(31.5.) Hamburg ist Slamburg, Nochtspeicher, 20.30 Uhr

Wir wissen es bereits, „Hamburg ist (Poetry) Slam(hoch)burg“, aber wir lassen uns auch gern aufs Neue daran erinnern – beim regelmäßigen offenen Poetry Slam im Nochtspeicher zum Beispiel. „Funky Dichtung, progressive Prosa, das Salz der Erde und das Knie der Biene“ sowie die Hosts MC Pospiech und MC Uebel und obendrauf Musik von DJ Blume erwarten uns laut kurz knackiger Eventbeschreibung. Mehr weiß keiner. Höchstens ihr, wenn ihr euch mit euren literarischen Werken als Slammer anmeldet. Nur zuhören geht aber auch – ganz ohne Anmeldung. (AW)

Nochtspeicher
Bernhard-Nocht-Straße 69a
31.5., 20:30 Uhr

(31.5.) Manet – Sehen, Hamburger Kunsthalle, ab 10 Uhr

Heute zum letzten Mal bei freiem Eintritt!

Der Mai neigt sich dem Ende zu und damit auch die Wiedereröffnungsfestivitäten in der Kunsthalle. Ein As hat sich das Haus aber noch bis zum Schluss aufgespart. Die Austellung „Manet – Sehen“ zeigt seit Freitag den Blick der Moderne als Ausstellung der Superlative. Édouard Manet war schließlich einer der „Wegbereiter der modernen Malerei, der die Kunst im 19. Jahrhundert wie kein Zweiter revolutioniert hat“, schreibt die Kunsthalle ehrfürchtig auf ihrer Webseite. Seine Bilder waren damals wie heute Publikumsmagneten. Die neue direkte Bildsprache von damals erregt nur nicht mehr derartigen Protest. Ein geschichtsträchtiger Besuch lohnt sich dennoch. Heute zum letzten Mal bei freiem Eintritt. Morgen steht schon Juni im Kalender. Die Ausstellung geht aber noch bis zum 4. September. (AW)

Hamburger Kunsthalle
Glockengießerwall 5
31.5., 10 – 18 Uhr

(30.5.) Dan Patlansky, Markthalle, 20 Uhr

Zuletzt haben ihn die Hamburger als Opener für Joe Satriani auf seiner Europatour im Oktober 2015 erleben dürfen. In Europa ist der charismatische Gitarrist aus Südafrika noch ein Geheimtipp, in seiner Heimat ist er längst bekannt und wird als einer der besten seiner Generation gehandelt. Auf seiner geliebten Fender Stratocaster spielt er Bluesrock mit einem Schuss Funk und bisweilen auch mal kraftvolle Heavy-Metal-Riffs. Singen kann der Mann auch noch – ungefähr so muss Tom Waits als Teenager geklungen haben. (NAT)

Markthalle
Klosterwall 11
30.5., 20 Uhr
Tickets: 23,70 Euro

(29.5.) Sing Street, Abaton Kino, 21.50 Uhr

„Rock ’n’ Roll bedeutet Risiko“, aber der 15-jährige Conor (Ferdia Walsh-Peelo) lässt sich von den Warnungen seines älteren Bruders nicht einschüchtern. Es ist das Jahr 1985, Irland steckt mitten in der Wirtschaftskrise, daheim streiten die Eltern, die neuen Mitschüler verprügeln ihn. Unerwartet taucht ein geheimnisvolles, cooles älteres Mädchen auf. Die schöne unerreichbare Raphina (Lucy Boynton) träumt von London und Modelkarriere. Conor bietet ihr eine Rolle in dem nächsten Video seiner Band an. Dass die Gruppe erst noch gegründet werden muss, verschweigt er genauso wie seine Gefühle.
Bei Regisseur und Autor John Carney („Can a Song Save Your Life?“) dreht sich wieder alles um Musik. „Sing Street“ ist sein persönlichster Film und erzählt von der eigenen Jugend in Dublin. Der frühere Bassist der Frames verzichtet auf die arglose kuschelige Naivität seiner Musical-Romanze „Once“. „Sing Street“ ist ein skurriler nostalgischer Technicolor-Trip durch die verschiedensten Stile und Bands der Achtziger Jahre, der einfach Spaß macht. Und eine Hommage an alle Brüder dieser Welt. (Anna Grillet)

Abaton Kino
Allende Platz Ecke Grindelhof
29.5., 19.30 & 21.50 Uhr

(29.5.), Frank Witzel liest, Golem, 20.30 Uhr

Intelligent, satirisch-komisch, bodenlos, bizarr: So lassen sich die Texte von Autor Frank Witzel am treffendsten beschreiben. Und davon gibt es so einige. Seit vier Jahrzehnten schreibt Frank Witzel Gedichtbände („Stille Tage in Cliché“ 1978, „Tage ohne Ende“ 1980), Romane („Bluemoon Baby“ 2001/2015, „Revolution und Heimarbeit“ 2003, „Vondenloh“ 2008) oder erstellt legendäre Vinylplatten namens »Bananenrepublik. Poesie und Geräusche zur Gesellschaftlichen Wirklichkeit« mit selbstvorgetragenen Gedichten. Im Golem liest der Schriftsteller nun aus seinen Werken vor und spricht mit seinen Verlegerinnen über sein Schaffen. Intelligent, satirisch-komisch, bodenlos, bizarr. (AW)

