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FoodSZENE – Wer bleibt, wer geht, was kommt?

Hannah Plettenberg ist seit über zehn Jahren in der Gastronomie und Hotellerie als Beraterin, Trainerin, Trendforscherin und Coach tätig. Balzac Coffee, Kölln Haferland oder der Dortmunder Fernsehturm zählen zu ihren Kunden. Die Gastronomieberaterin ist eine der wenigen erfolgreichen Frauen in diesem Business.

SZENE HAMBURG: Welche Gastro-Konzepte sind in den letzten Jahren in Hamburg gut gelaufen?

Hannah Plettenberg: Stepha Zanella ist mit ihrem vegan-vegetarischen Frühstücks- und Brunch-Restaurant Mamalicious (Foto oben) seit 2011 auf dem Markt und damit sehr erfolgreich. Sie hat zum richtigen Zeitpunkt erkannt, ihr Konzept der Nachfrage anzupassen. Das Tschebull in der Mönckebergstraße ist eine Institution. Es bietet eine Auswahl an österreichischen Klassikern auf höchstem Niveau – das kommt gut an. Dann ist da noch das Kukuun auf der Reeperbahn, das seit Jahren im Clubbereich einer der kreativsten und facettenreichsten Konzepte bietet. Ob Groß- oder Einzelunternehmer: Für niemanden ist es heute leicht, auf dem Markt zu bestehen.

Welche beliebten Fehler bringen Neueröffnungen garantiert zum Scheitern?

Da könnte ich einige nennen. Der falsche Standort oder das „Vorbeiplanen“ des Angebots an der Nachfrage gehören dazu. Auch ein beliebter Fehler: dass das erste Warenlager in der Finanzierung nicht mit eingeplant wurde und der Laden pleite ist, noch bevor er eröffnet hat.

Confiertes Lachsfilet im Tschebull.

Regionale Erzeugung und kurze Vertriebswege: Wird sich diese Entwicklung langfristig durchsetzen?

Wir interessieren uns immer mehr dafür, was in unseren Speisen drin ist und woher sie kommen. Das liegt daran, dass wir uns mit den Menschen hinter den Produkten identifizieren möchten. Auch die Großküchen dieser Stadt verwenden mehr und mehr regionale Produkte. Wir möchten lieber den Bauernhof aus der Region oder die Metzgerei in der Nachbarschaft unterstützen, bevor wir den „Großen“ das Geld in den Rachen schmeißen.

Lassen Sie uns einen Blick in die Glaskugel werfen: Wer bleibt, wer geht, was kommt?

Das ist schwer zu sagen. Ein perfektes Erfolgsrezept gibt es nicht. Viele Gastronomen wechseln nach der Eröffnung zu schnell ihr Konzept, weil ein Produkt nicht läuft. Dabei können auch der richtige Standort oder das passende Personal dazu beitragen, dass es funktioniert. Ich habe außerdem festgestellt, dass Gemüse schon lange keine Nebenrolle mehr spielt und die Kreativität der Köche herausfordert. Lange frühstücken zu gehen, könnte sich auch zu einem Trend entwickeln.

Was ist mit den zig Burgerläden, die es mittlerweile an jeder Ecke der Stadt gibt? Nutzen sich manche Konzepte ab?

Klar, irgendwann hat man sich an den Speisen satt gegessen und an den Innendesigns sattgesehen. Dann gibt es Raum für neue Ideen und neue Trends. Fest steht: Um sich langfristig am Markt behaupten zu können, braucht es einen guten Service, freundliches und beständiges Personal und eine überzeugende Qualität des Essens.

Interview: Jasmin Shamsi
Foto: Alessa Pieroth


Who the fuck is…

Foto: Philipp Jung

Unsere Kollegin Jasmin Shamsi schlemmt sich für uns durch Hamburg. Als Foodredakteurin schlägt ihr Herz für Kultur und Kulinarik – die zwei großen Ks, für die sie brennt. „Sie hängen eng miteinander zusammen und befinden sich im ständigen Austausch“, sagt sie. Für uns spürt sie die Geschichten über Macher und Marken auf und serviert sie brühwarm und immer neu gewürzt – online, in jeder Ausgabe der SZENE HAMBURG und auf Instagram unter @szenehamburg.essentrinken 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Zebra gefüllt mit Krokodil – das Restaurant Flammen

Im All-you-can-eat-Lokal Flammen geht es um viel Fleisch für wenig Geld. Ein Konzept, das Fragen aufwirft.

