Hamburger des Monats: Esche Geschäftsführer Andreas Fleischmann

2016 wurde die Esche in Altona eröffnet. Mit kostenlosen Graffiti- und HipHop-Kursen bietet sie Jugendlichen seitdem kreative Freiräume – die momentan schmerzlich vermisst werden. Geschäftsführer Andreas Fleischmann hat das Jugendkunsthaus mit seinem Team konzipiert und aufgebaut

Interview & Foto: Matthias Greulich

 

SZENE HAMBURG: Andreas, Glückwunsch zu fünf Jahren Esche. Stimmt es, dass du vor der Eröffnung Angst hattest, dass keine Jugendlichen zu euch in den Eschelsweg kommen?

Andreas Fleischmann: Das war tatsächlich so. Zum Glück wurden unsere Kurse von Beginn an gut angenommen. Ein Grund des Erfolgs war, dass wir uns genau angeschaut hatten, welche Angebote es in Altona gab. Die richteten sich meist an Sechs- bis 14-Jährige. Also haben wir etwas Weiterführendes gemacht. Relativ früh war klar: Wir wollen eine Art Jugendkunstschule aufbauen, wie es sie besonders in Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend gibt.

Warum habt ihr euch Jugendkunsthaus genannt?

Wir wollten den Begriff Schule lieber rauslassen, um die Kids nicht zu verschrecken. Die Idee ist: Wir sind für alle offen und die Kurse für die Jugendlichen kostenlos. Du musst es dir vorstellen wie eine coole Volkshochschule nur für Jugendliche.

Euer Ziel in der Esche ist es, Freiräume für Jugendliche zu schaffen. Gibt es davon zu wenig?

Ich glaube, es gibt noch zu wenig kreative Freiräume. Der Stellenwert kultureller Bildung könnte in Hamburg höher sein. Nach dem ersten Lockdown lag der Schwerpunkt der Lockerungen in den Schulen bei den sogenannten Kernfächern wie Mathematik, Deutsch und Englisch.

Doch auch kulturelle Bildungsangebote, in denen man zum Beispiel lernt, sich vor einer Gruppe zu präsentieren, ein selbstbewusstes Auftreten zu üben und seine ganz eigene Ausdrucksform zu finden – warum ist das weniger wichtig als Mathematik? Die Jugendlichen brauchen dringend selbstbestimmte Freiräume, in denen sie sich austauschen und ausprobieren können.

 

Jugendliche für Kunst begeistern

 

Füllt ihr mit der Esche eine Lücke aus?

Wichtig war uns, niemandem im Stadtteil Konkurrenz machen. Wir machen kein Töpfern, denn das gibt es im HausDrei, keine Holzwerkstatt, die es damals in der MOTTE gab und keinen Comic-Kurs, denn den gibt es in der GWA St. Pauli.

Stattdessen bieten wir Graffiti-Kurse, Breakdance, HipHop, Gesang, Songwriting und einen Zeichen- und Malkurs für die Älteren – inklusive Mappenvorbereitung. Wir wollen die Jugendlichen nachhaltig für Kunst begeistern. Deshalb bieten wir Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse an. Wir wollen die künstlerische Entwicklung begleiten, machen hier aber keinen Spitzensport.

Wen erreicht ihr?

Jugendliche aus dem Stadtteil, aber auch von weiter her, da wir mit der S-Bahn vom Bahnhof Königstraße gut zu erreichen sind. Einige kommen zu uns, die man nicht durch einen Flyer erreicht, weil wir viel mit Schulen und Jugendeinrichtungen im Viertel kooperieren. Wir richten uns in erster Linie an junge Menschen, die sich keine Mal-, Tanz- oder Gesangsschule leisten können – sind aber offen für alle!

Haben die Kinder und Jugendlichen Schwellenangst?

Das kommt schon vor. Man darf nicht vergessen: Es sind Jugendliche, die in der Pubertät stecken. Die kommen hier rein und sind noch nicht Teil der Tanzgruppe und kommen in den Tanzraum, wo sich alle kennen. Die sind aufgeregt und blass. Einige drehen auch auf der Stelle wieder um.

 

„Each one, teach one“

 

Die Jugendlichen sollen hier also nicht abhängen?

Wir wollen die Kinder zum Machen bewegen. Zum kreativ werden. Zum Selber-was-schaffen. Das haben wir aus dem HipHop: „Each one teach one.“ Diese Methode ist super wichtig. Dass sich die Kids auch gegenseitig etwas beibringen. Das ist hier kein Frontalunterricht, man erschafft etwas gemeinsam. Die Jugendlichen, die anfangs blass in einen Kurs gingen, tanzen uns ein halbes Jahr später voller Stolz die neue Choreo vor.

