(28.5.) Premiere: Die große Freiheit, Das Schiff, 19.30 Uhr

Durch die gemütliche Kajüten-Atmosphäre unter Deck des Theaterschiffs am Nikolaifleet bekommen Stücke, die auf hoher See spielen, eine ganz besonders authentische Wirkung, wie zuletzt bei „Novecento“. In „Die große Freiheit“ unterhalten Max und Walter seit Jahrzehnten als Entertainer-Duo betuchte Gäste auf Luxuslinern. Abgeschnitten vom Rest der Welt, scheint dort die Zeit stehen zu bleiben, während sich das Festland, vor allem Europa, immer mehr verändert. So kommt es, dass der Kreuzfahrtchef plötzlich findet, Max und Walter seien nicht mehr up to date. Die beiden stürzen in eine existenzielle Krise, dessen Licht am Ende des Tunnels als grenzenlose Freiheit erscheint. Ein (Lieder-)Abend mit Sandra Maria Schoener, Tommaso Cacciapuoti und Felix-Oliver Schepp, die ihr Gesangs- und Schauspieltalent bereits auf vielen Hamburger Bühnen bewiesen haben (HED)

Das Schiff
Nikolaifleet, Holzbrücke 2
28.5., 19.30 Uhr

(27.5.) Die Discothek unten am Hafen, Hafenklang, 21 Uhr

Pudel im Exil # III

Eigentlich, ja eigentlich sollte diese Sause schon im frisch renovierten Pudel stattfinden. Doch da an der noblen Adresse des Untergrund-Schlosses am St. Pauli Fischmarkt 27 noch die Wunden klaffen, steht der Pleasuredome Hafenklang als Ersatzstätte bereit. Königliche Gäste: Techno-Disco-Junker Justus Köhncke, der ebenso live am Brett agiert wie Geneva Jacuzi. Dazu sind Joney, Phoung-Dan und Christian Weber am Start. Ein Line-up, das des Pudels würdig wäre. Eine Sause auf die Zukunft, elektronische Bengalos im geschlossenen Raum. Achtung: sperrig, feurig! (MF)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
27.5., 21 Uhr

(27.5.) nihiling, Deaf Valley Drive In & Tamed Tiger Trio, Kleiner Donner, 19 Uhr

Ein Konzert der Hamburger Band nihiling (Foto) ist wie ein Wechselbad der Gefühle. Mal leise und schwermütig, mal laut und gewaltig, aber immer intensiv und emotional. Begleitet werden sie an diesem Abend von Deaf Valley Drive In, einer Berliner Band, die mit gekonnten Gitarrenriffs und feinstem Punk-A-Delic-Rock zu überzeugen weiß. Als Geheimtipp gilt das Hamburger Tamed Tiger Trio, das mit seinen hypnotisierenden Klängen und der souligen Stimme von Front-Frau Afra Bobo zu verzaubern weiß. E-Bass, Drums und Vocals – mehr brauchen die Newcomer nicht, um ihre Zuhörer zu fesseln. Pflichttermin! (IV)

Kleiner Donner
Schulterblatt 73
27.5., 19 Uhr
Tickets: 11 Euro

Foto: Marie-Jo Albrecht & Ernst Wolf

(27.5.) Brauereifest: Madsen, Holsten Brauerei, 18.30 Uhr

Holsten dankt den biertrinkenden, treuen Hamburgern mit – wie könnte es anders sein – rockiger Musik. Die Band Madsen sorgt am Grand Opening Freitag mit Pop und leichtem Punkeinschlag für gute Laune, die das ganze Wochenende halten soll. Obacht bei den Brauereiführungen: So lecker sie sind, so verdammt schwierig es ist, sie unbeschadet zu überstehen. Auch den kleinen Feierwütigen wird eine Menge Spaß versprochen: bei Ritterspielen und anderen lustigen Aktionen. Trinken wir ein, zwei, drei Holsten auf das 6. Holsten Brauereifest und den malzigen Geruch, der uns täglich in die Nase steigt. (LH)

Holsten Brauerei
Holstenstraße 224 / Innenhof
27.5.- 29.5., 18.30 Uhr
Tickets: 22 Euro

