Open Air – 5 Sommerkinos für Hamburg

Zeit für große Gefühle an der frischen Luft! An diesen Orten könnt ihr feines Arthouse-Kino und aufwändig produzierte Blockbuster gucken, während der Wind mit euren Haaren spielt und Grashalme eure Füße kitzeln.

1. 3001 – Filmnächte …

… am Millerntor. Ja, sie sind wieder da! Nach drei Jahren kehrt das Stadtteilkino ins St. Pauli-Stadion zurück. Genauer gesagt: in die Südkurve. Hier zeigt das 3001 Kino vom 18. bis 25. Juli einen Mix aus Dokus und anspruchsvollen Kassenschlagern (u. a. „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, 20.7., „Aus dem Nichts“, 21.7.). Beginn ist um 22 Uhr, Einlass ab 21 Uhr.
www.3001-kino.de

2. B-Movie am Stintfang

Am 21. Juli packt das B-Movie Filmprojektor, Grillzeug und Getränke ein – ab zum Paula-­Harpinski-Platz, zum legendären Kino-Open-Air vor berauschender Hafenkulisse! Traditionell gibt es hier einen 16-Millimeter-Klassiker zu sehen, und mit „Der Würgeengel“ (MEX 1962) von Luis Buñuel hat das B-Movie-Team einen künstlerischen Knaller herausgewühlt. Bei schlechtem Wetter findet die Vorstellung im Kinosaal statt. Beginn ist um 22 Uhr.
www.b-movie.de

3. ElbFilmKunst

Schöne Filme an schönen Orten, das ist ElbFilmKunst. Dem Bienensterben widmet sich der Dokumentarfilm „More Than Honey“, gezeigt am 30. Juni im August-Lütgens-Park in Altona (21.40 Uhr, Eintritt frei). An den darauffolgenden Samstagen wird aufgrund von Bauarbeiten nicht der Beselerplatz, sondern der Cranach-Park in Othmarschen zum Kino: Gezeigt werden „Sexy Beast“ (7.7., 21.40 Uhr), „Synecdoche, New York“ (14.7., 21.30 Uhr) und „Ex Machina“ (21.7., 21.20 Uhr). Am 28. Juli geht es an den Blankeneser Elbstrand. Auf dem Programm: „Sonatine“ (21.10 Uhr), ein mörderischer Yakuza-Film aus 1993.
www.elbfilmkunst.de

4. Schanzenkino

Großes (Blockbuster-)Kino mitten im Sternschanzenpark (siehe Beitragsbild). Vor der 128 Quadratmeter großen Leinwand gibt es ausreichend Stühle für alle Zuschauer, auf Decken lümmeln ist aber auch kein Problem. Eine Stunde vor Filmbeginn wird auf der Wiese gepicknickt – Fressbuden sind vor Ort, Essen mitbringen erlaubt (Grillen nicht). l www.schanzenkino.de St. Pauli Sommerkino Noch mal Millerntor, dieses ­ Mal aber die Nordkurve: Hier gibt es bis 9. Juli täglich – auch bei Regen, die Plätze sind überdacht! – vornehmlich Block­bus­ter zu sehen, z. B. „The Big Lebowski“ (30.6.), „Das Pubertier“ (4.7.) oder „Fuck ju Göhte 3“ (6.7.). Filmbeginn ist jeweils um ca. 21.45 Uhr, Einlass eine Stunde früher.
www.stpauli-sommerkino.de

5. Zeise Open Air

Feines Arthouse-Kino, Sneak Previews und Oscar-Knaller servieren die Zeise Kinos täglich von Mitte Juli an im lauschigen Innenhof des Altonaer Rathauses. Los geht es am 13. Juli um­ 22 Uhr mit der Komödie „Ein Lied in Gottes Ohr“ über die multireligiöse Band eines Rab­bis, eines Pfarrers und eines Imams. Neu in diesem Jahr: Tickets können auch online bestellt werden.
www.zeiseopenair.de

Zusammengetragen von Maike Schade


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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#FCKSTRAWS – Mit Strohhalm? Nein, danke!

Durch Plastikmüll droht den Ozeanen der Kollaps und Meerestieren der Tod. Fuck that – sagen Clubkinder und Green Music Initiative und wollen Plastikstrohhalme aus den Drinks verbannen.

