Beiträge

BierSZENE – Schnaps trifft Craft Beer

Die Craft-Beer-Szene in Hamburg wächst und wächst. Ich habe für euch Simon und Nienke in ihrer neuen Oorlam Bar besucht. In den Kohlhöfen in der Neustadt packen die beiden bestes Buddelship-Craft-Beer und handwerklich gebrannten Jenever auf die Karte.

Aus 15 Zapfhähnen strömt in der neuen Oorlam Bar in der Hamburger Neustadt köstliches Craft Beer von einer der Top-Brauereien: Buddelship. Kaum verwunderlich, denn Anfang April wurde die Bar von niemand Geringerem als Brauerei-Chef Simon Siemsglüß mit seiner Freundin Nienke Oostra eröffnet. Die ist wiederum die Inhaberin des Spirituosen-Labels Filosoof Jenever. Die feinen Jenever, die die Holländerin in kleinen Margen brennt, gibt es deshalb selbstverständlich auch auf der Getränkekarte.

Das perfekte Paar: Craft Beer & Jenever

„Wir wollten eine Bar in Hamburg eröffnen, in der man zur Abwechslung beides trinken kann: tolles Craft Beer und guten Schnaps.“, erklärt mir Nienke bei meinem Besuch. Dass Bier und Jenever – ein Wacholderschnaps aus den Niederlanden und Belgien –  bereits einzeln gut schmecken, war mir klar. Ein Kracher wird es aber, wenn man sie als Pairing genießt. Das frisch gezapfte Porter „Gotland 1394“ ist süßlich-herb und schmeckt nach Kaffee, dunkler Schokolade und Schwarzbrot. Der Jenever Wieke, den ich dazu gereicht bekomme, hat eine fruchtige Süße, geprägt von den verwendeten Wachholderbeeren. Noten von Seegras und Vanille gesellen sich ebenfalls dazu. Diese sorgen dafür, dass sich das Bittere des Bieres noch ein bisschen in die Länge zieht. Eine bombastische Kombi, die ihresgleichen sucht.

Craft Beer und Jenever-Schnaps

Ein ungleiches, aber harmonisches Paar: Craft Beer von Buddelship und Jenever-Schnaps. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

In der Hamburger Craft-Beer-Szene ist noch Luft nach oben

Das Oorlam ist nach dem Birrificio Shanghait bereits die zweite Bier-Bar, die innerhalb kurzer Zeit in Hamburg ihre Türen für Craft-Beer-Nerds und Bier-Neulinge öffnet. Angst haben, dass man sich in der Craft-Beer-Szene gegenseitig das Geschäft wegnimmt, brauche aber keiner haben, so Nienke. „In Amsterdam gibt es viel mehr kleine Bier-Bars als hier – und gleichzeitig laufen sie besser.“

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Jenever in der Oorlam-Bar

In der Oorlam-Bar wird Jenever serviert – Wacholderschnaps. Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Für Simon muss in der Hansestadt ohnehin noch viel Pionierarbeit geleistet werden: „Solange nicht auch in Standardkneipen Craft Beer am Hahn ist, ist eigentlich noch nichts passiert“, so der Braumeister. „Craft Beer ist noch längst nicht im Mainstream angekommen – und das ist unser Ziel.“ Viele vergessen, dass Craft Beer vor allem auch lokales Bier sein sollte. Es sei absurd, dass das meiste Bier, das in Hamburg getrunken wird, nicht hier gebraut werde. „Für mich ist Astra keine Hamburger Brauerei, sondern Carlsberg mit einer anderen Marketingstrategie. Solange Astra als lokale Brauerei gesehen wird bedeutet das für mich, dass da noch kein Umdenken bei der großen Masse stattgefunden hat.“ Bis dahin heiße es weitermachen. Eine Sicht der Dinge, die ich nur zu gerne unterstütze.

In diesem Sinne: Trinkt mehr Craft Beer, ihr Lieben! Prost!

Euer Daniel

Oorlam: Kohlhöfen 29 (Neustadt), Telefon 0176 34367697, Mi-Fr 16–22, Sa-So 12-22 Uhr; www.facebook.com/Oorlambar

Beitragsfoto: Felix Valentin / Jupiter Union


Daniel Ehlich

Foto: Felix Valentin / Jupiter Union

Daniel Elich (33) ist Biersommelier im Alten Mädchen. Seit 10 Jahren in Norddeutschland, seit 3 Jahren in den Schanzenhöfen, seit 2 Jahren Biersommelier: Das Leben von Daniel Elich dreht sich um Bier – jeden Tag. Ab sofort trinken wir mit ihm die besten Biere, besuchen mit ihm befreundete Brauer und erkunden mit ihm die Bierszene. Alle 14 Tage neu. Alle 14 Tage anders. Wein kann ja jeder.

Ps: Auf Instagram trägt Daniel den Namen @bieronkelHH_ und postet beharrlich rund ums Thema Bier. Macht Spaß!