(12.5.) Bluesalon, Baby!, Molotow, 21 UHr

Diejenigen, die das Wochenende spätestens am Donnerstag herbeisehnen, werden endlich erhört. Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat öffnet im Molotow der Bluesalon seine Pforten. Mit einem bunten Potpourri aus 50s-Beats, Blues und dem Besten aus Rock und HipHop bleiben keine Tanzwünsche offen. Und das Allerbeste: Das Vergnügen kostet keinen Cent. So lässt es sich beschwingt in den Freitag starten, und dann steht das Wochenende schon vor der Tür. (KF)

Molotow
Nobistor 14
12.5., 21 Uhr

(11.5.) Premiere: „Mr. Gaga“, Abaton, 20 Uhr

Seine Visionen haben die Welt des Tanzes revolutioniert: Ohad Naharin, israelischer Künstler und einer der führenden zeitgenössischen Choreografen. Die Performances sind leidenschaftlich, von unglaublicher Kraft, explosiv, fast martialisch, andere wieder sanft, sublim, zurückhaltend, erotisch, verletzlich. Mit „Gaga“ aber entwickelte der Choreograf eine völlig neue Bewegungssprache. Es geht um Freiheit und Vergnügen, die Interaktion zwischen den Beteiligten. „Gaga“ ist mehr Philosophie als Stil, die Beteiligten sollen lernen, auf ihren Körper zu hören.
Als einen Drogenrausch beschreibt Regisseur Tomer Heymann („Paperdolls“) so sein erstes Erlebnis mit den Kreationen Naharins, um dessen Vertrauen er lange kämpfen musste. Das Archivmaterial des Porträts ist demnach beeindruckend. Jene Magie der Bilder scheint fast körperlich spürbar, die atemberaubenden Bewegungsabläufe vereinen auch auf der Leinwand Schrecken und Schönheit auf sehr reale, unverwechselbare Weise. Im Abaton feiert der Film Premiere – inklusive Regisseur als Gast. (Anna Grillet)

Abaton
Allende-Platz 3
11.5., 20 Uhr

(11.5.) Ja Ja Ja „A Nordic Affair“, Molotow, 20 Uhr

Wer ein Herz für Musik aus dem hohen Norden hat, könnte mit Ja Ja Ja vielleicht seine neue Lieblingskonzertreihe gefunden haben! Unter dem Motto „A Nordic Affair“ versammeln sich hier einmal im Monat aufstrebende Künstler aus nördlichen Breitengraden im Molotow, wobei – wie bei einem guten Buffet – für jeden Geschmack etwas dabei ist: Für die Mai-Ausgabe konnten die Macher die Norweger Sløtface (Foto) nach Hamburg locken, die erst kürzlich das U in ihrem Namen gegen ein schickes Ø ausgetauscht haben, außerdem Vök (ISL) und View (FIN) . Eine Auswahl, die Fans von catchy Pop-Punk ebenso glücklich machen wird, wie Freunde von reduziertem Elektro-Pop oder düsterem Hip Hop. (KGR)

Molotow
Nobistor 14
11.5., 20 Uhr

(10.5.) CocoRosie, Mojo Club, 21 Uhr

Eigenwillige Kostümierungen, theatralische Inszenierungen, angeklebte Schnurrbärte und Instrumente aus der Spielzeugkiste – als Bianca und Sierra Casady 2004 auf der Bildfläche auftauchten, schienen die Popchronisten so überfordert mit einer musikalischen Einordnung, dass man einfach das Label „New Weird America“ für die beiden Schwestern erfand. Als deren Galionsfiguren haben sie in den vergangenen Jahren einen ganz eigenen märchenhaft verschrobenen Kosmos kreiert. Nach Ausflügen in die Kunst- und Opernwelt haben die Casady-Schwestern im vergangenen Jahr ihr sechstes Album „Heartache City“ veröffentlicht, mit dem sie nun auch nach Hamburg kommen. (KGR)

Mojo Club
Reeperbahn 1
10.5., 21 Uhr

(10.5.) Premiere: Finnisch, Monsun Theater, 20 Uhr

Einen Fremden aus Interesse anzusprechen, ist nicht so einfach. Und nahezu unmöglich, wenn man auch noch schüchtern ist. In dem Stück „Finnisch“ versucht ein Mann diesem Dilemma zu entkommen, indem er sich selbst ein Paket schickt, in der Hoffnung, dass es die aus der Ferne angehimmelte Postbotin bringen wird. Kurz vor ihrer vermeintlichen Ankunft spielt er in seiner Wohnung die unterschiedlichsten Varianten durch, wie das heiß ersehnte Treffen ablaufen könnte. Die dabei entstehende Hilflosigkeit des Mannes, seine Fantasien irgendwie zu verpacken, birgt eine gewisse Komik, die immer wieder ins Tragische rutscht. Denn der leichtfüßige Monolog offenbart die darunterliegende Einsamkeit, erzeugt von einer Leistungsgesellschaft, in der Emotionen keinen Raum finden. (HED)

Monsun Theater
10.5., 20 Uhr
Friedensallee 20
Ticket: 15,90 Euro

(9.5.) Michael Nasts „Generation Beziehungsunfähig“, Uni Hamburg, 20 Uhr

Was passiert, wenn wir uns als Individuen über alles andere stellen? In seinem Buch „Generation Beziehungsunfähig“ ermutigt Michael Nast zur Selbstreflexion: Es liest sich wie ein Gespräch mit dem besten Freund und zeichnet gleichzeitig die Stimmung einer ganzen Generation. Tinder, unser Selbstverständnis als Mittelpunkt der Welt und das Gefühl, auf nichts verzichten zu wollen, haben die Suche nach dem passenden Deckel verändert. Nasts Buch hält dem einen Spiegel vor – augenöffnend und anregend.

