Neues Speisezimmer: Spajz

In Barmbek-Süd serviert Nóra Horváth jeden Tag Pulled Pork – und vegetarische Schweinereien. Wir haben sie besucht

Von Frühstück bis Bier – so lautet das sympathische Motto dieses Bistros. Der Name des Spajz, das mitten in einer Wohnsiedlung in Barmbek-Süd eröffnete, spielt auf die ungarischen Wurzels der Betreiberin Nóra Horváth (auf dem Foto links) an und bedeutet „Speisekammer“. Viel größer ist der Laden auch nicht. Ein paar Tische drinnen und einige Bierbänke auf der Piazza vor der Tür, das muss reichen. Umso gemütlicher wirkt das Spajz, mit den Menschen am Nachbartisch kommt man schnell ins Gespräch, mit Nóra Horváth sowieso.

Sie trägt Basecap und steht zur Mittagszeit hinterm Holztresen, der gleichzeitig die offene Küche begrenzt. Lässig schwenkt Nóra Horváth köstlich duftenden Pulpo Gallego in der Pfanne: Tintenfisch mit Pimientos de Padrón, Drillingen und Olivenöl (8.50 Euro). Das Wasser läuft einem im Munde zusammen. Bevor die ausgebildete Köchin ihren eigenen Laden aufmachte, arbeitete sie in der Gutsküche Wulksfelde und im Vlet, beides richtig gute Adressen.

In Barmbek will sie mit hochwertigen Zutaten und einer kleinen, feinen Karte einen neuen Anlaufpunkt im Viertel schaffen. Jeden Tag gibt es ein ausgezeichnetes Pulled Pork vom Angler-Sattelschwein im Brötchen mit Cole Slaw und BBQ-Mayo (7,50 Euro). Das Fleisch bezieht sie aus der Demeter-Metzgerei Dreymann, die man auf dem Gut Wulfsdorf in Ahrensburg besuchen kann. Darüber hinaus gibt es wechselnde vegetarische Gerichte, wie den warmen Bohnenpilzsalat mit Kräutern und einer Butterstulle von der lokalen Bäckerei Gaues (7 Euro).

Hervorragende Qualität zu fairen Preisen weiß man in der Nachbarschaft zu schätzen, sodass sich zur Mittagspause an einem sonnigen Tag die Plätze im Straßencafé schnell mit Grüppchen füllen. Abends kann man dann sein Weinglas auf der Piazza schwenken. Die guten Tropfen liefert der Weinhandel Vineyard aus Eimsbüttel – dessen Philosophie gut zum Spajz passt: Angeboten werden ausschließlich Produkte von Winzern, die nachhaltig produzieren und auf chemische Zusätze verzichten.

Text: Lena Frommeyer
Foto: Philipp Jung

Spajz
Flotowstraße 22 (Barmbek-Süd)
Di-Do 8–18, Fr 8–22, Sa 11–22 Uhr


Das könnte dich auch interessieren: