(21.6.) Bob Log III live, Hafenklang, 21.30 Uhr

Leicht, aber nur ganz leicht einen sitzen hat Bob Log III. Möchte man zumindest meinen, wenn man ihn während seiner Bühnenshow erlebt: Im Ganzkörperglitzerkostüm, mit Motorradhelm, E-Gitarre und Schlauchbot unterm Hintern kommt er da schon mal die Treppe herunter gesaust. Die One-Man-Band aus Tucson, Arizona schafft es bei all dem absurden Spektakel auch noch, einen ordentlich scheppernden Blues-Trash-Punk zu spielen und zu singen. Abgefahrener Auftritt, abgefahrener Typ. Und unterhaltsam wie Hulle. (EBH)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
21.6., 21.30 Uhr
Ticket: 12 Euro

(20.6.) The Hateful Eight (70mm/OV), Savoy Kino, 20 Uhr

Für ein bisschen Abkühlung an einem hoffentlich heißen Sommertag: Das Savoy Filmtheater zeigt Quentin Tarantinos winterliches Westernepos, bei dem acht dubiose Gestalten wegen eines Schneesturms in einer Hütte unterschlüpfen müssen. Klar, dass da nicht alle lebend wieder rauskommen: Wie jeder Tarantino ist auch dieser blutig, perfide und gewaltreich. Der monumentale Drei-Stunden-Streifen kam Ende Januar ins Kino und wer ihn verpasst hat, kann ihn nun noch einmal sehen und zwar mit OV, in epischer Breite und im seltenen 70-mm-Format samt Ouvertüre und Pause. (MAS)

Savoy Filmtheater
Steindamm 54
20.6., 20 Uhr

Foto: © The Weinstein Company

(20.6.) Auftakt: Privattheatertage „Hans im Glück“, Altonaer Theater, 19.30 Uhr

Als der Theatermacher Axel Schneider 2012 ein Festival der bundesweiten Privattheater in Hamburg ins Leben rief, wollte er dem Potenzial und der Vielfalt der privaten Häuser ein gemeinsames Forum bieten. 2015 konnte er sich bereits über eine Auslastung von über 90 Prozent freuen. Für die diesjährige Ausgabe ist wieder ein neunköpfiges Juroren-Team durch Deutschland gereist, um aus über 80 Produktionen je vier Stücke aus den Kategorien Komödie, Klassiker und Drama auszuwählen. Diese laufen verteilt über zwei Wochen auf neun Hamburger Bühnen. Darunter Brechts „Hans im Glück“ als Eröffnungsstück im Altonaer Theater; das Zimmertheater Tübingen zeigt sein Stück über den NSU „Auch Deutsche unter den Opfern“ und das Ohnsorg hat mit „Soul Kitchen“ ein Heimspiel. Am 3. Juli endet das Festival mit einer Abschlussgala und der Verleihung des Monica Bleibtreu Preises in den Kammerspielen. (KAL)

Privattheatertage
versch. Locations
20.6.–3.7.

Auftakt Hans im Glück
Altonaer Theater
Museumstraße 17
20.6., 19.30 Uhr

(19.6.) Whitney, Molotow, 21 Uhr

Dass ihr Bandname nicht von einer gewissen, bereits verstorbenen Soul-Diva inspiriert ist, haben Julien Ehrlich und Max Kakacek in Interviews bereits verraten. Abwegig wäre diese Vermutung aber nicht, denn was die beiden Musiker aus Chicago mit (der jungen) Mrs. Houston gemeinsam haben, ist ein hoher Soul- und Glamour-Faktor. Bei diesen Herren, die bis vor Kurzem noch zur Besetzung von Smith Westerns und dem Unknown Mortal Orchestra gehörten, kommt der Glam allerdings in einem schluffigen Lo-Fi-Gewand daher. Die zeitgemäße Fusion von Country, Soul, Funk und Indie-Pop ‒ und nicht ohne Grund einer der größten Hypes der Blogosphäre. (KGR)

Molotow
Nobistor 14
19.6., 21 Uhr
Ticket: 13,90 Euro

(19.6.) Eine Sommernacht, Thalia Nachtasyl, 19 Uhr

Die Theaterbar ist die perfekte Bühne, um eine Geschichte zu erzählen, die keiner glaubt, der nicht dabei war: Zwei Mittdreißiger begegnen sich am toten Punkt ihres Lebens, teilen eine schnapsgetränkte Liebesnacht und wachen am nächsten Morgen in desolatem Zustand auf. Zufälle treiben Helena und Bob in einen Wahnwitz, der über den Umweg eines Gitarrenkaufs in einem Fetisch-Club endet, in den alle nur wegen der Musik gehen. Diese Geschichte, die so abwegig ist, dass sie aus einem Tom-Waits-Song stammen könnte, wird von Marie Löcker und André Szymanski in knapp 75 Minuten derart launig in Szene gesetzt, dass man beiden gern beim Taumel durch die Verstrickungen zusieht. Der allzu mittelmäßige Bob, der sich als Kleinkrimineller über Wasser hält, führt ein Zwiegespräch mit seinem Penis, der sich weigert, die ständigen One-Night-Stands weiter mitzumachen, während sich Anwältin Helena am Tag nach dem Abenteuer zur Hochzeit ihrer Schwester schleppt, um von ihrem Neffen als restbetrunkenes Wrack bloßgestellt zu werden. Scheibchenweise nähert sich das Stück der Illusion der Wahrheit, durchbricht die Erzählung aber gern zugunsten von Kontrabass oder Posaune, die einen Teppich unter die Gesangseinlagen von Szymanski und Löcker legen: „If my hangover was a city, it would be Elmshorn.“ (PS)

