich sehr entspannen. Sie strahlt sehr viel Ruhe aus. Gerade in der Musikwelt bin ich viel von aufgeregten und wuseligen Menschen umgeben. Meine Freundin tickt da anders. Von dieser Ruhe möchte ich mir dann eine Scheibe abschneiden und auf der Bühne vermitteln. Denn ich mach unglaublich ruhige Musik. Und natürlich hilft mir mein Netzwerk. Das mich aufnimmt, mir Jobs ermöglicht und mich auffängt, wenn ich falle.

Auf dem Reeperbahn Festival werden sich viele Singer/Songwriter und Newcomer versammeln. Hast du Angst, dort vielleicht unterzugehen?

Nein. Gar nicht. Auch wenn ich manchmal Druck verspüre, freue ich mich darauf. Das wird schön.

Hast du ein besonderes Ziel, das du die nächsten Monate ansteuern möchtest?

Ja. Gerade der Popkurs hat mir gezeigt, was ich alles kann. Der fordert einen heraus, und ich habe so viele musikalische Seiten an mir gefunden, von denen ich nicht wusste, dass sie existieren. Mein Ziel ist es, das unterzubringen in meinen eigenen Sachen. Und ich meine eigene Musik immer mehr zu lieben und zu schätzen weiß.


Emily in Concert

Emily-Mae Lewis könnt ihr beim Reeperbahn Festival 2017 an folgenden Tagen live erleben:

  • Do, 21.09.2017 / 16 Uhr / Miller/ Detlev-Bremer-Straße 16
  • Sa, 23.09.2017 / 22 Uhr /Haspa Filiale / Reeperbahn 70

Nick Cave & The Bad Seeds: Ein Leben in Bildern

Am 9. Oktober diesen Jahres treten Nick Cave & The Bad Seeds in der Sporthalle Hamburg auf – präsentiert von der SZENE HAMBURG. Damit ihr euch auf das Konzert einstimmen könnt, legen wir euch feinsten Lesestoff ans Herz: „Nick Cave – Mercy on me“, eine gezeichnete Biographie von Reinhard Kleist

Nick Cave Autor Reinhard Kleist

Seit 1996 Berliner, geboren bei Köln: Comic-Künstler Reinhard Kleist. /Foto: © Carlsen Verlag by Wolf-Dieter Tabbert

Der deutsche Comic-Künstler Reinhard Kleist weiß, wie man Geschichten visuell in Szene setzt. Seine Comics und Graphic Novels, unter anderem die Erzählung „Cash“, sind vielfach ausgezeichnet worden. Er arbeitet mit expressiven Strichen und zeichnet Bilder, die mitreißen und eine Sogwirkung entwickeln. Echtes Augenfutter und große Kunst.

Sein neuestes Werk: Nick Cave – Mercy on me

nick cave no mercy cover

Musiker, Schriftsteller, Schauspieler, Crooner – Nick Cave ist Kult. Intro- und doch extrovertiert, ein Mensch, bei dem die Grenze zwischen Realität und Kunstfigur verwischt.

Reinhard Kleist hat sich der realen Figur angenommen. Das ist nicht leicht, gerade, weil Cave selber sich schon früh gekonnt zum Mythos stilisierte.  Und so schwankt er zwischen Biographie und szenischen Ausflügen in den Gedankenkosmos des Künstlers. Es gibt da zum Beispiel diese Szene, in welcher Cave abhebt, zum Astronauten mutiert und Papierflugzeuge bastelt, die hinunter zu seiner Geliebten segeln. In diesen Momenten erreicht das Werk seine Höhepunkte, man hat das Gefühl, die Hauptfigur in ihren Gedankengängen und Motivationen zu verstehen. Oder zumindest zu erahnen, wie ein Mensch wie Cave tickt.  Man hätte sich mehr dieser künstlerischen, von der Biographie losgelösten Freiheiten gewünscht.

Dennoch: Der Comic ist lesenswert, ist toll erzählt in starken Bildern und pointierten Sätzen. Ein kleiner Blick in einen komplexen Kosmos voller Schönheit und Untiefen.