Gigantisch ist die Menge an Plastikstrohhalmen, die in Hamburger Bars und Clubs in nur einer Nacht über den Tresen geht. „Ständig in jeden Drink einen Strohhalm zu stecken, ist dumme Gedankenlosigkeit“, sagt Ole Müggenburg. Der Sprecher des gemeinnützigen Clubkinder e. V. hat gemeinsam mit der Green Music Initiative in Hamburg die Kampagne „#fckstraws – Love Party Hate Plastic“ an den Start gebracht hat – für ein nachhaltiges Nachtleben. Dabei sind Hamburgs Gastronomen gefordert: Möwe Sturzflug, Central Park und Moondoo ziehen schon mit. Ein Sticker an der Theke soll die Gäste auf die Aktion und das Plastikproblem aufmerksam machen. „Wir wollen das Thema mit Spaß vermitteln und nicht als Moralapostel auftreten“, so Müggenburg. Ein kleiner erster Schritt auf einer großen Mission, die mühsam, aber nicht aussichtslos erscheint.

Schwimmende Gefahr

Mit ihrer Initiative kommen Müggenburg und seine Mitstreiter der EU-Kommission zuvor: Die gab im Mai dieses Jahres in ihrer Plastikstrategie bekannt, dass sie Strohhalme und an­- dere Einwegprodukte verbieten will, um die Müllflut einzudämmen. Doch die Mühlen der Büro­kratie mahlen äußerst lang­sam und vor 2019 wird es voraussichtlich keine verbindlichen Gesetze geben.
700 Kilogramm Plastikmüll landen jede Sekunde in den Ozeanen. Die EU-Kommission untersuchte 2017, woraus dieser zusammengesetzt ist. Das Ergebnis: Strohhalme werden ­besonders häufig an den Strän­- den angeschwemmt. Allein in Deutschland werden jährlich 40 Milliarden von ihnen verbraucht. Ein Video, das 2017 ­viral ging, zeigt, wie sich ein Strohhalm im Nasenloch einer Meeresschildkröte verfängt – sie ­atmet schwer und blutet. Vor allem die dünne, längliche Form des Trinkhalms ist ein Problem, da sie die schädliche Wirkung potenziert. Die Tiere halten den Halm für Futter, verschlucken das unverdauliche Teil und verhungern dann mit vollem Magen. Auch, wenn Strohhalme nur einen kleinen Teil des Mülls ausmachen – sie sind ein Symbol für die Milliarden Tonnen von unsinnigem Plastikmüll, der in den Meeren landet.

Pioniere hinter der Bar

„Indem wir zukünftig keine Plastikstrohhalme mehr verwenden, wollen wir unsere Gäste für dieses Thema sensibilisieren“, sagt Alexander Kulick, Co-Betreiber vom moondoo auf der Reeperbahn. Er und sein Team wollen den Strohhalm nicht verdammen, sondern suchen nach Alternativen aus Glas und Maisstärke Keine leichte Aufgabe, denn die umweltfreundliche Variante ist teuer und für die Gäste erst mal ungewohnt. „Das große Umdenken hat noch nicht stattgefunden“, sagt Ku- lick, „die Gastronomie ist nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegt.“ Nach dem Benutzen müssen die Strohhalme eingesammelt, zwischengelagert und dann in der Spülmaschine gereinigt werden. All das kostet mehr Zeit und Aufwand, als Plastikmüll wegzuwerfen. Doch Kulick nimmt die Herausforderung an und will zeigen, dass es auch anders geht. Im moondoo schlürfen die Gäste seit Juni ihren Drink durch einen Glashalm. „Wir sind weit davon entfernt, ökologisch perfekt zu sein. Aber wir wollen uns dem Thema öffnen und neue Wege gehen.“

Text: Sabrina Pohlmann
Beitragsbild: Marcel Kuhls

#FCKSTRAWS ist nur der Anfang. Unter dem Motto #FCKPLASTIC folgen weitere Aktionen.

www.greenmusicinitiative.de
www.fckplastic.org


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FoodSZENE – Mehr Transparenz im Kaffeehandel

Wir zahlen zu wenig für unseren Kaffee. Wenn man bedenkt, was für den Kaffeebauern am Ende übrig bleibt, ist das nicht vertretbar!