Ihr sprecht in normalen Zeiten jede Woche 200 Jugendliche an. Wie war es zwischen den Lockdowns, wie ist es jetzt?

Im September waren wir schon fast wieder bei den alten Besucherzahlen. Wir hatten noch einen zusätzlichen Graffiti- und Tanzkurs dazu genommen, weil die Anzahl der jeweiligen Kursteilnehmer durch unser Hygienekonzept kleiner wurde. Aus unserem Förderkreis haben wir Spenden bekommen, um die zusätzlichen Kurse bezahlen zu können. Jetzt bleibt uns nur die Möglichkeit, digital Kontakt zu halten.

Schade, dass du nicht sehen kannst, was sonst hier los wäre. Wir haben normalerweise alle zwei Monate einen Auftritt mit einem Kurs. Altonale, Kampnagel, Mädchenspektakel – alles 2020 ausgefallen. Da wollen wir wieder hin und da werden wir auch wieder hinkommen. Gesang und Songwriting machen wir momentan über Zoom weiter. Bei den Tanzkursen haben wir Videos gemacht. Die Videos können es aber nicht ersetzen, im Tanzraum gemeinsam zu proben.

Sobald wir wieder loslegen können, geht es weiter. Wir scharren mit den Füßen. Die Jugendlichen. Wir vom Team und die freischaffenden Künstler, die in einer schwierigen Situation sind.

Du hast fünf Jahre Esche erlebt. Was waren die schönsten Momente – und gab es auch mal Stress?

Die schönsten Momente waren für mich immer die Sommer- und Winterfeste. Die haben Meilensteine markiert und wir sahen, welche Früchte unsere Arbeit trägt. Zum Glück habe ich auch den Kontakt zu den Jugendlichen und sitze nicht nur im Büro und organisiere. Aber was in den Kursen geprobt und gemacht wird, sehe ich dann erst richtig auf den Festen. Das ist für mich superschön.

Und natürlich gibt es immer mal wieder Stress. Meine Kollegin Tanja Brenner ist nicht umsonst Diplomsozialpädagogin. Wir haben auch Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen, die hier ihr Herz ausschütten. Solche Fälle gibt es immer.

esche.eu


SZENE-März-2021 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, März 2021. Das Magazin ist seit dem 26. Februar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hier gibt‘s was auf die Ohren: 10 Podcasts aus Hamburg

Nicht nur Netflix & Co. boomen in Corona-Zeiten, auch Podcasts sind absolut angesagt und unterhalten die Menschen während der Pandemie. Von Kochanleitungen über Trashtalk bis zu True Crime – Leute lieben es, anderen zuzuhören. Und weil Hamburger bekanntlich die besten Schnacker sind, gibt es hier die Topliste der  10 besten Podcasts aus der Hansestadt

Text: Felix Kirsch

 

Einmal alles, bitte!

Der Genuss-Guide Hamburg von SZENE HAMBURG beschäftigt sich mit allen Aspekten der Kulinarik. In „Einmal alles bitte!“ spricht Gastgeberin und Foodjournalistin Jasmin Shamsi mit Promis, Machern und Experten aus der Gastronomie- und Food-Szene über das Grundbedürfnis des Menschen: Essen und Trinken. Mal zeigen Gastronomen spannende Einblicke in den Alltag eines Restaurants, mal erörtern sie wichtige Themen wie Nachhaltigkeit. Auch Food-Experten kommen zu Wort und schaffen Verständnis für komplexe Themen. Aber auch persönliche Geschichten von Menschen, die, gerade in diesen Zeiten, an ihre Grenzen gehen, werden erzählt. Nach dem Motto: “Einmal alles bitte!”.

 

Gute Leude – Das Hamburg Gespräch

Gemeinsam mit der PR-Agentur Gute Leude Fabrik, dem Radiosender 917 XFM und dem ZEIT Verlag bringt SZENE HAMBURG alle zwei Wochen einen Podcast an den Start. Auf dem Programm steht: Gute Leude erzählen 50 Minuten über die Liebe zu Hamburg, absurde Erlebnisse und bewegte Leben. Hamburger mit Kante, Macher aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur kommen hier vor das Mikrofon. Und sprechen mit dem Chef der Gute Leude Fabrik, Lars Meier, über alles, was nicht nur sie bewegt, sondern auch die ganze Stadt. Dabei gibt es nur eine Regel: Ausweichen gilt nicht! Auf jede Frage gibt’s eine Antwort.