Golem
Große Elbstraße 14
29.5., 20.30 Uhr

(28.5.) Broken Forms Open Air, Schanzenzelt, 14 Uhr

Wer sich an die großen Grünanlagen Raves im Schanzenpark erinnert, weiß, dass dort unterhalb des Wasserturms exzessiv gefeiert werden kann. In abgemilderter Größe, aber mit nicht minder gutem Programm, geht die für ihr hervorragendes Booking bekannte Broken Forms Crew auf Großcamping-Urlaub. Im Schanzenzelt bleiben die Plattenspieler bis 22 Uhr ausgepackt, um mit elektronischer Musik von Ruede Hagelstein, Dave DK, Thomas Stieler und Bardia Salour unter Sonne und Zirkuskuppel zu tanzen. Sputen empfohlen – Tickets sind limitiert! (OMA)

Schanzenzelt
Schanzenpark
28.5., 14 Uhr

(28.5.) Hugs and Kisses Magazin Party, Hafenklang, 23 Uhr

Ruhig geworden war es zuletzt um „Hugs and Kisses“, das queere Mag mit dem wunderbaren Slogan „tender to all gender“, von einem Auftritt des DJ-Teams zur Jubiläumsgala der Hanseplatte Anfang April abgesehen. Genug erholt, nun geht es wieder in die Vollen. Bei der großen Sause im Hafenklang steht zunächst HipHopperin, Queerfeministin und Fairfashion-Fan Finna (Foto) auf der Bühne, ehe sich yesbutno, Julie Wood und Sally McFadden an die Plattenteller stellen und von dort den Rest des Abends bestreiten. (FR)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
28.5., 23 Uhr

(28.5.) Premiere: Die große Freiheit, Das Schiff, 19.30 Uhr

Durch die gemütliche Kajüten-Atmosphäre unter Deck des Theaterschiffs am Nikolaifleet bekommen Stücke, die auf hoher See spielen, eine ganz besonders authentische Wirkung, wie zuletzt bei „Novecento“. In „Die große Freiheit“ unterhalten Max und Walter seit Jahrzehnten als Entertainer-Duo betuchte Gäste auf Luxuslinern. Abgeschnitten vom Rest der Welt, scheint dort die Zeit stehen zu bleiben, während sich das Festland, vor allem Europa, immer mehr verändert. So kommt es, dass der Kreuzfahrtchef plötzlich findet, Max und Walter seien nicht mehr up to date. Die beiden stürzen in eine existenzielle Krise, dessen Licht am Ende des Tunnels als grenzenlose Freiheit erscheint. Ein (Lieder-)Abend mit Sandra Maria Schoener, Tommaso Cacciapuoti und Felix-Oliver Schepp, die ihr Gesangs- und Schauspieltalent bereits auf vielen Hamburger Bühnen bewiesen haben (HED)

Das Schiff
Nikolaifleet, Holzbrücke 2
28.5., 19.30 Uhr

(27.5.) Die Discothek unten am Hafen, Hafenklang, 21 Uhr

Pudel im Exil # III

Eigentlich, ja eigentlich sollte diese Sause schon im frisch renovierten Pudel stattfinden. Doch da an der noblen Adresse des Untergrund-Schlosses am St. Pauli Fischmarkt 27 noch die Wunden klaffen, steht der Pleasuredome Hafenklang als Ersatzstätte bereit. Königliche Gäste: Techno-Disco-Junker Justus Köhncke, der ebenso live am Brett agiert wie Geneva Jacuzi. Dazu sind Joney, Phoung-Dan und Christian Weber am Start. Ein Line-up, das des Pudels würdig wäre. Eine Sause auf die Zukunft, elektronische Bengalos im geschlossenen Raum. Achtung: sperrig, feurig! (MF)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
27.5., 21 Uhr

(27.5.) nihiling, Deaf Valley Drive In & Tamed Tiger Trio, Kleiner Donner, 19 Uhr

Ein Konzert der Hamburger Band nihiling (Foto) ist wie ein Wechselbad der Gefühle. Mal leise und schwermütig, mal laut und gewaltig, aber immer intensiv und emotional. Begleitet werden sie an diesem Abend von Deaf Valley Drive In, einer Berliner Band, die mit gekonnten Gitarrenriffs und feinstem Punk-A-Delic-Rock zu überzeugen weiß. Als Geheimtipp gilt das Hamburger Tamed Tiger Trio, das mit seinen hypnotisierenden Klängen und der souligen Stimme von Front-Frau Afra Bobo zu verzaubern weiß. E-Bass, Drums und Vocals – mehr brauchen die Newcomer nicht, um ihre Zuhörer zu fesseln. Pflichttermin! (IV)

Kleiner Donner
Schulterblatt 73
27.5., 19 Uhr
Tickets: 11 Euro

Foto: Marie-Jo Albrecht & Ernst Wolf