Von Hamburg in die Welt – per Anhalter

Das Hamburger Paar Rochssare Neromand-Soma und Morten Hübbe trampt gemeinsam durch die Welt. Und wir können ihnen folgen

Rochssare Neromad-Soma

Wichtigstes Reise-Accessoire: der Daumen

Sie leben, wovon andere träumen. Rochssare Neromand-Soma und Morten Hübbe beschlossen 2011, mit dem Rucksack Südamerika zu erkunden. Per Anhalter waren sie rund zwei Jahren unterwegs, entdeckten die Gletscher Patagoniens, übernachteten als Couchsurfer in Studenten-WGs, chillten an karibischen Traumstränden und trieben mit Marktbooten den Amazonas hinunter.

Autoren

Welt-Tramper Morten Hübbe und Rochssare Neromand-Soma

Ihr Reisebericht „Per Anhalter durch Südamerika“ ist gerade bei Piper erschienen. Ein spannendes Stück Reiselektüre von zwei Hamburgern, die raus wollten in die Ferne und sich fernab von Klischees und Mainstream bewegten.

Wer so viel sah, den hält es nicht lange daheim: Auch jetzt sind Rochssare und Morten wieder unterwegs. Derzeit trampen sie durch Asien.

Auf ihrem Blog www.nuestra-america.de können wir ihren Touren folgen.

Unser Tipp: Reinzuschauen in den Blog und sich vom Fernweh anstecken zu lassen. Hamburg ist schön. Manchmal ist der Blick über den Tellerrand aber auch ganz hübsch… Text: REM / Fotos: nuestra-america.de

 

Rochssare Neromad-SomaMorten Hübbe & Rochssare Neromand-Soma: „Per Anhalter durch Südamerika“, Piper, 432 Seiten, 16 Euro

 

 

 

 

Hamburger Talentschmiede: Der „Krach + Getöse“-Award

Es geht wieder los: Der „Krach + Getöse“-Award geht in die neunte Runde. Am 15. März startet die Bewerbungsphase für Nachwuchsbands

Krach und Getöse 2017

Geld, Kontakte und die Aussicht auf Ruhm und Ehre: Die Teilnahme am „Krach + Getöse“-Award lohnt sich. Denn es locken 1.200 Euro Preisgeld und ein intensives, einjähriges Aufbauprogramm.

Dazu zählen Festivalslots, Netzwerkspinnereien, Recordings, Coachings, Instrumente oder internationale Konzerte. Es geht ums Brückenbauen, um eine echte Starthilfe ins Musikbusiness.

Beispiele für Erfolgsgeschichten gefällig?

Kid Decker tourt mittlerweile mit den Mighty Oaks um den Globus und Tonbandgerät stehen nach einer Tour durch die USA als Vorband von Andreas Bourani auf den Bühnen Deutschlands. Für die diesjährigen Preisträger stehen unter anderem attraktive Booking-Slots auf dem Programm, beispielsweise beim c/o Pop, beim Dockville oder Reeperbahn Festival. Auch Coachings, Workshops, Aufnahmen, Produktionen und Supports von und mit Clouds Hill Recordings, FACTORY 92, Just Music, Popkurs, Tide Sessions und vielen mehr werden geboten.

Bewerben können sich Nachwuchsbands aus Hamburg und Umgebung vom 15. März bis zum 20. April 2017.

Zusätzlich nominieren 50 namhafte Musikexperten ihre persönlichen Hamburger Newcomerfavoriten. Entscheiden wird am Ende die Jury, bestehend aus der Musikerin Derya Yildrim, dem Produzent Farhot, H.P.Baxxter, Kat Frankie, Michelle Leonard, Nils Wülker und Schnipo Schranke.

Teilnahmebedingungen und weitere Infos unter

www.krachundgetoese.de, www.rockcity.de, www.haspa-musik-stiftung.de

 

Neu im Kino: Silence. Drama von Martin Scorsese

Martin Scorsese ist ein Phänomen. Auch nach diversen epochalen Leinwandarbeiten hat sich der Italoamerikaner noch immer nicht erschöpft. Am 2. März 2017 startet sein neues Drama

Gerade in jüngerer Zeit legt der umtriebige Filmemacher eine überraschende Vielseitigkeit an den Tag. Auf den deftigen, anspielungsreichen Psychothriller „Shutter Island“ von 2010 folgten das märchenhafte 3D-Abenteuer „Hugo Cabret“, eine Hommage an die Anfänge des Kinos, und die herrlich überdrehte Börsensatire „The Wolf of Wall Street“.

silence

Alles andere als aufgekratzt präsentiert sich Scorseses jüngstes Werk, das den programmatischen Titel „Silence“ trägt. Der Film basiert auf einem Historienroman und erzählt von zwei jesuitischen Priestern, die im 17. Jahrhundert nach Japan reisen, um dort nach ihrem vermissten Mentor (Liam Neeson) zu suchen. Was nach einer exotischen Abenteuer-Geschichte klingt, erweist sich als komplexe Meditation über Spiritualität, koloniale Praktiken und die Unterdrückung von Minderheiten.

Der Protagonist Sebastião Rodrigues (Andrew Garfield), der schon kurz nach seiner Ankunft verfolgten Christen begegnet, schlittert in eine Sinnkrise, die der junge Mann mehr und mehr mit dem Leidensweg Jesu vergleicht.

