(10.3.) Live: Fun Lovin’ Criminals, Markthalle, 20 Uhr

Latino-Swag

Hatten die nicht den Song, der zu großen Teilen aus Pulp-Fiction-Skits besteht? Ja, hatten sie. „Scooby Snacks“ avancierte vor 20 Jahren zum einzigen großen Hit der Fun Lovin’ Criminals, mehr kennen die wenigsten. Dabei hatten sie mit ihrem schweißtreibenden Cocktail aus Bluesrock, Funk und Latino-Hiphop die besten Voraussetzungen, um Everybodys Darling der Nullerjahre zu werden. Am Ende war ihre Musik wahrscheinlich zu räudig für die große Masse, bewegten sie sich textlich doch vor allem in den dunkelsten Winkeln des Großstadtlebens. Doch im Gegensatz zum possierlich-maskulinen Rumgeprolle des heutigen Gangster-Raps verstanden sie es immer, ihren Songs von Kriminalität und Armut eine gewisse Lockerheit zu verleihen. Musik, die man getrost als sexy bezeichnen könnte, wäre die Band nicht so berufsjugendlich. Einem Rockkonzert schadet das aber nur selten – wie es der Gig in der Markthalle sicher beweisen wird. (BEN)

Markthalle
Klosterwall 11
10.3., 20 Uhr
Tickets: 31,60 Euro

(10.3.) Ausstellung: Baldur Burwitz, Gängeviertel, 19 Uhr

Die Eröffnung der frisch restaurierten Fabrique, in die das FSK, Fotostudios, das WOW mit großer Bühne und vieles mehr einziehen, wird gleich an mehreren Tagen gefeiert. Den Auftakt macht der neue Kunstraum MOM mit einer Schau des großartig hintersinnigen Baldur Burwitz. Gemäß des Konzepts des offenen Kuratorenteams, das in diesem Jahr vor allem Arbeiten von Künstlergruppen und Kollektiven zeigen möchte, wird Baldur selbst zum Kollektiv. Wie das vor sich geht, wird nicht verraten und auch der Titel seiner Schau, die „Ausstellung“ heißt, verrät nichts. Aber mit Glück wird die One-Man-Gruppenarbeit so ikonisch wie die Abrissbirne, die er in einer der ersten Schauen im Gängeviertel installierte. (SD)

MOM, Gängeviertel
Valentinskamp 34a (Zugang von der Speckstraße)
10.3., 19 Uhr

(9.3.) Konzert: Gypsy Ska Orchestra, Hafenklang, 22 Uhr

Karibische Salsa und Merengue Sounds, Balkan Klezmer Musik und Einflüsse aus dem Ska und Swing: Das Gypsy Ska Orchestra mischt scheinbar alle lebensbejahenden Musikrichtungen, die sie zwischen die Finger bekommt. Fünf bis neun Musiker stehen bei Auftritten auf der Bühne. Die Band aus Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, spielt Trompete, Posaune, Saxofon, Akkordeon, Gitarre, Bass und Drums – und zaubert damit einen schweißtreibenden Sound auf die Bühne. Den explosiven musikalischen Cocktail schenken sie uns jetzt zum dritten Mal live in Europa aus und machen dabei einen Stopp im Hafenklang – übrigens als Septett. (AW)

Hafenklang
Große Elbstraße 84
9.3., 22 Uhr
Tickets: 9,50 Euro

(9.3.) Kino: „Malala – Ihr Recht auf Bildung“, Metropolis, 17 Uhr

Malala  PlakatMit nur 17 Jahren wurde Malala Yousafzei im Oktober 2014 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Der Dokumentarfilm „Malala – Ihr Recht auf Bildung“ von David Guggenheim ist ein eindringliches Porträt der pakistanischen Aktivistin, die als 15-Jährige von den Taliban durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde, weil sie sich für das Recht auf Bildung von Mädchen einsetzte. Malala überlebte und kämpft nach wie vor für ihr Ziel. Das Metropolis Kino zeigt die inspirierende Geschichte leicht verspätet, aber dennoch anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März. Vor der Filmvorführung gibt Heidemarie Grobe von „Terre des Femmes“ eine Einführung, der Eintritt ist frei. (MAS)

