(6.10.) Kunst, The Well Tempered Brain, Galerie Bridget Stern, 19 Uhr

Auch im Künstlerhaus Faktor treffen Kunst und Wissenschaft aufeinander – und Musik noch dazu. Einen „Versuch, das Denken hörbar zu machen“ nennen der Künstler Mark Matthes und der Programmierer Anton Koch, die beide auch Musiker sind, ihre audio-visuelle Installation in der die Aktivität eines im Labor gezüchteten „Nanobrains“ in musikalische Kompositionen übersetzt wird und zudem visualisiert. Animiert und auf Skulpturen projiziert, werden die entstehenden Grafiken verzerrt und übertragen die Musik in eine weitere Dimension.

Chamberlab nennen die beiden sich und entstanden ist ihr Projekt „The Well Tempered Brain“ auf einer Art-Science-Konferenz in Leipzig, wo Matthes und Koch die Neurowissenschaftler Dr. Paul Roach und Dr. Alexander Kaganski von der University of Edinburgh und Sergey Kostyrko von der Saint Petersburg State University kennenlernten und mit den experimentierfreudigen Wissenschaftlern ein Team bildeten.

Audiovisuelle Installation mit Konzert

Live ist die gemeinsame Arbeit jetzt als Installation und bei drei Konzerten für Laptop, Streicher-Trio und Modularsystem zu erleben, begleitet von einer Performance und einem Vortrag des Wissenschaftlers Alexander Kaganskys.

/ SD

Künstlerhaus Faktor, Galerie Bridget Stern
6.10.17, 19 Uhr: Eröffnung mit Konzert und Einführung

(6.10.) Theater, „Storm – Das Meer – Die Geister – Du!“, Lichthof, 20:15 Uhr

Bei dem Namen Theodor Storm fällt den meisten als erstes „Der Schimmelreiter“ ein. In dem Stück „Storm“ werden, neben dem Meisterwerk, Passagen aus seinen unzähligen Novellen zu einer Erzählung über sein Leben verbunden. Lyrik wird auf der Bühne zu Orten, Momenten und Gefühlen.

Der in Husum geborene Schriftsteller wäre im September 200 Jahre alt geworden – Für das Lichthoftheater ein Anlass, sich dem Schriftsteller über seine norddeutsch geprägten Werke anzunähern. Der Schauspieler Wolfgang Häntsch, bekannt aus der Serie Polizeiruf 110, wird in der Inszenierung zu Theodor Storm, der gemeinsam mit einem 30-köpfigen Chor den Versen eine neue Bedeutung gibt.

/ HED / Foto: Screenshot via Facebook, Lichthof Theater, G2 Baraniak

Lichthof Theater
6.10.17, 20:15 Uhr (Premiere)

(5.10.) Film, „Blade Runner 2049“, Savoy, 17 Uhr

Vor 35 Jahren ging Harrison Ford als Rick Deckard auf die Suche nach vier Replikanten genannten Androiden. Nun gibt’s die Fortsetzung von Dennis Villeneuve: Blade Runner 2049. Hier stößt der LAPD-Beamte K (Ryan Gosling) auf ein Geheimnis, das auch noch die letzten gesellschaftlichen Strukturen in der düsteren, von gewissenlosen Konzernen geprägten Zukunft zu zerstören droht.

Top-Thriller mit Top-Besetzung auf der extragroßen Savoy-Leinwand.

/ MAS / Foto: 2017 Sony Pictures

Savoy
5.10.17, 17 Uhr und 20:30 Uhr

(5.10.) Theater, „Sherlock Holmes: Der Fluch des Pharao“, Imperial Theater, 20 Uhr

Hieroglyphen, Säulen und Skulpturen geben dem Wohnzimmer eines britischen Ägyptologen die Atmosphäre eines gemütlichen Abstellraums im Museum. Der Hausherr leidet seit geraumer Zeit unter Verfolgungswahn – bei dieser Inneneinrichtung eigentlich kein Wunder. Schuld an seinem Leiden sei jedoch „Der Fluch des Pharao“, behauptet der kranke Forscher.

