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Vogelball und Butterland – Maskenball und Dockville-Warm-up

Open Air Kurz vor dem MS Dockville Festival wird auf dem Gelände am Wilhelmsburger Reiherstieg unter freiem Himmel und zu elektronischer Musik getanzt.

Fast schon traditionell läutet der August die heiße hanseatische Festivalphase ein. Das erste Wochenende steht ganz im Zeichen des CSD, und so heißt es beim Vogelball endlich wieder „Vorhang auf für schräge Vögel!“. Der queere Maskenball erfreut sich im mittlerweile siebten Jahr größter Beliebtheit und lockt mit heißen Elektro-Beats vor der coolen Hafenkulisse Besucher jeglicher Couleur nach Wilhelmsburg. Natur und Industrie kreieren hier einen einzigartigen Vibe, verrückte Nachteulen treffen auf tanzfreudige Goldkehlchen, Federboas, Konfetti und Feenstaub so weit das Auge reicht. Zu den künstlerischen Performances lässt auch das internationale Lineup keine Wünsche offen: Die US-amerikanische Künstlerin Honey Dijon, Rapper Cakes da Killa oder die Sängerin Noga Erez aus Tel-Aviv sorgen neben weiteren Highlights für die passende klangvolle Untermalung der bunten Piepshow.

Butterland in Sicht.

Kaum ist der Glitzer vom Samstag abgewaschen und die letzte Feder aus dem Haar gezerrt, geht’s schon wieder los am Reiherstieg: Mit dem Butterland steht die größte Tanzveranstaltung auf dem malerischen Gelände an, ein besseres Warm-up fürs Dockville ist kaum vorstellbar. So sollte jeder Sonntag sein, unbeschwert, sommerlich, untermalt von energetischen Beats, nur tanzen, genießen und das Hafenpanorama bestaunen. DJ Pretty Pink schmeißt die heißesten Deep House-Perlen auf die Plattenteller, Kalipo und auch Amount sorgen mit ihren Dance-Tracks für Ekstase auf der Tanzfläche und Lexy und K-Paul sind sowieso Meister darin, die Menge zum Toben zu bringen. Sunday is fun day.

Text: Katrin Flenner
Foto (o.): Pablo Heimplatz

4.8.,Vogelball, 16 Uhr und 5.8., Butterland, 14 Uhr; Dockville-Gelände


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Gwen Wayne

Die gebürtige Frankfurterin Gwen Wayne, 31 Jahre, lebt seit über drei Jahren in Hamburg, ist Resident im Moloch, FSK-Moderatorin und Teil des feministischen Equal Kollektivs.

SZENE HAMBURG: Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Gwen Wayne: Ich hab zu Anfang meinem Sound den Namen „Shitstormtechno“ gegeben, damit mir keiner ans Bein pissen kann, wenn es mal scheiße wird. Aber mittlerweile ist es kaum noch scheiße. Ich mag den Namen trotzdem gerne. Sachlich betrachtet ist es wohl prolliger, dumpfer Tech-House, mit Einflüssen aus HipHop und dem Frankfurter Sound der 90er Jahre und eine Prise UK Bassmusik.

Was war dein größter Moment als DJ?

Ui, ich denke die Fusion 2018 mit meinen drei Gigs, das ist schon so etwas. Aber auch beim G20-Demorave 2017. Da habe ich ganz vorne auf einem Wagen gespielt, hinter mir 30.000 Raver und circa 50 Bullen vor mir inklusive Wasserwerfer. Ich hab dann auf höhe Gängeviertel „Wildchild – Renegade Master (Friend Within Refix)“ gespielt. Just in dem Moment ging ein Banner im Gängeviertel runter, wo drauf stand „Power to the people“ das ist zufälligerweise der Refrain des Tracks. Das war schon geil – als ob sie es geahnt hätten.

Wo gehst du in Hamburg hin, um Spaß zu haben?

Da gibt es gar nicht mal so viel. Ich bin auch viel in Berlin. Aber sonst war natürlich das Moloch mein Zuhause, den Südpol mag ich auch gerne. Und den Kindergarten im Gängeviertel.