Peter Roberts, Professor an der Goizueta Business School in Atlanta, fordert mehr Transparenz im Kaffeehandel. Der Kaffeemarkt unterliege starken Preisschwankungen und die Erzeuger seien am Ende – wie so oft – die Leidtragenden. Kaffee ist eines der wichtigsten Exportprodukte von Entwicklungs- und Schwellenländern wie Brasilien, Vietnam, Indonesien, Kolumbien und Äthiopien. Das größte Stück vom Kuchen teilen sich allerdings andere: Zwischenhändler, Exporteure, Importeure, Agenten, Makler, Röster, etc. Roberts Vorschlag: die Informations- und damit Verhandlungsgrundlage zwischen allen Beteiligten in der Handelskette zu verbessern. Für diesen Zweck hat er die Plattform Transparent Trade Coffee ins Leben gerufen: Hier kommen Röster und Konsumenten zusammen, um sich auszutauschen und über Preisschwankungen auf dem Laufenden zu halten. 30 internationale Röstereien sind schon dabei, darunter auch das Hamburger Kollektiv Quijote, das seine Rohkaffees direkt bei kleinbäuerlichen Produzentengemeinschaften einkauft.

Mutig: Quijote macht nicht nur Kaufverträge und Preiskalkulationen öffentlich, sondern auch Produktionsverfahren, Rezepturen und Röstprofile. Eine Offenheit, die ihre Risiken birgt. Umso wichtiger, dass weitere Röstereien nachziehen. Vom 25. bis 27. Juni 2018 wurde das zweite Transparency Colloquium in der Design Factory in Hamburg veranstaltet, um den Vernetzungsgedanken weiter voranzubringen. Zu Gast waren bekannte Akteure aus dem Speciality-Coffee-Sektor wie Meredith Taylor von Counter Culture Coffee, Peter Dupont von The Coffee Collective, Sebastian Simsch von Seattle Coffee Works und Jonas Lorenz von Cross Coffee. Wie weit kann und darf das Offenlegen von Preisstrukturen gehen? Der letzte Veranstaltungstag ließ einige Teilnehmer nachdenklich zurück. Bei der Mehrheit überwog allerdings die revolutionäre Aufbruchstimmung. Wie heißt es doch so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

Noch mehr #FoodSZENE?


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken

 


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Top 5 – Wer backt Hamburgs beste Pizza?

Ohne den italienischen Klassiker können wir nicht. Wer ihn am besten drauf hat, verraten wir hier.

Sortierung alphabetisch und nicht nach Platzierung
Beitragsfoto: Jill

1. Die Pizzeria

In dem klitzekleinen Pizzarestaurant in Eppendorf sieht man den Teller vor lauter Pizza nicht. Da der Boden hauchdünn ist, schafft man hier ganz alleine eine der Riesenpizzen. Belegt sind sie entweder mit Scampi, frischem rohen Thunfisch oder Anchovis und Kapern. Das schmeckt so gut, wir kommen gerne wieder.

€€ Eppendorfer Landstraße 165 (Eppendorf), Telefon 46 77 65 66, Mo-So 12–23 Uhr, Kreditkarten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.diepizzeria.eu

2. Jill

Bei Jill in den altehrwürdigen Schanzenhöfen dreht sich alles um Pizza, aber nicht um irgendwelche. Hier wird der knusprig-fluffige Teig mit allerlei Belag in Bio-Qualität im original neapolitanischen Ofen gebacken. Heraus kommt richtig gute Pizza. Lauschige Sommerabende kann man wunderbar im Biergarten genießen.

€€ Bartelsstraße 12 (Sternschanze), Telefon 64 04 05 00, Mo-Fr 7.30–23, Sa-So 8.30–24 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte

3. Pauli Pizza

Die winzige Pizzeria auf St. Pauli ist richtig sympathisch. Sitzplätze sucht man vor allem abends vergeblich, dafür kann man sich auf geschmacklich hervorragende Pizza verlassen. Die kleine oder große Margherita bildet die Basis, die restlichen Zutaten können wild nach individuellen Wünschen kombiniert werden.

