Bona Me - The Fish and The knife

SZENE testet: Bona’me. Systemgastronomie auf Türkisch

Der Abend beginnt mit Warten. Es dauert 20 Minuten, bis wir einen Platz bekommen, reservieren ist nicht möglich. 

Ein wenig scheint es, als seien wir in einem Vapiano gelandet – nur eben auf türkisch-kurdisch.

Denn auch das Bona’me ist Systemgastronomie. Man bekommt eine Chipkarte in die Hand gedrückt, bestellt sich an jeder Station das Gericht seiner Wahl, für das man einen Empfänger bekommt, der anfängt zu brummen, wenn das Gericht fertig ist.

Wer sich einen Salat, eine weitere Vorspeise und einen Hauptgang bestellt, muss also mit drei Summern jonglieren.

Weiterer Nachteil: beim gemeinsamen Essen ist es reine Glückssache, dass alle ihre Gerichte gleichzeitig bekommen. Trotz des großen Raumes (500 Quadratmeter) sitzt man aber gemütlich an hohen Tischen, die vielen tropfenförmigen Lampen an der Decke sehen hübsch aus und schaffen warmes Licht.

Bona Me - The Fish and The knife

Systemgastronomie auf Türkisch. SZENE-Restaurant-Tester Benjamin Cordes fremdelt.

Wir starten mit den Sigara Böregi (4,90 Euro), Teigröllchen gefüllt mit Weißkäse (also kein Schafskäse), die vor allem nach Teig schmecken. Imam bayildi (4,20 Euro) ist eine halbe, mit Tomate, Paprika, Zucchini und Zwiebeln gefüllte Aubergine. Auch sie ist geschmacklich leider zu zahm. Also widmen wir uns dem Sis Kebap (9,90 Euro) – Bulgur mit Spinat, Kräuterquark und Lammspieß.

Quark und Bulgur samt Spinat gehen in Ordnung, der Spieß ist zwar durchgebraten, aber dennoch aromatisch und nicht zäh.

Weiter geht’s mit der etwas überdimensionierten Pide (9,90 Euro). Die Quasi-Pizza in Schiffchenform wird reichlich belegt. Unsere Variante mit Huhn, Paprika, Zwiebeln und Käse schmeckt, doch auch hier fehlt mindestens Salz. Und wer sein Gericht auf Instagram posten möchte, sollte auf zwei Hashtags lieber verzichten: #lowcarb und #lowfat. Von beidem ist im Essen nämlich reichlich. Was dagegen oftmals fehlt, ist leider die Würze.

Fast alle Gerichte waren lasch gewürzt (oder soll man massentauglich sagen?), keine Schärfe oder andere anatolischen Aromen waren zu schmecken.

Zum Abschluss probieren wir noch die Schichtdesserts, die es auch als kleine, günstigere Variante gibt. Zwei Gläschen kosten dann 4,50 Euro. Die Zitronencreme schmeckt leider nach Aroma, die Mandarinencreme mit Sahne auf Kuchenbröseln, der Joghurt mit Honig und die Feigen-Walnuss-Creme sind gut aber mächtig.

Der Service ist durchweg freundlich, aber durch das SB-System zu bloßen Tellerwegbringern degradiert. Schade!

Bei aller Kritik: die Preise sind fair kalkuliert, nach Feierabend kann man durchaus mit Kollegen einkehren. Besonders, weil sich die Gerichte gut zum Teilen eignen. Wenn man sie irgendwann alle beisammen hat. 

/ Benjamin Cordes

Bona’me: Burchardstraße 17 (Altstadt), Telefon 32 87 01 70, Mo-So 10–24 Uhr; www.bona-me.de


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