Wanda: Popmusik mit Amore

Die Wiener zählen zu den Highlights des Reeperbahn Festivals. Wir sprachen mit Sänger Marco Michael Wanda über seine Steherqualitäten, Zärtlichkeiten und Scham

SZENE HAMBURG: Wanda, Wanda, Wanda – wo man hinguckt, seid ihr schon. Kannst du den Hype überhaupt noch bewältigen? Wie viel Großinteresse verträgst du?

Marco Michael Wanda: Ich vertrage einiges, bricht man mir nicht unbedingt mit dem ersten Schlag die Nase, kann ich sehr lange stehen. Bin ich nicht gerade in depressiver Verstimmung, kann ich auch gut mit Frauen zärtlich sein, aber zu viel Interesse an meiner Person vertrage ich selbstverständlich schlechter. Ein Mann kann vieles, aber es bedarf einer eigenen Art von Blödheit, sich nicht zu schämen, wenn man ständig gelobt wird.

Tagsüber unterwegs, abends vor den Massen stehen: Wann und wie tankst du zwischendurch die Energie dafür?

Es gibt einen Ort, der nur mir gehört. An diesen gehe ich, und er wird auf immer mein Geheimnis sein.

Und wenn du auf die Bühne gehst? Bist du dann sofort im Entertainer-Modus? Kannst du jederzeit abliefern, wenn es verlangt wird?

Ich kann als Musiker fast immer unterhalten. Dafür erhalte ich Geld und Anerkennung. Dafür bezahle ich auf ganz eigene Art.

Ist nach der Show noch Zeit für Sex, Drugs und Rock ’n’ Roll? Oder spart ihr euch die Wildheit, um am nächsten Morgen fit zu sein?

Wir können sehr wild sein, wir können aber auch gut erschöpft schlafen gehen.

Interview: Erik Brandt-Höge
Foto: Flo Senekowtisch

Wanda haben sich nach einer Wiener Zuhälterin benannt: Wanda Gertrude Kuchwalek, in den 1970er-Jahren auch bekannt als die „Wilde Wanda“. Wie passend – ist ein Konzertbesuch bei dieser Band doch irgendwie auch wie Liebe kaufen oder besser: „Amore“. So hieß 2014 das erste Wanda-Album, mit Liedern über Liebe, Alkohol, schlimme Trennungen und unerfüllte Träume. Am 2. Oktober erscheint Album Nummer zwei: „Bussi“.

Wanda spielen beim Reeperbahn Festival, 23.–26.9.