€ Talstraße 22 (St. Pauli), Telefon 67 30 30 46, Mo-Mi 12–0, Do 12–1, Sa-So 12–3 Uhr; Kreditkarten: keine

4. Pizza Bande

die Pizza Bande in Hamburg

Pizza von der Pizza Bande in Hamburg

Pizza von der Pizza Bande in Hamburg

Die rustikale Pizzeria in einer Seitenstraße der Reeperbahn ist richtig entspannt. Bei einem Blick in die offene Küche kann man bei der Fertigstellung der selbst zusammengestellten Pizza zuschauen. Die Zutaten kommen frisch von lokalen Gemüsehändlern. Ein Paradies für Veganer und Vegetarier, da es genügend Alternative zur klassischen Salami Pizza gibt!

€ Lincolnstraße 10 (St. Pauli), Mo-Do 12.30–22, Fr 12.30–23, Sa 13.30–23, So 13.30–22 Uhr, Kreditkarten: keine; www.pizza-bande.de

5. Überquell

Überquell Biergarten in Hambrg Foto: Jupiter Union

Foto: Überquell

Eine eigene Brauerei, eine große kunterbunte Terrasse und Pizza aus original neapolitanischen Pizzaöfen – Was will man mehr? In den Riverkasematten auf St. Pauli kommen Margherita und Co auf den Tisch und sind schon optisch ein Hingucker. Der Teig ist fluffig und die Zutaten frisch. Wir sind Fans.

€€ St. Pauli Fischmarkt 28–32 (St. Pauli), Telefon 33 44 21 26 0, Mo-Do ab 17, Fr-So ab 12 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard; EC-Karte; www.ueberquell.com


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Diese Topliste stammt aus unserem Gastro Guide. Der Gastro Guide SZENE HAMBURG Essen+Trinken 2018/2019 ist am 19.4.2018 erschienen und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Schreberleben – Der Kuckuck und die Laube

Raus aus der Stadt, rein ins Landleben – Im Schrebergarten begegnen wir der Hektik des Alltags mit Schneckenhotels und dreckigen Händen.

Zu viert stehen wir vorm Hochbeet. Die Nasenspitzen dicht über dem Boden tasten wir mit den Fingern über das Beet, um herauszufinden: „Welches Radieschen ist schon reif ?“ An einigen Stellen lugt deutlich die rote Schale aus der Erde hervor. Vorsichtig ziehen wir an den haarigen, leicht stacheligen Blättern die ersten kleinen Knöllchen raus – und beißen rein. Erfrischende Schärfe, leichte Süße, knackige Saftigkeit – das ist mal gar kein Vergleich zu den Radieschen aus dem Supermarkt.

Der Anfang

Vor drei Jahren kam der Schrebergarten zu uns. Genaugenommen in unseren Facebook-Messenger. Eine Freundin schwärmte von dem Gartenverein. „Da wehen keine Deutschlandfahnen, die Dove-Elbe ist zum Baden ganz nah, die Mischung an Pächtern ist angenehm und das Beste ist: Es gibt noch ein paar freie verwilderte Parzellen.“ Mit Bullerbü im Kopf und Baby im Bauch fuhren wir zur Besichtigung und sagten spontan zu. Die Laube vom Typ Flottbek aus den 1970er Jahren war nicht gerade günstig, aber in einem frisch renovierten Zustand, was uns als junge Familie mit bald zwei kleinen Kindern sehr gelegen kam. Das war im Spätsommer 2015. Dann laufen in den meisten Gartenvereinen die Kündigungsfristen aus. Der ideale Zeitpunkt also, sich um eine eigene Gartenlaube zu kümmern.

Vom Baum in den Mund.

Viel zu tun

Mit der neuen Laube bekamen wir auch einige Auflagen: Den hohen Rasen mähen, die Hecke schneiden, die Fassade der Hütte streichen und das Gartentor reparieren. Im Februar musste der 40 Jahre alte Apfelbaum beschnitten werden, im März platzte die Wasserleitung, im April entdeckten wir eine morsche Stelle unterhalb des Dachfensters und im Mai nervten die misstrauischen Blicke der Nachbarn. Aber spätestens ab dem Wochenende im Juni, als wir das erste Mal in der Hütte übernachteten, waren wir angekommen. Der Blick auf die große Schafsweide, das Rauschen der hohen Linden, das ferne Rufen des Kuckucks und das feuchte Gras zwischen den Zehen am Morgen. Ja, das war tatsächlich wie in Bullerbü.

