Redaktionskonzert Edition 6: Animal House

Die Zeit der britischen Indie-Pop-Stars ist vorbei? Die letzte Party mit Gitarren-Hits aus Leeds, Manchester und Newcastle gefeiert? Wir sagen: nein!

Zwar kommen unsere musikalischen Gäste beim Redaktionskonzert am 24.5.17 um 19 Uhr ursprünglich aus Australien, leben aber schon lange in ihrer Wahlheimat Brighton – und klingen auch so. Die Songs von Animal House sind knackig, melodiös, einfach typisch britisch und obendrein textlich immer wieder irrewitzig.

Wie immer sind die Tickets nur per Los zu ergattern. Aber: Für alle, die leider draußen bleiben müssen, streamen wir das Konzert live auf Facebook und Instagram

SZENE HAMBURG verlost 10×2 Gästelistenplätze. E-Mail mit Betreff „Animal“ bis 22.5.17, 10 Uhr an verlosung@vkfmi.de

(13.5.) Verlosung! Literatur, Gratis-Comic-Tag, versch. Locations

Der Gratis-Comic-Tag findet seit mittlerweile acht Jahren jeden zweiten Samstag im Mai statt.  Er ist eine der größten verlagsübergreifenden Kooperationen in der deutschsprachigen Buchbranche.

An diesem Tag werden in unterschiedlichen Läden und Buchhandlungen gratis Comics verteilt. Warum? Weil die Verlage das Potential, die thematische Vielfalt und künstlerische Qualität von Comics unterstreichen und Leser in die Comicfachgeschäfte locken möchten. Der deutsche Gratis-Comic-Tag  wurde 2010  ins Leben gerufen  und inzwischen machen über 320 Shops und Buchhandlungen mit, in denen am 13. Mai 30 kostenlose Hefte verteilt werden.

Eine Reise quer durch die Comicgeschichte und darüber hinaus

Gratis Comic day

Ehapa Comic Collection  feiert den 65sten Geburtstag von Entenhausens genialischen Erfinder „Daniel Düsentrieb“.

Gratis Comic day

Und beim Carlsen Verlag wird ein weniger brillanter Erfinder 60 Jahre alt – André Franquins  Berufschaot „Gaston“ . Gastons verlegerische Heimat – der Hamburger Carlsen Verlag  – feiert dieses Jahr ebenfalls einen runden Geburtstag – 50 Jahre. Der Rowohlt-Verlag  schickt mit Ralf König  einen der meist verdienten deutschen Comickünstler ins Rennen, der seit den 1980ern unter Beweis stellt, wie erfolgreich Comics im Buchhandel sein können.

Daneben finden sich Auszüge aus aktuellen Manga-Bestsellern wie „One-Punch Man“ , crossmediale Comic-Stories zu TV-Formaten wie „Dr. Who“  und „Sherlock“ , traditionelle US-Comichelden wie Batman  und Spider-Man  und moderne zeitgeistige Heldinnen wie die „Paper Girls“  aus dem Verlag Cross Cult. Dazu intelligente Independent- und freche Pulp-Unterhaltung aus Deutschland, Kindercomics, Krimis und allerlei Phantastisches.

2017 werden wir eine Auflage von knapp 400.000 Comic-Heften kostenlos unters Volk bringen! Bei vielen Händlern wird es auch dieses Jahr wieder Signierstunden, Lesungen, Feste und weitere Aktionen geben.

Mehr Informationen unter www.gratiscomictag.de .

Wir verlosen anlässlich des Gratis Comic Days ein fettes Comic Paket!

  • 1x „Prometheus – Leben und Tod“ (Cross Cult)
  • 1x „Silver“ (Schreiber und Leser)
  • 1x „Dschinn“ (Schreiber und Leser) 
  • 1x „Hilda und der Mitternachtsriese“ (Reprodukt)
  • 1x „Spider-Man 2099″ (Panini / Marvel)

Sendet uns eine Mail an verlosung@vkfmi.de, Betreff Gratis-Comic-Day, Einsendeschluss 19.05.2017, 10 Uhr. Viel Glück!