Welche DJs würdest du gerne mal wieder in unserer Stadt sehen?

Billy Kenny und Maksim Dark.

Was sind für dich Hamburgs Stärken?

Man kann hier ziemlich schnell etwas rocken, wenn man die richtigen Leute um sich versammelt. Es ist konzentrierter als Berlin zum Beispiel. Das haben wir schon öfter gemerkt und gerade eine Booking-Agentur mit feministischem Ansatz gegründet, EQ:Booking, in der wir hauptsächlich weibliche Künstlerinnen fördern, aber auch coole Kerle, Queers etc. Wir finden das fehlt enorm in Hamburg und versuchen damit eine Lücke zu füllen. Es geht gut voran und vor allem mit schnellem Erfolg. Ich weiß nicht, ob das in einer anderen Stadt so fix über die Bühne gegangen wäre. Eine gute und starke, linke Community hat Hamburg.

Und die Schwächen?

Die Politik und die Polizei. Ohne Worte was letztes Jahr beim G20 abging. Das hat mich schon nachhaltig geschockt. Das musste als eine der größten Städte eines demokratischen Landes erst mal bringen. Na ja und dass Mama Moloch dicht machen musste, ist natürlich schwach. Schwach von der Stadt.

Dein Lieblingsort in Hamburg?

Die tolle HafenCity – nein, Spaß! Natürlich ist das das Gängeviertel. Ich hänge aber auch gern an der Dove-Elbe ab.

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?

Na auf uns natürlich: EQ:Booking.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?

Puh, gute Frage, vielleicht die Eröffnung der Fabrique im Gängeviertel vor drei Jahren an Silvester – inklusive Feueralarm … Klang aber gut, hehehe.

Deine schrecklichste Gast-Frage?

Das war in Stuttgart vor vielen Jahren. Da hab ich noch mit Laptop aufgelegt. Und während des Gigs kommt einer an und fragt mich, ob ich mal kurz checken kann, wann die letzte Bahn Richtung Hauptbahnhof fährt! Ich hab mich schlapp gelacht.

Wo kann man dich als nächstes hören?

Die halbe Festivalsaison ist ja schon vorbei. Kommt noch der Vogelball, auch mit EQ: zusammen (siehe Seite 82). Auf dem „Bucht der Träumer“-Festival machen wir auch einen eigenen Floor, den Bassfloor. Und sonst sicher irgendwo zwischen Hamburg-Berlin-Bremen und natürlich auf dem Gängeviertel-Geburtstag am 23.8. Ach ja, und sonst könnt ihr meine Stimme jeden vierten Dienstag im Monat auf FSK Radio hören, beim DJ Battle des Todes. Das moderiere ich.

Interview: Ole Masch & Hamburg Elektronisch
Foto: Rio Schmidt


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, August 2018. Das Magazin ist seit dem 28. Juli 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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Meet the Resident – Patlac

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG präsentiert von Hamburg Elektronisch Resident DJs vor. Diesmal mit Patlac (35), DJ seit 1999, beim Label liebe*detail.

Dein Sound?
House und Techno.

Größter Moment als DJ?
Immer dann, wenn sich etwas zwischen dir und dem Publikum entwickelt, eine Verbindung entsteht und die Gäste Spaß an der Musik haben die ich in dem Moment ausgewählt habe.

Wo gehst du in Hamburg hin um Spaß zu haben?
Mit Freunden kann ich überall Spaß haben. Wenn es um elektronische Musik geht würde ich wohl den Pudel oder das PAL ansteuern.

Welchen DJ würdest du gerne mal (wieder) in Hamburg sehen?
Eurokai! Toller Dj, mit tollem Geschmack.

Platte des Monats?
Afriqua – Vice/Principle / R&S Records

Hamburgs Stärken?
Die „Unaufgeregtheit“ die in der Stadt herrscht. Und damit meine ich nicht „emotionslos“ sondern eher die entspannte Grundstimmung.

Und die Schwächen?
Schlechte Radwege.

Lieblings-Ort in Hamburg?
Unten am Hafen wo die großen Schiffe schlafen.

