(11.5.) Theater, Abdelkarim, Markthalle, 20 Uhr

Abdelkarim wusste jahrelang nicht, was er eigentlich ist. Ein deutscher Marokkaner, ein marokkanischer Deutscher oder einfach nur abschiebewürdig?

Mittlerweile weiß er es: Er ist ein Deutscher gefangen im Körper eines Grabschers. Aber Abdelkarim hat sich um den Gesellschaftsteilnahmeschein bemüht. Und er hat es geschafft: Er ist der wichtigste Mann in Deutschland. Er ist der „Staatsfreund Nr. 1“!
Von der Jugendkultur, über das Leben in der Bielefelder Bronx bis hin zu tagesaktuellen und gesellschaftspolitischen Themen spinnt Abdelkarim gleichermaßen irritierende wie feinsinnige Geschichten. Ist das nun Comedy oder Kabarett? Es ist vor allem eins: saukomisch.
Abdelkarim ist Stammgast im TV mit gefeierten Auftritten u.a. bei der „heute show“, „Die Anstalt“, „TV total“ und seiner eigenen Reihe „StandUpMigranten“. Sein erstes Solo-Liveprogramm „Zwischen Ghetto und Germanen“ war vielerorts ausverkauft und wurde von der Presse mit Lobeshymnen überhäuft. Ausgezeichnet mit einigen der renommiertesten deutschen Kabarettpreise ist er heute in der Markthalle zu sehen. / Foto: Guido Schröder

Markthalle
11.5.17, 20 Uhr

(11.5.) Film, offbeat: infinity – lighting the future, Resonanzraum, 20 Uhr

Vom 6. bis 12. Juni steigt das 33. KurzFilmFestival Hamburg. Doch schon im Mai gibt’s diverse leckere Anschmeckerli, zum Beispiel „Deframed – ein flickernd experimenteller Filmabend“ am 29.4. und 20.5. im Golem oder auch das „Vorflimmern“ zum 19. Mo&Friese KinderKurzFilmFestival am 6. Mai (B-Movie). Und: „offbeat: infinity – lighting the future“, ein mal heiterer, mal düsterer Kurzfilmabend mit Zukunftsvisionen aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven. / MAS

Resonanzraum
Feldstraße 66,
11.5.17, 20 Uhr

(11.5.) Musik, Tom Schilling & The Jazz Kids, Nochtspeicher, 20 Uhr

Eine Bühne ist nicht genug. Schauspieler, die singen, gibt es wie Sand am mehr – scheinbar reicht eine Bühne nicht, egal wie groß das Gesangstalent ist.

Immerhin: Manche gehen ehrlich mit ihrer, nun ja, Begabung um, etwa Tom Schilling, der sagt, er texte und komponiere schon seit vielen Jahren, natürlich, aber der auch zugibt: „Ich bin ein Anti-Sänger.“ Kriegen nicht viele heraus, einen solchen Satz.

Zusammen mit seiner Berliner Band The Jazz Kids macht Schilling dennoch melancholische Popmusik und hat kürzlich sein Debütalbum veröffentlich: „Vilnius“. Und das ist, Schauspielkollegen aufgepasst, gar nicht mal so schlecht. / EBH

Nochtspeicher
11.5.17, 20 Uhr

Auch interessant?

(10.5.) Musik, Heinrich von Handzahm, Frau Hedi, 19.30 Uhr

Ein Mann, viele Rollen: Er ist Moderator unserer Kultur Talk Reihe So oder So, Autor und Musiker: Heinrich von Handzahm. Der Singer/Songwriter ist ein musikalischer Geschichtenerzähler,  nimmt den Hörer mit auf die Milchschaumplantagen Berlins, erklärt den Großstadt-Nomadinnen, warum Affairen kein Happy End haben, Mr Right nicht auf Ü-40-Parties abhängt und dass in jedem guten Ehemann ein kleiner Kachelmann steckt. Ein einschmeichelnder Sound mit klugen Texten, der wunderbar zum sanften Schaukeln einer Frau Hedi über die Wellen der Elbe passen dürfte.

Frau Hedi
10.5.17, 19:30 – 21:30 Uhr

(7.5.) Kunst, Kunstlift, Stresemannstraße 100, 17 Uhr

Auch in diesem Monat geht es kunstvoll hoch und runter: Hamburgs kleinste Galerie Kunstlift zeigt in der Gruppenschau „Alltagskarten reloaded“ wie Sabine Kullenbergs tägliche Zeichnungen, Fotografien, Malereien, die sie wie Karten faltet, weitergeführt, okkupiert oder verfremdet wurden. Von zwölf Künstlern, zu denen Anette Höhne, Thomas Kälberloh, Kai Teschner und Susanne Sander gehören.

Stresemannstraße 100,
7.5.17, 17–22 Uhr

(10.5.) Musik, Missincat, Prinzenbar, 20 Uhr

Immer in Balance. Sie kann beides – rau und dramatisch, lieblich und verspielt. Nach dem Release ihres dritten Albums (2015) gibt es nun wieder neue Missincat-Musik. Die fünf Songs auf ihrer „Forces“-EP hat Caterina Barbieri mit befreundeten Künstlern der Berliner Musikszene geschrieben, jeder Song mit anderen Einflüssen und ihrer Stimme als Konstante. Vorreiter ist die Single „Made of Stone“- mit zuerst sanften Klängen, die sich zu aufregenden Crescendi aus Klavier, Cello und Vibraphon aufbauen. Die Songs balancieren auf dem feinen Grat zwischen leisen Singer-Songwriter-Erzählungen und luftigen Pop-Songs, die schnell glücklich machen. / MM / Foto: Christoph Voy 

Prinzenbar
10.5.17, 20 Uhr

(9.5.) Musik, Miyavi, Gruenspan, 20 Uhr

Der japanische Gitarrist Miyavi kehrt nach Deutschland zurück und präsentiert sein im Herbst 2016 erschienenes Album „Firebird“.