(26.5.) „Sonita“, Abaton Kino, 17 Uhr

Michael Jackson als Vater und Rihanna als Mutter! Liest sich wie ein Tennie-Traum. Ist auch einer. Die Realität ist für die 18-jährige Afghanin Sonita schließlich schlimm genug. Die nach ihrer Flucht ohne Pass in Teheran lebende, mittellose und unbekannte Nachwuchsrapperin soll von ihrer Familie wieder in ihre Heimat zurückverfrachtet und für 9.000 Dollar verkauft werden. Ihre Blutsverwandten brauchen das Geld, damit ihr Bruder sich seine Braut kaufen kann.
Aus diesem Stoff hätte leicht ein pathetisches Melodram werden können. Dokumentarfilmerin Roksareh Ghaem Maghami setzt erfreulicherweise auf das Gegenteil. Ruhige, lange Kameraeinstellungen dominieren den Film. Dabei offenbart sich die Grausamkeit der archaischen Tradition des Brautkaufs in den oftmals verstörend ruhig vorgebrachten Aussagen. „Ob gut oder nicht – das ist unsere Tradition“, erklärt Sonitas Großmutter bei ihrem Besuch in Teheran der betroffenen Leiterin des Armenzentrums. Ebenso sprachlos ist zunächst auch Regisseurin Ghaem Maghami selbst, als Sonita sie um Hilfe bittet und in ein moralisches Dilemma stürzt: Darf eine Dokumentarfilmerin aus guten Gründen in das Schicksal ihrer Protagonistin eingreifen? (Mirko Schneider)

Abaton Kino
Allendeplatz 3 /Ecke Grindelhof
26.5., 17 Uhr 

(26.5.) 5 Seconds Of Summer, Barcleycard Arena, 19.45 Uhr

Ein Fan-Brief von Flora Kühn, 12 Jahre

Es fing letzten Sommer an. Ich bin gerade zwölf Jahre alt geworden und in einer krassen Taylor-Swift-Phase. Eine genervte Schulfreundin erzählte mir von ihrer Freundin, die genauso „obsessed“ sei von einer Band, die 5 Seconds Of Summer hieße. Habe ich wieder vergessen. Dann bin ich auf den YouTuber Matty B gestoßen, der Lieder covert und hochlädt. Da habe ich den ersten großen Hit von 5SOS „She Looks So Perfect“ gehört. Im Sommerurlaub habe ich in einem Café dann „Good Girls“ gesehen und gedacht: „Hej, die kenne ich.“ Mein erster Gedanke war: Warum sehen Jungs in diesen Bands immer so scheiße aus? Ich habe die erst für unterbelichtet gehalten. Zu Hause habe ich die Band im Internet gesucht. Calum Hoods Stimme hat mich beeindruckt. Anfangs dachte ich noch, 5SOS ist so ’ne schleimige Boyband, aber ich habe Interviews mit denen gesehen: Die sind voll sympathisch und normal. Die machen immer totalen Quatsch. Dann habe ich „Amnesia“ gehört. Es gibt Lieder, die gehen in dich rein, fummeln in deinem Herz rum und machen was mit dir. „Amnesia“ ist so ein Song. Ich habe mir das nicht ausgesucht. Seit September 2015 bin ich vollblutiges Fangirl und will unbedingt mal nach Australien!

Barcleycard Arena
Sylvesterallee 10
26.5., 19.45 Uhr
Tickets: ab 44,70 Euro

(25.5.) Eröffnung 7. Kurdische Filmtage, Savoy Kino, 17 Uhr

Sieben Tage lang kurdische Filmkunst in Hamburg: 16 Dokumentationen, (Kinder)kurzfilme, Spielfilme und umstrittene (in der Türkei verbotene) Festivalkopien werden von den 7. kurdischen Filmtagen gezeigt, viele Filmemacher als Gäste inklusive.

Am Mittwoch wird das Festival eröffnet – mit Musik von Ozan Irmak und dem Film „SARA“ im Original mit deutschen Untertiteln. Der Dokumentarfilm von Dersim Zerevan erzählt vom Leben von Sakine Cansiz (SARA), einem der Gründungsmitglieder der PKK: Kindheit, Jugend, Gründung der Partei im Jahr 1978, ihr zehnjähriger Gefängnisaufenthalt bis zum 9. Januar 2013, an dem sie und zwei ihrer Parteigenossinnen, Fidan Doğan und Leyla Şaylemez, in Paris 2013 ermordet worden sind. Sakine Cansiz ist eine der wichtigsten Symbolfiguren der kurdischen Bewegung, insbesondere für kurdische Frauen.

