(7.5.) Kunst, Kunstlift, Stresemannstraße 100, 17 Uhr

Auch in diesem Monat geht es kunstvoll hoch und runter: Hamburgs kleinste Galerie Kunstlift zeigt in der Gruppenschau „Alltagskarten reloaded“ wie Sabine Kullenbergs tägliche Zeichnungen, Fotografien, Malereien, die sie wie Karten faltet, weitergeführt, okkupiert oder verfremdet wurden. Von zwölf Künstlern, zu denen Anette Höhne, Thomas Kälberloh, Kai Teschner und Susanne Sander gehören.

Stresemannstraße 100,
7.5.17, 17–22 Uhr

(10.5.) Musik, Missincat, Prinzenbar, 20 Uhr

Immer in Balance. Sie kann beides – rau und dramatisch, lieblich und verspielt. Nach dem Release ihres dritten Albums (2015) gibt es nun wieder neue Missincat-Musik. Die fünf Songs auf ihrer „Forces“-EP hat Caterina Barbieri mit befreundeten Künstlern der Berliner Musikszene geschrieben, jeder Song mit anderen Einflüssen und ihrer Stimme als Konstante. Vorreiter ist die Single „Made of Stone“- mit zuerst sanften Klängen, die sich zu aufregenden Crescendi aus Klavier, Cello und Vibraphon aufbauen. Die Songs balancieren auf dem feinen Grat zwischen leisen Singer-Songwriter-Erzählungen und luftigen Pop-Songs, die schnell glücklich machen. / MM / Foto: Christoph Voy 

Prinzenbar
10.5.17, 20 Uhr

(9.5.) Musik, Miyavi, Gruenspan, 20 Uhr

Der japanische Gitarrist Miyavi kehrt nach Deutschland zurück und präsentiert sein im Herbst 2016 erschienenes Album „Firebird“.

Mit seinen beiden letzten Alben „The Others“  (2015) und dem aktuellen Werk „Firebird“ (2016) hat er sich  internationale Anerkennung erworben. Aber auch seine zahlreichen Kollaborationen (u.a. mit der US-Rockband Good Charlotte um die Brüder Joel und Benji Madden, mit den Finnen Lovex sowie dem französischen DJ/Dance-Produzenten Yuksek) haben ihn über Japans Grenzen hinaus bekannt gemacht. Ohne Berührungsängste vor Veränderungen erfindet er sich immer wieder neu, versteht es, einen spannenden Sound zu kreieren und sich selbst zu steigern. Mit seinen Bühnenpräsentationen, den Experimenten in verschiedenen Musikstilen –  von Jazz, Rockpop bis HipHop – und seinem außergewöhnlichen Gitarrenspiel hat Miyavi mehr als einmal die internationale Musikszene aufgemischt.

Gruenspan
9.5.17, 20 Uhr

(9.5.) Musik, Joel Brandenstein, Markthalle, 20 Uhr

Gesundes Selbstbewusstsein. Mutig muss man sein: 2011 war Joel Brandenstein aus Nordrhein-Westfalen überzeugt, seine Songs wären gut genug für einen eigenen YouTube-Kanal. Er begleitete sich selbst am Klavier, sang Pop-Balladen, filmte alles, und tatsächlich: ein Publikum fand sich schnell. Mittlerweile hat Brandenstein sein erstes Album veröffentlich, und wenn auch dessen Kitsch-Titel „Emotionen“ erstmal für das genaue Gegenteil spricht, ist dieser Künstler ein sehr ernstzunehmender Newcomer im Musikgeschäft. / EBH

Markthalle
9.5.17, 20 Uhr

(8.5.) Kabarett, Hagen Rether, St. Pauli Theater, 19.30 Uhr

Hagen Rether lässt Strippenzieher, Strohmänner und Sündenböcke aufziehen. Den so genannten gesellschaftlichen Konsens stellt er vom Kopf auf die Füße und die Systemfragen gleich im Paket: Von der Religions„freiheit“ über das Wirtschafts-wachstum bis zur staatlichen „Lizenz zum Töten“ kommt alles auf den Tisch. Der Kabarettist entlarvt manchen Volkszorn samt seiner auf „Die da oben“ zielenden Empörungsrhetorik als Untertanentum – den Unwillen, unsere eigenen, fatalen Gewohnheiten zu überwinden. Kabarett verändert nichts?

Liebe, so der seit Jahren konstante Titel des ständig mutierenden Programms, kommt darin nicht vor, zumindest nicht in Form von Herzen, die zueinander finden – und romantisch kommt allenfalls einmal die Musik des vielseitigen Pianisten daher. Was aber in seinem Plädoyer für das Mitgefühl sichtbar wird, ist die Menschenliebe eines Kabarettisten, der an Aufklärung und an die Möglichkeit zur Umkehr noch am Abgrund glaubt. Sarkastisch, zynisch, schwarzhumorig und verdammt schlau. / Fotograf Thomas Kölsch
 
8.5.17, 19.30 Uhr

Restkarten unter T 47 11 06 66. Weiterer Termin: 26. Oktober 2017 um 19.30 Uhr in der Laeiszhalle

(8.5.) Film, Nordlichter: Småstad, 3001 Kino, 19 Uhr

Das 3001 Kino zeigt fünf aktuelle Highlights der skandinavischen Filmreihe Nordlichter. Småland ist einer dieser Perlen.

Zur Story: Es beginnt mit einer Beerdigung: Björn, der Sohn des Verstorbenen, soll eine Rede auf seinen Vater halten, bringt aber kein Wort heraus. Seit seiner Kindheit ist der Bruder von vier Schwestern ein schüchterner und zurückhaltender Mensch. Die letzte Botschaft seines Vaters aber gibt den Anstoß, das eigene Leben noch einmal zu ändern. Björn beginnt, sich für das Theater zu begeistern.

