Status: Ohne festen Wohnsitz

Für seine Bachelorarbeit fotografierte Peter Kaden Wohnorte von Obdachlosen in Hamburg – und erklärt uns, wie das war

Die Fotoserie entstand im Anschluss an eine Zeit, in der ich selbst mit dem Status „Ohne festen Wohnsitz“ in Hamburg lebte. Ich war gezwungen, meine Wohnung schnell zu verlassen. Aber ich musste nicht auf der Straße schlafen, mein soziales Netzwerk aus Freunden und Bekannten fing mich auf.

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Bis ich als mitteloser Student endlich wieder eine neue Wohnung fand, verging mehr als ein halbes Jahr. Nach dieser Krise stürzte ich mich mit verändertem Blick wieder in die Fotografie. Ich fand unterschiedliche, teils verborgene Wohnorte von Obdachlosen, zum Beispiel in Gebüschen. Viele Konstruktionen sind ziemlich versteckt. Nicht jeder will so sichtbar sein, wie beispielsweise die Bewohner unter der Kennedybrücke.

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Einige Wohnorte erinnerten mich dagegen an Bühnen, denn genauso oft befinden sich Zelte, bepackte Fahrräder oder andere auffällige Wanderlager an exponierten Stellen. Der Ideenreichtum, den manche Obdachlose an den Tag legen, wenn sie versuchen mit wenigen Mitteln möglichst viel Schutz zu erringen, ist enorm.

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Vereinzelt gibt es einige, die es sogar schaffen, es sich an Rändern von Parkanlagen oder Brücken richtig „gemütlich“ zu machen. Für viele kann das ein richtiges Zuhause sein, das sie genauso pflegen wie den Kontakt zu den Passanten und Anwohnern. Reden hilft!

Peter KaadenPeter Kaden machte 2015 seinen Abschluss in Kommunikationsdesign an der HAW

Ohne festen Wohnsitz