Metropolis Kino
Kleine Theaterstraße 10
9.3., 17 Uhr
Eintritt: frei

(8.3.) Stummfilmkonzert: „A Sixth Part of the World“, B-Movie, 20 Uhr

Postrock trifft Stummfilm: We stood like Kings, eine vierköpfige Band aus Brüssel, spielt live zu Dziga Vertovs „A Sixth Part of the World“ von 1926. Irgendwo zwischen Klassik und Godmachine verschmelzen E-Piano, E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug mit den schwarzweißen Bildern, die den Lebensstil und die Traditionen der zahlreichen Bevölkerungsgruppen in der Sowjetunion der 1920er-Jahre zeigen. Das WSLK-Album „Ukraine 1926“, so der Titel des Soundtracks, wurde international als wegweisend gefeiert. (MAS)

B-Movie
Brigittenstraße 5
8.3., 20 Uhr
Eintritt frei!

(8.3.) Lesung: Die Unglückseligen, Literaturhaus, 19.30 Uhr

Die Molekularbiologin Johanna ist getrieben von der Suche nach dem Geheimnis der Unsterblichkeit. Moralische Diskussionen haben sie von ihren Mitmenschen entfremdet. Johanna ist einsam, aber von der Relevanz ihrer Forschungen überzeugt. Als sie auf den Naturforscher Johann Wilhelm Ritter trifft, werden ihre Ansichten auf die Probe gestellt: Ritter wurde im Jahr 1776 geboren. Er ist unsterblich und todunglücklich. Thea Dorns neuer Roman „Die Unglückseligen“ ist eine Reise in faustische Abgründe und eine spannende Abhandlung über Wissenschaftsethik zwischen Erkenntnisdrang und romantischer Verklärung. Dass es dabei auch mit dem Teufel zugeht, versteht sich. Als bissiger Kommentator mit altertümlichem Sprachgestus begleitet er das Geschehen. Allein wie Thea Dorn dabei unterschiedliche Facetten der deutschen Sprache einzusetzen weiß, ist eine Entdeckung wert. Bei der Lesung im Literaturhaus kann man sich davon mit eigenen Ohren überzeugen. (BIE)

Foto: Karin Rocholl

Literaturhaus
Schwanenwik 38
Lesung: 8.3., 19.30 Uhr

(7.3.) Konzert: Boy & Bear, Uebel & Gefährlich, 21 Uhr

Wir setzen euch auf die Gästeliste

Neo-Folk-Bands gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Gute Neo-Folk-Bands jedoch sind nicht ganz so zahlreich vorhanden. Eine von ihnen ist Boy & Bear aus Australien. Das sind fünf Jungs mit Groove und Gefühl und jeder Menge 1-A-Mitsing-Nummern im Programm. Wer Mumford & Sons, Fleet Foxes und Band Of Horses mag, der mag auch diese Gruppe und freut sich vielleicht über unsere Verlosung von 2×2 Tickets für ihren anstehenden Hamburg-Auftritt, in dessen Rahmen sie ihr neues Album „Limit Of Love“ vorstellen.

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66 (St. Pauli)
7.3., 21 Uhr
Ticket: 24,40 Euro

SZENE HAMBURG verlost 2×2 Gästelistenplätze für das Konzert am 7.3.. Schickt eine E-Mail mit dem Stichwort „Boy & Bear“ und eurem Vor- sowie Nachnamen bis 3.3. (18 Uhr) an verlosung@vkfmi.de

(7.3.) Blattkritik Salon: Der St. Pauli Code, HoppundFrenz, 19 Uhr

Hamburg ist Medienstadt. Große Verlage bestimmen aber nicht mehr allein die Branche. Besonders der Lokaljournalismus ist so dynamisch wie seit Jahrzehnten nicht mehr – egal ob On- oder Offline, regional oder hyperregional. Der fünfte Blattkritik Salon diskutiert deshalb unter dem Titel „Der St. Pauli Code– Perspektiven der Lokalberichterstattung in Hamburg“, welche Medien unsere Stadt eigentlich braucht oder wie die Gentrifizierung in Stadtteilen wie St. Pauli nach neuer Kommunikation verlangt.