 

Lena & Liberta

„Weil wir uns am liebsten selber reden hören, machen wir aus unserer Leidenschaft eine Professur.“ So begründen die Freundinnen Lena Ledermann und Liberta Haxhikadriu ihre Entscheidung, einen Podcast zu machen. Worum es geht? Um alles und nichts. Die Wahl-Hamburgerinnen sprechen und lachen über Beobachtungen aus dem Alltag, über küchenphilosophische Probleme und das beschwerliche Leben von Mittzwanzigern in der Großstadt. Verpackt wird das Ganze mit einer ordentlichen Portion Latenight-Attitüde. Der optimale Hör-Begleiter für alle Hamburger Millenials.

Backspin Podcast

Für eingefleischte HipHop-Fans ist die gedruckte Backspin eine Institution. Kaum verwunderlich also, dass die Jungs und Deerns aus der Schwenckestraße das Territorium der Podcasts betreten haben – mit Erfolg! Wöchentlich sprechen die Redakteure Niko und Kevin über aktuelle Alben, interviewen Künstler und philosophieren über Trends in der Szene. Regelmäßig hören sie im Format „Track by Track“ in neue Alben und analysieren die einzelnen Songs Schritt für Schritt. Wer HipHop durch und durch fühlt und gerne hinter die Kulissen der Szene lauschen möchte, flowt mit diesem Podcast einfach gut.

 

Ruhestörung ByteFM

„Bei Ruhestörung darf jede*r laut werden“, heißt es in der Podcast-Beschreibung des Radiosenders aus dem Medienbunker. Und diesem Motto wird Host Leonie Möhring wöchentlich gerecht, indem sie Künstler abseits des Mainstreams zu Wort kommen lässt. In Ruhestörung dreht sich alles um Musik. Ob im Backstage-Gespräch bei einem Konzert oder beim Plausch über die Musikszene im Allgemeinen. Auch erfährt der Hörer wie es ist, auf Tour zu sein und von Stadt zu Stadt reisen. Sehr unterhaltend, denn oft werden dabei lustige Anekdoten ausgeplaudert. Ein Muss für alle Musik-Fans, die wissen wollen, warum Mülltüten vor Lampenfieber schützen und was man beim Soundcheck besser nicht sagen sollte.

 

Jede*r Fünfte

Im Podcast der Hamburger Pestalozzi-Stiftung spricht Journalistin und Autorin Wiebke Bökemeier über ein Leben mit einer psychischen Erkrankung. Schon in ihrem Buch „Wir, ‘Kinski’ und ich“ porträtiert sie 14 Menschen mit seelischen Erkrankungen und erzählt vom Kampf im Alltag und welche Herausforderungen täglich gemeistert werden müssen. Der Titel bezieht sich auf eine aktuelle Statistik aus dem Jahr 2020, nach der jede*r fünfte Deutsche an einer psychischen Erkrankung leidet. Und kaum einer spricht darüber. Das ändert sich mit diesem Podcast. Wiebke Bökemeier trifft einmal im Monat auf Experten und Betroffene und schafft damit ein Bewusstsein für alle, die noch nie oder wenige Berührungspunkte hatten. Was geht in Menschen mit Angststörungen vor? Wie erkennt man, ob Angehörige oder Freunde an einer Psychose leiden? Diese und noch mehr Fragen werden im Podcast geklärt. Absolute Hörempfehlung!

 

MillernTon

Hamburg wäre nicht Hamburg ohne den FC St. Pauli.  Im Podcast „MillernTon“ sprechen die Hosts – selber leidenschaftliche Fans der Kiezkicker und Vereinsmitarbeiter – wöchentlich über die sportliche Leistung der Braunweißen, analysieren die vergangenen Spiele und geben dazu ihre persönlichen Einschätzungen ab. Aber ein Podcast über den FC St. Pauli wäre nicht authentisch, wenn nicht auch über wichtige Themen abseits des Rasens gesprochen werden würde. So tauschen sich die Gastgeber auch über aktuelle Probleme der Fankultur, sportpolitische und gesellschaftliche Themen aus. Nicht nur für Fußballfans ein spannendes Hörerlebnis.

