(5.4.) Lesungen: David Grossman + Liebe für alle Vol.2, 19.30 Uhr

Lesungen soweit das Ohr reicht:

Schriftsteller David Grossmann erzählt in seinem Buch „Kommt ein Pferd in die Bar“ von einem schwerkranken Stand-Up-Comedian, der auf der Bühne aus seinem ergreifenden, grausam komischen Leben referiert. In Kooperation mit dem Literaturhaus wird er vorgestellt, der Roman des Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels – Literatur zwischen Lachfalten und Elend.

Viele Geschichten – sicher ebenfalls zum Lachen und Weinen – erwarten die Zuhörer im Grünen Jäger. Bei der zweiten Ausgabe von „Liebe für alle“ lesen Katrin Seddig, Ella Carina Werner, Piero Masztalerz und Anselm Neft Kurzgeschichten und Satiren. Zudem stimmt das Quartett Lieder an und stellt Cartoons vor.

Übrigens: Ab sofort soll zu dieser Lesebühne am ersten Dienstag des Monats im Grünen Jäger ein Gast geladen werden. Dieses Mal ist es Schriftsteller Uli Hannemann. Der Neuköllner schreibt Geschichten über das „harte Leben“ in seinem Problembezirk und liest die – statt bei Berliner Lesebühnen – dieses Mal in Hamburg vor. Jetzt müsst ihr nur noch die Öhrchen spitzen. (AW)

David Grossmann
Freie Akademie der Künste
Klosterwall 23
5.4., 19.30 Uhr
Ticket: 14 Euro

Liebe für alle Vol.2
Grüner Jäger
Neuer Pferdemarkt 36
5.4., 20.30 Uhr

Foto: Entworfen durch Freepik

(4.4.) Live: Animal Collective , Uebel & Gefährlich, 19 Uhr

Die musikalische Überwältigung

Manche Bands sind ja schon froh, wenn sie für einen Song wenigstens eine gute Idee haben. Die Experimental-Avantgardisten vom New Yorker Animal Collective haben da ganz andere Ansprüche, denn sie verwursten oft gefühlte zwölf Ideen in einem Track. Das vierköpfige Kollektiv, deren Mitglieder auch alle Soloprojekten nachgehen, hat den Eklektizismus zu seiner Maxime erhoben. Mit Synthesizern, Effektgeräten und Loop-Stations erschaffen sie live eine hypnotische und surreale Dada-Soundcollage. Wie ein LSD-Trip in Bild und Ton, der überfordert und zugleich überwältigt. (KGR)

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
4.4., 19 Uhr
Ticket: 29 Euro

Foto: Tom Andrew

(4.4.) Konzert: Amanda Bergman, Nochtspeicher, 20 Uhr

Amanda Bergmans Debütsong: eine Hommage an ihren Hasen Skrutti. Zu dessen Ableben schrieb die Schwedin in ihren Mädchenjahren erstmals über starke Gefühle, über Liebe, Trauer, gebrochene Herzen. Es war der Anfang einer großen Songwriting-Karriere – und das nicht nur, weil Bergman noch sechs weitere Hasen in ihrer Obhut hatte und demnach reichlich üben konnte. Der Lockenkopf aus Dalarna verstand es einfach, immer die passenden Worte zum Anlass zu finden und sie später so echt und aufrichtig zu singen, als würde sie die erzählten Geschichten just in dem Moment noch mal erleben. (EBH)

Nochtspeicher
Bernhard-Nocht-Straße 69a
4.4., 20 Uhr
Ticket: 15 Euro

(3.4.) Live: Nada Surf , Mojo, 19 Uhr

Indie-Nostalgie

Wer um die Jahrtausendwende zur Subkultur der Indie-Kids gehörte, Liebeskummer hatte und seinen Herzschmerz auf ein Mixtape bannen wollte, konnte stets bedenkenlos die CDs von Nada Surf aus dem Regal holen. Die Band aus New York, die mit ihrem Debütalbum „High/Low“ 1996 quasi das Genre College-Rock aus der Taufe gehoben hat, war mit Songs wie „Inside Of Love“ oder „Always Love“ stets verlässlicher Komplize, wenn es um die Vertonung des eigenen Gefühlschaos ging. Der mal wütende, mal traurige, aber immer irgendwie melancholische Gitarrenpop und Matthew Caws prägnante Stimme bescheren allen Indie-Kids von damals garantiert noch immer ein heimeliges Gefühl. (KGR)

Das Konzert ist ausverkauft, aber SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze. Schickt eine E-Mail mit dem Stichwort „Surf“ bis zmu 1.4. an verlosung@vkfmi.de

Mojo Club
Reeperbahn 1
3.4., 19 Uhr

(2.4.) Nachtleben: PUDEL GÄNG im VIERTEL, Gängeviertel, 20 Uhr

Kunst, Konzerte, Kampf

Nicht erst seit dem Brand im Februar wird sich weltweit mit dem Pudel solidarisiert. Rund um den 20. April, für den die Teilversteigerung des Gebäudes angesetzt ist, sind in Berlin, Dresden, Tokio, Glasgow, Montevideo oder Aarhus Soli-Partys geplant. Natürlich wird auch in Hamburg für den Erhalt des Pudels gekämpft und gefeiert. Der MFOC-Sonntag ist am 10.4. ins Hafenklang verlegt und im Park Fiction, Westwerk oder Störtebeker sind Aktionen vorbereitet. Den Anfang macht die große Pudel Gala im Gängeviertel. Neben Nick Currie alias Momus spielen hier Astral Taxi, L.C. Knabe, Stanley Ipkiss und zahlreiche weitere Künstler der Pudel Gäng auf – und das Viertel gibt dem Hündchen noch eine Botschaft mit: „Das ist wohl diese Phase in Ihrer Entwicklung, die sie fit macht für alle Eventualitäten, die da noch kommen mögen, bei Ihrem Kampf gegen überholte Strukturen und das Schweinesystem. Fight on Sister, fight on!“ Und für euch gilt: Fight mit und geh feiern! (OMA)

