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Goldeimer: Scheißpapier – Hass ist für’n Arsch

Goldeimer “upcyclet“ hetzendes Wahlkampfmaterial und macht daraus eine Klopapier-Sonderedition. Der Gewinn wird Opfern von rechter Gewalt gespendet.

Hass ist für’n Arsch. Leider hat er in Deutschland gerade Konjunktur. Das will die Klo-Initiative Goldeimer nicht hinnehmen und sammelt bis zur Bundestagswahl jedes Partei-Info-Material, das hetzt und hasst, um daraus anschließend Klopapier zu machen. Die Produktion der Sonderedition „Scheißpapier – Hass ist für’n Arsch“ startet direkt nach der Wahl und kann ab sofort unter www.scheisspapier.de online vorbestellt werden. Der Gewinn geht zu 100 % an CURA Opferfonds rechte Gewalt. Unterstützt wird die Aktion von der Hamburger Fraktion des Bündnisses AUFSTEHEN GEGEN RASSISMUS!

Goldeimer ist ein gemeinnütziges Projekt aus St. Pauli. Mit dem Verkauf von Klopapier und dem Betrieb von Komposttoiletten setzt sich das Projekt weltweit für den Zugang zu sanitären Anlagen ein. „Neben unserer Begeisterung für den Stuhlgang sehen wir Unternehmen in der Pflicht, auch Verantwortung für gesellschaftliche Themen zu übernehmen und Haltung zu zeigen“, heißt es. „Wir wollen eine nachhaltige, faire Wirtschaftswelt aufbauen, von der alle Menschen gleichermaßen profitieren, unabhängig von Religion, Hautfarbe, Geschlecht, Nationalität oder Sprache.“

Mehr unter www.goldeimer.de

 

Frauen gegen die AfD: Neue Kampagne gegen Rechts

Am 24. September geht’s ums Kreuz. Dann entscheiden 61,5 Millionen Wahlberechtigte darüber, wer künftig das Land regieren soll. Jetzt hat sich ein überparteiliches Bündnis gebildet, das vor allem eines will: „Keine AfD im deutschen Bundestag!“ Heute startet dazu die Social-Media-Kampagne der Frauen* gegen die AfD (#FgdAfD)  

„Unsere Demokratie ist in Gefahr“, sagt #FgdAfD-Initiatorin Carolin. Ihren Nachnamen möchte sie nicht veröffentlichen. Grund: Der Gegenwind scheint unausweichlich, aber er sollte es so schwer wie möglich haben. „Man soll uns nicht gleich mundtot machen“, betont die 44-Jährige. Die letzten 14 Tage vor der Bundestagswahl wollen sie und ihre Mitstreiter*innen dazu nutzen, das wahre Gesicht der Partei, die sich selbst als „bürgerlich-demokratisch“ bezeichnet, zu zeigen. Und das sei durch und durch rechtspopulistisch und stütze sich auf einen „krassen Antifeminismus“, wie Carolin betont. „Viele wissen leider gar nicht, was die AfD für ein Frauenbild hat.“ Mit ihrer Video- und Social-Media-Kampagne wollen die Frauen* gegen die AfD darum die Aufmerksamkeit auf die Frauen- und Familienpolitik der AfD lenken. „Diese Partei vertritt nicht nur rassistische, völkische und antiislamische Inhalte“, sagt die Initiatorin der Kampagne. „Durch die Ablehnung von Frauenförderung, Gender-Mainstreaming und Quoten sowie das Propagieren einer traditionellen Geschlechterordnung wird auch eine frauenfeindliche Politik verfolgt.“

Frank Spilker: „Wenn eine Partei mit menschenverachtenden Positionen auf Stimmenfang geht, sollte man nicht nur Frauen darin unterstützen, sich zu wehren, sondern jeden.“

Vorbild des Bündnisses: Die österreichische Kampagne „Frauen gegen Hofer“, die vor der letzten Bundespräsidentenwahl an den Start gegangen ist und sich gegen die rückständige Frauenpolitik der FPÖ und deren Kandidaten Norbert Hofer stark machte. Mit den Initiatorinnen hatte Carolin Kontakt aufgenommen, nachdem sie aus ihrer Schockstarre erwacht war: „Erst der Brexit, dann Donald Trump und dazu jede Menge europafeindliche und antidemokratische Länder wie Ungarn, Türkei und Polen  – wir dürfen nicht untätig daneben sitzen und zuschauen, wie die Demokratie den Bach runter geht.“ Durch Aufklärung über die frauenfeindliche Politik der AfD will das Bündnis jetzt vor allem potenzielle Nichtwähler*innen und auch AfD-Sympathisant*innenmotivieren, zur Wahl zu gehen und sich für die Demokratie einzusetzen. Und das bedeutet: „Auf keinen Fall die AfD wählen!“ Denn eine Stimme für die AfD sei nicht nur eine Stimme für Rechts, sondern auch eine Stimme gegen die Frauenrechte.

Über die sozialen Medien werden zu diesem Zweck ab heute Videobotschaften unter dem Hashtag #FgdAfD verbreitet. Das Bündnis hatte frauenfeindliche und antifeministische Zitate der AfD aus den Programmen und anderen Schriften der Partei, Protokollen von Landtagssitzungen und Äußerungen aus sozialen Medien gesammelt.Passant*innen und Personen des öffentlichen Lebens wurden mit diesen Zitaten konfrontiert und ihre Reaktionen gefilmt. Zusätzlich werden die Frauen* gegen die AfD von Personen des öffentlichen Lebens unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Autorin Simone Buchholz, der Journalist Michalis Pantelouris, die Schauspielerin Pheline Roggan und Frank Spilker, Autor und Sänger der Band „Die Sterne“. Zwei Wochen lang bis zur Bundestagswahl werden nun auf Facebook, Twitter und YouTube die Videoclips mit den Reaktionen veröffentlicht.

Michalis Pantelouris: „Das Programm der AfD reduziert Frauen zu Bürgern zweiter Klasse. Ich erziehe aber zwei erstklassige Töchter. Deshalb unterstütze ich die #FgdAfD.“

„Wir wollen auf keinen Fall unvorbereitet vor dem Ergebnis der Bundestagswahl stehen, sondern handeln, bevor es zu spät ist“, betont Carolin. „Wir werden nicht alle dieselbe Partei wählen, aber wählen wird jede von uns, denn wir sind überzeugte Demokratinnen“, sagt sie und fügt hinzu. „Und wir wollen verhindern, dass die AfD in den Bundestag einzieht.“

Text: Ilona Lütje

Weitere Informationen und jeden Tag ei neuer Film unter:

www.frauengegendieafd.org

Wer die #FgdAfD unterstützen möchte, kann per E-Mail Kontakt aufnehmen: fgdafd@posteo.de