Serie: Hamburger Hafen. Das Elbjazz – Festival

Das Ohr zur Welt. Hammer-Kulisse, Hammer-Event. Mit rund fünfzig Konzerten auf acht Bühnen präsentiert das Elbjazz Festival Anfang Juni internationale Stars in bester Hafen-Lage

Elbjazz

Bühne mit bester Aussicht. Foto: www.spahrbier.de

Vom 2. bis 3. Juni weht ein anderer Wind im Hafengebiet. In der HafenCity und auf dem Werftgelände von Blohm + Voss regiert dann der Jazz das Geschehen.

In der Elbphilharmonie (Großer Saal), auf der Open Air-Bühne „HfMT Young Talents“ auf dem Vorplatz der Elbphilharmonie, in der Hauptkirche St. Katharinen, im Thalia Zelt am Baakenhöft sowie auf vier Bühnen bei Blohm + Voss werden nationale und internationale Stars der Jazz-Szene auftreten und zeigen, wie breit gefächert dieses Genre ist.

Vorgeschmack gefällig? Gregory Porter & Band feat. Kaiser Quartett werden dabei sein, Snarky Puppy, Agnes Obel oder Nils Wülker sind ebenfalls mit von der Partie.

Elbjazz

Gregory Porter genießt den Blick von der Bühne. Foto: Shawn Peters

Das Elbjazz lädt zum Entdecken ein. Und das nicht nur während der Konzerte. In der Schiffbauhalle 3 bei Blohm + Voss  gibt es eine Grammophon-Lounge mit Sitzgelegenheiten und dazu werden Jazzperlen von Schellackplatten und passende Drinks serviert. Für die Nachteulen und Partygänger findet an beiden Festivaltagen im Anschluss an die letzten Konzerte eine DJNight im Mojo Club statt: Mousse T., Detroit Swindle, Supergid & Friends, Mirko Machine sowie Perry Louis & Jazz- Cotech Dancers machen dort die Nacht zum Tag.

Auch an die Kids haben die Veranstalter bei ihren Planungen gedacht. Im Kaistudio der Elbphilharmonie findet für  Kinder ein Instrumentenworkshop statt. Erwachsene Jazzliebhaber können einen Trompetenworkshop mit Ingolf Burkhardt besuchen. Und eine musikalische Ehrung wird es geben: Seit 2007 wird alle zwei Jahre der  mit 10.000 Euro dotierte Hamburger Jazzpreis vergeben.

Dieser wird an Hamburger Musiker verliehen, die einen besonders qualifizierten künstlerischen Beitrag zur Jazzmusik leisten. In diesem Jahr findet die Verleihung inklusive Konzert am 3. Juni statt. Das Programm steht, der Ticketvorverkauf läuft – nur das Wetter bleibt ungewiss. Aber echte Musikliebhaber wissen: Ein gutes Konzert wiegt auch den übelsten Regenschauer auf. / REM / Beitragsbild:  www.schwalfenberg.eu

Tagesticket, Fr, 2.6., 55 Euro und Sa, 3.6., 69 Euro; Zweitagesticket: 89 Euro inklusive Gebühren. Erhältlich über Telefon 413 22 60 (Mo-Fr 9–18.30 Uhr), online unter www.elbjazz.de sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen

So oder So. Der SZENE Hamburg Kultur Talk geht in die 3. Runde

Ein Thema, zwei Meinungen, und dieses Mal – Obacht – vier Gäste: SO oder SO, der SZENE Hamburg Kulturtalk, geht in die dritte Runde. Im kukuun, 23. Mai, 20 Uhr.

Postkartenidylle oder Abrissromantik lautet unsere Frage. In welcher Stadt wollen wir leben? Wir schauen uns die Hamburger Stadtentwicklung am Beispiel der HafenCity an und fragen: Geht das in die richtige Richtung? Als Gäste begrüßen wir unter anderem üNN-Geschäftsführer Rolf Kellner und Rockcity-Geschäftsführerin Andrea Rothaug, den Moloch-Betreiber Johannes Schüller und den Vorsitzenden der Geschäftsführung HafenCity GmbH Prof. Jürgen Bruns-Berentelg. Volles Haus, tolle Gäste, ein klasse Thema.

Ein Abend, an dem Ideen dargestellt und Visionen zusammenwachsen sollen. Denn: Das ist unsere Stadt. Machen wir was draus….Aber was?

Dazu gibt es ein tolles Bühnen-Programm

So oder so
Als musikalische Gäste erwarten wir die fantastische Band Liza&Kay.

Wir werden das Geheimnis um den Namen unserer Hausband Dreiviertelweinstdu lüften und einen Überraschungsgast präsentieren.

Und auch das Glücksrad ist wieder mit im Spiel. Ein irrwitziger, scharfsinniger und informativer Abend erwartet euch. Moderation: Heinrich von Handzahm.

Heinrich von Handzahm So oder So

Fakten:

kukuun
23.5.17
Türen öffnen sich um 19 Uhr
Bühneneroberung ab 20 Uhr
Tickets: VVK 8 € inkl. Gebühren / AK 10 € über 
Eventbrite  und TixforGigs 

Wir verlosen 3×2 Karten für unseren Kultur Talk So oder So am 23. Mai 2017. Einfach eine Mail senden an verlosung@vkfmi.de, Betreff SO ODER SO, Einsendeschluss 19. Mai 2017, 10 Uhr. 

Wir freuen uns auf euch…

Redaktionskonzert Edition 5: Ed Prosek

In seinen Liedern steckt die Sonne Kaliforniens ebenso wie die Melancholie der britischen Küste: Der US-amerikanische Singer/Songwriter Ed Prosek kommt zu uns in die Redaktion. Als Sohn einer Opern-Komponistin wuchs er mit reichlich Klassik auf, studierte später am berühmten San Francisco Conservatory Of Music, bevor er sich musikalisch für Folk-Pop entschied. 2011 ging Prosek nach Südengland, wo seine Coverversion von Paul Simons Klassiker „Homeward Bound“ in einer TV-Werbekampagne lief und den jungen Musiker blitzartig einem Riesenpublikum bekannt machte. Vor zwei Jahren kam er auch nach Deutschland, zog nach Berlin. Dort arbeitete er an neuen Stücken wie seiner aktuellen Single „Shadows“ (erschienen Ende 2016).

Am 12. Mai erscheint seine neue EP „Flesh & Blood Part 1“. 

Am 15.5.17, 21 Uhr, spielt Prosek im Kleinen Donner – und vorher bei uns.

Die Teilnahmeplätze sind limitiert und nur per Los erhältlich. SZENE HAMBURG verlost 10×2 Gästelistenplätze für das Redaktionskonzert mit Ed Prosek am 15.5.17, 19 Uhr. E-Mail mit Betreff „Prosek“ bis Donnerstag, 11.5.17, 12 Uhr,  an verlosung@vkfmi.de

/ Foto: Stephan Pfaff

 

 

BID Reeperbahn+: Die Kiez-Kümmerer ziehen Bilanz

Das BID Reeperbahn+ will, dass der Kiez sauberer wird. Unter anderem. Von der Pinkelkarte bis zum Pauli-Pfandbecher. Ein Halbzeitsbericht

Seit zweieinhalb Jahren ist das Team vom Business Improvement District Reeperbahn+, kurz BID, aktiv. Für Hamburg ein Pilotprojekt, denn es handelt sich nicht um ein BID, das von baulichen, sondern von Marketing- und Kommunikations-Maßnahmen geleitet wird. Hier geht’s um die Marke St. Pauli, um ihre Wahrnehmung und ihr Image, das durch ein Bündel aus On- sowie Offline-Strategien nachhaltig positiv besetzt werden soll. Denn St. Pauli droht zum Ballermann zu werden. Straßen wie die Große Freiheit sind für Hamburger kaum mehr relevant, und an den Wochenenden versinkt der Kiez im Müll. Respekt vor den Bewohnern des Viertels seitens der Besucherströme: Mangelware. Schade.

