Manchester by the sea

Manchester by the Sea

Fulminantes Schuld-Drama von Kenneth Lonergan. Ab dem 19. Januar im Kino, Preview am 9. Januar im Abaton

Wie geht man mit einer Schuld um, die eigentlich viel zu groß für ein Menschenleben ist? Mit einem einzigen Moment, in dem man das Falsche tut – und das mit grausamen Konsequenzen. Dem geht Kenneth Lonergan in seinem neuen Drama „Manchester by the Sea“ nach, das nicht nur beim Sundance Film Festival mit Standing Ovations gefeiert wurde, weil es von Dingen erzählt, die Worte nur schwer ausdrücken können und dabei zeigt, was man in anderen Filmen nicht sieht: das Schweigen und das Warten, die Leerstellen und scheinbaren Nicht-Momente. Und dabei sind alle Augen auf Casey Affleck gerichtet, der unter grauem schweren Himmel damit ringt, ins Leben zurück zu finden. Zumindest so weit das unter diesen Voraussetzungen überhaupt möglich ist.

Wird das Drama als das fulminante Comeback Lonergans gehandelt, der mit seinem Debüt „You can count on me“ 2001 Laura Linney und Mark Ruffalo bekannt machte, gilt Hauptdarsteller Casey Affleck als einer der großen Oscar-Favoriten.

Er ist Lee Chandler, der mit seiner Frau (Michelle Williams) und den drei Kindern in Manchester-by-the-Sea lebte und sehr glücklich war. Der mit seinem Bruder Joe (Kyle Chandler, „Bloodline“) fischen ging und mit seinen Freunden pokerte. Als Joe nach langer Krankheit stirbt und Lee sich um dessen pubertierenden Sohn kümmern muss, zwingt ihn das zurück in seine Heimatstadt – und dazu, sich den düsteren Geschehnissen zu stellen, die Lonergan nach und nach aufblättert.

„Wir alle machen doch Filme, weil sie so ein großartiges Werkzeug sind, Empathie zu erzeugen“, hat Matt Damon gesagt, der am Drehbuch mitarbeitete, eigentlich Regie führen und kurzzeitig auch die Hauptrolle spielen wollte. Dann kam „Der Marsianer“ dazwischen und er kämpfte fortan als Produzent für das Projekt, weil es die universellen Fragen stellt. Und das, ganz ähnlich wie einst Damons Debüt „Good Will Hunting“, in einem ganz unglamourösen Working-Class-Amerika, das es nicht oft in die Kinos schafft. Zärtlich, todtraurig und heiter nimmt es einen mit in die tragischen Tiefen der Verzweiflung und auf die amourösen Höhenflüge der Pubertät. Dabei forscht es mehr, als dass es Antworten gibt. Und auch deshalb lässt es einen lange nicht mehr los. / Sabine Danek / Photo-Claire Folger Courtesy of Amazon Studios

Regie: Kenneth Lonergan. Mit Casey Affleck, Michelle Williams, Kyle Chandler, Lucas Hedges.

Ab 19.1.17 im Kino. Preview im Abaton am 9. Januar um 19.45 Uhr

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