 

ZEIT Verbrechen

Im beliebten True-Crime-Podcast „ZEIT Verbrechen“ stellen die Journalisten Sabine Rückert und Andreas Sentker pro Folge einen echten Kriminalfall vor. Dazu gehören sowohl unbekanntere Verbrechen als auch Fälle mit großer medialer Resonanz. Die Kriminalfälle werden von den beiden Hosts chronologisch aufgearbeitet. Dabei greift die jahrelange Erfahrung der ehemaligen Gerichtsjournalistin Sabine Rückert, die dazu beiträgt, dass sich während des Gesprächs nochmal neue Sichtweisen auf die einzelnen Fälle entwickeln – und dabei zeigen sich oft menschliche Abgründe. Wer wissen will, warum eine Frau ihren Mann hinrichten ließ oder warum Zeugen vor Gericht lügen, drückt bestimmt die Play-Taste. Gänsehaut!

 

In extremen Köpfen

In seinem Podcast spricht „Wer wird Millionär“-Gewinner Leon Windscheid mit Menschen, in deren Biographien extreme Situationen eine große Rolle spielen Menschen, die Kapitalverbrechen begangen haben bis zum Extremsportler, der den Adrenalinkick sucht. Windscheid gräbt mit seinen Gesprächspartnern tief in der menschlichen Psyche und stößt dabei immer wieder auf eines: Wahnsinn – im positiven wie auch negativen Sinne. Wer sich für praktische Psychologie und verrückte Geschichten interessiert, sollte auf jeden Fall reinhören.

 

Endlich OM

Auf Wahnsinn folgt Entspannung: In „Endlich Om“ geht es um ein gut gelauntes Leben und wie man dieses erreichen kann. Gesunde Ernährung, Nachhaltigkeit und Selbstliebe stehen an der Tagesordnung. Stefanie Luxat spricht mit Menschen, die ihr geholfen haben, diese Themen in ihren Alltag zu integrieren und ihr so zu einem friedvollen und ausgeglichenen Leben verholfen haben. Nachmachen ist ausdrücklich erwünscht!

 


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1000 Zeilen: Bully Herbig dreht Film über Relotius-Skandal

Michael Bully Herbig verfilmt mit „1000 Zeilen“ den Fall des Journalisten Claas Relotius, der für seine Reportagen gefeiert wurde – bis sich herausstellte, dass sie in großen Teilen erfunden waren

Text: Eira Richter

 

Michael Bully Herbig dreht eine Mediensatire über den größten Presseskandal Deutschlands. Aktuell laufen die Vorbereitungen zu den Dreharbeiten von „1000 Zeilen“, welche im Sommer in München, Berlin, Hamburg und Spanien starten. In den Hauptrollen: Elyas M’Barek („Fack ju Göthe“) und Jonas Nay („Deutschland 83“).

Das Drehbuch von Hermann Florin basiert auf dem Buch „Tausend Zeilen Lüge“ von Juan Moreno, das sich mit dem Relotius-Skandal beschäftigt. Die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein unterstützt die Produktion von UFA Fiction, Warner Bros. und Feine Filme. „Ähnlichkeiten mit unwahren Ereignissen könnten zufällig zutreffen. Die Fakten werden aber mit Sicherheit verdreht, damit’s am Ende stimmt! (Nach Diktat nicht verreist, wegen Lockdown)“, sagt Regisseur Bully Herbig.


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Volker: „Sie schützen die Menschenrechte vor den Menschen“

Volker ist seit sechs Jahren obdachlos und wohnt aktuell im Bedpark Hostel, einem Hotel, das auch Menschen ohne Zuhause beherbergt. Das Winternotprogramm der Stadt Hamburg lehnt er ab

Text & Foto: Markus Gölzer

 

Volker kommt bestens vorbereitet zum vereinbarten Gesprächstermin und händigt neben einer handlichen „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nationen ein selbst verfasstes Pamphlet zu dem Thema aus. Auf den ersten Blick wirkt er hinter seinem langen Bart jünger als 65. Auf den zweiten auch. Antworten kommen schnell und präzise, der Tonfall bleibt entspannt. Wenn er über eine Frage nachdenken muss, wiederholt er sie, um zügig druckreif Stellung zu beziehen. Dabei bewahrt er eine leicht ironische Distanz, auch zu sich selbst.

Wie bei der Schilderung seines Wegs vom Selbstständigen zum Obdachlosen: „Ich hatte ein nicht regelkonformes Hobby: Ich habe mich mit Schwarzfahren beschäftigt. Dann kam irgendwann der Haftbefehl. Für meine Logik und mein Rechtsverständnis muss erst ein Urteil da sein, bevor ein Haftbefehl ausgestellt wird. Ich hätte das die ganze Zeit abwenden können, weil ich immer Geld auf der Seite hatte. Aber die Gerichte haben sich einen Scheißdreck um meinen Widerspruch gekümmert.“ Volker tauchte unter, wurde nach einem halben Jahr am Altonaer Bahnhof abgegriffen, landete im Gefängnis, dann auf der Straße.

