(20.4.) Konzert: Jupiter Jones, Molotow, 20 Uhr

Tour nach Personalwechsel

„Wir können mit vollgerotzten Taschentüchern untergehen, um dann mit brüllenden Fahnen wieder aufzustehen.“ Die Zeile aus dem Titeltrack des neuen Jupiter-Jones-Albums „Brüllende Fahnen“ ist programmatisch zu verstehen. Nach dem Ausstieg von Frontmann Nicholas Müller hat sich die Band mit Sven Lauer einen alten Freund ans Mikrofon geholt. Die Songs mit ihm klingen nun weniger punkig, aber immer noch nach Garage und weit entfernt von glattem Popsound. Passenderweise haben sich Jupiter Jones für die Albumpräsentation mit dem Molotow auch eine geeignete Location ausgesucht. (MB)

Molotow
Nobistor 14
20.4., 20 Uhr

(20.4.) Lesung: Sarah Kuttners „180 Grad Meer“, Uebel & Gefährlich, 20 Uhr

Assoziativ-poetisch peitscht Kuttner durch ihren neuen Roman „180 Grad Meer“. Stilistisch eher schnoddrig, ein bisschen psychoanalytisch und einen wunden Nerv treffend: „Ach, wir schönen Powerfrauen brauchen keine Männer, um glücklich zu sein … Wenn sie diesen nur oberflächlich emanzipierten Mist nicht schon von alleine mitbringen, möchten sie ihn von mir vermittelt bekommen. Bitteschön. … alles, was sie wollen… Ich bin eine Prostituierte der menschlichen Emotionen.“ Wenn das mal nicht heiter wird… Bei ihrer Lesung im Uebel & Gefährlich zum Beispiel. Die ist offiziell ausverkauft, aber wer Bock hat auf Sarah Kuttner, der findet sicher einen Weg… (JVW)

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66
20.4., 20 Uhr

Foto: Erik Weiss

(19.4.) Live: The Dunwell und Bronze Radio Return, Molotow, 19 Uhr

Doppelt hält besser – denken sich auch The Dunwells (Foto) aus dem englischen Leeds und Bronze Radio Return aus dem US-Bundesstaat Connecticut, zwei Newcomer-Truppen im Indie-Gitarren-Kosmos. Zusammen gehen sie auf eine sogenannte Co-Headline-Tournee. Die Dunwells spielen einen Mix aus Americana, Britrock und Folk, BRR haben sich vor allem tanzbaren Pop auf die Fahne geschrieben. Zwei Bands, zwei wuchtige Auftritte, ein 1a-Doppelpack. (EBH)

Molotow
Nobistor 14
19.4., 19 Uhr

(19.4.) Musik: „Toxic Tunes“ mit Schaerer & Niggli, resonanzraum, 20 Uhr

Im Resonanzraum des Musikbunkers auf St. Pauli findet der dritte Teil der neuen NDR-Konzertreihe statt: „Toxic Tunes“ begrüßt dieses Mal unter dem Motto „Sing The Body Electric“ das Duo Schaerer & Niggli. Die beiden vereinen prachtvolle Vokalkunst von Jazz bis HipHop mit eingewebter Percussion. Anschließend widmet sich Viktor Marek den Klängen der zwei Schweizer, um sie im Remix elektrisch zu erweitern. Final stößt dann auch noch die Sitar des Hamburger Meisterspielers Ashraf Sharif Kahn dazu. Vier Künstler aus vier unterschiedlichen Disziplinen, die in der Improvisation zusammenfinden. Spannend! (MF)

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze für die Konzertreihe. Schickt zum Gewinnen eine E-Mail mit dem Stichwort „Toxic“ bis zum 15.4. an nachtleben@vkfmi.de

Resonanzraum
Feldstraße 66
19.4., 20 Uhr


Foto: Francesca Pfeffer

(17.4.) Premiere: Die Känguru-Chroniken, Altonaer Theater, 20 Uhr

Ein anarchisches Selbstgespräch

Als plötzlich ein Känguru an Marc-Uwe Klings Tür klingelt und ihn um Eier bittet, reagiert er angemessen: Er wundert sich. Und die Verwunderung bleibt, denn das radikal antikapitalistische Känguru annektiert kurzerhand die Hälfte seiner Wohnung und schnorrt sich durch den Küchenschrank. Dem frechen Eindringling ist nicht beizukommen, rhetorisch versiert unterläuft es jede bürgerliche Regel und plant nebenbei die jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung. Was vor rund acht Jahren beim Berliner Radio Fritz als satirischer Podcast begann, wuchs sich zum Massenphänomen aus. Drei Bücher sind bislang erschienen, ein Erfolgsgeheimnis ist ihre vielseitige Lesbarkeit: Einerseits schrieb sich der Autor sein Alter Ego vom Leibe, andererseits handelt es sich um eine Parabel über Toleranz. Im April wird das Känguru die Bühne des Altonaer Theaters übernehmen. (BIE)