Schrecklichste Gast-Frage?
Schwer zu definieren, denn wenn sich mal ein Gast ein Bier bei mir bestellt hat oder sich einen Track wünscht, der so gar nicht passt, empfinde ich es eher als witzig als schrecklich.

Auf wen sollte man in Hamburg momentan ein Auge haben?
Ich würde ungern einen einzelnen hervorheben wollen. Ich denke auf die ganze Hamburger Szene sollte man ein Auge haben.

Welcher Gig in Hamburg ist bisher dein Favorit?
Jeder Gig in Hamburg ist etwas Besonderes, denn es ist nicht immer leicht die Gäste sofort von dir zu überzeugen. Allerdings wenn du es schaffst bleiben sie treu bei dir.

Wo kann man dich als nächstes hören?

In Hamburg etwa alle zwei Monate im PAL, ansonsten werden Berlin, Barcelona, Kiel, San Francisco und New York die nächsten Stationen sein.

Interview: Louis Kreye & Jean Djaman

 


 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juli 2018. Das Magazin ist seit dem 29. Juni 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich! 


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DUB:KE – Mit Arab Techno gegen Club-Rassismus

Anas Aboura kam 2015 aus Syrien nach Deutschland. Heute arbeitet er als Kurator. Zusammen mit Kollegin und Dramaturgin Nadine Jessen, veranstaltet er seit zwei Jahren die erfolgreiche Oriental-Karaoke Reihe. Im Juni startet ihr neuestes Projekt. Mit DUB:KE wollen sie Hamburg in die weite Welt des Arab Techno einführen und gleichzeitig eine Party etablieren, die den im Nachtleben häufigen Rassismus überwindet.

SZENE HAMBURG: Techno und die Kultur der elektronischen Musik kann in vielen arabischen Ländern nur im Untergrund stattfinden. Welche Gründe seht ihr dafür?

Nadine: Zunächst ist dies sicher nicht nur ein Problem in arabischen Ländern. Kaum eine Regierung mag diese Art von Rave-Kultur, die häufig mit Drogen und einem freiheitlichen, alternativen Lebensstil verbunden wird. Bestes Beispiel dafür ist Georgien, wo es in der Hauptstadt Tiflis kürzlich zu groß angelegten Razzien gegen die Clubszene kam. Aber auch in Deutschland gibt es immer wieder Clubs die geschlossen werden. Die Reflexe der Regierungen sind immer gleich. Viele junge Leute hören Musik, wollen tanzen, feiern und frei sein und das könnte gefährlich werden.

Trotzdem ist die Situation in arabischen Ländern repressiver als in den meisten europäischen Staaten …

Anas: Natürlich und das liegt daran, dass es dort häufig Diktaturen gibt. Der Versuch von Leuten Freiheit zu erlangen oder auch nur Freiheit zu spüren, soll im Keim erstickt werden. Es gibt viele Versuche Rave-Festivals in arabischen Ländern zu veranstalten, aber die werden meistens schon nach ein paar Stunden von der Polizei kontrolliert und beendet.

Wie versuchen Leute, dies zu umgehen?

Anas: Als ich noch in Syrien war, gab es zwar einige Clubs mit Musik einer bestimmten Richtung, die erlaubt war, aber sobald wir irgendetwas Neues machen wollten, mussten wir es im Untergrund machen. Ich kenne ein Beispiel aus dem Libanon, wo während eines Festivals mehrmals die Location gewechselt wurde. Aber man muss auch sagen, dass die Kontrollen im Nachtleben nicht die größten waren. Im normalen Leben waren sie viel stärker.

Im Juni startet eure Partyreihe DUB:KE auf Kampnagel. Wie kam es dazu?

Nadine: Das Ganze ist aus dem Migrantpolitan entstanden. Dieses kleine Holzhaus im Kampnagel-Garten ist seit über zwei Jahren ein Treffpunkt, in dem neue Formate des Zusammenarbeitens und Zusammenlebens erprobt und entwickelt werden. Ein Ort, der gesellschaftliche Zuordnungen in Flüchtlinge und Einheimische hinter sich lässt und wo gemeinsam kosmopolitische Visionen entworfen werden.

