(29.3.) Konzert: JD McPherson, Mojo Club, 19 Uhr

Sein Lieblingslied ist „Keep A Knockin’“ von Little Richard, sein Bühnenhüftschwung großer Sport, seine Stimme voller Soul: JD McPherson, Sänger und Songschreiber aus Oklahoma, hievt den Rock’n’Roll der 50er und 60er Jahre ins Hier und Jetzt. Ohne Pathos, Schnörkel und sonstigen Schnickschnack erreichen der 38-Jährige und seine Band Musik, die so roh und rau und irgendwie einfach echt ist, dass man dem Versprechen, jede Live-Show werde ein schweißtreibender Tanzabend, sofort vertraut.

Mojo Club
Reeperbahn 1 (St. Pauli)
29.3., 19 Uhr

(29.3.) Lesung: „In der freien Welt“ von Norbert Gstrein, Literaturhaus, 19.30 Uhr

Von der Wahrheit eines Toten

Mit der Wahrheit ist es oft so: Je länger man die Fundamente dessen untersucht, was man sicher zu wissen glaubt, desto mehr bröckeln sie. Das erlebt der Schriftsteller Hugo, als sein langjähriger jüdischer Freund John niedergestochen wird. Dessen Tod reißt in Hugos Leben eine empfindliche Lücke. Voller Fragen macht er sich auf die Spurensuche nach Johns Leben, das vital und imposant sein eigenes stets in den Schatten stellte, jedoch nun mit jedem neuen Mosaikstück gebrochener erscheint. Dabei führt es Hugo von Kalifornien bis auf beide Seiten des Gaza-Krieges, in dem sich zwei unversöhnliche Wirklichkeiten schon lange hasserfüllt gegenüberstehen. Die Kunst, vermeintlich sichere Wahrheiten erzählerisch zu hinterfragen, zieht sich wie ein roter Faden durch Norbert Gstreins Buch „In der freien Welt“, weshalb dieser kluge Roman seinem Leser auch die Empfehlung voranstellt, aufmerksam zu bleiben: „Manches von dem Folgenden ist wirklich geschehen, aber ich bin nicht ich, er ist nicht er, sie ist nicht sie, die alte Geschichte“. Der Autor liest am Dienstag selbst aus seinem Werk vor. (BIE)

Literaturhaus
Schwanenwik 38
29.3., 19.30 Uhr

Foto: Gunter Glücklich

(28.3.) Kino: Heart Of A Dog, Abaton, 22.30 Uhr

30 Jahre nach ihrem avantgardistischen Meisterwerk „Home of the Brave“ hat US-Künstlerin Laurie Anderson einen zweiten Film gemacht. Wobei „Film“ nicht wirklich die passende Bezeichnung ist. „Heart Of A Dog“ ist ein philosophisches Kunstwerk, eine lyrische Collage aus Bild und Ton.
Wie Erinnerungsfetzen oder Traumbilder reihen sich die Impressionen aneinander. Fast hypnotisch dazu die weiche, dunkle Stimme Laurie Andersons die sich an ihren Hund Lolabelle, ihren Ehemann Lou Reed oder auch ihre Mutter erinnert. Was bedeutet der Tod? Was geschieht mit uns danach? Was passiert mit der Liebe? Was ist Liebe? Was eine Geschichte?
Leicht und träumerisch philosophiert Anderson über den Sinn des Lebens, 9/11 und die Überwachungskultur. Mit diesem Filmn hat die multidisziplinäre hat noch einmal etwas völlig Neues kreiert. Mit 68 Jahren ist sie genauso avantgardistisch wie zu Beginn ihrer Karriere. Zu sehen seit dem 24.3. u.a. im Abaton. (MAS)

Abaton
Allendeplatz 3 /Ecke Grindelhof
28.3., 22.30 Uhr

(27.3.) Film: Lee Scratch Perrys Vision vom Paradies, Studio-Kino, 21.45 Uhr

Lee Perry, Urvater des Reggae und Dub, Produzent von Bob Marley, Begründer der Rastafari-Bewegung: Er ist einfach wahnsinnig. Wahnsinnig genial, genial wahnsinnig, beseelt, besessen, bezaubernd. 15 Jahre lang hat Perry-Fan Volker Schaner den 80-jährigen Ausnahmekünstler begleitet, nun zeigt er uns in einer teils faszinierenden, teils irritierenden Doku „Lee Scratch Perrys Vision vom Paradies“.
In Perrys idealer Welt gibt es keine Polizei und Soldaten, keine Zigaretten oder Rum (dafür aber reichlich Gras). Eine friedliche Welt voller Musik und Inspiration, in der Respekt und der Glaube das Handeln der Menschen bestimmen. Auch gegenüber Tieren: „Eat no meat!“, so sein Mantra. Es klingt so leicht, wie Perry durch das Leben geht: „Ich bin das Oberhaupt des Universums, der Welt“, sagt er mit Überzeugung. Er ist der Prophet, der Frieden auf die Erde bringt. In der Doku bestätigen Wegbegleiter: Perry ist nicht von dieser Welt. Er ist ein Magier. Eingebettet in kindlich knallbunte Animationen zeigt der Film Szenen aus dem Leben des Künstlers, der die Musik des 20. Jahrhunderts so nachhaltig geprägt hat. Zu sehen u.a. am Sonntag im Studio-Kino. (MAS)