Geduld ist vor allem anfangs gefragt, da es den Anschein hat, als trete der Film zu sehr auf der Stelle. Lässt man sich jedoch auf die bedächtige, oftmals introspektive Erzählung ein, wird man mit einem provozierenden, vielschichtigen Diskurs über die Macht und die Grenzen des Glaubens belohnt, den Regie und Kamera in eindrucksvolle Bilder gießen.

Aufnahmen, die wohl nicht ganz zufällig an Werner Herzogs Kolonialismus-Parabel „Aguirre, der Zorn Gottes“ erinnern. Neben seiner thematischen Relevanz – verhandelt wird immerhin der gewaltsame Kontakt unterschiedlicher Kulturen – ist „Silence“ auch deshalb spannend, weil Scorsese, der einst selbst Priester werden wollte, das in seiner Karriere häufig thematisierte Hadern mit der eigenen Religiosität fortführt. Ein Autorenfilm im besten Sinne! / CD

Regie: Martin Scorsese. Mit Andrew Garfield, Adam Driver, Liam Neeson

Im Kino ab 2.3.17

© 2017 Concorde Filmverleih GmbH

Wilde Maus. Von Männern und Mäusen – von und mit Josef Hader

Hadern mit Hader. Mit seinem Regie-Erstling „Wilde Maus“ ist Josef Hader auf Anhieb im Wettbewerb der Berlinale gelandet. SZENE HAMBURG hat den Kabarettisten getroffen

wilde Maus

„Deutsche Sau“ ist nur eines der Schimpfwörter, die Josef Hader als Klassikredakteur Georg in der Sicherheit seines Kleinwagens brüllt, während er wie besessen auf das Lenkrad haut. „Beschissenes Arschloch“ ist ein anderes. Da hat er gerade seinen Job bei einer Wiener Tageszeitung verloren, für die er seit 25 Jahren durch die Konzerthauswelt schwänzelt. Herr Doktor nennt man ihn dort, hofiert ihn als Kenner und fürchtet ihn als Kritiker. Mit den Kraftausdrücken ist natürlich sein Chefredakteur gemeint – und derlei Ausbrüche gibt es in Haders Regiedebüt viele. Es wird rumgeschnauzt und aufgebraust, gegrantelt, gefuchtelt und gerauft.

Darauf angesprochen, ob die Ausbrüche denn Spaß gemacht haben, antwortet Hader ganz ruhig „ja, scho. Aber ist natürlich nur gespielt“.

Und so stellt sich beim Interview hoch über den Dächern von Berlin schnell heraus, dass Hader nicht nur Österreichs erfolgreichster Kabarettist ist, sondern mit Sicherheit auch der freundlichste. Einzig die Stimme ist etwas rau, zu sehr gezogen hat es auf der gestrigen Premierenfeier. Vielleicht sollte er seinen Auftritt morgen Abend absagen, überlegt er laut – da steht er mit seinem Kabarettprogramm „Hader spielt Hader“, mit dem er seit 20 Jahren durch ausverkaufte Häuser tourt, in Wien auf der Bühne. Aber dann wischt er den Gedanken doch gleich wieder fort.

Viel zu sehr Menschenfreund ist er dafür und davon ist auch sein Blick geprägt, mit dem er die Gesellschaft seziert. Eher herrlich trocken als bissig ist der, und so sind auch seine Geschichten, die von Typen erzählen, die sich gegen das Leben aufbäumen, aber dann doch feststellen, dass sie Würstel sind, Rohrkrepierer mit Ambitionen, denen irgendwann die Luft ausgeht.

Ganz so wie Feingeist Georg, der sich nach seiner Wegrationalisierung in einen Berserker verwandelt und irgendwann so nackt wie erschöpft und samt Whiskey und Colt im Schnee sitzt.

Dass beim Drehbuchschreiben Rache an der Kritikerzunft mitgeschwungen haben könnte, hat Hader bereits zur Genüge verneint. Auch jetzt schüttelt er nur lächelnd den Kopf.

Vielmehr hatte er in seinem Regiedebüt die Mittelschicht mit ihren Abstiegsängsten im Visier, die Gepämperten, die sich mehr um Bio, Gluten und um das Wohlsein des eigenen Körpers sorgen als um die Lage der Welt. So sind im Radio immer wieder Schreckensmeldungen über den Krieg in Syrien und Gräueltaten des IS zu hören, während Georg sich in seinem Prestigeverlust windet. Statt in der Redaktion treibt er sich fortanim Prater herum, fährt Kindereisenbahn, haut den Lukas und rüstet langsam auf. Zerkratzt er anfangs den Porsche seines Chefs, setzt er ihm später einen toten Riesenfisch in den Pool, nimmt dann Kontakt zu Wiens Unterwelt auf und greift schließlich selbst zur Waffe.

So deftig die Situationen sind, so fein ist Haders Witz. Auf Zoten fällt er nicht herein und vielleicht ist er deshalb mit seiner ersten Regiearbeit gleich im Berlinale-Wettbewerb gelandet.

Nach der Zusammenarbeit mit Krimiautor Wolf Haas und den daraus entstandenen, gefeierten Brenner-Krimis wollte er einfach mal alles allein machen, vom Drehbuch über die Hauptrolle bis zur Regie und dem Schnitt und mal schauen, „wie es ist, sich selbst etwas auszudenken“. Sein wichtigster Anspruch dabei: „Auf keinen Fall das Erwartbare zu liefern, dieses hässlich gefilmte Schrullig-österreichische“.