Anas: Mittlerweile ist Migrantpolitan auch zu einem kulturellen Café geworden, was fast täglich geöffnet hat und in denen wir Workshops und Jam Sessions veranstalten oder unsere eigene TV-Show „Hello Deutschland“ zeigen (Anm. d. Red: Neue Folgen ab 30.5. jeden Mittwoch, 20.15 Uhr). Einmal hatten wir dort eine Veranstaltung mit den Leuten der Hamburger Perfomance Studies und trafen den DJ des Abends. Er kam aus dem Iran und hat sehr viele interessante Tunes aufgelegt. So eine Art Slow Oriental-House. Wir kannten Ähnliches von der Hamburger Band Shkoon und uns wurde bewusst, dass es da noch viel mehr zu entdecken gibt.

Wofür steht DUB:KE?

Nadine: Viele orientalische Sounds klingen bereits sehr technoid. Aber mit DUB:KE wollten wir dem Ganzen einen Namen geben, der das Ganze ein bisschen lustig umschreibt und etwas überzieht. Es klingt einfach genau gleich wie der traditionelle Tanz. Natürlich ist Dub auch nicht Techno, aber wir wollen ja gerade nicht in diesen Kategorien denken, sondern solche überwinden.

Anas: Dabke heißt der traditionellen Tanzstil, der im Nahen Osten, aber auch in anderen Ländern wie Iran oder Afghanistan unter anderem Namen sehr beliebt ist. Wenn eine bestimmte Art der Musik anfängt, stellen sich alle in der Reihe auf, fassen sich an den Händen und fangen an zu tanzen. Das ist häufig sehr energetisch und hebt manchmal Grenzen zwischen den Leuten komplett auf und bringt sie alle zusammen.

Ist das auch das Ziel eurer Partyreihe?

Nadine: Auf jeden Fall. Es herrscht in Deutschland ein großer Rassismus im Partyleben. Das kommt natürlich nicht von der Regierung, aber von Clubbesitzern, die sagen, was für Leute sie im Laden haben wollen. Ich lehne diese Attitüde komplett ab. Und deswegen wollen wir neben Formaten wie Oriental Karaoke, dem noch mehr entgegenhalten und sagen „Hey, die Musik ist sehr cool, der Sound ist sehr cool, wir können zusammen feiern und du bist willkommen“. Wir glauben daran, dass wenn du nicht zusammen feiern kannst, kannst du auch nicht zusammen leben.

Der erste Gast bei DUB:KE ist DJ Dziri, a.k.a. Sadziky vom Soukcollective. Foto: Francois Huppertz

Was plant ihr für den Abend?

Anas: Unser erster Gast ist Sadziky. Sie ist in Brüssel aufgewachsen und hat tunesisch-belgische Wurzeln. Ihr großes Netzwerk mit dem Namen Soukcollective reicht bis Toronto. Eine unglaublich offene und inspirierende Persönlichkeit. Sie mischt tanzbare Folk-Musik aus arabischen Ländern mit Techno Beats oder hat zum Beispiel Oum Kalthoum geremixed. Aber es ist immer schwer Musik zu beschreiben, man muss sie spüren.

Nadine: Wir wollten zudem vor allem am Anfang unserer Reihe direkt klarmachen, dass es viele Frauen gibt, die in dieser Szene involviert sind. Und sie repräsentiert dieses Netzwerk.

Anas: Das Besondere am ersten DUB:KE Abend ist, dass er gleichzeitig mit dem Ende vom Ramadan zusammenfällt. Wir laden also alle ein, mit uns zusammen im Migrantpolitan das Zuckerfest zu feiern, um dann gemeinsam zur Party zu gehen.

Welches Publikum wünscht ihr euch?

Nadine: Wir sind absolut gegen Rassismus, Sexismus oder Homophobie, aber sonst ist jeder willkommen. Es soll ein Safe Space für jeden sein. Ein großes Problem ist ja auch, dass viele Menschen, die ihr Land verlassen müssen, immer von der großen Freiheit in Europa hören und dann in Deutschland teilweise nicht mal in Clubs gelassen werden. Ich hoffe, mit unserer Partyreihe können wir diesen Umstand überbrücken und diese Art von Rassismus überwinden. Wir wollen also auch gezielt Leute damit ansprechen, die neu in Deutschland sind.