Gängeviertel
Valentinskamp 39
2.4., 20 Uhr

(2.4.) Konzert: Turbostaat, Markthalle, 20 Uhr

Auf nach Abalonia

Wenn eine sperrige Punkband mit jedem neuen Album größere Hallen bespielt und trotzdem noch Schnappatmung bei den alteingesessenen Fans auslöst, hat sie offenbar vieles richtig gemacht. Die Rede ist von Turbostaat. Jan Windmeier singt auf „Abalonia“ noch immer mit der zartesten Hooliganstimme Norddeutschlands, ansonsten werden neue Pfade beschritten. Entrücktes Storytelling aus einer anderen Welt trifft auf Songs, die mehr denn je auf klassische Strukturen pfeifen. Mitunter wird sogar der Fuß vom Gaspedal genommen. Doch wer sich jetzt auf ein ruhiges Konzert einstellt, war noch nie in Abalonia. (BEN)

Markthalle
Klosterwall 11
2.4., 20 Uhr

Foto: Andreas Hornoff

(2.4.) Party: No Access All Areas, Docks, 24 Uhr

Und dabei klang es so verheißungsvoll: „Mit dem AAA-Pass erlangt ihr Zugang zu Räumlichkeiten, die ihr noch nie zuvor im Docks betreten habt.“ Uuuhhh! Auf ganzen fünf Floors hättet ihr euch zu Deep House, Techno und TechHouse den Stress und Frust von der Seele tanzen können. Da die Organisatoren aber nun Muffensausen haben, weil die Massenresonanz ausblieb, machen sie das Event doch ein wenig gemütlicher. „Wir verkleinern das Ganze auf Docks & Ziegelsaal! Das Line up passt sich an und ihr dürft euch weiter auf Re.You, Marcus Worgull, Hanne & Lore (Foto), Madmotormiquel, Midas 104 live, DirrtyDishes, Paul’s Büro, Surreal & Oliver Eich freuen!“ Vielleicht verliert die Party an Quadratmetern, aber sicher nicht an gutem Sound. Also ab dafür! (AW)

Docks
Spielbudenplatz 19
2.4., Docks, 24 Uhr

(1.4.) Konzert: Isolation Berlin, Molotow, 19 Uhr

Eulen nach Athen tragen

Wer polarisiert, gewinnt. Ein wenig Koketterie dazu, und fertig ist die Mischung, die Bands in den Hype-Himmel schießt. Isolation Berlin liefern bereits mit ihrem Namen ordentlich ab: Dem Mekka des Szene-Hipstertums zu unterstellen, es könne dort Einsamkeit existieren, ist schon ein starkes Stück. In ähnlicher Manier wandelt die Band zwischen zurückgezogener Schüchternheit und ruppigem Zurschaustellen der eigenen Verletzlichkeit, überspielt durch das notwendige bisschen Aggression. Deutschsprachiger Indie-Gitarrenpop mit Anspruch, das ist – ja, richtig – Berliner Schule, so die Selbstbezeichnung der vier Twentysomethings. Mit ihrem Debütalbum „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ sind Isolation Berlin nun auf ausgedehnter Tour. (PAB)

Molotow
Nobistor 14
1.4., 19 Uhr
Ticket: 10 Euro

Foto: Noel Richter

(1.4.) Kellerhertz-Konzerte: Falk und Buddi, Birdland, 21 Uhr

Schon seit einem Jahr bringt die Kellerhertz-Crew der Bar Freundlich+Kompetent die Crème de la Crème der Hamburger Newcomer-Bands auf die Bühne des Birdlands. Sogar die Jungs von Eljot Quent haben den Laden schon ordentlich aufgemischt – die Qualität stimmt also. Zum Einjährigen haben die Veranstalter der monatlichen Konzertreihe nun zwei ganz besondere Schmankerl für euch aus dem Hut gezogen. Los geht’s am Freitag mit Falk, einem charmanten jungen Mann mit frecher Schnauze, bevor wir zu späterer Stunde zu BUDDI kommen – fünf Jungs, die mit ehrlicher, handgemachter Liedkunst und poetischen Texten zu verzaubern wissen. Ihr dürft gespannt sein! (IV)

Birdland
Gärtnerstraße 122
1.4., 21 Uhr

(1.4.) Nachtleben: Never keep quiet, Goldener Salon, 23 Uhr

Tanzfläche als Freiraum und gegen Diskriminierung

Selten gab es ein schöneres und in diesen Tagen passenderes Motto für eine Partyreihe: „love pop & postpunk – love indie & wave – love feminism – hate racism – hate homophobia – hate sexism“ hat sich das Djane-Kollektiv von never keep quiet auf die Fahnen geschrieben und gibt damit ein klares Statement ab. Mit Sounds aus Post-Punk und Pop, Synth Waves und Indie-Gitarren bitten die Damen zum Tanz und betonen: Wir verstehen unsere Tanzfläche als Freiraum, jeder ist willkommen, mit uns zu feiern und die Nacht zum Tag zu machen. Unbedingt alle hin da und alle Freunde mitschleppen. (KF)

Hafenklang/Goldener Salon
Große Gelbstraße 84
1.4., 23 Uhr