Viele Menschen denken, Restauranttester zu sein, sei der schönste Job der Welt. Doch das ist er ebenso wenig wie der Job eines Kreuzfahrttesters. Denn ein „All-you-can-eat-Buffetrestaurant“ kann ungefähr so freudvoll sein wie eine Woche mit 2.000 Senioren auf einem Schiff von Costa Kreuzfahrten. Manchmal ist Restaurants zu testen harte Arbeit, die die Disziplin eines japanischen Mönches verlangt. Nämlich dann, wenn der persönliche Geschmack so gar nicht mit dem des Publikums übereinstimmen will.

So wie im Fall des Restaurant Flammen. Das Konzept des im Mai neu eröffneten deutschen Ablegers einer seit 2009 erfolgreich expandierenden dänischen Restaurantkette sieht so aus: Der Gast kann für 24,50 Euro am Buffet aus einer Auswahl von mindestens 15 Sorten Fleisch und 50 Variationen von Salat- und Obstbeilagen wählen. Punkt. Denn damit ist das Konzept beschrieben. Kein Dry Aged, kein regionales Biofleisch, kein vegetarisches Gericht. Kein Mittagstisch. Kein Kinderteller. Fisch gibt es nur in Form eines einsam am Rande des Buffets drapierten geräucherten Lachses.

Kein Elysium der Fleischeslust

Das Ambiente ist gepflegt, das Design zeitgeistig modern, man wird gleich dänisch freundlich geduzt. So fühlt es sich wohl an, in der Esszimmerausstellung von Ikea zu essen.

Ganz klar: Hier geht es um Fleisch. Viel Fleisch. Der geneigte Karnivore kann so oft er möchte aus solide zubereiteten Klassikern wie Rinderfilet, Braten vom Black Angus Rind, Lamm und Schwein wählen, aber auch aus exotischen Angeboten wie Känguru oder Zebra, gefüllt mit Krokodil. „Halt!“ möchte man da rufen. Wenn schon, dann muss man ja wohl Krokodil mit Zebra füllen?!

Wir würden das gerne mit der freundlichen Servicedame diskutieren, entschließen uns aber lieber mit dem Mann an der Fleischtheke zu sprechen.

Das Fleisch wird ähnlich wie beim brasilianischen Rodizio in dünne Scheiben geschnitten und auf den Teller des Gastes gelegt, was es schwer macht, die echte Qualität des Fleisches einzuschätzen. Wer jemals in Edel-Gastronomien wie dem Theo’s oder dem Butcher’s in das Elysium der Fleischeslust erhoben wurde, der wird dieser Darreichungsform nichts abgewinnen können, denn jede Saftigkeit geht dabei verloren. Aber: Das Lamm und das Rinderfilet sind schmackhaft, die Kruste des Schweinebratens kross und heiß.

Die Salattheke bietet viel Auswahl – wie es aber leider häufig so ist: Wo viel ist, bleibt auch viel liegen. Angebräunte Salatblätter und Krusten an Dressings gehören anscheinend zu Salatbuffets wie Legoland zu Dänemark.

Hat Hamburg das gebraucht?

Spätestens an diesem Punkt hat den Restaurantkritiker das Zen verlassen, denn zu viele Fragen rauschen durch den Kopf. Zuallererst: Ist ein All-you-can-eat-Fleischrestaurant eigentlich noch zeitgemäß? Sollten wir nicht alle weniger, dafür besseres Fleisch essen? Wieso gibt es außer Kartoffeln so überhaupt kein Gemüse? Nicht einmal die üblichen Verdächtigen, etwa grüne Bohnen oder Brokkoli? Ist es nachhaltig, Zebrafleisch vom anderen Ende der Welt nach Hamburg zu schippern?