Das BID Reeperbahn+ und dessen Quartiersmanager Julia Staron (Mit-Inhaberin des kukuun) und Lars Schütze (Chef der Reeperbahn-Garagen) haben sich viel vorgenommen – und schon viel erreicht.

Zwei Schwerpunkte stehen auf der Agenda: Die Reeperbahn und Sankt Pauli stärker in den nationalen und internationalen Tourismus zu integrieren und das Stadtbild sowie dessen kulturelles Angebot zu verbessern. Und das von Innen nach Außen:  Den Bewohner des Viertels eine Idee überzustülpen, würde nicht funktionieren, Ideen im Viertel zu platzieren und damit das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, das wiederum scheint eine Idee zu sein, die funktioniert.

Wie immer findet Hamburgs wohl schrägstes Quartier seinen eigenen Weg, um sich zu positionieren. Legendär die „Wir pinkeln zurück“- Wandfarbe gegen Wild-Pinkler, die dem Kiez internationale Beachtung schenkte. Die Reeperbahn, echt ehrlich, war auf der Startseite der Singapur News zu finden.

Der jüngste Coup: das Video „Sankt Pauli Last“, das im Zuge der Böhmermann „Germany Second“-Kampagne entstand und mehr als 210.000 Views auf Youtube erhielt.

International präsentiert sich die Reeperbahn als Teil des „Hamburg On Tour“ Projekts. Und musikalisch zeigt das Viertel Kante mit der CD-Kompilation „The Sound of St Pauli“.

Mehr Respekt, bitte schön…

Hamburg ist eine offene Stadt. Aber rund um die Reeperbahn wird die Toleranz der Bewohner arg strapaziert.

Um die Gäste für das Thema „Respekt vor dem Viertel“ zu sensibilisieren, werden derzeit Willkommenstüten in Hotels und über die unterschiedlichen Touristen-Guides verteilt.

BID Reeperbahn+

Geile Tüte, die Willkommenstüte

Die Teile kommen gut an, immerhin hat die Auflage eine stattliche Zahl von 50.000 erreicht. Auf der Tüte stehen die 10 Regeln für St. Pauli-gerechtes Feiern (Kein Fotografieren von prostituierten, Trinken, wo man feiert, kein Wild-Pinkeln), in der Tüte sind neben dem Informationsflyer, dem obligatorischen Kondom für Seemänner auch unterschiedliche Rabatt- und die Pinkel-Stempelkarte zu finden. Wer sechs Mal angemessen das WC besucht, kriegt einen Schnaps umsonst.

Das Ganze ist im wunderschönsten Pink designed, in derselben Farbe, in der inzwischen auch die Müll-Container und die Toilettenhäuser strahlen. „Wir hoffen, dass diese in dieser Farbe einfach besser gesehen werden „, sagt Julia Staron.

BID Reeperbahn plus

Big Belly in Pink. Auffällig gefräßig

So weit der Halbzeitbericht. Sieht gut aus. Für die Zukunft hat sich das BID Reeperbahn+-Team einiges vorgenommen. Die Aufwertung der Großen Freiheit ist angestrebt. Den Anfang macht ein Informations-Flyer, der die Historie dieser Straße beleuchtet. Andere Hot Spots wie der Hans Albers-Platz sollen folgen.

Dieses Unterfangen dürfte langwierig werden. Aber da müsse man Geduld haben, so Staron.

Ein weiteres Projekt ist der St. Pauli Pfandbecher, der im Idealfall Kiez-flächendeckend gekauft und wieder abgegeben werden kann, um die Plastik-Müllberge zu minimieren, die aufgrund des Glasverbots nach einem Wochenende den Kiez verunreinigen.