Tipp: Der Verlag bietet auf seiner Seite eine Leseprobe an.

Zusätzlich ist jetzt das Artbook „Nick Cave & The Bad Seeds“ erschienen.

 

Nick Cave and the bad Seeds CoverHier greift Kleist auf signifikante Szenen und Stationen aus Caves Leben zurück und interpretiert diese in gezeichneten als auch in gemalten Bildern. Es ist als Hardcover im stylischen Schallplattenformat (30 x 30 cm) erhältlich. Eine gelungene Ergänzung, die sich vor allem um den künstlerischen Kosmos Nick Caves und seiner Band dreht. Und gleichzeitig einen Einblick in Kleists Arbeit wirft.

Hier könnt ihr probeweise in den Comic hineinlesen.

 

 

Reinhard Kleist:

Nick Cave: Mercy On Me. Carlsen Verlag, Hamburg 2017, 328 Seiten, 24,99 Euro
Nick Cave & The Bad Seeds. Artbook, Carlsen Verlag, Hamburg 2017, 92 Seiten, 24,99 Euro

/Text: REM

 

 


Konzert Nick Cave & The Bad Seeds: Hamburg, Sporthalle, 9.10.2017, 20 Uhr, Tickets ab 59,10 Euro. Das Konzert ist fast ausverkauft.

Nick Cave

/ Beitragsbild /Foto oben: Propeller Music & Event GmbH

 

FoodSZENE: Kochen mit der Kitchen Guerilla

Die Kitchen Guerilla war mal wieder für uns unterwegs: Aus Ecuador haben uns Koral und Onur Elci farbenprächtige Leckereien mitgebracht. Bei einem Workshop durften wir von ihnen lernen, was sich alles daraus zaubern lässt. 

Für Foodies ist Ecuador ein Paradies: Unzählige Obst- und Gemüsesorten haben hier ihre Heimat, allein die Kochbanane ist mit drei Sorten vertreten. Ecuador zählt zu den Ländern mit der höchsten Biodiversität. Zum einen liegt das an der Lage am Äquator und den gleichbleibend hohen Temperaturen, zum anderen aber auch am Einfluss der Meeresströmungen und den Anden, deren verschiedene Höhenlagen eine große Vielfalt an Lebensräumen ermöglichen. Ob Hochland, Nebelwald, Küste oder Amazonasdschungel – die verschiedenen Klimazonen liegen hier so dicht beieinander, dass man sie innerhalb weniger Stunden von der Hauptstadt Quito aus erreichen kann.

Die Brüder Koral und Onur Elci von der mobilen Kocheinheit Kitchen Guerilla waren im Mai in Ecuador und haben ihre farbenprächtige Ausbeute anschließend während eines Koch-Workshops in Hamburg präsentiert: Tamarillo, Kakao, Maniok, Salak, Mangostane – diese Produkte findet man hier in keinem Nullachtfünfzehn-Supermarkt. Dafür aber die leckersten Snacks, die ich seit langem gegessen habe: Kochbananen- und Maniok-Chips (el origen Mana oder Bana Fritas sind ab Ende Oktober über www.solvino.de und in allen Budni-Märkten verfügbar). Die dürfen ab jetzt auf keiner Party fehlen. Kochbananen gehören zum Grundnahrungsmittel der Ecuadorianer – und das zu Recht: Sie sind nicht nur eine nährstoffreiche Energiequelle, sondern machen sowohl gekocht, frittiert, gegrillt oder auch gebraten eine gute Figur.

Die Kakaofrucht wird in Ecuador vielseitig eingesetzt, zum Beispiel findet sie in erfrischenden Limonaden Verwendung. Als echtes Luxusgut wird das beliebte Erzeugnis aus der Kakaobohne gehandelt: ecuadorianische Schokolade bzw. die Sorte „Cacao Nacional de Arriba“, eine weltweit geschätzte Spezialität. Besonderer Pluspunkt: Kleinbauern haben sich in Kooperativen zusammengeschlossen und verkaufen ihre hochwertige Schokolade direkt an die Konsumenten und Einzelhändler. So bleibt der Großteil des Gewinns in den Kooperativen.