Bis auf den Eröffnungsfilm werden alle anderen Werke im Kino 3001 gezeigt. (AW)

Savoy Kino
Steindamm 54
25.5., 17 Uhr

(23.5.) Steve Gunn, Molotow, 21 Uhr

Wie macht dieser Mann das bloß? Gefühlt steht Steve Gunn nur im Studio als Gitarrist, Bassist, Schlagzeuger, Sänger, Songwriter oder Produzent und arbeitet an eigenen Sachen, aber wirkt auch bei anderen Projekten mit. Das Gefühl stimmt: In den vergangenen Jahren habe er an mindestens 20 Platten mitgearbeitet, steht in der Eventbeschreibung des Molotows. Und das, obwohl er wiederum gefühlt ständig auf Tour ist, als Live-Gitarrist von Kurt Viles Violators, aber auch solo mit seiner Band. Da war er jüngst im Vorprogramm von Wilco zu sehen oder er macht seine eigene Clubtour. Trotzdem sich das nach einem beinah platzenden Terminplan anhört, die viele Arbeit an seinem Soloprojekt und mit anderen Künstlern hat Steve Gunn musikalisch wachsen lassen: Von Psychedelia über Country, Rock, Funk bis Folk oder sogar klassischer indischer Musik, der Musiker aus Brooklyn lässt die Genres zu etwas ganz Eigenem verschmelzen. Beweisen kann Gunn das am Montag live auf seiner Solo-Tour mit Halt im Molotow. (AW)

Molotow SkyBar
Nobistor 14
23.5., 21 Uhr
Ticket: 18,30 Euro

Foto: Constance Mensh

(25.5.) John Irving liest aus „Straße der Wunder“, Thalia Theater, 20 Uhr

Die „Straße der Wunder“ ist episch – und typisch John Irving: Nahtlos fügt sich das Werk ins Universum der Irving’schen Romanwelten. Der Autor schildert das Schicksal des hochbegabten Müllkippenkindes Juan Diego, der später Schriftsteller wird. Mit über sechzig Jahren rekapituliert dieser sein Leben, gefangen in einer Sinnsuche zwischen Träumen und Realität. In dieser schmerzvoll-heiteren Selbstfindung der Hauptfigur setzt Irving sich letztlich selbst in Szene: Er lässt den Protagonisten die Geschichte schreiben und beackert durch die Empfindungen Juan Diegos alle Unzulänglichkeiten einer alternden Autorenschaft. In „Straße der Wunder“ kombiniert John Irving altbekannte Themen wie Verlust und Gewalt mit der Frage nach dem Glauben, der Kirche und der Menschwerdung unter schlechtesten Bedingungen. Treu bleibt er auch seinen Vorbildern Charles Dickens und Günter Grass: so ist Straße der Wunder opulent, voll grotesken Humors und wütendem Realismus. Im Thalia stellt Irving seinen neuen Roman jetzt vor. Es gibt noch wenige Restkarten. (RB)

Thalia Thater
Alstertor
25.5., 20 Uhr
Ticket: 25 Euro

(22.5.) Little Green Cars, Nochtspeicher, 20 Uhr

Das Schicksal von Schülerbands ist, dass sie meist nur so lange existieren, wie die Mitglieder auch gemeinsam die Schulbank drücken. Eine Band, die es geschafft hat, über den Schulabschluss hinaus zu bestehen, ist Little Green Cars aus Irland. Seit 2007 macht das Quintett gemeinsam Musik und diese Vertrautheit merkt man den jungen Dublinern vor allem dann an, wenn die geübten A-cappella-Profis zum mehrstimmigen Gesang ansetzen. Ihre Songs (eine Mischung aus Indie-Rock, Folk und einem Hauch keltischer Folklore) schwellen dabei zu großen Hymnen an, denen man ganz klar anmerkt, dass der Produzent von Mumford & Sons hier seine Finger im Spiel hatte. (KGR)

Nochtspeicher
Bernhard-Nocht-Straße 69a
22.5., 20 Uhr