Das Leben ist eine Baustelle – und auch die Reeperbahn hat einige von diesen zu bieten. Bis April 2019 hat das BID Reeperbahn+ Zeit, anzupacken. Dann wird neu entschieden, ob und wie dieses Pilotprojekt weitergeführt werden soll. Die zweite Halbzeit hat jedenfalls gerade erst begonnen. / Regine Marxen / Fotos: BID

Interview: Captain Capa. „Runter vom scheiß hohen Ross“

Captain Capa, das sind Marco Pilzecker, Mario Saegling und Hannes Naumann. Ihre Mission: Pop-Musik. Bei Audiolith erschien jüngst ihr aktuelles Album: This is forever. Am Sonnabend, 13.5.17, treten die Jungs im Molotow auf. Wir haben mit Hannes (Foto Mitte) über das neue Album und seine Hamburg-Höhepunkte gesprochen

Hannes, Hand aufs Herz: Auf deiner persönlichen Lieblingsstadt-Skala in Deutschland: Wo steht da Hamburg?

Hannes Naumann: Definitiv ziemlich weit oben! Wir verbinden mit Hamburg schon etwas spezielles – als wir zum ersten mal her gekommen sind, um unser Debut-Album aufzunehmen, war das für uns ein riesiges Abenteuer und die Stadt hat uns total fasziniert. Außerdem hat Marco eine Zeit lang hier gewohnt, der fühlt sich immer noch ein bisschen zuhause.

Wo trifft man euch, wenn ihr in Hamburg zu Gast seid? Beim Feiern, Chillen, Essen?

Wir landen zu später Stunde irgendwie immer im Molotow – da sieht man so viele bekannte, nette Gesichter und der Laden ist einfach super. Nach der Feierei darf es gerne was fettiges in der Kleinen Pause sein! Wir versuchen außerdem, seit Ewigkeiten im Grilly Idol zum Burger-Futtern vorbei zu kommen, aber immer kommt irgendwas dazwischen. Vielleicht klappt’s bei unserem Besuch am 13.5. endlich!

Wichtig ist auch immer ein Stopp im Audiolith-Büro, ein Schnappi in der Mudder und einmal durch die Sternschanze wackeln.

Die Welt braucht Musik einfach generell, um nicht komplett durchzudrehen

Für euch als Band: Was hat sich nach Maik Biermanns Weggang musikalisch verändert? Er war schließlich von Beginn an dabei. Habt ihr euch als Band neu gefunden?

Wir mussten erst mal lange rumprobieren und experimentieren, bis wir wussten, wo die Reise zu dritt für uns hingehen soll. Wir haben dann festgestellt, dass wir am besten funktionieren, wenn jeder seine ganz eigenen Einflüsse und seinen eigenen Musikgeschmack unpoliert mit einbringt und wir uns von Genre-Grenzen oder irgendwelchen Erwartungshaltungen komplett frei machen.

So konnte unser neues Album ‚This Is Forever‘ so wild und abwechslungsreich werden, wie es jetzt ist. Aber am Anfang mussten wir natürlich erst mal einen „Workflow“ entwickeln, wie man so sagt (lacht). Außerdem haben wir uns, wie gesagt, noch mal viel weiter geöffnet, was Experimente und Spielereien angeht.

Ein Captain Capa Song muss jetzt nicht mehr nach bestimmten Regeln funktionieren, er muss uns nur einfach kicken.

Captain Capa

Holen den Pop runter vom hohen Ross: Hannes Naumann, Mario Saegling & Marco Pilzecker (von l.). Foto: Tim Roth

Wie würdet ihr euer neues Album in zwei Sätzen beschreiben?

„This Is Forever“ ist einfach, glaube ich, eine brutal unterhaltsame Platte geworden, auf der es trotzdem um echte Gefühle geht. Man hört raus, dass wir uns Zeit genommen und ausgetobt haben und darauf sind wir diesmal ganz unbescheiden sehr stolz.

Warum braucht die Welt Pop-Musik?

