Tipps für den 1. Mai

Für alle, die den Monat nicht mit einem dicken Schädel beginnen: Vergnügt euch in Hamburg! Hier sind unsere Vorschläge

Ausgerechnet auf einem Sonntag! Da geht den meisten Arbeitnehmern der Feiertag flöten. Trotzdem können wir den ersten Mai zu einem besonders erlebnisreichen Tag machen. Und wir meinen damit nicht die alljährliche Schulterblatt-Massage mit Steinen und Wasserwerfern…

Vorschlag 1: FloZinn

Friede Freiheit, Flohmarkt

Der monatliche Kulturflohmarkt in den Wilhelmsburger Zinnwerken macht am 1. Mai keine Pause und bietet folgendes Programm: „Das musikalische FlohZinn-Gehirn Jonas Rosenhagen kredenzt uns Folk, unser staatlich geprüfter Langspielplattenunterhaltungskünstler DJ Peet (Foto, links) legt schmissige Arbeiterlieder auf und die Initiative „Ein Bioladen für Wilhelmsburg“ startet ihre Crowdfunding-Kampagne“, so heißt es in der Ankündigung. P.S.: Es sind noch Plätze für Standmieter frei – eine Seltenheit! Etwas südlicher findet auf dem Kurt-Emmerich-Platz ab 12 Uhr eine bunte „Tanz in den Mai“-Veranstaltung statt – zum Zuschauen und Mittanzen. Cheerleading, Bollywood-Dance, Orientalischer Tanz, Afrikanischer Tanz – das Portfolio ist so bunt wie der Stadtteil selbst. (LEN)

Wilhelmsburger Zinnwerke, Am Veringhof 7 (Wilhelmsburg), ab 10 Uhr

Vorschlag 2: Kunsthalle

Wiedereröffnung bei freiem Eintritt

Nach fast zweijähriger Sanierung eröffnet die Hamburger Kunsthalle mit großem Fest und zahlreichen Veranstaltungen, mit freiem Eintritt – und der ersten Retrospektive der großartigen Künstlerin Geta Brătescu außerhalb ihrer Heimat Rumänien. Am ersten Mai öffnet und feiert die Insitution in der Hamburger Kunsthalle ab 10 Uhr sich selbst. Ein Besuch lohnt sich extrem. Beeidruckend ist der historische Eingangsbereich direkt gegenüber der Galerie der Gegenwart, der seit 1919 geschlossen war und nun mit neuen Sammlungspräsentationen erstrahlt, sowie der Ausstellungsreihe „Neuland“, die im alljährlichen Wechsel Arbeiten zum Thema „Globale Veränderungen“ zeigt, die eigens für den Raum entstehen. Den Auftakt macht die ebenso erstaunliche Installationskünstlerin Haegue Yang. (LEN/SD)

Kunsthalle Hamburg: Glockengießerwall (Altstadt), Eröffnungswochenende mit zahlreichen Specials, 1.5., 10–18 Uhr

Vorschlag 3: Wolfmother

Musikalisches Rudel aus der Garage

Beständig gute Mucke bei wechselnder Besetzung: Die australische Stonerrockband erlebte seit ihrer Gründung diverse Aus- und Einstiege, eine Auflösung und Neugründung. Trotzdem schafft es der lockenköpfige Leitwolf Andrew Stockdale – Songwriter, Sänger und einzige personelle Konstante – immer wieder, grandiose Alben abzuliefern. Zuletzt: „Victorious“ (2016) eine garagige Platte, für die sich Stockdale mit seinem Instrumentarium ins stille Kämmerlein zurückzog, bevor er gemeinsam mit Ian Peres (Bass, Gitarre) und Vin Steele (Gitarre) das Album einspielte. Dass die Band mittlerweile eher Soloprojekt als Rudel ist, tut dem Ergebnis keinen Abbruch. Die Wolfsmutter knurrt, zeigt Zähne und schüttelt ihr Fell genauso schön wie früher. (LEN)

Große Freiheit 36 (St. Pauli), 1.5., 19 Uhr, mittlerweile leider auverkauft