Auch seine Schwestern erhalten Videonachrichten und denken noch einmal neu über ihre Arbeit und das Verhältnis zu ihren Liebsten nach. „Kleinstadt“ zeigt in hypnotischem Erzählrhythmus, wie der Tod eines geliebten Menschen uns verändern kann. Eingeschnitten in den Plot sind alte Familien-Homevideos, die dem Ganzen eine unheimliche Authentizität verleihen. Regisseur Johan Löfstedt hat Verwandte als Schauspieler gecastet. Die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion geraten ins Schwimmen.

3001
8.5.17, 19 Uhr, auch 31.5.17

Weitere Filme:

„Grand Hotel“ (Norwegen, 1.+23.5., saufender Schriftsteller trifft im Hotel auf Zehnjährigen mit Tourette-Syndrom); „Reykjavik“ (isländische Beziehungskomödie über den mutmaßlich letzten filmbegeisterten Intellektuellen Reykjaviks, 2.+22.5.); „I Blodet“ (Dänemark, 9.+30.5., Drama über das Erwachsenwerden; „Äkkilähtö“ (Finnland, 29.5., Roadmoviekrimikomödie über drei Frauen dreier Generationen, die sich gegen fiese Typen wehren). / MAS

(9.5.) Film, Ein Tag wie kein anderer, Abaton Kino, 19 Uhr

Eyal und Vicky haben ihren 25-jährigen Sohn verloren.

Nach der einwöchigen jüdischen Trauerzeit stürzt Vicky sich in den Alltag; Eyal will dahin noch nicht zurückkehren. Als er im Zimmer des Sohnes Gras entdeckt, beschließt er, mit Hilfe eines Freundes seines Sohnes, auszuprobieren, was er noch nie ausprobiert hat. Es beginnt „Ein Tag wie kein anderer“ … Asaph Polonsky, Regisseur der herrlich schwarzen, dabei tiefsinnigen jüdische Komödie, ist heute im Abaton zu Gast. / MAS

Abaton Kino
9.5.17, 19 Uhr

(7.5.) Film, Shin Godzilla, Savoy, 20.45 Uhr

Das Kult-Monster ist zurück. In der Bucht von Tokio kommt es zu unerklärlichen Ereignissen: Eine Yacht treibt auf dem Wasser, der Besitzer ist spurlos verschwunden. Zur gleichen Zeit scheint unweit davon wie aus dem Nichts ein Vulkan auf dem Meeresgrund auszubrechen. Schnell wird klar, dass die Geschehnisse von einem lebenden Organismus ausgegangen sein müssen. Erste Videos der unbekannten Kreatur tauchen auf: Es ist riesig und bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf die Stadt zu.
Die Behörden müssen schnell handeln, um die Bevölkerung vor einer Katastrophe zu schützen.

Doch in keinem Notfall-Plan der Welt ist geregelt, wie man mit einem unbekannten, gigantischen Monster umgeht. Einem Mitglied der Regierung werden bislang unveröffentlichte Aufsätze eines Forschers zugespielt, die das Geschöpf zu erklären versuchen – und ihm einen Namen geben: Godzilla!

Mit Hilfe der Experten setzt die Regierung alles daran, es zu besiegen, doch der Zerstörungswahn von Godzilla wird immer größer.

Das Savoy Kino zeigt den neuesten Godzilla Film von 2016 in der japanischen Originalfassung mit Untertiteln.

Savoy
7.5.17, 20.45 Uhr

(8.5.) Film, Beuys Hamburger Premiere, Abaton, 19 Uhr

Zeitgleich zur Documenta erscheint Andres Veiels „Beuys“-Porträt, das sich keineswegs nur an Kunstkenner richtet und zeigt, wie politisch und hochaktuell die Arbeiten von Beuys bis heute sind.

Joseph Beuys ist Deutschlands bekanntester Künstler und sicher auch der bedeutsamste. Wie leidenschaftlich, provokant und politisch er war, erzählt Andres Veiel („Black Box BRD“) anhand von packendem Archivmaterial. Gleichzeitig ist der Film eine Reise zurück in die Bundesrepublik, als in den Fernsehtalkshows noch wie verrückt geraucht, getrunken und diskutiert wurde, Kunst sich nicht nur um Verkaufspreise drehte, sondern Revolten anzetteln wollte und die Grünen so große Angst vor Beuys’ Radikalität hatten, dass sie ihn abservierten.

Ab 18. Mai im Kino, Hamburg Premiere im Abaton am 8.5.17 um 19 Uhr mit Regisseur Andres Veiel

(6.5.) Film, Entlarvt die Rassisten!, b-movie, 18 Uhr

Rassismus ist keine Randerscheinung, sondern wird auch mitten in der Gesellschaft und der Politik häufig ignoriert oder sogar toleriert. Darauf möchte das B-Movie mit einem Themenabend am 6. Mai aufmerksam machen, zu dem auch diskussionsfreudige Gäste geladen sind (mitreden ausdrücklich erwünscht!).

Gezeigt wird um 18 Uhr der Dokumentarfilm „Der Kuaför aus der Keupstraße“(Foto) über den Nagelbomben-Anschlag auf einen Kölner Frisörsalon im Juni 2004, bei dem die ermittelnden Behörden einen fremdenfeindlichen Hintergrund jahrelang strikt ausschlossen und stattdessen die Opfer verdächtigten. Im Anschluss (um 20 Uhr) beleuchten drei Kurzfilme („Mit Blick auf Wien“, „Normalität 1-10“ und „Dokument Hoyerswerda“) weitere Aspekte dieses Themengebiets. / Foto: Heike Fischer

b-movie
6.5.17, ab 18 Uhr