Thalia Nachtasyl
Alstertor 1
19.6., 19 Uhr

Foto: Krafft Angerer

(18.6.) Premiere: Über alles hinaus, Monsun Theater, 20 Uhr

Ist es dem Einzelnen möglich Widerstand gegen extremistische Bewegungen zu leisten? Und warum schließen sich Menschen diesen Organisationen überhaupt an? Fragen, die heute wieder brandaktuell sind. Die (Hinter-)Gründe untersucht die Produktion „Über alles hinaus“ von Flagrant. Basierend auf dem absurden Theaterstück „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco haben die Darsteller ab 16 Jahren mit einem Migrations- und Fluchthintergrund sowie deutscher Herkunft das Stück gemeinsam entwickelt und verbinden Fiktion mit den eigenen Erfahrungen. (HB)

Monsun Theater
Friedensallee 20
18.6., 20 Uhr

Foto: Benni Bock

(18.6.) Sorry I’m WEIRD w/ Lexer, Markus Kavka & Kollektiv Ost, Docks, 24 Uhr

Der Band-Of-Horses-Remix „The Funeral“ 2012, ein Fusion-Set auf Soundcloud im folgenden Jahr und ab ging es für den Leipziger Produzenten Lexer, der fortan vielgefragt um die Welt tourte. Im Gepäck seine Sets, die Deep-House mit hochtrabenden Pop-Melodien vereinen und es schaffen Open-Air-Sommer-Gefühle auch in dem dunkelsten Gemäuer freizusetzen. Unterstützt wird er an diesem Abend von Markus Kavka, der inzwischen als fester Bestandteil des Kater-Mukke-Kollktivs Musik macht sowie den 3000°lern Kollektiv Ost. (MME)

Docks
Spielbudenplatz
18.6., 24 Uhr

(18.6.) Verflixt & Zugedröhnt, Fundbureau, 24 Uhr

Herzlich willkommen zu Verflixt & Zugedröhnt! Was soll man sagen; hier ist der Veranstaltungsname Programm – zumindest musikalisch – und das ist auch vollkommen ok. An den Decks berauschen: House vom Nicolaus, DJ Buhmann, Berndt & Lötters, Plattenbote & Einhorn, NixkommZwo, kation, Goldlank und convinzed. Ach und noch was: Die Gastgeber zeigen schon in der Partyankündigung Flagge und geben deutlich zu verstehen, neben wem sie im Fundbureau nicht tanzen wollen. „Fern bleiben bitte sämtliche Rassisten, Nationalisten, AfD-Wähler und vergleichbare Idioten.“ In diesem Sinne: „Refugees Welcome!“ (DAK)

Fundbureau
Stresemannstraße 114
18.6., 24 Uhr

(17.6.) Electro Swing Crew, Fundbureau, 23 Uhr

Swing verloren? Dann ab ins Fundbureau! Die Electro-Swing-Crew lädt alle Lindy Hopper, E-Swinger und solche, die es werden wollen, ins festlich geschmückte Fundbureau. Als Headliner steht das Berliner Duo The Carlson Two (Foto) an den Decks. Ihre Sets bieten einen sich permanent wandelnden Ausflug in die Weiten der melodischen Clubmusik. Ob House oder HipHop-Beats, Swing- oder Soulharmonien, den Genreeinflüssen sind kaum Grenzen gesetzt. Perfekt um Trainingsjacke gegen Hut, Hosenträger und Federboa zu tauschen und das Tanzbein zu schwingen! (OMA)

Fundbureau
Stresemannstrasse 114
17.6., 23 Uhr

(17.6.) Bärtiger Barde live: I Have A Tribe, Prinzenbar, 20 Uhr

Darüber, ob Patrick O’Laoghaire besonders auf seine Ernährung achtet, kann hier nur spekuliert werden – über eine mangelnde Zufuhr an Vitamin B konnte er sich bisher jedoch nicht beklagen. „B“ steht hier natürlich für Beziehungen und meint die namhaften Unterstützer, die der bärtige Ire vorweisen kann: Darunter etwa Conor O’Brien alias Villagers, Anna Calvi oder Folkpop-Größe James Vincent McMorrow, auf dessen Label er seine erste EP veröffentlichte. Gerade ist mit „Beneath A Yellow Moon“ sein Debütalbum erschienen. Eine Sammlung sphärischer und dunkler Folk-Popsongs, die keine Angst vor der großen Geste haben. (KGR)

Prinzenbar
Spielbudenplatz
17.6., 20 Uhr
Tickets: 14 Euro