Studio Kino
Bernstorffstr. 93-95
27.3., 21.45 Uhr

(27.3.) Nachtleben: Soul Allnighter, Mojo, 22 Uhr

Das neue Mojo ist ja äußerlich der DeLorean unter den Clubs. Wie zwei Flügeltüren erhebt sich der Asphalt, um den Weg ins Innere freizugeben. Wohlgemerkt ins bestens klingende Innere. Beim Sound werden dort einfach keine Kompromisse gemacht. Der Soul Allnighter ist ebenso kompromisslos und zieht am Ostersonntag die Fans von groovigen 70s Nummern, poppigem 60s Soul und kristallklarem Funk’n’Jazz magisch an. Leif Nüske und Olaf Ott alias Fab Boy Two sorgen für verschwitzte Hemden und kaputte Schuhe. In diesem Sinne allen Frohe Ostern beim Soul Alln(EI)ghter! (DAK)

Mojo
Reeperbahn 1
27.3., 22 Uhr

(26.3.) Party: Keep Techno Ultrà lll, Uebel & Gefährlich, 24 Uhr

Unglaubliche fünf Jahre ist es her, seit Ultrà Sankt Pauli zuletzt zum Tanz geladen hat. Unglaublich groß ist demnach auch die Vorfreude der Anhänger, dass endlich wieder die Nacht durchgetanzt wird. Die Mauern des Bunkers werden ganz sicher zum Beben gebracht. Davon waren alle schon überzeugt, als das Line Up noch gar nicht stand. Jetzt ist die musikalische Erschütterung garantiert: Krink, Patlac, Ralf Köster, Henning Renken, Pelle Buys, Christian Weber, Frieder&Pepe und noch einmal genauso viele DJs werden uns eine ordentliche Portion Techno, Minimal und Co. um die Ohren hauen. Der Electro-Mob gibt sich definitiv die Ehre und alle Einnahmen werden für die gute Sache eingesetzt. Keep Techno Ultrà! (KF)

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
26.3., 24 Uhr

(26.3.) Lesung: „Bodentiefe Fenster“ von Anke Stelling, Buchhandlung Lüders, 18 Uhr

Ganz altmodisch in einen Buchladen gehen und ein Buch von einem unabhängigen Verlag kaufen – darum geht’s beim Indiebookday. Vor vier Jahren wurde er ins Leben gerufen und am Samstag ist es wieder so weit. Wer nicht nur die Independet-Verlage unterstützen, sondern gleich noch einer Lesung beiwohnen möchte, der ist in der Buchhandlung Lüders an der richtigen Adresse. Zur Feier des Tages liest die Hotlist-Preisträgerin 2015 Anke Stelling dort aus ihrem Roman „Bodentiefe Fenster“.

Buchhandlung Lüders
Heussweg 33
26.3., 18 Uhr

Foto: Nane Diehl

(26.3.) Kino: „Das Fenster zum Hof“, Metropolis, 17 Uhr

Hat Lars Thorwald seine Frau nun zerstückelt und im Koffer entsorgt oder nicht? Sein Nachbar Jeff zumindest erhebt die schweren Vorwürfe gegen ihn. Jeff ist eigentlich Fotojournalist, aber wegen eines Gipsbeins an den Rollstuhl gefesselt. Und da sitzt er nun zum Zeitvertreib und beobachtet die Bewohner im Haus gegenüber – darunter Thorwald, dessen bettlägerige Ehefrau plötzlich verschwunden ist. Die Polizei schenkt Jeffs Verdacht aber keinen Glauben und deshalb ermittelt er mit seiner Freundin Lisa und Pflegerin Stella auf eigene Faust. War es wirklich Mord? Die Antwort auf die Frage wissen wir schon seit 1954. Da kam der Hitchcock-Klassiker „Das Fenster zum Hof“ in die Kinos und Grace Kelly glänzte als Jeffs Freundin. Einen Klassiker wie diesen kann man aber immer wieder schauen – am Samstag im Metropolis zum Beispiel im englischen Original. (MAS)

Metropolis
Kleine Theaterstraße 10
26.3., 17 Uhr

Foto: John Irving/Flickr

(25.3.) Live: Reggaeville Easter Special 2016 mit Patrice, Fabrik, 20 Uhr

Die ganz großen Zeiten von Reggae, Ragga und Dancehall sind leider vorbei, einige Künstler aus der Hochphase Anfang bis Mitte der Nullerjahre aber immer noch da. Einer von ihnen ist Patrice (Foto), der Kölner Off-Beat-Star mit der Schmusestimme. Beim „Reggaeville Easter Special 2016“ ist er logischerweise der Haupt-Act, unterstützt von Reggae-Nachwuchs Iba Mahr und – vor und nach den Sets der beiden – Silly Walks, einer weiteren gebliebenen Größe aus der besten Phase des Genres. (EBH)

Fabrik
Barnerstraße 36
25.3., 20 Uhr

Foto: Joy Ceilg

(25.3.) Nachtleben: Sinnbus Nacht, Häkken, 21 Uhr

Nach einer Reihe von (noch mit Kompagnons produzierten) EPs bringt Antonio de Spirt alias La Boum Fatale mit „Holygram“ nun sein Langspieldebüt auf dem Bodi-Bill-Label Sinnbus in Startposition. Eine Reihe von Tracks kursieren bereits seit einiger Zeit durchs Netz und machen mit präzisem Sound und dichter Atmosphäre schon gewaltig Lust auf mehr. Zart elektropoppender Support kommt von Lokalhelden KiRRiN iSLAND, ehe Thomallas (bekannt aus der Live-Band von The/Das) und Candy die Saalbeschallung übernehmen. (FR)

Häkken
Spielbudenplatz 21
25.3., 21 Uhr