Anas: Aus meiner Perspektive kann ich noch sagen, dass ich mir sicher bin, dass dies gelingt. Seitdem wir auf Kampnagel diese unterschiedlichen Events machen, habe ich schon viele arabische Leute getroffen, die sich willkommener fühlen. Hier wird keiner kontrolliert oder vorverurteilt und jeder zahlt, was er zahlen kann. Damit können wir das schöne Image des Lebens in Deutschland tatsächlich zeigen und für viele neue Leute sind solche Verbindungen eine große Hilfe um ihr soziales Leben zu erweitern.

Wie geht es weiter mit DUB:KE?

Nadine: Die Künstler, die wir für die kommenden Partys einladen werden, sind Leute, die aus diversen Ländern kommen und unterschiedlichen Sound spielen. Wir planen die Party alle zwei Monate, aber das hängt natürlich von unserem Budget ab. Am 29. September werden wir außerdem auf der großen We’ll come united-Demo dabei sein und den Abend vorher auf Kampnagel zusammen feiern. Für uns ist das Ganze eine Reise, die wir gerade erst beginnen.

Interview: Ole Masch
Beitragsfoto: Shahin Sheho

Die erste DUB:KE-Nacht steigt am 15.6.18, 23 Uhr, auf Kampnagel.

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 Dieser Text stammt aus SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Juni 2018. Das Magazin ist seit dem 26. Mai 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

 


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Moin MOIN – Hamburgs jüngster Elektroklub

Hamburg hat einen neuen Club für elektronische Musik. Anfang März hat in der Friedrichstraße das MOIN eröffnet.

Der Hans-Albers-Platz ist nicht unbedingt bekannt für Clubs mit programmatischer Qualität. Doch der Laden, der kürzlich in der Friedrichstraße 21 öffnete, hat das Zeug, das Nachtleben auf dem Kiez auch für Musikliebhaber mit Anspruch wieder etwas interessanter zu machen. Gesetzt den Fall, man steht auf elektronische Musik. MOIN heißt der Club, der Mitte Februar mit Nick Curly sein Soft-Opening feierte und seit 9. März offiziell eröffnet ist.

Was sich hinter der unscheinbaren Altbaufassade verbirgt, ist auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Und so überrascht das Innenleben umso mehr, wenn man den verschachtelten Laden von Florian Jürgs und seinen drei Partnern betritt. Die vier Freunde sind im Hamburger Nachtleben keine Unbekannten, kennen sich zum Teil über 15 Jahre. Im letzten Sommer entstand die Idee für den ersten gemeinsamen Club. Auf die Räume der ehemaligen Fritz-Bar sei man mehr oder weniger zufällig gestoßen. „Wir waren uns zunächst gar nicht sicher, ob wir auf dem Kiez einen Laden aufmachen wollen, aber in diesen Ort haben wir uns sofort verliebt“, erklärt Jürgs.

Zusammen mit Helfern habe man über 30 Tonnen Schutt rausgetragen, die Räumlichkeiten komplett entkernt und dann neu aufgebaut. „Wir leben die Harmonie der Kontraste.“ Entstanden ist ein dunkler und rougher Clubraum auf zwei Ebenen, mit hervorragender Anlage, klarem Lichtkonzept und viel Beton. Im Gegensatz dazu steht die Bar, die im warmen Licht mit viel Holz und edler Sofaecke daherkommt, in Zukunft auch vor und unabhängig vom Clubbetrieb ab 21.30 Uhr geöffnet haben wird und der man ansieht, dass hier einige Euro ausgegeben wurden.