Zehn Drehbuchfassungen hat Hader geschrieben, bis für ihn „die Balance zwischen dem Komischen und dem Tragischen stimmte“, bis eine Geschichte entstand, die man nicht nur in Österreich, sondern überall versteht – und die gespickt ist mit herrlichen Hader-Sätzen. „Ein bisschen Fleisch hätte Hitler vielleicht gutgetan“ wird da der Parmesan, der angeblich Kalbsmagen enthält, gegenüber einem Veganer verteidigt, während Georgs Gattin Johanna die Avancen ihres viel jüngeren Nachbarn, der den Altersunterschied sehr befruchtend findet, mit den Worten abschmettert, dass man das wohl auch Mädchen vor der Zwangsheirat erzählt. Dazu wird Rotwein getrunken und Pärchensport betrieben, auf Fisch aus der Aquazucht verzichtet und pünktlich beim Eisprung gevögelt, weil zumindest Georgs jüngere Frau einen Kinderwunsch hat. Pia Hierzegger spielt sie, auch im wirklichen Leben mit Hader verbandelt.

Doch als Family Affair will er den Film keineswegs sehen. Bei seiner ersten Regiearbeit wollte er sich zumindest mit ein paar vertrauten Schauspielern umgeben, mit denen er schon öfters gearbeitet hat. Dazu gehört Pia Hierzegger genauso wie Nora von Waldstätten und Georg Friedrich mit seiner herrlich verschlagenen Fresse. Der spielt den Schrauber Erich, der im Prater das heruntergekommene Fahrgeschäft Wilde Maus ersteht und mit Georg wieder flottmacht. Und weil „auf dieser Insel, nur drei U-Bahn-Stationen von der Stadt entfernt, unausgesetzt die furchtbarste Musik Wiens gespielt wird“, war es für Hader ein Muss, den Musikkritiker dorthin zu versetzen.

Überhaupt beweist Hader ein Gespür für Orte. Er setzt auf unspektakuläre Ecken und fast dokumentarische Aufnahmen, um dann in den gleißenden Neuschnee hinauszuführen. Oder hinein in Altstadtwohnungen „schön beleuchtet, denn schließlich haben die Bürger das Geld dafür“ und dann wieder hinaus in die Straßen der „Modeviertel“, die gar nicht mehr nach einer bestimmten Stadt aussehen, sondern vielmehr wie „Allzeit-Ferienorte, wo es vor japanischen und italienischen Restaurants nur so wimmelt, alle auf der Straße sitzen und vor ihren Wohnungen Urlaub spielen“.

In dieser Szenerie schlägt Georg seine Haken, wütend, hilflos und von der Belanglosigkeit bedroht. Aber wie es bei einer Fahrt auf der Wilden Maus eben so ist, besteht deren Thrill darin, dass sie einem das Gefühl gibt, bei jeder Abbiegung über den Rand in die Tiefe zu stürzen – und man aber doch die Kurve kriegt. / Sabine Danek / Wega Film / Majestic

Regie: Josef Hader. Mit Josef Hader, Pia Hierzegger, Jörg Hartmann. Ab 9.3.17

Premiere mit Regisseur und Hauptdarsteller Josef Hader am 8.3.17 um  20 Uhr im Abaton Kino


SabineSabine Dannek traf auf der Berlinale Richard Gere. Und Hugh Jackman. Und Josef Hader. Wir sind immer noch ein bisschen neidisch.

BierSZENE. Learning by brewing – mit Natalie von Von Freude

Ein grauer Schietwettertag in Hamburg – der perfekte Zeitpunkt für ein großes bisschen Freude! Deshalb habe ich mich mit Natalie Warneke von der Hamburger Craft-Beer-Brauerei Von Freude getroffen, um mehr über sie und ihr Bier zu erfahren.

BierSzene. Learning by brewing – Auf ein Bier mit Natalie von Von Freude

Bereitet Freude an einem dunklen Wintertag. Schmackhaftes Craft Beer. Foto: Sybille Fischer + Jennifer Meyer

Daniel: Vom Job in der Modebranche hin zur Bierdesignerin, was für ein Karrierewechsel! Warum bist du Brauerin geworden?

Natalie: Das ist eigentlich ganz einfach: Ich liebe gutes Essen und gutes Trinken. Und ich liebe Bier. Ich bin an der belgischen Grenze zwischen belgischen Bier und Kölsch aufgewachsen. Als ich für meinen früheren Job in der Modebranche nach Hamburg gezogen bin, habe ich ehrlich gesagt aufgehört, Bier zu trinken. Denn Supermarktpils war nie meins und die Vielfalt hier oben ziemlich mau. Dann kam mir und meinem Mitgründer Martin der Gedanke: Bier kann man ja auch selber machen und zwar in lecker und ohne Kunststoffe zum Filtrieren. Also haben wir am heimischen Herd unser erstes Bier gebraut.

Aufregend – das erste eigene Bier. Wie seid ihr das angegangen?