Und was würden die beiden munter schmausenden zehnjährigen Mädchen vom Nachbartisch wohl sagen, wenn man ihnen ein Youtube-Video einer Krokodilfarm zeigen würde? Muss das sein? Hat Hamburg das gebraucht? Das scheint der Fall zu sein, denn die Tische sind gut besetzt und die Kritiken auf Facebook nahezu durchweg positiv.

Bleibt also die Frage: Sind Buffets auf Kreuzfahrtschiffen vielleicht doch etwas Schönes?

Text: Ole Müggenburg
Foto: Sophia Herzog

Restaurant Flammen, Straßenbahnring 15 (Hoheluft-Ost), www.restaurant-flammen.de


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Rindchen schlemmt – Sterne am Horizont

Das Bianc Restaurant: Rindchens neue Pilgerstätte in der HafenCity.

Im aktuellen und wie ich finde sehr gelungenen SZENE-Sonderheft Essen+Trinken wird das Bianc als „Testsieger Italien“ geführt. Das einzig klassisch Italienische am Bianc ist jedoch die Herkunft des begnadeten Küchenchefs Matteo Ferrantino. Ansonsten findet man hier nicht weniger als die perfekte Transformation kreativer mediterraner Hochküche in der HafenCity. Das Ganze überdies in einem traumhaft schönen, sehr großzügigen und lichten Ambiente. Kurzum: Diese Pilgerstätte für entdeckungsfreudige Genießer hat Hamburg gerade noch gefehlt!

Schon wer sich für die „Einstiegsdroge“ entscheidet, das viergängige saisonale Marktmenü (90 Euro, für Vegetarier 75 Euro), wird durch den Reigen der Amuse-Bouches vollständig geflasht: Neun kunstvoll arrangierte, kulinarische kleine Wunderwerke, wie beispielsweise eine Austernperle mit Imperial-Kaviar, Entenleber mit Mango oder eine Mini-Tortilla mit Gambas, nehmen den Gaumen mit auf eine glückvolle Aromenreise. Im „eigentlichen“ Menü, das häufig saisonal wechselt, begeistern dann Gänge wie Thunfisch mit Tomate und Anchovis, Loup de Mer mit Artischocke und Rucola oder Ibérico- Schwein mit Tintenfisch, Paprika und Chorizo. Und auch Rindchen schlemmt wer kein Dessert bestellt, wird von der Küche mit einem kleinen süßen Abschluss verwöhnt. Dabei ist alles mit leichter Hand hingetupft und von großer Genialität und perfekter Präzision getragen.

In jedem Fall empfiehlt es sich, zu den Menüs die offerierte Weinbegleitung zu wählen (bei vier Gängen 45 Euro), denn die Weinkarte ist kundig zusammengestellt und enthält viel Ungewöhnliches und Überraschendes. Wasser ist gratis. In seiner vorherigen Wirkungsstätte in Portugal hatte Matteo Ferrantino zwei Michelin-Sterne erkocht. Wenn er so weitermacht wie bisher, könnte ihn dieses Schicksal auch in Hamburg ereilen.

Und wenn das nächste SZENE-Sonderheft Essen+Trinken einen „Testsieger Edel“ küren sollte, den es aktuell nicht gibt: Ich hätte da einen Kandidaten …

Text: Gerd Rindchen

Bianc, Am Sandtorkai 50, Telefon 18 11 97 97, Mi-Sa 18–0, So 12.30–18 Uhr; www.bianc.de

Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 

 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Rindchen schlemmt – Der perfekte Sommergarten

Nicht nur das wunderschöne Ambiente lockt unseren Kolumnisten Gerd Rindchen ins Hygge nach Nienstedten.

In einem wunderschönen, verwunschenen Sommergarten am Reetdachhaus sitzen, exzellente Küche ohne ChiChi genießen und dazu außergewöhnliche und überdies bezahlbare Weine entdecken: Das recht neue „Hygge“ im ehrwürdigen Landhaus Flottbek macht’s möglich. Die Crew von Küchenchef Thomas Nerlich beherrscht die ganze Klaviatur von der unkomplizierteren „Bar Food“-Karte mit würzigem Pulled Pork Burger mit Röstzwiebeln (12 Euro) oder hervorragend angemachtem Tatar vom Weiderind (Vorspeise 16, Hauptgang 26 Euro) bis hin zu kreativen Vorspeisen wie Allerlei vom Blumenkohl mit jungen Salatherzen und wilden Rotgarnelen (15 Euro) und Klassikern der hanseatischen Hochküche wie Tranche vom Steinbutt mit Erbsenpüree, Kopfsalat und Queller (34 Euro) oder Hamburger Stubenküken mit Rahmkohlrabi und Karottenpüree (22 Euro). Erlebnishungrigen MitbürgerInnen lege ich dringlichst das Nerlich’sche Dreigang-Überraschungsmenü für faire 36 Euronen ans Herz. Eine Klasse für sich ist die Weinberatung und die Weinkarte, vom ausnehmend freundlichen Ex-Sternesommelier Lennart Wenk enorm kundig und, eher hamburg-unüblich, sehr interessant und abwechslungsreich zusammengestellt. Dabei wurde sogar ziemlich fair kalkuliert. So gibt es die legendäre fränkisch-trockene Scheurebe von Max Müller I für 29 € pro Flasche, ein veritables Großes Gewächs (2011 Niersteiner Orbel von St. Antony) ist für 48 Euro zu haben. Wer keine Lust auf Wein hat bekommt leckere hausgemachte Limonaden oder erstklassig gemixte Drinks von Barchef Alexander Wagner. Und wenn es draußen wieder (nicht auszudenken aber unabwendbar) kalt und ungemütlich wird? Dann schart sich alles im gemütlichen Gastraum um den warmen Kamin.

Text: Gerd Rindchen

Hygge im Hotel Landhaus Flottbek: Baron-Voght-Straße 179 (Nienstedten), Telefon 040.82 27 41 60; www.hygge-hamburg.de

Noch mehr „Rindchen schlemmt“?


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 

 


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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Rindchen schlemmt – Ganz gegen das Klischee

Das Ni Hao lockt mit chinesischer Spitzenküche unseren Food-Kolumnisten Gerd Rindchen aus Eimsbüttel bis ins ferne Wandsbek.

Vor rund 24 Jahren wanderten die drei damals blutjungen Gebrüder Chen, gebürtig in China, aber vorher in Holland ansässig, nach Hamburg ein. Das Ziel: Der Hansestadt ein hochwertiges Res­taurant mit kompromissloser chinesischer Spitzenküche zu bescheren. Ungefähr seit dieser Zeit zählt das Ni Hao, wenngleich aus Eimsbütteler Sicht im fernen Wandsbek gelegen, zu unseren absoluten Lieblings­restaurants. Besonders gerne essen wir hier die authentischen, abwechslungsreichen und überaus preiswerten Menüs, die jeweils ab zwei Personen zum Teilen für alle angeboten werden. Am meisten Spaß machen diese aber am runden Drehtisch ab vier Personen, wenn die zahlreichen Schälchen und Schüsselchen munter hin- und hergeschoben werden. Immer wieder spannend ist das Überraschungsmenü: Hier gibt es erst kalte und dann warme chinesische Vorspeisen, danach ein paar Hauptgerichte nach Tageswahl von Küchenchef Julian Chen und ein Überraschungsdessert. Hier haben wir schon viele spannende neue Entdeckungen gemacht und der Preis (27,50 Euro pro Nase), ist eingedenk des gemeinhin Gereichten eher ein Sozialtarif.

Wer gerne vorher wissen möchte, was er auf dem Teller hat, und einen Hauch pikanter Schärfe nicht scheut, dem empfehle ich wärmstens das Sichuan-Menü (32,50 Euro): Hier folgt auf in Teeblättern ge­rösteter Ente, die in Pfannkuchen eingerollt wird, eine der Signature Dishes des Hauses, eine klassische sauer-scharfe Suppe. Im Hauptgang gibt es dann Rinderfiletstreifen auf Szechuan-Art und die wahrlich königlichen Hühnerwürfel ­Palast-Art mit Chili und Cashewkernen, bevor das Ganze recht konventionell mit Früchten und Eis ausklingt (mit Desserts haben es die Chinesen eh nicht so).

Zu den herausragenden Hauptgerichten, falls man kein ganzes Menü möchte, zählen gedünsteter Schweinebauch mit fermentiertem Senfkohl auf Shanghai-Paksoi (16,90 Euro) oder das in Öl gekochte Rinderfilet mit Sichuan-Gewürzen auf Shanghai Paksoi. Schön ist auch, dass das Ni Hao ein Restaurant von zeitloser Eleganz bar jeglicher Asia-Folklore ist und so auch in den Trendvierteln von London oder New York stehen könnte. Alles in allem ist die Küche so abwechslungsreich und voller geschmacklicher Intensität und Tiefe, dass ich hier locker drei bis vier Mal die Woche essen könnte – wenn es nicht gerade in Wandsbek wäre … 

Text: Gerd Rindchen

 Wandsbeker Zollstraße 25-29 (Wandsbek), Mo-So 12–23 Uhr, facebook.com/NIHAO.wine.and.food/


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Mai 2018. Das Magazin ist seit dem 28. April 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Top 10 – Das beste Franzbrötchen 2017

Es war die süßeste Redaktion: Franzbrötchen von 30 Hamburger Bäckern wurden von den Kollegen blind verkostet und heiß diskutiert. Am Ende war man sich einig. Wo es in Hamburg die 10 leckersten Franzbrötchen gibt, verraten wir hier.

Backecht

Backecht Es duftet nach frisch gebackenem Brot und die Verkäuferin hinter dem Tresen grüßt fröhlich. Das sorgt umgehend für gute Laune. Davon wissen unsere Tester allerdings nichts. Sie lassen sich nur durch die hausgemachten Franzbrötchen überzeugen. Diese schmecken leicht nach Marzipan, eine herrliche Kombination mit dem Zimt. Ja, ja, wir hören es schon: „Das ist kein Originalrezept.“ Für Backecht schon, denn hier wird seit jeher das süße Backwerk so hergestellt. Und das schmeckt: vorzüglich.

Grindelhof 64 (Rotherbaum), Telefon 53 30 87 70, Kreditkarten: keine; www.backecht.de

BioKonditorei Eichel

Bei Christof Eichel kann man schon einen Blick in die Backstube werfen, sobald man den Laden betritt. Die Bäckerei verspricht reines Biobackwerk und bietet auch glutenfreie und vegane Schmankerl an. Mit Meersalz verfeinert, kann das Franzbrötchen in Sachen Saftigkeit überzeugen. Optisch erinnert es zwar an ein platt gedrücktes Croissant, aber das ist uns egal. Es muss schmecken!

Osterstraße 15 (Eimsbüttel), Telefon 43 19 31 51, Di-So 10–19 Uhr, Kreditkarten: keine; www.biokonditorei-eichel.de

Brügmann Feinkost

Bei Brügmann Feinkost mitten im Bahnhof Dammtor gibt es neben diversem Allerlei, Wurst und Käse auch frische Backwaren. Das Franzbrötchen ist schön saftig, groß und sieht dabei auch noch gut aus – so schaffte es den Sprung in unsere Top 10!

Theodor-Heuss-Platz 1 (Rotherbaum), Telefon 41 42 45 82, Mo-So 5–24 Uhr, Kreditkarten: alle; EC-Karte

Die kleine Konditorei

An der Osterstraße gibt es wohl die beste Konditorei in ganz Eimsbüttel. Seit 1964 hat sie sich einen Namen gemacht, ihre handgemachten Franzbrötchen wurden bereits mehrfach ausgezeichnet. Wir sagen: Zu Recht! Denn bei unserer Blindverkostung schaffte es die kleine Konditorei mit ihrem Prachtstück locker unter die Top 10. Das Franzbrötchen bestach durch Aussehen, Konsistenz und Geschmack – geradezu perfekt.

Lutterothstraße 9 (Eimsbüttel), Telefon 40 60 60, Mo-Fr 6–18.30, Sa 7–18, So 7.30–18 Uhr, Kreditkarten: keine; www.kleine-konditorei.com

elbgold

Das Seufzen der Redaktion hätte man in ganz Hamburg hören müssen. Das Franzbrötchen von elbgold sammelte die meisten Punkte in unserer Blindverkostung ein, man sah einige Tester auch ein zweites oder drittes Mal zulangen. Die handgemachten Franzbrötchen des elbgold schmecken nicht nur außergewöhnlich, sie sehen auch noch so aus: Aufgeschnitten ziert der Zimt den Teig wie aufgemalt, das konnte kein anderes Franzbrötchen so gut. Seufz.

Lagerstraße 34c (Sternschanze), Telefon 23 51 75 20, Mo-Fr 8–19, Sa 9–19, So 10–18 Uhr, Kredit- karten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.elbgold.com  

Junge Die Bäckerei

Obgleich Junge Die Bäckerei längst ein Großunternehmen ist, wird nach alter Manier gebacken. So schmeckt das Franzbrötchen auch tatsächlich nicht nach trostloser Industrieware. Der Teig ist herrlich klatschig innen, wie es echte Franz-Fans lieben, und außen etwas bissfester. Wir sagen: Alles richtig gemacht! Das Gute: Man muss nicht lang suchen – es gibt 42 Junge-Filialen in Hamburg. b.de

Mönckebergstraße 16 (Altstadt), Telefon 32 02 79 32, Mo-Sa 10–20 Uhr, Kreditkarten: Visa, Mastercard, Amex; EC-Karte; www.jb.de

Kaffeeladen im U/S-Bahnhof Jungfernstieg

Einen richtigen Namen hat der Kaffeeladen am Ausgang zum Ballindamm nicht, aber das stört Besitzer Ramin nicht. Er ist für viele Hamburger frühmorgens schon die erste Anlaufstelle auf dem Weg zur Arbeit. Ramin kennt fast jeden seiner Kunden mit Namen, zu Kaffee und Gebäck gibt’s einen kleinen Plausch. Seine Franzbrötchen überzeugten die Blindtester. Fazit: Schlicht, aber authentisch.

Kaffeeladen im U/S-Bahnhof Jungfernstieg, Ausgang Ballindamm (Neustadt)

Mutterland

Als liebevolle Hommage an Mütter mit althergebrachten Rezepten gibt es bei diesem Hamburger Feinkostladen nicht nur Spezialitäten, sondern auch frisches Gebäck und Hausmannskost. Das „Franz“ von Mutterland wurde heiß diskutiert. Es sieht nämlich gar nicht aus wie ein Franzbrötchen, sondern eher wie eine ordentlich dicke Zimtschnecke. Doch Geschmack schlägt Aussehen. Saftig, zimtig, top!

Ernst-Merck-Straße 9–11 (St. Georg), Telefon 28 40 79 78, Mo-Sa 8–21, So 9–18 Uhr (So nur Café), Kredit- karten: Mastercard, Visa; EC-Karte; www.mutterland.de

Rohlfs Bäckerei Konditorei

Kein Kuchen ist auch keine Lösung, heißt es bei Rohlfs Bäckerei. Das Gleiche sagen wir auch über deren Franzbrötchen. Die werden täglich am Abend vorher vorbereitet, reifen dann eine Nacht und werden am nächsten Morgen abgebacken. Funktioniert, sagen wir. Den Bäcker gibt es vierzehnmal in und um Hamburg.

Winterhuder Marktplatz 13 (Winterhude), Telefon 46 00 97 30, Mo-Fr 7–19, Sa 7–17, So 8–17 Uhr, Kreditkarten: keine; www.rohlfs-baeckerei.de 

Schmidt und Schmidtchen

Zum Glück gibt es Schmidt und Schmidtchen mehrfach in Hamburg, ob als stadtweit bekanntes Café Schmidt an der Elbe oder als junges Schmidtchen in der Schanze. Denn: Die Franzbrötchen sind der absolute Hit und werden täglich frisch nach Hamburger Originalrezepten hergestellt. Eine extrem leckere Liebeserklärung an Hamburg. Schulterblatt 73 (Sternschanze), Telefon 41 30 72 49, Mo-So 9–20 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.schmidt-und-schmidtchen.de