Bis auf die elektronische Ausrichtung sei man nicht festgelegt. Tom Steiner, verantwortlich für das Booking, meint: „Wir sagen jetzt nicht, wir sind ein Techno- oder Deephouse-Club und sehen uns auch nicht als Konkurrenz zu anderen Läden, sondern eher als Ergänzung.“

Zunächst ist Freitag und Samstag geöffnet. Immer ab 24 Uhr. Das bis Redaktionsschluss feststehende Programm macht Lust auf mehr. Karfreitag steht Julian Wassermann hinter den Plattenspielern, Ostersamstag geht es mit dem international erfolgreichen Hamburger Techhouse-Duo Piemont weiter und Ostersonntag sorgt der Spanier Dennis Cruz für tanzbaren Sound. Für den 21. April steht außerdem Ninetoes auf dem Programm. Aktuelle Termine sind auf der Facebook-Seite des Clubs veröffentlicht. SZENE HAMBURG sagt Moin MOIN.

MOIN Club, Friedrichstraße 21, www.facebook.com/moininhamburg

Text: Ole Masch


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, April 2018. Das Magazin ist seit dem 29. März 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

#7 Kellerkneipe: Herr Buhbe

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. Nummer 7: Herr Buhbe.

Wir ziehen den Bauch ein, stellen uns auf die Zehenspitzen und machen uns so dünn wie möglich, damit wir durch den Türspalt im vollgestellten Hinterzimmer passen. Von hier aus führt uns Chefin Tina Popovic eine schmale Treppe hinunter in die Katakomben des Herr Buhbe. Vor uns liegt ein langer Laubengang. Rechts reiht sich eine Nische an die nächste, links gelangt man in einen großzügigen Kellerraum. Anfang des 20. Jahrhunderts lagerte der Gastronom und Winzer Eduard Buhbe hier unten seine Weinfässer. In den 00er Jahren fanden in dem Haus, dessen Eigentümerin die SAGA ist, geheime Sadomaso-Partys statt.

Tina Popovic, die mit ihrer Mutter Dubravka Popovic seit 2007 das Thämers ein Stockwerk höher und seit 2012 das Herr Buhbe betreibt, erinnert sich noch an einschlägig gekleidete Gäste, die manchmal vor der Tür Schlange standen, als Herr Buhbe noch SittsaM hieß. Erst seit 2012 geht es hier tatsächlich sittsam zu.

Die Frauen Popovic haben einen charmanten Umgang mit den Fußstapfen ihrer Vorgänger gefunden. Die holzvertäfelten Wände, das alte Mobiliar, Weinflaschen aus den 70er Jahren mit vergilbten Etiketten. Herr Buhbe ist mehr Restaurant als Kneipe. Man kann hier gut Bratkartoffeln oder Burger essen, aber mindestens genauso gut am Abend einen Gin Tonic trinken. Wirklich besonders ist die familiäre Stimmung, die das Lokal verbreitet. Herr Buhbe und das Thämers sind heute sowas wie die Seele der Neustadt. Nur wer die Augen offen hält, findet hier und da einen Hinweis auf vergangene Tage.

Kneipengründungsjahr: 1898 Weinstube Buhbe, seit 2012 Herr Buhbe
Fassbiere: Ratsherrn Pils, Zwickel, Rotbier, Pale Ale, Augustiner
Musikstil: Chansons, Indie, Pop, Hauptsache modern
Rauchen: Im Raucherraum oder vor der Tür
Besonderheit: Katakomben & Tradition (Eduard Buhbe & Söhne)

Text: Alessa Pieroth

Foto: Michael Kohls

Herr Buhbe: Wexstraße 42 (Neustadt), Tel 34 66 89, Mo-Fr 12–15 und 18–24; Sa 18–24 Uhr, Küche bis 23 Uhr; www.thaemers.de

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

Meet the Resident: Bandulera

Jeden Monat stellen wir in der SZENE HAMBURG Resident DJs vor. Im März 2018 ist Bandulera an der Reihe. Die 25 Jährige ist seit Tag 1 im Game.

Bandulera, 25, seit Tag 1 im Game Schrecklichste und schönste Gast-Frage:
Nervig sind so Aussagen wie „für eine Frau legst du aber ziemlich gut auf“ oder „ob mir das Auflegen mein Freund beigebracht hat“. Besonders schön hingegen ist es, wenn Gäste nach dem Namen eines Tracks fragen, ich freu mich, wenn ich Gästen neue Musik zeigen kann. Aber bitte immer erst nach dem Set fragen. 😉

Platte des Monats:
Eva808 – Prrr – Mega Frau, mega Track!