Die Welt braucht Musik einfach generell, um nicht komplett durchzudrehen, und Pop steckt in so viel mehr Platten und Songs drin, als die meisten wahr haben wollen – ohne Popmusik geht eigentlich nix.  Wie ging der Spruch? „Erst wenn das letzte Majorlabel gesprengt und die letzte Autotune-Spur gelöscht wurde, werdet ihr sehen, dass man Popmusik nicht fressen kann“ oder so?

Warum braucht die Welt Captain Capa?

Weil wir das Mysterium „Popmusik“ von seinem scheiß hohen Ross holen und in einem Rahmen damit spielen, in dem sich auch Technokids, vergessene Emo-Liebhaber und Antifa-Punks wohl fühlen können, wenn sie sich trauen.

Und: Was ist der perfekte Popsong für euch?

„Nightwings“ von Captain Capa kommt schon nah ran! Aber im Ernst: Sehr, sehr schwierig! „All The Things She Said“ von tATu ist ein guter Anwärter – dicht gefolgt von Ariana Grandes „Into You“. Wenn’s etwas unbekannter sein soll – „Fiona Coyne“ von Skylar Spence.

/ Interview: Regine Marxen / Foto: Tim Roth

 Captain Capa, Molotow, 13. Mai 2017, Einlass: 19.30 Uhr

Wir verlosen 1×2 Karten für das Konzert am 13. Mai. Einfach eine Mail senden an verlosung@vkfmi.de, Betreff: Captain Capa, Einsendeschluss Freitag, 12. Mai 2017, 9 Uhr. Viel Glück!

Gern allein: Fayzen

Am 12. Mai erscheint Fayzens neues Album „Gern allein“. Das kann er am selben Abend mit seinen Fans feiern, bei seinem Konzert im Terrace Hill. Auf einen Song mit Fayzen – Wir fragten den Hamburger, welche Songs ihn berühren und wie er lässige Zeilen textet.  

SZENE HAMBURG: Fayzen, du bist unser Mann für Poesie! Hast du einen spontanen Zweizeiler für uns, der zu den immer länger und wärmer werdenden Tagen passt?

Fayzen: „In die Sonne gucken und egal wem danken, in die Sonne gucken und Vitamin D tanken. Mit dem Rad durch den Stadtpark oder einen VW-Bus zocken und dann Abfahrt.“

Kannst du eigentlich jederzeit so einen raushauen? Sieht man dich womöglich auch ständig durch die Straßen laufen und Einfälle in dein Songbook schreiben?

Ich tipp eigentlich immer irgendwelche Zeilen ins Handy. Ich kriege oft Sprüche von wegen: „Ey, Du bist ja voll das Handy-Opfer“, aber es ist ja nicht so, dass ich Pokémon oder Snake spiele. Wir haben früher in der Schulzeit so viel gefreestylt, dass ich im Kopf eigentlich die ganze Zeit im Freestyle-Modus bin.

Hast du so etwas wie eine Lieblingszeile aus deinen eigenen Texten? Bist du auf etwas ganz besonders stolz?

Ich habe bei der Arbeit an meinem neuen Album jede Zeile ausgetauscht, die ich nicht perfekt fand. Perfekt bedeutet für mich, dass eine Zeile so genau wie es geht das sagt, was ich denke. Das ist gar nicht so leicht, weil Gedanken oft nicht so richtig rational formuliert sind. Noch schwieriger wird es, wenn man versucht, ein Gefühl in Worte zu packen. Meine Kumpels – unter anderem die, die meckern, dass ich zu viel am Handy bin – sagen, dass diese Zeile voll zu mir passt: „Ich bin wieder auf der Suche nach dem perfekten Lied, ohne zu wissen, ob es überhaupt so etwas gibt, und ich such weiter! Immer, immer weiter!“ Damit wollen die Jungs wohl sagen, dass ich besessen bin (lacht).

Und welchen Song eines anderen Künstlers findest du lyrisch besonders gelungen? Eine Empfehlung, bitte!

