So bekehrt man Innereien-Verächter!

Restaurantkritik: Oliver Trifics deutsch-mediterrane Kochkunst erlebt einen gelungenen Neustart

Für sein Stammpublikum war es ein Schock. Nach viereinhalb Jahren verkündete Oliver Trific das Aus für sein Restaurant am Eppendorfer Weg. Grund war offenbar die rasant gestiegene Miete. Danach musste der Koch, der früher lange als Foodstylist und Rezeptentwickler gearbeitet hatte, ein halbes Jahr renovieren, zittern und auf einen guten Start am neuen Standort hoffen – an der Holzbrücke 7, in direkter Nähe zur Speicherstadt.

Die Gäste sitzen jetzt im Trific auf zwei Ebenen, hell, aber trotzdem sehr gemütlich (schönster Platz: am Fenster im Souterrain, fast auf Wasserhöhe des Nikolaifleets). Auch im neuen Restaurant: zeitgemäße deutsch-mediterrane Küche, schnörkellos angerichtet und in lockerer Atmosphäre serviert. Und das Ganze jetzt auch mittags.

Zu Beginn bringt der fröhlich-unaufdringliche Service gebackene Kalbszunge mit Spargelsalat (11,50 Euro): butterzart mit lockerer Panade, der Salat säuerlich, knackig frisch. Auf gleichem Niveau: Lachs-Sashimi mit Soja-Zitrus-Marinade und knusprigem Spargeltempura (13 Euro). Die Kalbsnieren in Senfrahm (19 Euro) kommen etwas schmucklos mit Kartoffelpüree und Bohnen, sind dafür aber wunderbar mild und zart. So bekehrt man Innereien-Verächter! Nur die Sauce hätte etwas mehr Tiefe vertragen können.

Eine glatte Eins für die Dorade im Ganzen (21,50 Euro): knusprige Haut, saftiges Fleisch, perfekt ergänzt von kräftig-aromatischem Salat mit Sauerampfer, Tomaten und Taggiasca-Oliven. Die Topfenknödel (7 Euro) könnten ebenfalls glatt als Prototyp durchgehen: perfekt locker, mit leichter Zitronennote und duftender Butterbröselschmelze. Das Rhabarber-Kompott wäre mit etwas mehr frischer Säure eine noch bessere Ergänzung. (Neu-)Start geglückt!

Text: Benjamin Cordes

Trific
Holzbrücke 7 (Altstadt)
Telefon 41 91 90 46
Mo-Fr ab 11, Sa ab 18 Uhr