Mit seinen beiden letzten Alben „The Others“  (2015) und dem aktuellen Werk „Firebird“ (2016) hat er sich  internationale Anerkennung erworben. Aber auch seine zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit der US-Rockband Good Charlotte um die Brüder Joel und Benji Madden, mit den Finnen Lovex sowie dem französischen DJ/Dance-Produzenten Yuksek) haben ihn über Japans Grenzen hinaus bekannt gemacht. Ohne Berührungsängste vor Veränderungen erfindet er sich immer wieder neu, versteht es, einen spannenden Sound zu kreieren und sich selbst zu steigern. Mit seinen Bühnenpräsentationen, den Experimenten in verschiedenen Musikstilen –  von Jazz, Rockpop bis HipHop – und seinem außergewöhnlichen Gitarrenspiel hat Miyavi mehr als einmal die internationale Musikszene aufgemischt.

Gruenspan
9.5.17, 20 Uhr

(9.5.) Musik, Joel Brandenstein, Markthalle, 20 Uhr

Gesundes Selbstbewusstsein. Mutig muss man sein: 2011 war Joel Brandenstein aus Nordrhein-Westfalen überzeugt, seine Songs wären gut genug für einen eigenen YouTube-Kanal. Er begleitete sich selbst am Klavier, sang Pop-Balladen, filmte alles, und tatsächlich: ein Publikum fand sich schnell. Mittlerweile hat Brandenstein sein erstes Album veröffentlich, und wenn auch dessen Kitsch-Titel „Emotionen“ erstmal für das genaue Gegenteil spricht, ist dieser Künstler ein sehr ernstzunehmender Newcomer im Musikgeschäft. / EBH

Markthalle
9.5.17, 20 Uhr

(8.5.) Kabarett, Hagen Rether, St. Pauli Theater, 19.30 Uhr

Hagen Rether lässt Strippenzieher, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen. Den so genannten gesellschaftlichen Konsens stellt er vom Kopf auf die Füße und die Systemfragen gleich im Paket: Von der Religions„freiheit“ über das Wirtschafts-wachstum bis zur staatlichen „Lizenz zum Töten“ kommt alles auf den Tisch. Der Kabarettist entlarvt manchen Volkszorn samt seiner auf „Die da oben“ zielenden Empörungsrhetorik als Untertanentum – den Unwillen, unsere eigenen, fatalen Gewohnheiten zu überwinden. Kabarett verändert nichts?

Liebe, so der seit Jahren konstante Titel des ständig mutierenden Programms, kommt darin nicht vor, zumindest nicht in Form von Herzen, die zueinander finden – und romantisch kommt allenfalls einmal die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Was aber in seinem Plädoyer für das Mitgefühl sichtbar wird, ist die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt. Sarkastisch, zynisch, schwarzhumorig und verdammt schlau. / Fotograf Thomas Kölsch
 
8.5.17, 19.30 Uhr

Restkarten unter T 47 11 06 66. Weiterer Termin: 26. Oktober 2017 um 19.30 Uhr in der Laeiszhalle

(8.5.) Film, Nordlichter: Småstad, 3001 Kino, 19 Uhr

Das 3001 Kino zeigt fünf aktuelle Highlights der skandinavischen Filmreihe Nordlichter. Småland ist einer dieser Perlen.

Zur Story: Es beginnt mit einer Beerdigung: Björn, der Sohn des Verstorbenen, soll eine Rede auf seinen Vater halten, bringt aber kein Wort heraus. Seit seiner Kindheit ist der Bruder von vier Schwestern ein schüchterner und zurückhaltender Mensch. Die letzte Botschaft seines Vaters aber gibt den Anstoß, das eigene Leben noch einmal zu ändern. Björn beginnt, sich für das Theater zu begeistern.

Auch seine Schwestern erhalten Videonachrichten und denken noch einmal neu über ihre Arbeit und das Verhältnis zu ihren Liebsten nach. „Kleinstadt“ zeigt in hypnotischem Erzählrhythmus, wie der Tod eines geliebten Menschen uns verändern kann. Eingeschnitten in den Plot sind alte Familien-Homevideos, die dem Ganzen eine unheimliche Authentizität verleihen. Regisseur Johan Löfstedt hat Verwandte als Schauspieler gecastet. Die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion geraten ins Schwimmen.

3001
8.5.17, 19 Uhr, auch 31.5.17

Weitere Filme:

„Grand Hotel“ (Norwegen, 1.+23.5., saufender Schriftsteller trifft im Hotel auf Zehnjährigen mit Tourette-Syndrom); „Reykjavik“ (isländische Beziehungskomödie über den mutmaßlich letzten filmbegeisterten Intellektuellen Reykjaviks, 2.+22.5.); „I Blodet“ (Dänemark, 9.+30.5., Drama über das Erwachsenwerden; „Äkkilähtö“ (Finnland, 29.5., Roadmoviekrimikomödie über drei Frauen dreier Generationen, die sich gegen fiese Typen wehren). / MAS