Salt & Silver

Salt & Silver – Tacos, Tequila und Tattoos

Als Salt & Silver haben Johannes Riffelbacher und Thomas Kosikowski ihre Hobbys zum Beruf gemacht: Reisen, surfen, kochen und Tattoos sammeln

Salt & Silver

In Mexiko haben sie ordentlich viel Tequila getrunken und sich in Mezcal verliebt. Und den bringen sie jetzt nach Deutschland

„Wir sind nicht ausgestiegen, wir sind nur umgestiegen.“ Nach fünf Jahren als Art-Direktor bei Jung von Matt war Johannes „Jo“ Riffelbacher jedenfalls klar: Es muss noch mehr geben. Auch Thomas „Cozy“ Kosikowski wusste: Ein Leben lang Kameramann, das geht nicht. Im Januar 2014 packten sie ihre Rucksäcke und Surfbretter und gingen für ein Jahr nach Südamerika. Klar war: „Wenn wir gehen, soll auch etwas Bleibendes daraus entstehen.“

Ein Kochbuch. So entstand „Reisen, surfen, kochen“ – ein 320 Seiten dickes Ding, das bereits in der dritten Auflage über die Ladentische geht.

Unter dem Namen Salt & Silver haben sie sich seitdem längst eine neue Existenz geschaffen. Zurück in die alten Jobs sei damals keine Option gewesen, sagen sie heute. Sie kochten im Kleinen Phi, stiegen ins Catering ein, füllen die Tische zahlreicher Off-Locations. Jeder will die neuen Lässigen erleben. „Wir treffen wohl ein wenig den Ausbruchsnerv der Zeit. Schließlich haben wir getan, wovon viele nur träumen. Wenn wir für sie kochen, geben wir einen Teil davon ab“, versucht Jo den Erfolg zu erklären.

Mittlerweile ist ein zweites Kochbuch erschienen. Für „Tacos, Tequila und Tattoos“  reisten die beiden Abenteurer Anfang des Jahres drei Monate lang quer durch Mexiko.

Sie besuchten Tätowierer, Rockerbars und unendliche Pazifikstrände, tauchten tief in die mexikanische Küche ein und schwärmen noch immer von „unglaublich intensivem Essen – voller Chili und Limetten und genauso wie wir es lieben.“ Neben dem vielen Essen hat vor allem ein flüssiger Schatz ihre Herzen und Kehlen erobert: Mezcal. Den haben sie jetzt mit nach Hamburg gebracht – und sind damit kleine Trendsetter.

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Die internationale Barszene feiert das Agavendestillat bereits, auch in einigen Hamburger Bars gibt es den neuen Star am Barhimmel bereits. Und das hat nichts mit dem gemeinen Tequila zu tun, den es hierzulande gibt.

Echter Mezcal stammt nämlich nicht aus einer kultivierten Agave, industriell in Masse produziert. Hergestellt wird das Getränk nach jahrhundertealter Tradition aus wild wachsenden Agaven – ohne Industrie, ohne Zusatzstoffe, stattdessen in nachhaltiger Bewirtschaftung und in kleinen Margen.

Einer der Produzenten ist der Mezcalero Asunción Matilde, der für Salt & Silver einen perfekten weichen Mezcal aus wilder Espadilla-Agave entwickelt hat. Wo viel Liebe ist, ist das Leid nicht weit: „Kartelle schalten sich ein, kaufen die Agavenbestände auf, verkaufen sie extrem teuer weiter“, so Jo. Hinzu kommt: „Den uralten Namen Mezcal verwenden darf nur, wer eine teure Lizenz erworben hat.“

So „klauten“ Salt & Silver dem Mezcal einfach die Vokale und kreierten ein neues Produkt an sämtlichen Kartellen vorbei: den MZCL – „nur ohne E wie Erpressung und ohne A wie Ausbeutung“, sagt der Marketing-Experte.  Ein „ehrliches Luxusprodukt“, das es nur in einer Limited Edition gibt. 600 Flaschen haben die Hamburger mitgebracht – per Hand abgefüllt, fairtrade und nachhaltig. „Wir haben das, was die anderen gern verkaufen würden“, sagt Jo lachend.

Ist der nächste kulinarische Roadtrip bereits geplant? „Wir müssen unbedingt noch einmal tiefer in die peruanische Küche einsteigen, aber zunächst ist einfach mal Europa dran.“ Irgendwelche Vorbilder unter den Starköchen? „Jede Streetfood-Mutti am Straßenrand und die ganzen Taco-Heroes, die ohne Chichi und Show einfach nur geiles Essen machen!“ / Ilona Lütje / Fotos: Salt & Silver

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