Die Ideen für den Sud haben wir uns ganz einfach in amerikanischen Heimbrauforen angelesen – und uns dann für ein ­Düsseldorfer Alt entschieden. Martin und ich finden: So muss Altbier sein. Außerdem war uns bei einem obergärigen Bierstil, der nicht gekühlt werden muss, klar, dass wir den in unserer heimischen Küche hinkriegen könnten. Von da an ging das große Experimentieren los, mit Hopfen, mit Malzen, mit neuen Techniken. Unser Bierwissen haben wir uns also Stück für Stück erlesen und zusammengebraut.

BierSZENE Von Freude

Foto: Von Freude

Learning by brewing, also. Sehr schön! Und an welchen Bieren arbeitet ihr gerade?

Im Moment arbeiten wir unter anderem an einem Weizenbier, denn viele Kunden haben uns danach gefragt. Jetzt geht es also darum, wie ein Von-Freude-Weizen schmecken kann und muss. Natürlich aufregender und spannender als das klassische …

Eine gute Idee! Schließlich ist die Auswahl an Weizen in Hamburg noch ziemlich gering.

Ja, das stimmt. Grundsätzlich ist es aber auch so, dass wir immer an einer ganzen Reihe von Bieren gleichzeitig arbeiten, da die Testsude mehrere Wochen brauchen, bis sie fertig sind. Da hat man zwischendurch Zeit, andere Ideen zu entwickeln und auszuprobieren.

Wie sehen denn eure Zukunftspläne aus?

 Wir möchten unsere Bierbasis ausbauen. Momentan sind drei Biere dauerhaft erhältlich, dass sollen mehr werden. Wir wollen außerdem weiter experimentierfreudig bleiben und mit Limited Editions testen, was gut ankommt und was nicht. Zudem planen wir mehr saisonale Biere, wie unser alljährliches Frischhopfenbier und unser Winterbier.

Was macht ihr denn anders als andere Craft-Beer-Brauer?

Wir denken oft anders, da wir eigentlich aus anderen Berufen kommen. Bei der Rezeptentwicklung habe ich zum Beispiel eine ganz eigene Herangehensweise: Ich entwickle meine Rezepte eher wie ein Koch und nähere mich neuen Kreationen von der Aromenseite. Ich überlege, welche Aromen ich spannend finde und baue um diese Aromen dann passende Hopfensorten oder auch einen Hefestamm. Deshalb ist bei mir am Anfang oft nicht klar, welcher Bierstil am Ende rauskommt – und darum passen unsere Biere auch oft nicht eindeutig in eine ‚Bierstil-Schublade’.

Von Freude

Beim Hopfen zählt Regionalität. Oder Vielfalt. Da muss man sich entscheiden.

Das Thema Nachhaltigkeit ist euch sehr wichtig. Was macht euer Bier nachhaltiger als andere Biere?

Bierproduktion ist an sich ziemlich ressourcenintensiv, deshalb fängt Nachhaltigkeit bereits bei den Zutaten an. Für uns heißt das: Wir arbeiten direkt mit den Bauern und Lieferanten zusammen. Wir wissen, wo die Felder für unsere Zutaten sind und können dort auch jederzeit hinfahren. Nur beim Hopfen ist reine Regionalität echt schwierig, denn die Hopfenauswahl vor unserer Haustür ist begrenzt. Da muss man sich also entscheiden: Setzt man auf eine spannende Geschmacksvielfalt oder auf größtmögliche Regionalität. Wir haben uns für die Vielfalt entschieden, das heißt, wir beziehen unseren Hopfen weltweit, achten aber auch dabei auf Nachhaltigkeit im Anbau.

Ist Craft Beer denn grundsätzliche nachhaltiger gebraut als Industriebier?

Als Craft-Beer-Brauer verkauft man seine Biere an Menschen, die sich sehr mit Nachhaltigkeit und Genuss beschäftigen. Das merkt man vor allem daran, dass unsere Kunden oft Fragen zu unseren Produkten und zur Herstellung stellen. Deshalb gehen wir ganz offen mit diesen Themen um und machen uns viele Gedanken dazu.

BierSZENE

Das Auge trinkt mit. Foto: Von Freude

Wenn Bier so ressourcenintensiv ist, müssten wir der Natur zu Liebe also eigentlich ganz aufhören, Bier zu trinken?

Oh nein, bitte nicht. (lacht) Es stimmt, Bier ist ressourcenintensiv, aber an sich ein sehr natürliches Produkt; anders als stark verarbeitete industriellen Lebensmittel, die eher einem bunten Chemiebaukasten ähneln und bei dem die Menschen gar nicht mehr wissen, was alles drin steckt. Unser persönliches Reinheitsgebot lautet: Unser Bier ist Natur pur. Natürlich dürfen auch mal Gewürze ein Bier verfeinern, aber die sind dann auch natürlich und auf dem Etikett ausgezeichnet. Also: Bitte weitertrinken!

Mehr über Von Freude erfahrt ihr auch hier.  / Fotos: hfr / Jennifer Meyer + Sybille Fischer


Who the fuck is…Daniel?

Szene Hamburg

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen Bieronkel und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!  @bieronkelHH_

4 Jahre Mojo. Interview mit Gründer Leif Nüske

Happy Birthday. Vor vier Jahren, im Februar 2013, eröffnete das legendäre Mojo erneut auf der Reeperbahn. Nachtleben-Ressortleiter Ole Masch sprach mit Klub-Gründer Leif Nüske

Mojo Wiedereröffnung

Hamburgs härteste Klubtür ist an der Reeperbahn 1 zu finden. Foto: Silke Zenker

SZENE HAMBURG: Zur Neu-Eröffnung hatten wir dich im Interview im Jahr 2013 gefragt, warumHamburg den Mojo Club braucht. Was antwortest du heute?

Leif Nüske: Der Club wird auf internationalem Level wahrgenommen und kann entsprechend agieren. Gerade die Reaktionen der Künstler spiegeln wider, dass wir kein x-beliebiger Club sind, sondern markant und, trotz starker Retro-Elemente, modern.

Deine damalige Antwort bezog sich vor allem auf die inhaltsgetriebene Ausrichtung des Mojo …

… und das finde ich, als ein vielleicht etwas geschmäcklerisches Korrektiv, auch weiterhin wichtig. Der neue Mojo Club ist wesentlich mehr Spielstätte als früher und insofern sind wir auch inhaltlich deutlich offener. Aber gleichzeitig gucken wir nach wie vor sehr genau darauf, was hier passiert. Jeder mag das anders beurteilen, aber dadurch, dass nicht alles von A-Z stattfindet, besitzt der Club Relevanz.

Was ist denn für dieses Jahr geplant?

Wir ändern gerade die Öffnungszeiten im Jazzcafé. Zwischen Mittwoch und Sonntag laufen dann Sachen wie der 45/7 Vinyl Club, die neuen Beat Read Sessions und viele DJ-Sets – meist in einem Old School Mojo-Spirit. Außerdem wird der Rollerskate Jam und unser Soul Allnighter fortgeführt. Und natürlich gibt es jede Menge Auftritte großartiger Künstler wie Nick Waterhouse, Sohn, Afrob, Apollo Brown, Oddisee, Thundercat, Tinie Tempah oder Chefboss. Auch wird es wieder eine Kooperation mit der von uns sehr geschätzten Staatsoper geben und später im Jahr einige Sessions draußen auf dem Platz. Klar ist, dass wir unsere Vinyl-Getriebenheit vertiefen. Als Sidekick bauen wir gerade einen riesigen mobilen Kassettenrecorderturm. Leute können sich an der Bar für einen Euro Kassetten kaufen und ihren eigenen Mittschnitt aufnehmen. Man muss dann nur daran denken, irgendwann umzudrehen.

Sicher leistet die Elbphilharmonie einen Beitrag, Musik in die Stadt zu bringen. Man muss sich aber fragen, wie ist sie in die kulturelle Infrastruktur der Stadt eingebunden und wie sind es andere Musikbühnen? Wie weit bewegen sich exzessiv unterstützte Betriebe in Bereiche, die rein privatwirtschaftlich sind?

Bei der Wiedereröffnung reichte die Schlange fast bis zum U-Bahnhof St. Pauli. Wann war sie das letzte Mal so lang?

Da fällt mir spontan die Assoto-Party ein. Es kommt immer mal wieder vor, aber im Vergleich zu früher hat sich auch die Türsituation geändert. Wir sind bemüht, die Leute schnell reinzulassen, da der Wind auf dem Vorplatz,unfassbar stark pfeift. Gerade bei,Konzerten merkt man, dass wir durch die großen Klappen in kürzester Zeit,wahnsinnig viele Menschen reinbekommen.

Es gab mal wesentlich mehr Clubnächte bei euch und als Ergänzung einige Konzerte. Heute ist dies genau andersherum. Wieso?

Weil wir bei Clubabenden keine Kompromisse eingehen und inhaltlich genau gucken, was wir machen wollen und was nicht. Im Januar hatten wir eine kurze Pause. Jetzt geht es durch bis zum Sommer. Uns ist die regelmäßige Bespielung des Samstages sehr wichtig. Alle anderen Sachen sind ausgewählte Geschichten, die wir machen, weil sie Spaß bringen.

Mojo Club

 

Könnte es auch daran liegen, dass es für mehrere Partys am Wochenende schlichtweg nicht genügend Gäste gibt?

Beides. Man kann sagen, für zwei volle Tage gibt es das Publikum nicht.

Aber gäbe es dafür überhaupt den Inhalt?

Wenn man relativ bedingungslos ist, muss man sagen, es ist okay, wir machen das Programm. Und das ist nicht mundgerecht und auf Publikumsmaximierung aus. Sicher gibt es einen Weg zwei Tage Halligalli zu machen. Aber wo landet man dann?

Vermutlich in einem anderen Bereich der Clubszene. Wie schätzt du diese in Hamburg zurzeit ein?

Es gibt die Tendenz hin zu kleineren Clubs. Leider zerfasert gerade etwas die Clubdichte auf dem Kiez. Umso undergroundiger es wird, desto mehr geht es weg von hier. Natürlich finden das viele gut, weil der Kiez gerne kritisch gesehen wird. Aber andererseits ist es etwas sehr Besonderes, was Hamburg damit hat. Ich finde jeden inhaltsbetriebenen Laden, der nicht hier ist, bedauerlich. Gerade beim Reeperbahn Festival ist es großartig, dass jeder Club mit einer musikalischen Aussage unterwegs ist. Dieser Spirit einer interessierten Masse ist unvergleichbar.

Und wie hat sich das Ausgehverhalten an anderen Tagen im Jahr verändert?

