(23.04.) Party: Hamburg Elektronisch Release, Beta Lounge, 20 Uhr

Die Hamburger Schule hat auch im Nachtleben deutsche Musikgeschichte geschrieben. Zum Beispiel als der FRONT-Club die erste Heimat für House Music in der BRD wurde, als DJ Koze damals Blumfelds „Tausend Tränen tief“ zu Minimal House verwandelte oder als Tocotronic sich von Erobique haben remixen lassen. Und bis heute lebt sie, die Hamburger Abendschule, in den Clubs der Stadt von Golem über TurTur und PAL bis hin zu Läden, die öffentlich nicht genannt werden wollen. Dieser Szene möchte die Reihe „hamburg elektronisch“ mit ihren Releases ein akustisches Denkmal setzen. Die dritte Compilation unter dem Motto „von house zu house“ kommt jetzt raus – mit exklusiven Tracks von DJ Koze, Erobique, Christopher Rau usw. Und das soll am Samstag gefeiert werden. Eine ganze Reihe Hamburger DJs sind dabei am Plattenteller zu finden. Deo & Z-Man, eurokai, Joney, Les Loups, levente SUBURB, ralf köster, RSS Disco, Tilman Tausendfreund, tobias lampe, tobi schmid, Patlac, vincenzo heißen sie und schicken uns zur Abendschule auf die Tanzfläche. Endlich macht Schule Spaß! (AW)

Beta Lounge/Hamburger Botschaft
Sternstraße 67
23.4., 20 Uhr

(23.4.) Konzert: Jamie Woon, Laeiszhalle, 21.30 Uhr

Wer kann schon behaupten, mit Adele und Amy Winhouse studiert zu haben? Jamie Woon kann! Der 33-jährige Sänger aus London, dessen Mutter prominente Gesellschaft genoss (Mae McKenna war u.a. Backgroundsängerin von Kylie Minogue und Blur), stand jedoch nie im Schatten seiner Jahrgangsstars, sondern legte als Soul-Vokalist eine ordentliche Karriere hin. Er tritt beim 2. Internationalen Musikfest Hamburg (21.4.–22.5.) auf – in bestem Ambiente in der Laiszhalle. (EBH)

Großer Saal Laeiszhalle
Dammtorwall 46
23.4., 21.30 Uhr
Ticket: 28,13 Euro

Foto: The Quietus

(23.4.) Live: Busdriver, Hafenklang, 22 Uhr

Beats statt Konventionen

Ins Bewusstsein des Mainstreams hat es Regan Farquhar aka Busdriver nie ganz geschafft – vielleicht auch, weil er immer wieder herzlich in seine Richtung austeilt – in HipHop-Kreisen, insbesondere rund um seine Heimat L.A. hat er seinen Namen jedoch längst in Stein gemeißelt. Als einer, der wenig auf (HipHop-)Konventionen gibt, mit verschiedensten Stilen von Jazz bis Alternative herumexperimentiert, das Tempo gerne in die Höhe schraubt und ein begnadeter Freestyler ist. Gebt ihm einfach ein Mikro und lasst ihn rappen! (MME)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
23.4., 22 Uhr

(22.4.) Musik: The Tremelo Beer Gut, Komet, 21 Uhr

Und ewig braust die Brandung: Seit anderthalb Dekaden scheppert der Morricone-infizierte Surf ’n’ Western ’n’ Rock ’n’ Roll der Dänen mit dem unfassbar grandiosen Bandnamen The Tremelo Beer Gut und um nichts weniger glorreichen Songtiteln wie „Swedish Erotica“, „Slingshot Dragster“ oder „Diablo Mountains Sunrise“. Außerdem sind bei der Komet Surf Nacht die ewig frischen The Beasts zu hören und hinten raus macht Lokalmatador DJ Crille mit Beach-Klassikern die Party rund. (FR)

Komet
Erichstraße 11
22.4., 21 Uhr

(22.4.) Musical: „Heute Abend: Lola Blau“, Schmidtchen, 20 Uhr

Eine One-Woman-Show auf der kleinen Bühne des Schmidtchen: Die jüdische Sängerin Lola Blau flieht vor dem Naziterror in die USA und kehrt nach Kriegsende als gefeierter Showstar in ihre österreichische Heimat zurück. Geschrieben wurde das Musical von dem bissigen Satiriker Georg Kreisler, der für seinen schwarzen Humor bekannt ist. In über zwanzig Chansons und kleinen Szenen wandelt Lola Blau auf der Reise ihres Lebens zwischen den Stimmungen, wütend, heiter oder melancholisch. Eine Paraderolle für Yvonne Disqué, die bereits 2011 für die Darstellung der Lola Blau mit dem Rolf-Mares-Preis ausgezeichnet wurde. (HB)

Schmidtchen
Spielbudenplatz
22.4., 20 Uhr
Ticket: ab 30,60 Euro

Foto: Oliver Fantitsch

(22.4.) Lesung: Geist gegen Qual, Westwerk, 20 Uhr

Kafka gelesen von Franz Kaltenbeck und Eckhard Rhode. „Jeder Satz spricht: deute mich, und keiner will es dulden“, sagt Adorno in seinen Aufzeichnungen zu Kafka. Dem folgend analysiert Kaltenbeck das „pathologische Gesicht des Gesetzes“, Rhode den Unterschied von „Gewalttätigkeit mit und Gewalt der Sprache“. Und zusammen lesen sie aus dem und diskutieren das Werk Franz Kafkas. Am Freitag. Im Westwerk.