Als bei ihm zu Hause wenig später ein ehemaliger Kollege neben einem hundsköpfgen Gott ums Leben kommt, fühlt sich der Wissenschaftler in seiner Ahnung nur bestärkt. Doch schnell wird klar, dass der Todesfall nicht das Werk eines mumifizierten Herrschers sein kann – nämlich sobald Sherlock Holmes den rätselhaften Fall übernimmt. Mumien indes spielen im weiteren Verlauf der Geschichte noch eine zentrale Rolle …

Verblüffend, überraschend, unterhaltend

Die jüngste Premiere in Hamburgs Krimitheater greift eine literarische Vorlage von Sir Arthur Conan Doyle auf. Die Story spielt im Jahr 1892 – entsprechend historisch sind Kostüme und Moralvorstellungen der handelnden Personen. Detektiv Holmes und sein Berater Dr. Watson sehen sich einer Reihe eher unüblicher Verdächtiger gegenüber, flankiert von einem trotteligen Polizeiinspektor, der als hauptberuflicher Mörderjäger erwartungsgemäß versagt.

Intendant und Regisseur Frank Thannhäuser – der auch für die (neu)ägyptische Ausstattung verantwortlich ist – gelingt ein sehr unterhaltsamer Abend, der mit überraschenden Wendungen aufwartet. Nur wenig sei verraten: Für die Aufklärung des Verbrechens ist eine Reise in die Vergangenheit unverzichtbar, und die nimmt auf der überschaubaren Bühne eine ebenso verblüffende wie großartig gestaltete Form an.

/ Dagmar Ellen Fischer / Foto: delovska.de

Imperialtheater
5.10.17, 19:30 Uhr

(5.10.) Theater, „Rose Bernd“, Schauspielhaus, 19:30 Uhr

Rose Bernd, eine starke Frau, die von der selbstgerechten Engstirnigkeit und gefühlskalten Habgier einer Gesellschaft in den Abgrund getrieben wird. Auf Wunsch ihres religiösen Vaters willigt sie in die Hochzeit mit dem traumatisierten aber wohlhabenden Buchbinder August Keil ein. Bevor sie ihm das Ja-Wort gibt, trifft sie sich noch ein letztes Mal mit ihrem Liebhaber, dem verheirateten Flamm. Sie werden dabei von dem gewissenlosen Streckmann erwischt, der sie daraufhin mit körperlicher und seelischer Gewalt in seinen Klauen hält. Als sie auch noch schwanger wird, verstrickt sie sich immer tiefer in ihren Taten und Lügen, aus denen sie keinen Ausweg findet.

Gerhart Hauptmanns Meisterwerk entstand nachdem er als Geschworener dem Prozess einer Kindsmörderin beiwohnte und er eine Antwort auf die Frage suchte, was treibt eine Mutter an, ihr Kind zu töten.

/ HED / Foto: Lalo Jodlbauer

Schauspielhaus
5.10.17, 19:30 Uhr

(5.10.) Kunst, Retrospektive Anita Rée, Kunsthalle, 18 Uhr

Heute Abend eröffnet die erste Retrospektive mit Arbeiten der Hamburger Malerin Anita Rée (1885–1933). Ihr Werk reicht von impressionistischer Freiluftmalerei zu kubistischen Landschaften und neusachlichen Porträts (Abb: Selbstbildnis, 1930), von Gemälden zu Kunsthandwerk.

Rée bildete sich in Paris künstlerisch fort, arbeitete in Positano, kehrte nach Hamburg zurück und lebte schließlich zurückgezogen auf Sylt, wo sie sich 1933 das Leben nahm.

/ SD / Abb.:Selbstbildnis, 1930, Öl auf Leinwand, 66 x 60,8 cm © Hamburger Kunsthalle / bpk
Foto: Elke Walford

Hamburger Kunsthalle (Galerie der Gegenwart)
5.10.17, 18 Uhr

(5.10.) Theater, „Szenen einer Ehe“, Ernst Deutsch Theater, 19:30 Uhr

Seit zehn Jahren sind Marianne und Johan verheiratet, haben zwei Töchter und sind finanziell gut gestellt. Die Probleme, die auftauchen, werden fleißig unter den Teppich gekehrt, wo sie jahrelang vor sich hin gären. Als Johan seine Frau wegen einer jungen Studentin verlässt, bricht Marianne zusammen. Das ist der Anfang eines langen Abnabelungsprozesses, geprägt von Demütigungen und rücksichtslosem Hass. Immer wieder verbringen die beiden zusammen die Nacht, ohne dass die Beziehung verheilt.