Charlotte Parnack von Die Zeit Hamburg, Lars Haider vom Hamburger Abendblatt, Dennis Imhäuser (Eimsbütteler Nachrichten) und die Macher von Stadtlichh debattieren mit. Journalist und Salonleiter Michael Hopp hostet das Event zusammen mit Urs Spindler, der 2015 die Indiecon, ein Festival für unabhängige Magazine, mit ins Leben gerufen hat. Ein Blick in die publizistische Gegenwart und Zukunft Hamburgs, bei dem wir von der SZENE HAMBURG beim nächsten Mal aber definitiv mitdiskutieren wollen! (AW)

HoppundFrenz Redaktion
Fettstraße 19a
7.3., 19 Uhr

(7.3.) Live: Will Hoge, kukuun, 20 Uhr

„Will Hoge ist schon lange im Geschäft, doch selten hat er so unverschämt gut geklungen (…). Ein Muss für all jene, die gutes Songwriting und ehrliche, handgemachte Musik zu schätzen wissen“, schreiben die Kollegen bei countrymusicnews.de. Schnöden Country macht der Grammy-nominierte Americana-Songwriter genau deshalb nicht. Dank Einflüssen aus Pop und der rotzigen Attitüde von Rockmusik lässt sich Will Hoge nicht so leicht in eine Schublade pressen. Eines aber wird beim Hören seiner zehn Alben schnell klar: Er erzählt in seinen Songs gerne Geschichten oder erhebt kritisch das Wort.

Als im Sommer letzten Jahres eine Debatte über den Gebrauch der Konföderierten-Flagge im Süden der USA ausbrach, begab der Sänger sich unverzüglich ins Studio, um mit dem Song „Still a Southern Man“ die überalterten Werte und die engstirnige, blinde Gefolgschaft der Südstaaten anzuprangern. Für drei intime Clubkonzerte kommt Hoge jetzt nach Deutschland und macht dabei auch Halt in Hamburg im kukuun. Hört euch an, was er zu singen hat! (AW)

kukuun
Spielbudenplatz 21-22
7.3., 19 Uhr Einlass
Tickets: 25,70 Euro

(6.3.) Konzert: !!!, Headcrash, 20 Uhr

„Wer sagt eigentlich, dass das Equipment einer Indierock-Band nur aus Gitarre, Bass und Schlagzeug zu bestehen hat? Dieses Korsett passt jedenfalls der 1996 im kalifornischen Sacramento gegründeten Band mit den drei Ausrufezeichen als Namen nicht, die zur Freude von Google und aller Radiomoderatoren auch unter dem lautmalerischen „Chk Chk Chk“ bekannt ist.

Für die fünfköpfige Band um Sänger und Songschreiber Nic Offer war es stets das erklärte Ziel, auch als sogenannte Indierock-Band ihr Publikum zum Tanzen zu bringen. Mit markerschütternden Bassläufen, funky Keyboards und pumpenden House-Beats ist das bisher bestens gelungen. Nach sechs Alben haben sich die mittlerweile in New York beheimateten Chk Chk Chk von jeglichen Erwartungen freigeschwommen, und ihre clever-vertrackten Arrangements sind auch nach 20 Jahren Bandgeschichte alles andere als vorhersehbar. Das Einzige, worauf man jetzt für das Konzert im Headcrash seine Oma verwetten könnte: Es wird heiß! (KGR)

Headcrash
Hamburger Berg 13
6.3., 20 Uhr
Tickets: 22,70 Euro