Westwerk
Admiralitätstraße 74
22.4., 20 Uhr

Foto: Charles Ray, Untitled

(21.4.) Kino: Der Schamane und die Schlange, Zeise Kinos, 21.30 Uhr

Unweigerlich werden beim Anblick von Ciro Guerras hypnotischem Entdeckerdrama Erinnerungen an Werner Herzog wach, der in den 1970er und 1980er Jahren mit Schauspielberserker Klaus Kinski den südamerikanischen Dschungel durchforstete. Ein Hauch von „Fitzcarraldo“ ist etwa dann zu spüren, als ein Grammophon zum Einsatz kommt. Und auch der Wahnsinn aus „Aguirre, der Zorn Gottes“ kriecht in einigen Szenen hervor. Anders als bei Herzog nimmt „Der Schamane und die Schlange“ allerdings immer wieder eine dezidiert indigene Perspektive ein.
Erzählt wird hier von zwei Wissenschaftlern, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten mit dem Schamanen Karamakate nach der angeblich heilbringenden Yakruna-Pflanze suchen. Anfang des 20. Jahrhunderts schleppt sich der schwerkranke Anthropologe Theo durch den unwirtlichen Dschungel. Knapp 30 Jahre später ist es der Botaniker Evan, der den Indianer um Hilfe bittet.
Ausgehend von den Tagebuchschilderungen der beiden realen Forscher Theodor Koch-Grünberg und Richard Evans Schultes schaut der Film auf die Veränderungen, denen die Amazonas-Völker unterworfen waren und sind. (Christopher Diekhaus)

Zeise Kinos
Friedensallee 7-9
21.4., 17.20 + 21.30 Uhr

(21.4.) Lesung: Axel Hacke liest, Schauspielhaus, 20 Uhr

Eine Lesung, bei der noch keiner weiß, was vorgelesen wird. Wahrscheinlich nicht einmal Axel Hacke selbst. Der Schriftsteller und Journalist hat einfach zu viel Material – und bringt vorsichtshalber alles mit auf die Bühne. Sein allerneuestes Buch „Fußballgefühle“, seine legendären Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, die Gedanken seines schwermütigen sprechenden Kühlschranks Old Bosch oder seine wahnwitzige Speisekarten-Sammlung aus der ganzen Welt sind nur ein Bruchteil der möglichen Inhalte. Egal, was es wird, Hacke liest und es wird gut. Auch der NDR hat das einmal so zusammengefasst: „Wenn er eine öffentliche Lesung macht, pflegen sich seine Zuhörer mit Taschentüchern auszustatten, weil sie wissen, dass die Lachtränen laufen werden.“ Steckt euch gleich mehrere Packungen ein, bevor ihr Richtung Schauspielhaus düst. (AW)

Deutsches Schauspielhaus
Kirchenallee 7
21.4., 21 Uhr
Ticket: 17 Euro

Foto: Thomas Dashuber

(18.4.) Konzert: Joanna Gemma Auguri, Jupibar, 21 Uhr

Joanna lebt in Berlin, passt aber fast besser nach Hamburg, glaubt man der Beschreibung auf Webseite des Gängeviertels: „Großgewachsen, mit schwarzen Haaren und ebenso schwarzem Akkordeon sitzt sie selbstversunken auf der Bühne und verzaubert mit Liedern über die See, Heimat, verlorene Schiffe und verlorene Seelen. Melodien wie dunkle Gewässer und Nebel in der Nacht.“ So oder so begibt man sich beim Hören ihrer Experimental Folklore in eine andere Welt – dunkel, abgründig, sehnsüchtig. Wer sich sogar live entführen lassen will, ist am Montag in der Jupibar im Gängeviertel genau richtig. Einen Surprise Act gibt es oben drauf. (AW)

Jupibar
Valentinskamp 34
18.4., 21 Uhr

Foto: Jan Ganschow/em>

(18.4.) Kino: Viel Lärm um nichts, Metropolis, 17 Uhr

Shakespeare at its best mit der Hollywood-Elite

Verkuppeln geht ja meist nach hinten los – und wer sich vornimmt, zwei Menschen zusammenzubringen, die nichts lieber mögen als sich zu beschimpfen, muss von allen guten Geistern verlassen sein. Doch die Freunde haben einen Plan. Sie erzählen den Streithähnen Beatrice und Benedict einfach, der andere sei hoffnungslos in sie verliebt. Das Gefühlschaos ist jedenfalls perfekt und wird in „Viel Lärm um nichts“ hinreißend-übermütig erzählt. Regisseur Kenneth Branagh interpretiert Anfang der Neunziger die Shakespeare-Romanze als Film – und gewinnt einen weltberühmten Cast dazu. Emma Thompson, Keanu Reeves, Denzel Washington, Michael Keaton und Chris Barnes laufen jetzt in der deutschen Fassung noch einmal im Metropolis über die Leinwand. Weil ein Klassiker nie alt wird. (AWÖ)

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
18.4., 17 Uhr