Faszination Schneckenschleim.

Angekommen

Von März bis Oktober fahren wir jetzt fast jedes Wochenende in den Garten. Wir haben kleine Rituale, wie den morgendlichen Ausflug zur Dorfbäckerei. Dabei nimmt der Vater den Sohn auf dem Gepäckträger mit. Die wilde Jungsbande zimmert Schneckenhotels und hilft hoch motiviert mit, tiefe Löcher zu schaufeln. Wir bewundern Babyspinnennester und jeder von uns hatte schon eine Zecke. Dieses Jahr ernten wir hoffentlich unsere ersten Kürbisse, die die nette Nachbarin während der Hitzewelle so zuverlässig gießt. Am Abend sitzen wir mit unseren Gartenfreunden auf der Terrasse, bis wir erschöpft und zufrieden ins Bett fallen. Und alle diese Eindrücke, das Obst und Gemüse nehmen wir dann am Montag mit in die Stadt.

Text & Fotos: Alessa Pieroth

Mehr zum Thema Sommer in der Stadt findet ihr in der gedruckten SZENE HAMBURG. 

Darunter:

QUAAAK! Eppendorfer Moor – Es ist wieder soweit. Im Sommer werden die Großstädter von der Sehnsucht nach Natur und Entschleunigung befallen. Die kann erfüllt werden – und das mitten in Hamburg, Eine Schnellkur für die Sinne zwischen Gräsern, Gänsen und Gezilpe; Text: Erik Brandt-Höge

ABGEHEN ODER ABHÄNGEN Endlich Urlaub! Und nun? Loslegen und Körper und Geist in Schwung bringen? Oder einfach mal nichts tun? Eine Anleitung; Texte: Sabrina Pohlmann & Maike Schade

Zurück zu den Wurzeln Urban Gardening – Pflanzen, gießen, ernten – gemeinschaftliches Gärtnern liegt im Trend. Immer mehr grüne Oasen für Jedermann entstehen in der Stadt. Wir haben verschiedene Porjekte besucht, die zeigen: Wer mitmacht, gewinnt mehr als eine handgezüchtete Zucchini; Text: Sophia Herzog

CAMPING Drei Plätze, drei Welten: Wir haben in und um Hamburg gecampt und Lieblingsorte für den Urlaub vor der Haustür gefunden; Texte: Erik Brandt-Höge


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Meet the Resident – Patlac

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG präsentiert von Hamburg Elektronisch Resident DJs vor. Diesmal mit Patlac (35), DJ seit 1999, beim Label liebe*detail.

Dein Sound?
House und Techno.

Größter Moment als DJ?
Immer dann, wenn sich etwas zwischen dir und dem Publikum entwickelt, eine Verbindung entsteht und die Gäste Spaß an der Musik haben die ich in dem Moment ausgewählt habe.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?
Mit Freunden kann ich überall Spaß haben. Wenn es um elektronische Musik geht würde ich wohl den Pudel oder das PAL ansteuern.

Welchen DJ würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?
Eurokai! Toller Dj, mit tollem Geschmack.

Platte des Monats?
Afriqua – Vice/Principle / R&S Records

Hamburgs Stärken?
Die „Unaufgeregtheit“ die in der Stadt herrscht. Und damit meine ich nicht „emotionslos“ sondern eher die entspannte Grundstimmung.

Und die Schwächen?
Schlechte Radwege.

Lieblings-Ort in Hamburg?
Unten am Hafen wo die großen Schiffe schlafen.

Schrecklichste Gast-Frage?
Schwer zu definieren, denn wenn sich mal ein Gast ein Bier bei mir bestellt hat oder sich einen Track wünscht, der so gar nicht passt, empfinde ich es eher als witzig als schrecklich.

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?
Ich würde ungern einen einzelnen hervorheben wollen. Ich denke auf die ganze Hamburger Szene sollte man ein Auge haben.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?
Jeder Gig in Hamburg ist etwas Besonderes, denn es ist nicht immer leicht die Gäste sofort von dir zu überzeugen. Allerdings wenn du es schaffst bleiben sie treu bei dir.

Wo kann man dich als nächstes hören?