Universität Hamburg Audimax
Von-Melle-Park 4
9.5., 20 Uhr

(9.5.) Yes We Mystic, Kukuun, 20 Uhr

Winnipeg gilt nicht unbedingt als der schillerndste Ort Kanadas. Selbst die Einwohner verbindet mit ihrer Stadt, die in den Kriminalitätsstatistiken stets weit vorne landet, eine merkwürdige Hassliebe. Einen Kontrapunkt zu diesem rauen Image ihrer Heimatstadt setzen allerdings die Musiker von Yes We Mystic, die sich mit ihren Songs ganz der Harmonie und Schönheit verschrieben haben. Die fünfköpfige Band um Sänger Adam Fuhr frönt nämlich dem orchestralen Pop und benutzt dazu jedes Instrument, das ihnen über den Weg läuft. Das Ergebnis ist folkiger Indie-Rock mit Mandoline, Violine und Cello, der vermutlich selbst abgeklärten Winnipeggern ein Lächeln ins Gesicht zaubert. (KGR)

Kukuun
Spielbudenplatz 21
9.5., 29 Uhr
Ticket: 12 Euro

(8.5.) Endstation Sehnsucht, Thalia Theater, 15 Uhr

Raum für ausladendes Spiel gibt es kaum. Dies weiß das Bühnenbild zu verhindern: In einer sich nach hinten verengenden Höhle aus asymmetrisch angeordneten Schaumstoffquadern krabbeln, springen und taumeln die Darsteller umher. Dieser großartige Entwurf von Florian Lösche verweigert den Spielern einen sicheren, festen Stand(punkt) und macht aus jedem Positionswechsel eine wackelige Kletterpartie, lässt aber andererseits auch niemanden hart aufschlagen. In dieses Gefüge – bevölkert von Stella und ihrem Mann Stanley samt Schlagzeug spielenden Nachbarn und lärmenden Freunden – verirrt sich eines Tages Stellas Schwester Blanche, die vor dem materiellen und psychologischen Ruin steht. Als Tochter aus gutem Haus bietet sie dem Proleten Stanley reichlich Angriffsfläche; Stella, die sich bewusst von ihrer Vergangenheit distanziert, steht ratlos zwischen Schwester und Mann. Tennessee Williams’ berühmtes Südstaatendrama „Endstation Sehnsucht“ spielt in einem schwülen Sommer im New Orleans der 1940er-Jahre. Die gelungene Fassung von Regisseur Lars-Ole Walburg holt den Konflikt zwischen sogenannten besseren Kreisen und mittellosen Verlierern ins hier und jetzt. Am Sonntag ins Thalia. (DEF)

Thalia Theater
Alstertor
8.5., 15 Uhr

(8.5.) Premiere: Eine Sommernacht, Nachtasyl, 19 Uhr

Hoch unter dem Dach des Thalia Theaters treffen sich oft Theaterschaffende und andere Nachteulen auf ein Glas im Nachtasyl. Die Bar besticht durch eine ganz besondere Atmosphäre und ist durch ihre räumlichen Gegebenheiten wie geschaffen für intime Theaterabende, was die Abschlussarbeiten der hauseigenen Regieassistenten „Blind Date“ und „Rum und Wodka“, bereits gezeigt haben. Jetzt geht es im Rahmen dieser Tradition mit „Eine Sommernacht“ in die dritte Runde. Nach einem völlig besoffenen One-Night-Stand treffen sich Bob und Helena, beide Mitte dreißig, am nächsten Tag zufällig wieder. Obwohl sie angeblich nicht aufeinander stehen, verbringen sie ein Mittsommerwochenende der besonderen Art zusammen, mit einem Besuch im Fetisch-Club, Drogen und 15.000 Pfund. (HED)

Nachtasyl
Alstertor
8.5., 19 Uhr

Foto: Krafft Angerer

(7.5.) SPAM-Lesung mit Hafenfeuerwerk, Energieberg Georgswerder, 20 Uhr

Hamburg von oben

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde massenhaft Trümmerschutt aus der zerstörten Stadt auf der Elbinsel Georgswerder aufgehäuft. Später kamen Hausmüll und Industrieabfälle hinzu. Die Mülldeponie wurde 1979 stillgelegt. Vier Jahre später erlebte die Hansestadt einen seiner größten Umweltskandale: Aus dem Müllberg war giftiges Dioxin ausgetreten. Aus der Not wurde eine Tugend gemacht: 1986 wurde der Hügel saniert. 200.000 Tonnen chemische Abfälle schlummern in seinem Inneren. Die Methangase, die dort entstehen, erhitzen die Schmelzöfen der Kupferhütte Aurubis. Dank Windkrafträdern und einer Photovoltaikanlage versorgt der ehemalige Schandfleck zudem über 4.000 Haushalte mit sauberem Strom. Seit 2013 ist das Gelände zwischen April und November für Besucher geöffnet. Eine Treppe und ein barrierefreier Weg führen zur begrünten Bergkuppe, die von einem 900 Meter langen Weg umrundet wird. Die Aussicht auf die Stadt ist fantastisch. Während des Hafengeburtstags hat der Energieberg auch bei Nacht geöffnet. Bei der SPAM-Lesung sorgt der Hamburger Aktionskünstler Andreas Lang für absurde Unterhaltung – er liest kuriose Junk-E-Mails, passenderweise der Müll unserer digitalen Postfächer. Nach der Lesung kann man vom Energieberg das Feuerwerk am Nachthimmel beobachten. (NAT)


Energieberg Georgswerder
Fiskalische Straße 2
7.5., 20 Uhr Uhr