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Serie: Eimsbüttel. Das Tauschhaus

Seit mehr als zwei Jahren ist das Tauschhaus in der Stellinger Straße Sinnbild für eine faire und gute Nachbarschaft im Viertel

Vom Tisch zum Haus – die Fundgrube am Stellinger Weg hat sich gemacht. Aus dem ehemaligen Tauschtisch ist inzwischen eine kleine überdachte Hütte geworden – ordentlich sortiert und mit Aushängen und Zeitungsartikeln verziert.

Aber erst einmal zur Sache. Was ist ein Tauschhaus?

Seit zweieinhalb Jahren tauschen in dem kleinen, grün angemalten Unterstand Anwohner im Viertel Klamotten, Bücher oder kleine Schnick-Schnack-Teile. Die Idee kommt an. An manchen Tagen bilden sich sogar kleine Menschentrauben vor dem Häuschen. Was so nett und nachbarschaftlich daher kommt, ist natürlich oftmals eine Angriffsfläche für Vandalen und zerstörungswilliges Publikum. Im Stellinger Weg weiß man sich zu helfen. Dank freiwilliger Helfer ist Vandalismus schon längst kein Problem mehr.

„Wir kommen immer mal für ein paar Stunden her und sehen nach dem Rechten“, sagen Peter (70) und Steve (55). „Es gibt natürlich noch mehr Helfer, mit denen wir uns abwechseln. Hier soll alles so schön bleiben, wie es ist.“ Es sei ein faires Geben und Nehmen, sagen sie. „Die meisten Leute sind sehr rücksichtsvoll. Wer etwas mitnimmt, bringt meistens auch etwas anderes.“

Das Tauschgeschäft stand im vergangenen Jahr noch vor dem vorläufigen Aus. Das Bezirksamt Eimsbüttel wollte ihm ein Ende bereiten, da keine Sondergenehmigung vorlag. Die besorgte dann aber kurzerhand der Guerilla-Gärtner Andreas Böhle. Der hatte sich im Vorfeld bereits für ein „wildes Blumenbeet“ im Viertel stark gemacht hatte. Jetzt blüht hier auch der Tauschhandel. Fair und unkompliziert.

Ein Viertel ist eben immer das, was seine Bewohner daraus machen. / NH / Foto: Philipp Jung