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Hafengeburtstag: Das geht auch anders

An diesem Wochenende feiert Hamburg den 833. Hafengeburtstag. Das heißt viel Party, viele Menschen und viel Musik rund um den Hafen. Doch es gibt auch entspannte Alternativen

 

Es gibt so Tage in Hamburg, die einen lieben sie und die anderen vermeiden es so gut wie Möglich. Dass sind neben dem Schlagermove und den Harley Days auch der Hafengeburtstag, der in diesem Jahr aus Pandemiegründen auf September verlegt wurde. Genauer gesagt: Auf dieses Wochenende. Das heißt zum Schiffe gucken – was in Hamburg ohnehin fast jeden Tag problemlos möglich ist – kommen Buden, Musik und extrem viele Menschen, die sich an den Landungsbrücken entlang schieben. Das muss nicht sein, deswegen kommen hier sieben Alternativen zum Trubel rund um Rickmer Rickerms und Elbphilharmonie.

Ein Hauch von Karneval im Grünspan

Keine Angst! Niemand muss sich am Freitag, den 16. September ‘ne Pappnase aufsetzen und zu Ufta-Musik durch den Grünspan tanzen, denn Cat Ballou sind mehr als Karneval. Zwar ist die Kölner Band, die zum Großteil in ihrer Mundart singt, aus dem Umfeld des berühmten Karneval entwachsen, doch versteckt hinter dem Party-Image gut gemachte und stimmungsvolle Rock- und Pop-Musik. Los geht’s im Grünspan um 20 Uhr, Tickets gibt’s für rund 30 Euro.

Livemusik im Molotow

Am Samstagabend (17. September) gibt’s Singer-Songwriter-Musik in der Skybar des Molotow. Die Hamburgerin Anna Wydra stellt um 20 Uhr ihr neues Album „The absurdity of being“ vor. Mehr Infos zum Konzert gibt’s in den Tagestipps.

Durchs Wochenende tanzen

Während es beim Hafengeburtstag Musik von den üblichen Verdächtigen wie Lotto King Karl, Selig und Pohlmann zu hören gibt, hat Hamburg auch einige Alternativen zu bieten, um das Wochenende bei guter Musik durchzufeiern. So kann zum Beispiel im Südpol ab Freitag (16. September) um 23.55 Uhr das ganze Wochenende durchgetanzt werden. In der Roten Flora gibt es am 17. September Musik von Oidorno (Diskrus-Oi aus Hamburg) und Kaos (Punk aus Hannover) auf die Ohren – los geht’s hier um 19 Uhr. Aber auch sonst bietet das Wochenende viel Platz zum Raven und Feiern. Wo? Eine Übersicht über die besten Locations gibt es hier.

Hamburg von oben genießen

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Beim Blick über die Stadt abschalten, wie hier auf dem Energieberg Georgswerder (Foto: Felix Willeke)

Auch wenn es aktuell noch nicht so aussieht, bei dem derzeit sehr wechselhaften Wetter kann auch immer mal wieder die Sonne dabei sein. Deswegen lohnt es sich auch, einen neuen Blick auf die Stadt zu werfen. Während Michel und Elbphilharmonie allein durch ihre Nähe zum Hafengeburtstag überlaufen sein werden, bietet die Stadt viele Alternativen, Hamburg von oben zu sehen.

Lesen lassen

Während es beim Hafengeburtstag nach Fritten riecht und aus jeder Ecke Musik schallt, gibt sich die Stadt seit rund zehn Tagen auch schon der Literatur hin. Beim Harbour Front Literaturfestival waren neben Carolin Emcke und Anke Engelke auch schon Ferdinand von Schirach und Sven Regener zu Gast und das Festival ist noch nicht vorbei. Vom 16. bis 18. September geben sich dabei Andrej Kurkow (am 16. September um 20 Uhr im Uebel & Gefährlich), Corinna Harfouch (sie ließt am 17. September um 20 Uhr im Thalia Gaußstraße aus „Arabische Apokalypse“ von Etel Adnan) und auch Andrea Sawatzki mit Katty Salié (am 18. September um 18 Uhr in der Hauptkirche St. Katharinen) die Ehre. Das Harbour Front Literaturfestival läuft noch bis November.

Vors Bild setzen

Die Akademie für Fotografie in Hamburg ist mehr als „nur“ eine Ausbildungseinrichtung. In der Gaußstraße 149 finden immer wieder Ausstellungen, Gespräche, Vorträge und Workshops statt. So auch an diesem Wochenende. Am 17. September um 17 Uhr eröffnet die Ausstellung „A place does not become a place until someone has been there“ des Hamburger Fotografen Andreas Hopfgarten. Die Ausstellung zeigt fotografische und filmische Bilder, die auf einer Reise durch Island entstanden sind. Hopfgarten konstruiert dabei ein ein fiktives Abenteuer, das Outdoor-Tourismus, Kolonialismus und Männlichkeit miteinander verwebt – absolut sehenswert.

Die große Bühne

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Ein bitterböser Klassiker im Altonaer Theater: Die Adams Family (Foto: G2 Baraniak)

Die Theaternacht Hamburg ist gerade eine Woche her und die Spielzeit 2022/23 auf Hamburgs Bühnen ist in vollem Gange. Im Thalia Theater steht, eine Woche vor der Premiere von Macbeth, dabei das Wochenende im Zeichen von „Brüste und Eier“. Das Stück ist eine Bühnenadaption des Romans der japanischen Schriftstellerin Mieko Kawakami und wurde nach seiner Uraufführung am 30. April 2022 von der Kritik gefeiert. Während im Thalia Theater Fragen rund um Schönheitsideale thematisiert werden, wacht im Kellertheater Karl Marx wieder auf. In Marx in Soho (18. September um 20 Uhr) kehrt der Theoretiker noch einmal auf die Erde zurück. Jedoch landet er nicht im Londoner Stadtteil Soho, sondern im gleichnamigen Pendant in New York und hier nimmt der Monolog des amerikanisches Autors Howard Zinn seinen Lauf.

Doch auf der Bühnen gibt es an diesem Wochenende nicht nur ernsthaftes zu sehen. So bietet das Altonaer Theater ein komplett durchgeknalltes Musical. In „The Adams Family“ (16. und 17. September um 19.30 Uhr, 18. September um 18 Uhr) verwandeln Tochter Wednesday, Onkel Fester, Morticia und Gomez die Bühne in ein wunderbar böses Irrenhaus und natürlich darf dabei auch das eiskalte Händchen nicht fehlen. Und wer von musikalischem Humor noch nicht genug hat, für den geht es am 16. September um 23.59 Uhr ins Schmidt Theater. Ab sofort lädt das gefeierte Musik-Comedy-Duo Suchtpotential alle zwei Monate zur Late Night. Mit dabei sind neben Ariane Müller und Julia Gámez Martin auch immer zwei Überraschungsgäste. Ein Abend an dem tiefschwarzer Humor, musikalisch verbaler Schlagabtausch und gutes Training für die Lachmuskeln garantiert sind.

 


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