Altonaer Theater
Museumstraße 17
17.4., 20 Uhr

Foto: G2 Barianak

(17.4.) Theater: Endstation Sehnsucht, Thalia, 19 Uhr

Illusion zerschellt an Realität

Amerikas Gesellschaft formiert sich neu: Die untergehende Südstaaten-Aristokratie prallt auf die mit aller Macht emporstrebende Unterschicht. Mittendrin die Schwestern DuBois. Obwohl Blanche, eine alternde Südstaaten-Schönheit, den Familienbesitz sowie ihre Stellung als Lehrerin verloren hat, hält sie an ihren snobistischen Attitüden fest. Sie verachtet die einfachen Verhältnisse, in denen ihre Schwester mit dem polnischen Einwanderer Stanley Kowalski lebt, dennoch sucht sie bei ihr in New Orleans Zuflucht. Mit einer Mischung aus Selbsttäuschung und Verdrängung treibt Blanche ihren sozialen und menschlichen Untergang voran. Das Drama von Tennessee Williams wurde 1951 mit Marlon Brando verfilmt unter der Regie von Elia Kazan. Die Federführung am Thalia Theater hat Lars-Ole Walburg, Intendant des Staatstheater Hannover. (HB)

Thalia Theater
Alstertor 1
17.4., 19 Uhr
Tickets ab 15 Euro

Foto: Fabian Hammerl

(16.4.) Musik: Down Under Disco + Joel Sarakula live, Molotow, 23 Uhr

Australier können Indie – das ist bekannt, nicht zuletzt im Molotow. Dort sind regelmäßig von A wie Angus & Julia Stone bis W wie Wolfmother zig Perlen der alternativen Musikszene Australiens zu hören. Aussie-Hits beschallen nun im Rahmen der Down Under Disco erneut den Club. Vor der Tanzveranstaltung gibt es Live-Musik von Joel Sarakula, der sich auf Disco, Soul und Pop spezialisiert hat und den der ein oder andere wohl noch von seinem amüsanten Gig beim Reeperbahnfestival kennt. (EBH)

Molotow
Nobistor 14
16.4., 23 Uhr

(16.4.): Live: Hamburg Core Bash Vol. II, Pooca Bar, 20 Uhr

Metalheads haben am Samstag ein Date mit dem Hamburger Berg. In der Pooca Bar schmeißt die Band Melody of My Heartbeat ihre zweite Metalcore Party mit befreundeten Bands von hier und aus der Gegend. Declare Your Funeral, Van Damned und I Am The Deceiver sind mit von der Partie. Letztere wollen den Gig nutzen, um extra Penunsen für das Straßenmagazin „Hinz und Kunzt“ zu sammeln. „Durch den Bestand und Vertrieb des Straßenmagazins, können individuelle persönliche Erfolge erzielt werden, die für jeden einzelnen Obdachlosen von großer Bedeutung sind“, schreibt die Band auf ihrer Facebook-Seite. Und da ihr vier Bands an einem Abend für schlappe fünf Euro bekommt, sind ein paar Taler extra für die Spendenpfandflasche locker drin. Headbangen und moshen für den guten Zweck – und vor allem, um einen guten Abend zu haben. (AW)

Pooca Bar
Hamburger Berg 12
16.4., 20 Uhr

(16.4.) Theater: „Novecento“, Das Schiff, 19.30 Uhr

„Novecento“ verbrachte sein ganzes Leben auf einem Luxusdampfer, ohne je von Bord gegangen zu sein. Er wurde auf der „Virginia“ geboren und ging mit ihr unter. In den vielen Jahren dazwischen verzauberte der Wunderpianist die Passagiere mit Ragtime- und Jazzmusik. Im Gegenzug lauschte Novecento ihren Geschichten aus aller Welt und bewahrte jedes Detail über all die ihm fremden Städte in seinem Gedächtnis auf. Ein poetischer, zauberhafter Theaterabend über die Kraft der Musik und der Fantasie. (HB)

Das Schiff
Holzbrücke 2 / Nikolaifleet
16.4., 19.30 Uhr

(15.4.) Kino: VETO Film Edition #04, Metropolis, 21.15 Uhr

Es gibt in Hamburg viele gute Filmemacher abseits des Mainstreams. Nur: Kaum einer kennt sie, kaum einer guckt sie. Das wollten Filmstudentin Maya Connors und sechs Kommilitonen von der Hochschule für Bildende Künste Hamburg ändern und gründeten 2014 VETO Film, eine Plattform für Filme „zwischen Kunstraum und Kino“, wie Connors sagt. Im April erscheint nun Edition #04, eine Sammlung aus neun aktuellen Arbeiten von poetisch bis experimentell. Bei der Premiere werden sechs Kurzfilme gezeigt, die Filmemacher sind vor Ort. (MAS)

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
15.4., 21.15 Uhr