Der gleichnamige Film von Ingmar Bergman war in den 70er ein Skandal und gleichermaßen Kult aufgrund seiner schonungslosen Kritik an der Institution Ehe und der offenen Thematisierung der Sexualität.

/ HED / Foto: Joachim Gern

Ernst Deutsch Theater
5.10.17, 19:30 Uhr

(4.10.) Politik/Geschichte, Neue Weltunordnung, Körberforum, 19 Uhr

Neue Weltunordnung: Kontinuität oder Wandel unter Trump? Die Frage nach der zukünftigen Rolle der USA in der Welt ist durchaus berechtigt. Darüber spricht der ehemalige CIA-Direktor General David H. Petraeus mit Britta Sandberg vom Spiegel und Nora Müller von der Körberstiftung. Nach 37 Jahren in der US-Army arbeitet General David H. Petraeus heute für das KKR Global Institute und kann demnach eine objektive Einschätzung mit seinem Publikum teilen. Anmeldung erforderlich!

/ JVW

Körberforum
4.10.17, 19 Uhr

(4.10.) Film, „Es“, Savoy, 20:45 Uhr

Coulrophobie, das ist die pathologische Angst vor Clowns. Dass dieser Begriff überhaupt existiert, daran hat ein von Stephen King erdachter Horrorclown namens Pennywise wohl durchaus Anteil. In der 1990er-Verfilmung wurde der Kinderschreck dank Tim Curry zur Ikone, und obwohl „Es“ 2017 (FSK 16) tatsächlich der bessere Film ist – an den originalen Pennywise kommt die Darstellung von Bill Skarsgård nicht heran. So übel ist der Neue nicht, insgesamt aber etwas überpräsent und auch zu hektisch animiert, um wirklich unheimlich zu sein.

Überhaupt ist das Spektakel von Andy Muschietti („Mama“) hin und wieder ein bisschen zu schnell, zu laut, zu viel. Kein Grund zur Enttäuschung: Das heiß ersehnte Remake überzeugt ansonsten mit solider Spannung und schicker 80er-Retroatmosphäre, die ganz lässig auf dem „Stranger Things“-Hype mitsurft – inklusive dessen Mike-Darsteller Finn Wolfhard, hier als Sprücheklopper Richie. Auch die anderen Kids machen eine gute Figur im Angesicht des Bösen mit dem roten Luftballon.

/ KJ / Foto: Warner Bros.

Savoy
4.10.17, 20:45 Uhr

(4.10.) Sonstiges, Hallo Festspiele, Kraftwerk Bille, 19 Uhr

Während in der Schanze oder auf St. Pauli nahezu alle spannenden Orte schon freigeschaufelt wurden, kann man in Hammerbrook noch Entdeckungen machen. Das Kraftwerk Bille wurde von Dorothee Halbrock und ihren Freunden schon vor drei Jahren bei einer Fahrradtour entdeckt. Sie gründeten den „Viele Grüße von – Verein zur Förderung Raumöffnender Kultur e.V.“ und erschließen mit den HalloFestspielen, die im Oktober schon zum dritten Mal stattfinden, den Ort jedes Jahr ein Stückchen weiter.

Mit der Schaltzentrale, die sich selbst als nachbarschaftliches und künstlerisches „Stadtteilbureau“ begreift und die Stadtentwicklung aus künstlerischer Perspektive in den Blick nimmt, schufen sie darüber hinaus einen Ort für regelmäßig stattfindende Partys, Ausstellungen, Filmabende und Nähworkshops. Donnerstags und freitags kann man beim gemeinschaftlichen Caféprojekt vorbeischauen.

/ ALI / Foto: Pelle Buys

Kraftwerk Bille 
4.10.17, 19 Uhr