Unverzichtbar für jeden Ecuador-Fan, zu denen ich mich neuerdings zähle, ist der federleichte Toquilla-Hut (auch bekannt als Panamahut). Hier die gute Nachricht: Er steht wirklich jeder Kopfform. Je feiner die Faserstränge, aus denen sie gewebt sind, desto höher die Qualität. Im Idealfall kann man die Hüte knüllen und zusammenrollen, ohne dass sie zu Schaden kommen. Hochwertige Toquilla-Hüte erkenne man daran, dass sie sich anfühlten wie ein Babypopo, sagt Onur Elci. Er muss es wissen. Das traditionelle Weben der kultigen Kopfbedeckung wurde übrigens 2012 von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt.

Kitchen Guerilla Workshops

Die Jungs von Kitchen Guerilla veranstalten regelmäßig Workshops, Kochsessions, mentale Genussreisen, Food-Discos oder gemeinsame Abendbrote in Hamburg, Berlin und Istanbul. Am 14. September heißt es „Thrill Your Food“ im Hamburger Basecamp: Ob Crostini mit Ziegenkäse, Caramel Crunch mit feurigen Mandeln oder Pannfisch mit Senfkavier und „Sauce Hot-landaise“ – zusammen mit Tabasco interpretiert Kitchen Guerilla deutsche Klassiker in Kombination mit der US-Südstaaten-Küche neu. Das kann heiß werden. Wer dann immer noch nicht genug hat, kann bei der Bloody Mary Night im Anschluss weiter einheizen.

Weitere Infos gibt´s hier: www.facebook.com/kitchenguerilla

Beitragsbild und Fotos: seren dal


Who the fuck is…

 

Foto: Philipp Jung

 

 

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online und in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG.

jasmin.shamsi@vkfmi.de

Frauen gegen die AfD: Neue Kampagne gegen Rechts

Am 24. September geht’s ums Kreuz. Dann entscheiden 61,5 Millionen Wahlberechtigte darüber, wer künftig das Land regieren soll. Jetzt hat sich ein überparteiliches Bündnis gebildet, das vor allem eines will: „Keine AfD im deutschen Bundestag!“ Heute startet dazu die Social-Media-Kampagne der Frauen* gegen die AfD (#FgdAfD)  

„Unsere Demokratie ist in Gefahr“, sagt #FgdAfD-Initiatorin Carolin. Ihren Nachnamen möchte sie nicht veröffentlichen. Grund: Der Gegenwind scheint unausweichlich, aber er sollte es so schwer wie möglich haben. „Man soll uns nicht gleich mundtot machen“, betont die 44-Jährige. Die letzten 14 Tage vor der Bundestagswahl wollen sie und ihre Mitstreiter*innen dazu nutzen, das wahre Gesicht der Partei, die sich selbst als „bürgerlich-demokratisch“ bezeichnet, zu zeigen. Und das sei durch und durch rechtspopulistisch und stütze sich auf einen „krassen Antifeminismus“, wie Carolin betont. „Viele wissen leider gar nicht, was die AfD für ein Frauenbild hat.“ Mit ihrer Video- und Social-Media-Kampagne wollen die Frauen* gegen die AfD darum die Aufmerksamkeit auf die Frauen- und Familienpolitik der AfD lenken. „Diese Partei vertritt nicht nur rassistische, völkische und antiislamische Inhalte“, sagt die Initiatorin der Kampagne. „Durch die Ablehnung von Frauenförderung, Gender-Mainstreaming und Quoten sowie das Propagieren einer traditionellen Geschlechterordnung wird auch eine frauenfeindliche Politik verfolgt.“

Frank Spilker: „Wenn eine Partei mit menschenverachtenden Positionen auf Stimmenfang geht, sollte man nicht nur Frauen darin unterstützen, sich zu wehren, sondern jeden.“