In welchem Vergleich? Zu den 90ern? Seitdem und seit Netflix und Internet natürlich sehr. In letzter Zeit vor allem dahingehend, dass alles deutlich eventbezogener ist. Und auch das Interesse für inhaltsgetriebene Musik hat sich stark relativiert. Es geht also zum einen um die Anzahl der Leute, die überhaupt weggehen, und zum anderen um die, die weggehen und dann noch inhaltlich interessiert sein müssen. Und wir leisten uns eben oft Sachen, für die Interesse vorausgesetzt wird.

Könnt ihr euch dies auch deswegen leisten, weil der Club damals im Grunde geschenkt war?

Wir leisten uns das, aber haben auch sehr viel investiert. Das Ganze war ja politisch gewollt. Alle stimmten überein, dass ein reines Bürogebäude auf der Reeperbahn nicht wirklich passt. Klar ist uns der Club gestellt worden und diese Kosten liefen bei uns nicht auf. Aber die laufen auch nicht auf, wenn ich in ein altes Kino gehe und dort etwas eröffne. Alles was hier reingelegt wurde, jede Leitung, jedes Panel, wurde von uns mit hohem persönlichen Risiko finanziert. Da gab es keinerlei Unterstützung von der Stadt oder von irgendwem. Wir unterliegen einem wirtschaftlichen Druck wie jeder andere Club auch. Das wird oftmals falsch wahrgenommen.

Gerade wurde die Elbphilharmonie eröffnet. Wie stehst du als Clubbesitzer zur dort stattfindenden Unterstützung der Stadt?

Das ist schon spannend. Ich habe das Haus gedanklich sehr lange, sehr wohlwollend begleitet. Im Moment verändert sich ein bisschen der Blick darauf und nicht unbedingt zum Besseren. Sicher leistet die Elbphilharmonie einen Beitrag, Musik in die Stadt zu bringen. Man muss sich aber fragen, wie ist sie in die kulturelle Infrastruktur der Stadt eingebunden und wie sind es andere Musikbühnen? Wie weit bewegen sich exzessiv unterstützte Betriebe in Bereiche, die rein privatwirtschaftlich sind? Was wird zum Beispiel im Kleinen Saal stattfinden und begibt man sich dort in Gefilde, die uns als Club betreffen? Subventionierte Kulturbetriebe sollten Einmaligkeiten schaffen, die unter normalen wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht machbar sind. Wenn sie anfangen, sich in reguläre Strukturen

Foto: Silke Zenker


Ole

Nachtleben-Ressortleiter Ole Masch, unser Mann für die Szene nach Sonnenuntergang.

Sven Ratzke. Nach Hedwig kommt Starman

Interview. Ob als tragische Drag Queen Hedwig oder als fantastische Figur Starman – Sven Ratzke ist ein Vollblut-Entertainer. Am 26. und 27. Februar 2017 tritt er im Schmidt Theater auf. 

Szene Hamburg: Du bist mit deiner David Bowie-Show „Starman“ weltweit unterwegs. Was macht diese so erfolgreich?

Sven Ratzke: Ich sage immer, die Show ist wie ein Acid-Trip, nur hat man am nächsten Tag keinen Kater (lacht). Ein Punkt ist natürlich die Musik von David Bowie. Aber ich übernehme nicht einfach seine Songs, sondern mache sie mir zu eigen. Die Show ist wie eine kleine Zeitreise, von London, wo Bowie bei seinem Label anfing, weiter nach Hollywood und New York zu Andy Warhol bis nach Berlin. Dazu erzähle ich fantastische Anekdoten, in die ich ein paar Fakten mische. Der Zuschauer weiß nie genau, was er glauben soll und was nicht. Bowies Songs stecken voller abstruser Geschichten, die die Leute mit in andere Welten nehmen.

Eine Show, so rätselhaft wie Bowie selbst?

Ja, genau. Bowie hat mich schon immer fasziniert und inspiriert, wie er sich in den 70er-Jahren ständig verwandelt hat von Ziggy Stardust zum Thin White Duke. Man wusste nie genau, wer er ist, er hat immer Masken getragen. Ich lebe als Künstler auch lieber in Rätseln, und möchte die Zuschauer immer wieder überraschen. Nur in meinen Emotionen, wenn ich zum Beispiel singe, trage ich eine offene Ehrlichkeit nach außen.

Spürst du einen Druck, den der Name David Bowie mit sich bringt?

Nein, daran denke ich überhaupt nicht. Als ich 2015 diese Show machen wollte, musste ich von David Bowie persönlich die Genehmigung einholen. Und er fand es gut. Ich habe mich reif genug gefühlt, seine Songs mit meinen Vorstellungen zu füllen und es mittlerweile oft erlebt, dass ich die Leute damit so berühre, dass sie sich von den Bowie-Songs lösen und auf das Neue einlassen konnten.

Davie Bowie war eine Ikone. Gibt es das heute überhaupt noch?

Er hatte den Mut, sich immer wieder ganz neu zu erfinden und hat unterschiedliche Musikstile entscheidend geprägt wie den Glam-Rock der siebziger. Sein musikalischer Einfluss ist überall zu hören. Beeindruckt hat mich, dass er bei allem, was er tat, die absolute Kontrolle hatte. Seine Musik, ob man sie mag oder nicht, war immer von Qualität. Diesen Mut, immer wieder was Neues zu kreieren, sehe ich heute nicht mehr so oft.

