Einträge von Max Nölke

Christian: „Sie verstehen es nicht, wie man sich als Mann schminken kann“

„Ich nenne mich selbst eine Teilzeit-Transe. Fanny Fantastic ist mittlerweile keine Rolle mehr für mich. Sie ist ein Teil meiner Persönlichkeit, eine andere Seite von Christian. Daher besteht nicht die Gefahr, mich darin zu verlieren. Christian ist Fanny und Fanny ist Christian. Das können viele nicht verstehen. Sie kommen mit der Lebensidee nicht klar, dass […]

Monique: „Sie haben meine Geschichte schon im Kopf“

„Der Rassismus in Deutschland wird sehr viel offener ausgetragen, als in Großbritannien, wo ich herkomme. Und versteh mich nicht falsch, auch dort sind viele Menschen rassistisch. Hier in Deutschland ist das alles aber direkter. Ich bin in London geboren, meine Mutter ebenso. Da fühlt es sich scheiße an, wenn die Leute mich hier fragen, wo […]

Jürgen: „Irgendwann sterben sie“

„Man darf es ja gar nicht sagen, aber zu Zeiten der ganzen Beschränkungen fand ich Hamburg so schön wie nie zuvor. Die leeren Straßen, die geschlossenen Cafés, die Ruhe in der Stadt – das war besonders und habe ich noch nicht erlebt. Und ich bin immerhin seit 40 Jahren als Postbote unterwegs. Da lebt man […]

Dörte: „Wir haben alle sechs Liter Blut in uns“

„Ich habe drei Söhne, die ich alleine großgezogen habe. Mein Leben lang musste ich daher mit Vorurteilen kämpfen. Früher wurde ich beim Elternabend häufig gefragt, wie ich das denn als alleinerziehende Mutter machen würde, dass meine Söhne so gut in der Schule seien. Dann habe ich halt gesagt: ,Na ja, vielleicht dürfen sie einfach Kinder […]

Peter: „An guten Tagen mache ich 35 Euro“

„Es ist nicht meine, sondern Gottes Musik. Alles, was ich mache, kommt aus dem Himmel. Ich habe das Akkordeonspielen vor 45 Jahren gelernt, seit sieben Jahren verdiene ich mein Geld damit. An guten Tagen mache ich auf der Mönckebergstraße um die 35 Euro, sonst so 20 am Tag. Nachdem ich 2009 aus Bulgarien nach Deutschland […]

Gisela: „Mir schauen immer noch Männer hinterher“

„Gisela klingt so altmodisch, nenn mich lieber Gila oder Gisella. Das nehme ich mir mit 79 Jahren noch heraus. Wenn ich Glück habe, werde ich nächstes Jahr im September 80. Ich will ja nicht angeben, aber: ist das nicht großartig? Und ich kann immer noch Fahrrad fahren, spazieren gehen, treffe Freundinnen. Erst heute bin ich […]

Tom: „Wir leben in einer Isoliertheit“

„Wir Menschen fremdeln untereinander, das isoliert uns. Dafür braucht es keine Pandemie, wir leben in einer generellen Isoliertheit. Ich bin gebürtiger Rheinländer, lebe jetzt seit vielen Jahren in Hamburg, aber ich werde nie Hamburger sein. Genauso wenig wird ein Hamburger je Rheinländer sein. Denn so lange die Menschen Angst haben vor Leuten aus Bayern, Berlin […]

Marlene: „Ich durfte nicht mit schwarzen Kindern spielen“

„Seit Neuestem habe ich einen Campingstuhl, setze mich hier an die Alster, lese viel und löse dann Kreuzworträtsel, um das Gelesene in meinem Kopf zu sortieren. Diese Freiheit hat mir sehr gefehlt während der Krise. Dennoch, ein Vergleich zu meiner Jugend war das nicht. Ich bin in einem sehr katholischen Umfeld aufgewachsen. Wir durften früher […]