Theater für Kleine ganz groß

Hamburg hat ein Forschungstheater für Kinder, das nun ausgezeichnet wurde. Drei Fragen an Leiterin Sibylle Peters …

Das Fundus Theater entwickelt und spielt seit 1996 Stücke für Kinder. Nebenan sitzt das hauseigene Forschungstheater. Beide erhielten jetzt den „Theaterpreis des Bundes“.

SZENE HAMBURG: Wie unterscheidet sich das Forschungstheater vom herkömmlichen Schauspiel?

Sibylle Peters: Hier forschen Kinder, Künstler und Wissenschaftler mit performativen Methoden zu bestimmten Themen. Aktuell gibt es die Inszenierung „Mehr Licht!“ für Kinder ab drei Jahren. Gemeinsam mit Lichtkünstlern und Physikern wollen wir die physikalischen Eigenschaften des Lichts verstehbar machen, in dem die Kinder zum Beispiel die Lichtstrahlen mit einem Spiegel selbst lenken können. Unsere Projekte mit Schulkindern im Alter bis zwölf Jahren ziehen sich häufig über einen längeren Zeitraum.

Zum Beispiel?

Eines unserer Projekte war „Die Kinderbank“. Gemeinsam haben wir eine eigene Währung erfunden, diese gestaltet und am Ende konnten die Kinder tatsächlich damit in bestimmten Läden einkaufen. Dieser Prozess zum Beispiel wird in der Abschluss-Inszenierung in eine Art Versammlung umgesetzt, bei der dann auch die Ladenbesitzer dabei sind, Forscher, die sich mit Kinderarmut beschäftigen und Wissenschaftlerinnen der alternativen Währungen.

Welche Bedeutung hat der „Theaterpreis des Bundes“ für Ihr Haus?

Wir haben uns natürlich sehr gefreut. Vor allem, weil das Forschungstheater, seit es in eigene Räume gezogen ist, unterfinanziert ist. Mit dem Preisgeld von 80.000 Euro ist zumindest die nächste Spielzeit gesichert.

Interview: Hedda Bültmann

Fundus Theater
Hasselbrookstraße 25 (Eilbek)
Am Ostermontag läuft: „Dr. Brumm kommt in Fahrt“ (ab 4 Jahre)