Schulterblatt 73 (Sternschanze), Telefon 41 30 72 49, Mo-So 9–20 Uhr, Kreditkarten: keine; EC-Karte; www.schmidt-und-schmidtchen.de

 


Essen+Trinken 2017/18 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG ESSEN + Trinken 2017/2018. Das Magazin ist zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Rindchen schlemmt: Der diskrete Charme der Perfektion

Fischereihafen Restaurant: Hier ist der Besuch immer eine sichere Bank. Und manchmal fühlt man sich sogar wie eine königliche Hoheit.

Wenn internationale Promis der A-Kategorie à la US- Außenminister etc. in Hamburg weilen, kann man sehr erfolgreich darauf wetten, dass sie zumindest einmal zur Aufnahme warmer Nahrung im Fischereihafen-Restaurant einkehren. Der Familie Kowalke ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, den unscheinbaren Rotklinkerbau an der Großen Elbstraße zu einer wahren Kultstätte des Genusses zu entwickeln. Die traditionell gestalteten, auch die reifere Jugend ansprechenden Räumlichkeiten sind mittags wie abends stets gut gefüllt.

Das Geheimnis des Erfolges ist jedoch mitnichten die brillante Öffentlichkeitsarbeit der Inhaber: Vielmehr ist es die bedingungslose Perfektion, was die Auswahl der Zutaten, die Zubereitung und den ausnehmend aufmerksamen Service angeht, die eine Einkehr hier immer zu einer sicheren Bank machen. Dabei kommen sowohl die traditionellen Fischgerichte als auch die euroasiatischen Abschweifungen von Küchenchef Michael Scherer gleichermaßen lecker unter den schweren Silberhauben daher – und das zu, weiterer Erfolgsfaktor, überraschend moderaten Preisen.

So zahlt man für eine klassische, taufrische Scholle Finkenwerder Art mit Speck, Kartoffel- und Gurkensalat auf der Abendkarte gerade 19,50 Euro. Der üppige Reinfelder Karpfen mit frisch geriebenem Meerrettich, Kartoffeln und zerlassener Butter schlägt mit 29,50 Euro zu Buche, ebenso wie das tadellose Pfeffersteak vom Thunfisch mit Wokgemüse und pikantem Glasnudelsalat. Und auch die Sushi- und Sashimi-Qualitäten sind von einer Güte, wie sie sonst allenfalls die besten Japaner der Stadt hinbekommen.

Ein perfektes „Schnupper-Erlebnis“ für Fischereihafen-Novizen ist der ausnehmend attraktive und preisgünstige Mittagstisch: Hier gibt es beispielsweise aktuell ein saftiges Rotbarschfilet mit Rosenkohl-Kartoffelstampf und Senfsauce für 13,50 Euro. Und wenn man dann noch einen der attraktiven Tische mit Panoramablick über die Elbe erwischt hat und wohlgefällig den Blick über die Reeder am Nachbartisch schweifen lässt, fühlt man sich endgültig wie eine königliche Hoheit zum Sozialtarif.

Text: Gerd Rindchen

Fischereihafen Restaurant: Große Elbstraße 143 (Altona-Altstadt), Telefon 38 18 16, So-Mi 11.30–22, Do-Sa 11.30–23 Uhr


Gerd Rindchen im Rindchen's Weinkontor. Foto:

Gerd Rindchen im Rindchen’s Weinkontor.

Gerd Rindchen ist Gründer von Rindchen’s Weinkontor. Seit 25 Jahren verkostet er Weine nach dem Prinzip „Bestes Preis-Genuss-Verhältnis“. In der SZENE HAMBURG wendet er dieses Prinzip jeden Monat auch auf die Küchen dieser Stadt an.

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus der Titelgeschichte von SZENE HAMBURG, Februar 2018. In unserem Magazin finden Sie noch mehr interessante Beiträge über den Stadtteil. Es ist seit dem 26. Januar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!