In Hamburg etwa alle zwei Monate im PAL, ansonsten werden Berlin, Barcelona, Kiel, San Francisco und New York die nächsten Stationen sein.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 


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Kühles Nass – Wo wir in Hamburg am liebsten baden gehen

Der schönste Badesee ist natürlich Ansichtssache, aber bei den folgenden kommt definitiv jeder auf seine Kosten – und zwar in der ganzen Saison vom 10. Mai bis 9. September. Ach so, eine Sache noch: Die Badewasserqualität sieht in Hamburg übrigens durchweg sehr gut aus! An diesen 4 Badeseen hüpfen wir besonders gern ins Wasser.

 

1. Boberger See

(siehe Beitragsfoto)

Der circa 7,9 Hektar große See ist mit seinem vielseitigen Umland ein besonderer Spot für Naturliebhaber. Mitten im Naturschutzgebiet Boberger Niederung bei Bergedorf gelegen, lässt er sich gut mit der Bahn S21 Haltestelle Mittlerer Landweg und einem anschließenden 40-minütigen Spaziergang erreichen. Für Eilige bietet sich der Bus 330 Richtung Billstedt an, Ausstieg an der Station Billwerder Kirche – dann sind es nur noch 15 Minuten zu Fuß. Nun aber zum See: Seine maximale Tiefe beträgt 11,5 Meter bei einer Breite von knapp 400 Metern. Gespeist wird der Boberger See durch Grundwasser und überzeugt damit mit einer ausgezeichneten Badewasserqualität. Die Badestelle befindet sich am nordöstlichen Ufer und misst einen über 16 Meter langen Strandlauf plus Liegewiese. Wenn das nicht verlockend klingt! Am Südufer gibt es ein FKK-Gelände, also Vorsicht vor unliebsamen Überraschung für Leute, die sich augenscheinlich schnell aus der Fassung bringen lassen. Entstanden ist der See übrigens um 1950 bei einer Ausbaggerung zur Kiesabtragung für den Bau der A1. Heute gewinnt er immer mehr an Beliebtheit und ist definitiv einen Ausflug wert. Und wer schon mal da ist, dem seien die Boberger Dünen ebenfalls ans Naturherz gelegt – Hamburgs letzte Wanderdüne inmitten von Heidekraut und Marschwiese.

Adresse: Billwerder Billdeich
Anreise: S21 bis Mittlerer Landweg
Grillen erlaubt: Nein
Sandstrand: Ja
Liegewiese: Ja
Parkplatz: Nein
Nichtschwimmerbereich: Nein
Toiletten: Ja
Shops: Kiosk im Besuchergarten
Hunde erlaubt: Ja, an kurzer Leine

2. Hohendeicher See

Badeseen in Hamburg: der Hohendeicher See Foto: Philipp Schmidt

Er wird auch Oortkatensee genannt und liegt mitten in den Marschlanden im Bezirk Bergedorf. Direkt hinter dem Elbdeich erstreckt er sich mit einer Fläche von circa 62 Hektar. Beachtlich! Bei der Größe ist klar: Es gibt mehr als eine Badestelle und ordentlich Platz für viele Menschen. Bekannt und beliebt sind folgende: Eine am westlichen Ufer mit kleinem Sandstrand und Liegewiese, die andere am südlichen Ufer – großer Strand und ebenfalls viel Platz um in die Horizontale zu gehen. Genutzt wird das kühle Nass nicht nur von erholungsbedürftigen Besuchern, sondern auch von der einen oder anderen Wasserratte. Wie jetzt?! Keine Panik: Von Zeit zu Zeit sind Taucher, Segler, Paddler und Surfer anzutreffen. Manchmal lässt sich auch das eine oder andere Partyvolk hier nieder. Nichtsdestotrotz lässt sich das umliegende Land sehen: Grün, Grün, Grün, wohin das Auge blickt! Kein Wunder, wurde der See doch bereits 1977 als Landschafts- schutzgebiet ausgewiesen und vegetiert seitdem friedlich vor sich hin. Das freut natürlich die Tier- und Pflanzenwelt, die sich hier herrlich verbreitet und Lebensraum für sich beansprucht. Also: Respekt vor der Umwelt. Versteht sich hoffentlich von selbst. Noch ein Fakt für den nächsten Smalltalk: Anfang Juni ist der Hohendeicher See Austragsort des Vierlande-Triathlons. Erst werden 500 bis 1.500 Meter geschwommen, dann eine zehn Kilometer-Radstrecke zur Tatenberger Schleuse zurückgelegt und schlussendlich zurück zum Seeufer gelaufen. Äußerst sportliche Angelegenheit! Ruhesuchende sollten am 3. Juni eine andere Badestelle anvisieren.