Lieblingsplatte(n):
Digital Mystikz – Anzi War Dub, Rabit – Tearz, Sir Spyro – Topper Top und sämtliche Adriano Celentano Platten aus der Sammlung meiner Familie.

Größter Moment als DJ:
Mir fallen gerade viele schöne Dinge ein, aber am schönsten ist es, wenn du andere Menschen mit deiner Musik inspirieren kannst. Ob das jemand im Publikum ist, der von der Musik vollkommen mitgerissen wird oder jemand aus deinem Umfeld, der durch dich beschließt Musik zu machen.

Was nervt in Hamburg:
Nachbarn die sich über Lärm von Clubs beschweren. Es ist schade, dass sich Anwohner in den angesagten Vierteln über die Lautstärke von Clubs und Bars aufregen. Dabei tragen gerade diese Orte essenziell zu dem Bild und dem Wert der Viertel bei.

Party des Monats:
Die zweite „Item Box“ von David Garage, Shorty Banks und mir.

/ OMA 

Mono
30.3.18 , 23 Uhr


 

Februar-Ausgabe SZENE Hamburg

 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, März 2018. Das Magazin ist seit dem 24. Februar 2018 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!

 

#6 Kellerkneipe: Nowa Huta

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. #6 Nowa Huta.

Nowa Huta ist ein Stadtteil Krakaus, der dem Muster einer Planstadt folgend in Form eines halben Achtecks mit zentralem Platz angelegt wurde. Der zentrale Platz der Nowa Huta in Eimsbüttel ist selbstverständlich die Bar, die neben den typisch polnischen Spirituosen so besondere Schätze wie selbst gemachte Sirups (Sanddorn, Quitte, Cassis, Petersilie), Birkenschnaps und Moosbeersaft bereithält. Daraus werden fantasievoll klingende Drinks à la Rosa Albrecht, das letzte Einhorn und – als zeitgenössisches Special – Covfefe Royal (Gin Tonic mit Moosbeersaft) kreiert.

Wer sich einmal entschieden hat, kann sein Getränk direkt am Tresen, in kleinen gemütlichen Sitznischen oder im Sommer auch draußen auf dem großzügigen und mit bunten Lichterketten dekorierten Vorplatz einnehmen und den Klängen wechselnder DJs lauschen. Die Zeiten, in denen in der Huta Klassiker der polnischen Küche wie Borschtsch, Soljanka oder Bigos angeboten wurden, sind zwar vorbei, aber so ein Cocktail mit Dill und Gurke ist ja auch ’ne halbe Mahlzeit. Na zdrowie!

Kneipengründungsjahr: 2011
Fassbiere: Pilsener Urquell
Musikstil: Je nach Barkeeper oder DJ, meist HipHop, Soul oder Elektro
Rauchen: Nein
Besonderheit: Selbst gemachte Sirups und polnische Spirituosen-Spezialitäten

Text: Julia Kleinwächter 

Foto: Michael Kohls

Lindenallee 37 (Eimsbüttel), Mi-Sa 19–3 Uhr; www.facebook.com/HutaNowa

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


#5 Kellerkneipe: Mutter

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. #5 Mutter.

Meine Mutter. Immer da, wenn man sie braucht. Umgibt einen mit ihrer Wärme. Hat ein Ohr. Stellt ein kühles Pilsner Urquell auf den Tisch und fragt, wie’s so läuft. Immer freundlich, nie aufdringlich. Aber besonders gastfreundlich: Die Bude ist immer voll. Nachbarn aus der Schanze, Musiker, Medienmacher, Bohemiens, manchmal auch Touristen. Das Szene-Volk, jung und alt, fühlt sich hier im Souterrain zu Hause. Ja, auf die Mutter ist Verlass. Öffnet abends um 20 Uhr. Schließt nie vor 4 Uhr morgens. „Und wenn wir hier nur einen Gast haben, die Mutter bleibt offen“, sagt Knut und zieht genüsslich an der Zigarette. Vor 19 Jahren hat er die Bar zusammen mit Eike, dem auch das Kitty und der Salon Stoer gehören, gegründet. Ihr Erfolgsrezept: Sein und sein lassen.

