Samy Deluxe & Afrob

Auf ihrem neuen Album „Blockbasta“ sind die beiden Rapper alias ASD derbe auf Abriss gebürstet

„Wer hätte das gedacht?“ – so lautete 2003 der Titel des gemeinsamen Albums von Afrob und Samy Deluxe als ASD. Die Reaktion auf die Verkündung ihres Nachfolgers „Blockbasta“ dürfte eine ähnliche gewesen sein, denn zu rechnen war damit nicht.

Während Afrob nach der Veröffentlichung seines Soloalbums „Push“ im vergangenen Jahr weitgehend untergetaucht war, begab Samy sich auf die Suche dessen, was „Männlich“ ist, erinnerte an die „Gute alte Zeit“ und chillte mit Nena. Zwischendurch fanden Robbe und Sam aber offensichtlich genug Zeit, um Deutschrap Zwofuffzehn ihren Stempel aufzudrücken – und zwar mit ASD-Schriftzug und ordentlich Druck. Fundierte Auseinandersetzungen mit dem politischen Weltgeschehen oder reflektierte Selbstanalyse sucht man auf der neuen Platte jedenfalls vergebens.

„Blockbasta“ ist vor allem eins: Abriss! Samy selbst bezeichnet den Soundentwurf als „Brachiale Klanggestaltung“, und das trifft es ziemlich exakt. Auf erstaunlich zeitgeistigen Beats spucken ASD ihre gelebte „Antihaltung“ aus den Boxen und mähen sich wuchtig durch die Produktionen von Leuten wie DJ Desue und Bazzazian.

Wer die Gelegenheit hat, ASD mit dem neuen Material live zu sehen, sollte sich das jedenfalls nicht entgehen lassen – spätestens am 12. September im Stadtpark, wenn Sam dort sein 20-jähriges Bühnenjubiläum feiert. Mit dem Release von „Blockbasta“ feiern Sam und Afrob nun schon etwas vor. Wie heißt es im Titeltrack doch so schön: „Unser Album ist ein Fest, nenn es Festplatte“. Danke für die Einladung.

Text: Daniel Schieferdecker

„Blockbasta“ erschien Anfang Juli