Adresse: Overwerder Hauptdeich
Anreise: S21 Tiefstack
Grillen erlaubt: Ja
Sandstrand: Ja
Liegewiese: Ja
Parkplatz: Ja
Nichtschwimmerbereich: Nein
Toiletten: Ja, barrierefrei
Shops: Nein
Hunde erlaubt: Ja, an kurzer Leine

3. See im großen Moor

Hamburgs beste Badeseen: Großmoor Foto: Philipp Schmidt

Raus aus Hamburgs Gefilden und hinein ins niedersächsische Seevetal. Ganz easy mit der Regionalbahn oder dem Bus zu erreichen, liegt der 21 Hektar große See zwischen den Stationen Meckelfeld und Maschen. Umgeben von Feldern, Marschland und Mini-Wäldern lässt sich hier in der Sonne wunderbar entspannen. Aber Achtung! Folgendes sollte beim Genießen des kühlen Nass beachtet werden: Es gibt erstens keine Badeaufsicht. Und der See ist zweitens 21 Meter tief. Das ist nicht ohne! Nichtsdestotrotz ist dieser ehemalige Baggersee heute ein beliebtes Ausflugsziel zum Baden und Seele baumeln lassen. Das haben sich auch einige Sportbegeisterte gedacht. So treffen am See im großen Moor Surfer, Segel und Modellboot-Fahrer aufeinander. In der Idylle ist Grillen erlaubt, allerdings mit Vorsicht: Dadurch, dass es keine offizielle Aufsicht gibt und der Aufenthalt in und um den See auf eigene Verantwortung hin geschieht, sollte der Grill nicht den Boden berühren. Also möglichst keine Einweggrills verwenden (die sind eh total umweltschädlich). Wegen des moorigen Untergrunds können schnell Schwelbrände entstehen, die nur schwer unter Kontrolle zu bekommen sind. Nachdem die Asche verglüht und die Mägen gefüllt sind, bietet sich die 2,4 Kilometer lange Strecke um den See für einen gemütlichen Verdauungsspaziergang geradezu an.

Adresse: Zum Großen Moor (Seevetal)
Anreise: RB31 bis Meckelfeld
Grillen erlaubt: Ja, aber verantwortungs­bewusst: Es gibt keine offenen Feuer­stellen. Grillbehältnisse sollten nicht den Boden berühren
Sandstrand: Ja
Hunde erlaubt? Ja, an kurzer Leine

4. See hinterm Horn

Wo sind Hamburgs beste Badeseen? Der See hinterm Horn gehört dazu. Foto: Philipp Schmidt

Unweit des Allermöher Sees plätschert der See hinterm Horn vor sich hin. Eine gute Alternative, falls drüben mal zu viel los sein sollte. Der versteckte, circa zehn Hektar große See liegt zwischen der A25 und der Dove-Elbe. Früher wurde hier Kies abgebaut. Er wird von Grundwasser gespeist, was ihn besonders klar und sauber macht. Die Badestelle mit Sandstrand liegt am nordwestlichen Ufer. Eine ungefähr 20 Meter breite Liegewiese bietet Platz zum Verweilen, einem Picknick oder einfach nur in der Sonne dösen. Mini-Waldgebiete spenden Schatten und umliegende Felder geben dem Landschaftsbild eine Atmosphäre, als wären Besucher mitten auf dem Land. Kein Wunder! Sind doch auch hier die Vier- und Marschlanden gleich zur Stelle, die eigentlich immer einen Ausflug wert sind. Wer also Lust hat auf besonders viel Ruhe, dem sei dieses Fleckchen Erde empfohlen. Denn hier verirren sich nicht so viele Besucher hin, wie an andere Seen.

Adresse: Allermöher Deich
Anreise: S21 bis Mittlerer Landweg
Grillen erlaubt: Ja
Sandstrand: Ja
Liegewiese: Ja
Parkplatz: Ja
Nichtschwimmerbereich: Nein
Toiletten: Ja
Shops: Nein
Hunde erlaubt: Ja, an kurzer Leine

Text: Christiane Mehlig
Fotos: Philipp Schmidt


Jetzt noch ‚was essen?


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 Dieser Beitrag stammt aus dem Summerguide 2018, SZENE HAMBURG STADT LAND SOMMER. Das Magazin ist seit dem 27. Juni 2018 im Handel und zeitlos online erhältlich. 

Bastion – Noch keine Festung guter Gastronomie

Außer einem freundlichen Service hat das Bastion bis jetzt nicht viel zu bieten.

Ein Vierteljahrhundert war das „Fees“ eine Institution im Museum für Hamburgische Geschichte am Holstenwall, Ende 2017 war alles vorbei. Nun geht es weiter: Tomas Benakovic („Hans-Albers-Klause“) und Tim Becker (unter anderem „Gaga“ und „Noho“) haben die Räume übernommen und „Bastion“ getauft. Benannt nach der im 17. Jahrhundert am gleichen Ort von Festungsbaumeister Johan van Valckenburgh errichtete Bastion „Henricus“, die Teil der barocken Hamburger Wallanlagen war. Eine „Bastion“ ist massiv und macht Eindruck. Ist die „Bastion Hamburg“ also eine Festung guter Gastronomie?

Zwei Wochen nach Eröffnung laufen noch die letzten Arbeiten, die große vordere Terrasse mit Grill und zahlreichen Plätzen ist schon fertig, der überdachte Innenhof bei unserem Besuch aber noch gesperrt. Drinnen sitzen wir an schwarzen Tischen auf edel wirkenden Sesseln aus dunkelgrünem Samt. Und wir sind alleine. Zwei Wochen nach der fetten Eröffnungsparty: große Leere. Nun könnte man ja meinen, dass dieser Umstand der Qualität der Speisen (Bistroküche mit kleiner Karte) gut tun könnte: Volle Konzentration des Kochs auf unsere wenigen Gerichte. Doch davon ist heute leider nichts zu spüren.

Neue Betreiber in historischem Ambiente: Tim Becker und Tomas Benakovic

Der „Wildkräutersalat“ (9,50 Euro) ist als Bezeichnung leider eine Unsitte in der Gastronomie. Denn weder besteht er aus Kräutern noch ist er „wild“. Stattdessen handelt es sich um kleine gemischte Blattsalate. Die in diesem Fall auch noch ziemlich schlapp sind und auch deshalb sichtlich unter dem etwas übermäßig dosierten Dressing leiden.

Das Rindertatar „mit seinen Aromen“ (17,50 Euro) ist ebenfalls etwas gestelzt formuliert. Gemeint sind damit die typischen Begleiter wie Kapern und Eigelb. Das Tatar ist zwar frisch jedoch recht ungleichmäßig und grob geschnitten, eher zaghaft abgeschmeckt und auch die rohen Zwiebeln darin muss man mögen.

Ein erstaunlicher Hauptgang

Beim Hauptgang erleben wir Erstaunliches. Wir bestellen Steinbutt mit Safranrisotto (25,50 Euro) und Steak-Frites vom Entrecôte mit Beilagen (an diesem Abend Spargel, 24,50 Euro). Und wir bekommen: zweimal Entrecôte. Dass es der Service bei gerade mal zwei Gästen schafft, sich die Bestellung falsch zu merken, ist mindestens erstaunlich. Das Fleisch ist immerhin in Ordnung, Garpunkt und Qualität stimmen. Spargel und Pommes sind jedoch zu weich. Dem ansonsten sehr freundlichen Service tut das alles sichtlich leid, die Crème brûlée (normalerweise 6 Euro) geht aufs Haus, obendrein bekommen wir 20 Prozent Rechnungsrabatt. Das ist sehr anständig. Dennoch: Zu diesem Zeitpunkt ist dieser Ort noch keine Festung guter Gastronomie. Um das zu ändern, wird man sich sehr anstrengen müssen und grundlegend am Niveau arbeiten.

www.bastion-hamburg.de, Holstenwall 24, Telefon 31 76 76 40

Text: Benjamin Cordes
Foto: Stiftung Historische Museen Hamburg

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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!