Vorbild des Bündnisses: Die österreichische Kampagne „Frauen gegen Hofer“, die vor der letzten Bundespräsidentenwahl an den Start gegangen ist und sich gegen die rückständige Frauenpolitik der FPÖ und deren Kandidaten Norbert Hofer stark machte. Mit den Initiatorinnen hatte Carolin Kontakt aufgenommen, nachdem sie aus ihrer Schockstarre erwacht war: „Erst der Brexit, dann Donald Trump und dazu jede Menge europafeindliche und antidemokratische Länder wie Ungarn, Türkei und Polen  – wir dürfen nicht untätig daneben sitzen und zuschauen, wie die Demokratie den Bach runter geht.“ Durch Aufklärung über die frauenfeindliche Politik der AfD will das Bündnis jetzt vor allem potenzielle Nichtwähler*innen und auch AfD-Sympathisant*innenmotivieren, zur Wahl zu gehen und sich für die Demokratie einzusetzen. Und das bedeutet: „Auf keinen Fall die AfD wählen!“ Denn eine Stimme für die AfD sei nicht nur eine Stimme für Rechts, sondern auch eine Stimme gegen die Frauenrechte.

Über die sozialen Medien werden zu diesem Zweck ab heute Videobotschaften unter dem Hashtag #FgdAfD verbreitet. Das Bündnis hatte frauenfeindliche und antifeministische Zitate der AfD aus den Programmen und anderen Schriften der Partei, Protokollen von Landtagssitzungen und Äußerungen aus sozialen Medien gesammelt.Passant*innen und Personen des öffentlichen Lebens wurden mit diesen Zitaten konfrontiert und ihre Reaktionen gefilmt. Zusätzlich werden die Frauen* gegen die AfD von Personen des öffentlichen Lebens unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Autorin Simone Buchholz, der Journalist Michalis Pantelouris, die Schauspielerin Pheline Roggan und Frank Spilker, Autor und Sänger der Band „Die Sterne“. Zwei Wochen lang bis zur Bundestagswahl werden nun auf Facebook, Twitter und YouTube die Videoclips mit den Reaktionen veröffentlicht.

Michalis Pantelouris: „Das Programm der AfD reduziert Frauen zu Bürgern zweiter Klasse. Ich erziehe aber zwei erstklassige Töchter. Deshalb unterstütze ich die #FgdAfD.“

„Wir wollen auf keinen Fall unvorbereitet vor dem Ergebnis der Bundestagswahl stehen, sondern handeln, bevor es zu spät ist“, betont Carolin. „Wir werden nicht alle dieselbe Partei wählen, aber wählen wird jede von uns, denn wir sind überzeugte Demokratinnen“, sagt sie und fügt hinzu. „Und wir wollen verhindern, dass die AfD in den Bundestag einzieht.“

Text: Ilona Lütje

Weitere Informationen und jeden Tag ei neuer Film unter:

www.frauengegendieafd.org

Wer die #FgdAfD unterstützen möchte, kann per E-Mail Kontakt aufnehmen: fgdafd@posteo.de

 

Das Gin-Tasting zum Feierabend: Gintastisch!

Gin-Tasting von SZENE HAMBURG und Hamburger Abendblatt: Das Lifestyle-Event rund um guten Gin!

Nie war Gin gefragter als heute! Genießen Sie ein exklusives Gin-Tasting mit lockeren Talks, spannenden Geschichten und interessanten Gästen. Fünf Gin-Bars zusammen mit drei Top-Tonic-Herstellern bieten zahlreiche Gin-Tonic-Variationen. Außerdem genießen Sie leckeren Burger, frisch vom Grill, mit Blick auf den Spielbudenplatz.

Begleitet wird der Abend von Schauspieler und Moderator Marek Erhardt.

Wir freuen uns auf beste Feierabendstimmung! Unser Versprechen – es wird gintastisch.