Ich liebe das Lied „Melancholie“ von Gisbert zu Knyphausen. Einfach nur krass, wie er es geschafft hat, so ein abstraktes Gefühl wie die Melancholie zu portraitieren. Das ist so ein Lied, bei dem ich fast neidisch bin, dass ich es nicht geschrieben habe (lacht). Gisbert, falls du das hier liest: Ich bin ein rieeeeeeesen Fan von Dir!

/ Interview: Erik Brandt-Höge / Foto: Caren Detje

Konzert: 12.5., Terrace Hill, 20 Uhr; „Gern allein“, das neue Album von Fayzen, erscheint am 12.5. (Vertigo Berlin/Universal)

Film. Rückkehr nach Montauk von Volker Schlöndorff

Poetische Bilanz einer Beziehung. Mit Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff. Ab 11.5.17 im Kino

Mit dem Alter kommt die Reue. Max Zorn (Stellan Skarsgård) ist Anfang 60, den erfolgreichen Schriftsteller aus Berlin quält weniger das Leid, das er verursacht hat, als die verpassten Chancen. Wie jene große Liebe vor 17 Jahren, um die er sich selbst betrogen hat. Von ihr handelt auch sein neuer Roman, den er in New York vorstellt. Virtuos verarbeitet der Autor das eigene Leben zum Kunstwerk. Zwischen den illustren Gästen bei der Lesung sitzt seine um vieles jüngere Partnerin Clara (Susanne Wolff). Ihre Augen füllen sich mit Tränen, während der Mann dort oben auf dem Podium wehmütig von einer anderen schwärmt.

Rückkehr nach Montauk

Verpasste Chancen und die Vision einer großen Liebe. Rückkehr nach Montauk. Foto: © Wild Bunch Germany / Franziska Strauss

Volker Schlöndorffs subtiles Drama entstand nach Motiven von Max Frischs bekenntnisreicher Erzählung „Montauk“. Auch der heute 78-jährige Regisseur und Oscarpreisträger („Die Blechtrommel“) hat eine gescheiterte Liebe in New York zu beklagen, sie bedeutete das Aus für eine Ehe, die ihm viel bedeutete.

Schlöndorff und Co-Autor Colm Tóibín spielen mit den autobiografischen Versatzstücken von Schriftsteller und Filmemacher. Unweigerlich kollidieren Vergangenheit und Gegenwart, Wirklichkeit, Fiktion und Erinnerung: Max Zorn erzwingt ein Wiedersehen mit Rebecca (Nina Hoss), der Angebeteten von einst, die er so schnöde verließ. Das Objekt seiner Sehnsucht ist heute Staranwältin und reagiert kühl, fast herablassend auf die Avancen des selbstgefälligen Literaten.

Doch unerwartet lädt sie ihn ein, mit ihr nach Montauk, dem Fischerdorf auf Long Island zu fahren. Die gemeinsame Nacht in demselben Hotel wie vor 17 Jahren hält Zorn für einen Neuanfang, Clara scheint vergessen, doch Rebecca macht ihm ein erschütterndes Geständnis.

Betörend schöne, elegische Bilder und geschliffene Wortkaskaden wechseln mit prosaischen Phrasen: „Ich dachte, ich sei etwas Besonderes“. Die Offenbarungen des Max Zorn sind in ihrer larmoyanten Überheblichkeit manchmal nur schwer erträglich, doch genau darin liegt der kühle intellektuelle Charme des Films.

Schlöndorff weiß, sein Protagonist taugt nur bedingt zur Identifikationsfigur: „Aber wahrhaftig zu sein, war mir wichtiger, als zu gefallen“, sagt er und es klingt nach Max Frisch. So flüchtet sich Stellan Skarsgård in der Rolle des alternden Künstlers nicht in Ironie oder Skepsis, sondern harrt tapfer aus in seiner etwas altmodisch egozentrischen Kläglichkeit und akzeptiert das Scheitern als Teil seines Werks. / Anna Grillet

Regie: Volker Schlöndorff. Mit Stellan Skarsgård, Nina Hoss, Susanne Wolff. Ab 11.5.17 im Kino

Fotos: © Wild Bunch Germany / Franziska Strauss