David Bowies Kunst war oft ein gesellschaftspolitisches Statement. Wie ist das bei dir?

Ich singe jetzt keine politischen Lieder, wie Wolf Biermann. Aber, was ich für Shows mache und wie ich diese auf der Bühne lebe, ist auch ein Statement. Mir ist wichtig zu zeigen, dass man anders sein darf und nicht in Schubladen denken sollte. Im Leben gibt es nicht nur eine lange Straße, sondern ganz viele Seitenwege. Dieses Schwarz-Weiß-Denken finde ich schrecklich und sehr schade.

Du warst vor Kurzem mit dem Musical Hedwig & The Angry Inch im Schmidts Tivoli. Wie würdest du die Figuren Hedwig und Starman beschreiben?

Das interessante an den Figuren ist, dass ich sie so ausfüllen kann, wie ich es mir vorstelle. Nicht wie bei den kommerziellen Musicals, wo alles vorher festgelegt ist. Ich mag beide Figuren sehr gerne, gerade weil sie so unterschiedlich sind. Hedwig ist schillernd, obwohl sie alles verloren hat, aber nicht heulend in ihrer dunklen Kammer hockt, sondern protestierend auf die Straße geht und ihre Emotionen zeigt. Ich möchte aus dem Tragischen eine positive Energie rüberbringen, denn das bedeutet Bewegung. Hedwig ist eher Garagen-Rock, während Starman eleganter ist.

In Hedwig gehst du auf engen Körperkontakt mit einigen Zuschauern. Weißt du vorher, bei wem du dich auf den Schoß setzten kannst?

Ja, es gibt den kurzen Moment, wenn ich mich im Saal umschaue, in dem ich weiß, für wen das okay ist. Vielleicht habe ich das ein bisschen von meiner Mutter, einer Psychiaterin, mitbekommen, aber sicher auch durch meine langjährige Erfahrung. Ich möchte schließlich niemanden ärgern, der das ganz schrecklich findet.

Die Presse hat dich als Gossenprinz, Paradiesvogel oder Diva betitelt. Wie siehst du dich?

Das ist ein Mechanismus der Presse, mich mit einem Aufkleber versehen zu wollen. Weil ich eben nicht in eine Schublade passe, und es in Kürze nicht beschreibbar ist, was ich mache. Wenn ich nur ein Wort benutzen dürfte, würde ich sagen „Entertainer“. Ich mache Shows, in denen unterschiedliche Genres aufeinandertreffen wie Musik und Impro-Comedy, ich erzähle Geschichten und ein Hauch Cabaret ist auch dabei.

Du lebst in Amsterdam und in Berlin. Was verbindet dich mit Hamburg?

Im Schmidt Theater zu spielen, ist wie ein Nachhause kommen, weil ich dort in den letzten fünf Jahren so oft aufgetreten bin und die familiäre Atmosphäre sehr mag. Ich habe sogar mal in Hamburg gelebt, von meinem dritten bis zum fünften Lebensjahr, als meine Mutter hier studiert hat. Ich weiß noch, dass ich in einem antiautoritären Kindergarten war, allerdings nicht lange, weil die Kinder dort von den Bäumen gekackt haben. Das war meiner Mutter doch zu anarchisch. / Foto: Hanneke Wetzer 

Starman im Schmidts Tivoli, 26.-27.2.17


HeddaHedda Bültmann leitet das Theater-Ressort. Ihre Kritiken schreibt sie gerne leise vor sich schimpfend. Auch ein bisschen Theater. Für die Kollegen 😉

 

 

Salt & Silver – Tacos, Tequila und Tattoos

Als Salt & Silver haben Johannes Riffelbacher und Thomas Kosikowski ihre Hobbys zum Beruf gemacht: Reisen, surfen, kochen und Tattoos sammeln

Salt & Silver

In Mexiko haben sie ordentlich viel Tequila getrunken und sich in Mezcal verliebt. Und den bringen sie jetzt nach Deutschland

„Wir sind nicht ausgestiegen, wir sind nur umgestiegen.“ Nach fünf Jahren als Art-Direktor bei Jung von Matt war Johannes „Jo“ Riffelbacher jedenfalls klar: Es muss noch mehr geben. Auch Thomas „Cozy“ Kosikowski wusste: Ein Leben lang Kameramann, das geht nicht. Im Januar 2014 packten sie ihre Rucksäcke und Surfbretter und gingen für ein Jahr nach Südamerika. Klar war: „Wenn wir gehen, soll auch etwas Bleibendes daraus entstehen.“

Ein Kochbuch. So entstand „Reisen, surfen, kochen“ – ein 320 Seiten dickes Ding, das bereits in der dritten Auflage über die Ladentische geht.

Unter dem Namen Salt & Silver haben sie sich seitdem längst eine neue Existenz geschaffen. Zurück in die alten Jobs sei damals keine Option gewesen, sagen sie heute. Sie kochten im Kleinen Phi, stiegen ins Catering ein, füllen die Tische zahlreicher Off-Locations. Jeder will die neuen Lässigen erleben. „Wir treffen wohl ein wenig den Ausbruchsnerv der Zeit. Schließlich haben wir getan, wovon viele nur träumen. Wenn wir für sie kochen, geben wir einen Teil davon ab“, versucht Jo den Erfolg zu erklären.

