(14.4.) Musik, David Hasselhoff, Sporthalle, 20 Uhr

Einmal im Monat erinnern wir an Musiker, die vielleicht verpönt sind, aber niemals vergessen sein werden. Diesmal: an David Hasselhoff.

Es war ein Prozess. Bis David Hasselhoff zu dem selbstironischen Supermann wurde, der er heute ist, brauchte es einige Jahre. 1989 sah es noch nicht danach aus. Da saß Hasselhoff auf einem roten Motorrad, hatte einen oberüberextrapotenten Blick aufgesetzt und zeigte eben diese Attitüde auch im Gang. Als er vom Bock stieg, bewegte er sich dermaßen breitbeinig fort, dass man meinte, er sähe irgendwo in der Ferne eine Limbostange aufblitzen, die es zu untertanzen galt. Szenen, die aus dem Video zur Hasselhoff-Hitsingle „Looking For Freedom“ stammen und aus heutiger Sicht bescheuert wirken.

Aber so war er nun mal drauf, der junge Hoff, und so wurde er geliebt, vom verpickelten BRAVOStarschnittsammler bis zum ZDFHitparadenRentner. Hasselhoff war ein Mann, und was für einer. Einer für alle und einer, dem sobald nichts passieren würde, wollte man glauben, der vielmehr die, denen wirklich was passierte, jederzeit retten würde, oben ohne in Malibu ebenso gut wie unterwegs im sprechenden Auto. Soweit, so bärenstark.

Aber dann. Dann kam der Kratzer aufs Hoff’sche Bild. Ein Filmchen vom betrunkenen „Freedom“-Star ging um den Globus: Hasselhoff liegt auf dem Boden und schmiert sich mit letzter Kraft einen Burger ins Gesicht. Musste man sich erst mal von erholen. Bis der Wandel folgte. Aus dem Macker wurde ein Männchen, das seine Albernheiten aus der Vergangenheit endlich auch als solche verstand. Seitdem spielt Hasselhoff mit seinem Image als toupierter Megabrummer. Völlig richtiger Schritt. Das Comeback ist damit perfekt.

/ EBH

Sporthalle
14.4.18, 20 Uhr