Tickets gibt’s unter www.abendblatt.de/leserevents

Kukuun
26.10.17, 19 Uhr

 

BierSZENE – Das sind die verrücktesten Biere des Sommers

Good, better, Craft Bier! – Die verrücktesten Biere des Sommers. Bier-Sommelier und Kolumnist Daniel Elich kennt sie

Craft Beer Days

Klassentreffen der Brauereien bei den Craft Beer Days. Foto: Craft Beer Days

Die Summer Craft Beer Days haben’s mal wieder gezeigt: Hamburg hat verdammt großen Durst – und so richtig Bock auf Bier! Letztes Wochenende hielten 4.500 Hanseaten in den Schanzenhöfen ihre Gläser unter die Hähne. Ihr Objekt der Begierde: Bier, Bier und noch mehr Bier. Genauer gesagt: 125 Craft-Biere von 28 Brauern aus ganz Europa. Auch ich hab mich durchprobiert von Aprikosen-Bier bis Fischsaucen-Brew.

Hier kommen meine größten Sommer-Schätzchen für euch:

Affenkönig & Aprikosenaufstand
Brew Age

Affenstarker Auftritt von Brew Age. Foto: privat

 

8,2 % und kein bisschen leise: Der Affenkönig von Brew Age ist ein echt imperiales IPA. Mega fruchtig, hammerherb. Damit hat die Wiener Brauerei einen bierischen Hit gelandet, den ich auch in Kürze im Alten Mädchen an den Hahn hole. Ein absoluter Summer’s Favorite!


Wem bei den affenstarken Umdrehungen zu schnell die Birne knallt, der kann sich auch auf den Aprikosenbaum retten. Denn gemeinsam mit der Zagovor Brewery aus Moskau hat Ratsherrn ein famoses Apricot Sour Wheat Ale gebraut. Sein Name: Apricot Uprising. Sein Style: irre frisch-fruchtig und ein bisschen sauer. Kein Wunder, is ja auch ein Sauberbier.

Gose Morning & Good Afternoon
Craft Beer days Bunthaus

Jen und Jens von Bunthaus: Neues aus Wilhelmsburg. Foto: Bunthaus

Apropos Sauerbier: Der Preis für das verrückteste Hamburger Bier des Sommers geht an … (Trommelwirbel) … Jens und Jens von Bunthaus aus Wilhelmsburg! Mit ihrer Gose Morning Vietnam haben sie den Vogel abgeschossen. Ich zitiere: „Diese Gose wurde mit Limette, Zitronengras und Koriander gebraut. Das stiltypische Salz haben wir durch vietnamesische Fischsauce ersetzt.“ Yesyesyes, richtig gehört: Bier mit FISCHSAUCE! Wie immer gilt: Nur die Harten kommen in den Biergarten, nur die Extra-Harten in den Bierhimmel. Will heißen: Probiert dieses Bier! Es ist ein Erlebnis.

Craft Beer Day

Next Level please. Foto: Jennifer Meyer

Jede Menge erleben könnt ihr auch mit dem Earl Grey IPA Five O’Clock von Next Level Brewing aus Wien. Das India Pale Ale mit schwarzem Tee weckt Kopf und Geschmacksknospen. In der letzten Kolumne hab ich ja schon einmal davon berichtet, jetzt konnte ganz Hamburg das fancy Craft Beer kosten – und ist: very amused. Wer’s verpasst hat: Auch das gibt’s in Kürze im Alten Mädchen am Hahn.

Und was geht sonst so?

Ich könnte noch ewig weitermachen – mit den Superbieren der Superfreunde, der knallpinken Vancouver Weiße von Steamworks und, und, und. Aber: Für heute ist erstmal Schluss. Nur noch eine Sache unter uns: Sauerbier wird DER Trend in 2018. Top, die Wette gilt …

Vancouver meets Berlin: Vancouver Weiße – mit Himbeeren knallig gepimpt

In diesem Sinne: Prost!

Euer Daniel

/ Beitragsbild: Henning Angerer


Daniel Elich

Foto: Altes Mädchen

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!

 

 

Nordstarter Crowdfunding Contest. Das sind die Gewinner

Seit dem 29. Juni haben 14 kreative und innovative Projekte insgesamt 1.125 Unterstützer für sich überzeugt und dabei über 50.000 Euro eingenommen. Gemeinsam mit der Hamburger Kreativ Gesellschaft konnten wir am 7. August die ersten drei Plätze küren.

Was die Macher der drei Projekte während des Contests gelernt haben und wie es jetzt für sie weitergehen soll, erzählen sie hier.