Was die Mutter nicht ist: ein Baggerschuppen. „#Metoo, so was gibt’s hier nicht“, sagt der 51-Jährige. „Frauen wissen, dass sie hier ihre Ruhe haben.“ Die finden sie in einer der vielen Ecken, denn die Mutter ist geschnitten wie alle Wohnungen in dem Haus: viele kleine Räume und ein langer Flur. Die begehrtesten Plätze sind die am Tresen. Mit Blick auf die Straße und nah am Zapfhahn. Das Glas in der einen Hand, den Kopf in der anderen, lässt sich hier die Zeit verquatschen. Der Job, die Liebe, das Leben. Und plötzlich ist es wieder morgen. Nur am Sonntag, da müssen wir leider woanders hin. 

Kneipengründungsjahr: 1998
Fassbiere: Jever
Musikstil: Wer hinterm Tresen steht, entscheidet, was läuft. „Zum Glück mag niemand von uns Schlager.“
Rauchen: Ja
Besonderheit: Zuverlässig bis 4 Uhr morgens geöffnet, „auch wenn wir hier allein sitzen“.

Text: Ilona Lütje

Foto: Michael Kohls

Stresemannstraße 11 (Sternschanze), Mo-Sa 20–4 Uhr; www.facebook.com/MutterHH

 


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!


#4 Kellerkneipe: Menschenzoo

Zeit zum Luft holen, Abhängen und Runterkommen. Am besten bei einem kühlen Pils in einer lauschigen Bar. Wir zeigen darum unsere liebsten Kellerkneipen. #4 Menschenzoo.

Als ich vor vier Jahren nach Hamburg kam, war der „Menschenzoo“ eine der ersten Kneipen, die ich betrat und quasi mein erster Kontakt mit St. Pauli. Gut, damals hieß es noch Skorbut, wenn ich mich recht entsinne. Aber egal, wie der Schuppen heißt, sein Charakter (Charme klingt hier zu weichgespült) blieb mir in Erinnerung. Niedrige Decke, warm, laut, zwanglos, mit gemütlichen Ecken und gefestigten Menschen.

Ja, die Leute hier haben alle eine Richtung eingeschlagen, ziehen am selben Strang und rasten zur gleichen Musik aus. Sie verbinden gleiche Werte und ein Scheißsystem, wogegen es anzustänkern gilt. Ich fühle mich hier pudelwohl. Zum Lachen geh ich gern in den Keller. Denn der Menschenzoo hier drinnen ist mir viel lieber als so mancher Affe da draußen.

Kneipengründungsjahr: 2015. Der Keller in der Hopfenstraße 34 hat schon viel gesehen und gehört. In den 90ern war hier das Tiefenrausch – ein „flauschiger Technokeller“, wie Besitzer Dominik sagt. Es folgten unter anderem das Skorbut und der Kraken. Seit zehn Jahren steht der Laden für Punkrock
Fassbiere: Keine
Musikstil: Punkrock, Hardcore, Ska-Punk, Irish Folk-Punk
Rauchen: Ja
Besonderheit: Zugetaggt bis unter die Decke, ein Flipper (Attack from Mars), ein Kicker, veganer White Russian (6 Euro), Donnerstags gibt es entweder einen DJ auf die Ohren oder „Zoff im Zoo“ – die streiterprobte Podiumsdiskussion über Themen aus Politik und Musik

Text: Christiane Mehlig

Foto: Michael Kohls

Hopfenstraße 34 (St.Pauli), Di-Do 21–2, Fr-Sa 21–4 Uhr; www.menschenzoo.com


 Dieser Text ist ein Auszug aus SZENE HAMBURG, Januar 2018. Das Magazin ist seit dem 22. Dezember 2017 im Handel und zeitlos in unserem Online Shop oder als ePaper erhältlich!