Neue Tapas-Bar: El Chiringuito

Von den Glasaalen bis zum Vino Tinto: dieses gesellige Lokal in Eimsbüttel ist seeeehr spanisch

Chiringuito heißt übersetzt Strandcafé oder Imbissbude. Und darauf ist das Tapas-Restaurant auch ein wenig getrimmt. Blaue Wände mit dezentem Fischdekor, ein blau-melierter Tresen, weiße Stühle – unkompliziert, gemütlich, gesellig, groß, aber deutlich gehobener als eine Imbissbude.

Stilecht hängt in der Mitte des Gastraums ein großer Flachbildschirm, der spanischen und deutschen Fußball zeigt; auf der Toilette riecht es nach chlorhaltigem spanischem Putzmittel. An der Straße, die lange Fensterfront entlang, sind weitere Tische aufgebaut.

Die Speisen halten, was das Ambiente verspricht: solide Kleinigkeiten, die der Landesküche entsprechen. Die Mojo, Kräutersalsa auf Olivenölbasis, schmeckt authentisch kanarisch, Pulpo alla Gallega nach dem gerade erst beendeten Galicien-Urlaub. Der Anblick winziger Glasaale lässt den Tischnachbarn zusammenzucken. Eine glitschige Menge winziger Aale aufzugabeln hat beim ersten Mal tatsächlich etwas von einer Mutprobe. Ich habe sie zuletzt ähnlich delikat in Bilbao genossen.

Dass es keine Hackbällchen mehr gibt, bestätigt uns, dass alles frisch zubereitet wird. Die spanischen Würstchen, die wir stattdessen bestellen, sind allerdings kein adäquater Ersatz, aber auch das einzige Gericht aus einer langen Riege, was uns von der iberischen Halbinsel zurück nach Thüringen holt und nicht überzeugt. Die Preise für die Tapas sind angemessen, der runde, saftige Rote Añares Rioja Crianza 2012 mit 16 Euro die Flasche sogar ein Preis-Leistungs-Kracher.

Der Betreiber Angel Ferrer hatte sich zuletzt im Winterhuder Fährhaus mit einer etwas schickeren Tapasbar versucht, die ehrliche Nummer ist am Ende vielleicht die erfolgreichere. Wir drücken die Daumen.

Text: Lisa Scheide
Foto: Jakob Börner

El Chiringuito
Weidenallee 60 (Eimsbüttel)
Telefon 46 64 17 02
Mo-Sa 18–24 Uhr