Mittlerweile ist ein zweites Kochbuch erschienen. Für „Tacos, Tequila und Tattoos“  reisten die beiden Abenteurer Anfang des Jahres drei Monate lang quer durch Mexiko.

Sie besuchten Tätowierer, Rockerbars und unendliche Pazifikstrände, tauchten tief in die mexikanische Küche ein und schwärmen noch immer von „unglaublich intensivem Essen – voller Chili und Limetten und genauso wie wir es lieben.“ Neben dem vielen Essen hat vor allem ein flüssiger Schatz ihre Herzen und Kehlen erobert: Mezcal. Den haben sie jetzt mit nach Hamburg gebracht – und sind damit kleine Trendsetter.

Salt & Silver

Die internationale Barszene feiert das Agavendestillat bereits, auch in einigen Hamburger Bars gibt es den neuen Star am Barhimmel bereits. Und das hat nichts mit dem gemeinen Tequila zu tun, den es hierzulande gibt.

Echter Mezcal stammt nämlich nicht aus einer kultivierten Agave, industriell in Masse produziert. Hergestellt wird das Getränk nach jahrhundertealter Tradition aus wild wachsenden Agaven – ohne Industrie, ohne Zusatzstoffe, stattdessen in nachhaltiger Bewirtschaftung und in kleinen Margen.

Einer der Produzenten ist der Mezcalero Asunción Matilde, der für Salt & Silver einen perfekten weichen Mezcal aus wilder Espadilla-Agave entwickelt hat. Wo viel Liebe ist, ist das Leid nicht weit: „Kartelle schalten sich ein, kaufen die Agavenbestände auf, verkaufen sie extrem teuer weiter“, so Jo. Hinzu kommt: „Den uralten Namen Mezcal verwenden darf nur, wer eine teure Lizenz erworben hat.“

So „klauten“ Salt & Silver dem Mezcal einfach die Vokale und kreierten ein neues Produkt an sämtlichen Kartellen vorbei: den MZCL – „nur ohne E wie Erpressung und ohne A wie Ausbeutung“, sagt der Marketing-Experte.  Ein „ehrliches Luxusprodukt“, das es nur in einer Limited Edition gibt. 600 Flaschen haben die Hamburger mitgebracht – per Hand abgefüllt, fairtrade und nachhaltig. „Wir haben das, was die anderen gern verkaufen würden“, sagt Jo lachend.

Ist der nächste kulinarische Roadtrip bereits geplant? „Wir müssen unbedingt noch einmal tiefer in die peruanische Küche einsteigen, aber zunächst ist einfach mal Europa dran.“ Irgendwelche Vorbilder unter den Starköchen? „Jede Streetfood-Mutti am Straßenrand und die ganzen Taco-Heroes, die ohne Chichi und Show einfach nur geiles Essen machen!“ / Ilona Lütje / Fotos: Salt & Silver

Sofar Sound Session – Wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze!

Geheimstufe Rot! Sofar Sound Sessions sind die musikalische Überraschungstüte unter den Konzerten. Es sind Sneak-Konzerte, die Zuschaueranzahl ist limitiert, die Künstler bis zur letzten Minute geheim, und die Location wird erst 24 Stunden vor dem Konzert bekannt gegeben. Ihr könnt dabei sein!

Sofar steht für „Songs from a room“.  2009 wurde diese Eventreihe in London gegründet. Aus einem privaten Wohnzimmerkonzert dreier Freunde, die es Leid waren, dass gerade die Musik bei Konzerten in Clubs und Bars häufig zur Nebensache wurde. Eine geniale Idee. Denn aus ihr ist eine der größten globalen Musik-Communitys geworden. 

Das Besondere: die kostenlosen Konzerte, die über Spenden finanziert werden, finden in Wohnzimmern, kleinen Ateliers oder anderen ungewöhnlichen Locations statt. Somit haben die Gäste die Möglichkeit, den Künstlern ganz nahe zu sein und eine exklusive Veranstaltung zu erleben.

Jeweils drei bis vier Bands sind bei einer Sofar Sounds Session vertreten, wobei die Konzert-Location erst 24 Stunden vor Veranstaltungsbeginn und das Line-Up erst direkt vor Ort bekannt gegeben werden.

Eben alles streng geheim. Die Besucher können sich unter www.sofarsounds.com/hamburg registrieren und per Los einen der begehrten Gästelistenplätze ergattern.

Weltweit  finden inzwischen in über 265 Städten regelmäßig Sofar Sounds Konzerte statt –  natürlich auch in Hamburg.

Das nächste Sofar-Konzert wird stattfinden am Sonntag, 19. Februar. Ort: geheim. Nur so viel: Die Location ist in Hamburg Bahrenfeld nahe der S-Bahn-Station Diebsteich.  Ankunftszeit für Gäste: 11.45 – 12 Uhr.

Wir verlosen 2×2 Gästelistenplätze für diesen exklusiven Konzertnachmittag! Sendet uns eine Mail mit dem Betreff „Sofar“ an verlosung@vkfmi.de. Einsendeschluss: Freitag, 18.2.17, 16 Uhr.

Die Gewinner werden am Sonnabend vom Sofar-Team per Mail über die genauen Koordinaten des Events informiert. Viel Glück!