Sein altes Leben, samt Bauernhof als Altersruhesitz, ist vorbei. Er hat ein neues bekommen, von dem er hofft, dass er es nach seinen Wünschen gestalten kann. So gründete er einen „Mobilen Trommelkreis“, der gut lief, bis Corona kam. Als weitere Idee würde Volker gern eine Bewegung ins Leben rufen. Eine, die die Ursachen der Obdachlosigkeit bekämpft, nicht nur die Symptome.

 

Sich entfalten können

 

Die Menschenrechte sagen in Artikel 25, dass jeder ein Recht auf eine Wohnung hat. Volker fordert nicht nur Wohnraum, der bezahlbar ist, sondern bedarfsgerecht. Wo sich die Menschen entfalten können, ihr Selbstvertrauen zurückgewinnen: „Was bedarfsgerecht ist, muss jeder Mensch selbst entscheiden. Ich möchte eine Wohnung, wo ich lauter sein kann. Wegen dem Trommeln. Ist ja bekannt, dass das nicht unbedingt leise ist.“ Hierzu würde er gern eine Kundgebung organisieren vor dem Hamburger Rathaus. Seine Vision: Viele Obdachlose kommen zusammen und jeder baut ein Tiny House am Rathausmarkt. Drei Monate lang.

Kraft schöpft er im Café Augenblicke, einem Begegnungscafé, wo er regelmäßig isst und Bekannte trifft. „So richtig Obdachlosentagesstätten mag ich nicht unbedingt. Ich glaube, das bekommt einem nicht so gut. Das hat mit den Gesprächsthemen zu tun. Es sind wenig Gespräche, wie man aus der Obdachlosigkeit wieder rauskommt. Viele haben das Hobby Alkohol. Ich selber trinke keinen Alkohol, auch wenn viele denken, das müsste man als Obdachloser. Das ist Quatsch. Es gibt viele Obdachlose, die keinen Alkohol trinken.“

Ein echtes Langzeitprojekt war die Bearbeitung seines Antrags beim Jobcenter auf Erstattung der Kosten der Unterkunft: über zwei Jahre. Gar nicht schlecht, wenn andere von sieben Jahren berichten. Doch schlecht, weil die Behörden die Situation der Antragssteller genau kennen. Als Hartz-IV-Empfänger bekommt Volker Geld für seinen Lebensunterhalt. Dazu gehören zwingend die Kosten für Unterkunft, die aber Obdachlosen vorenthalten werden. Pünktlich zur Weihnachtszeit wurde der Antrag abgelehnt. Volker geht jetzt in Berufung.

 

„Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

 

Er findet: Der Staat maßt sich an, zu bestimmen, erfüllt aber selbst seine Pflicht nicht. Und zwar das Recht auf eine Wohnung. „Die EU hat die Konvention zum Schutz der Menschenrechte. Und genau das machen sie. Sie schützen die Menschenrechte. Vor den Menschen.“ Auf die Frage, ob das auch für das Winternotprogramm gelte, wird Volker fast ungehalten: „Wir reden hier über Menschenrechte. Ich glaube, da wird die Frage hinfällig. Werden in den Winternotunterkünften die Menschenrechte eingehalten? Haben die da eine Privatsphäre? Ist es ein Menschenrecht, eine Privatsphäre zu haben? Also, worüber reden wir hier?“

Die Antwort liefert er im Einstieg seines Pamphlets: „Die Bundesrepublik Deutschland und ihre Organe und die dafür arbeitenden Erfüllungsgehilfen haben sich dem Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht. Den Beweis können wir jeden Tag sehen: Tausende von Menschen, die obdachlos sind.“


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Anahit Vardanyan: Orientalische Techno-Sets aus Hamburg

Anahit Vardanyan ist Pianistin, Produzentin und Techno-DJ. Vor vier Jahren zog sie von Armenien nach Deutschland. In SZENE HAMBURG spricht sie über den aktuellen Konflikt in ihrer Heimat, unterschiedliche Musikszenen und ihren künstlerischen Werdegang

Interview: Ole Masch

 

SZENE HAMBURG: Anahit, wie kam es dazu, dass du nach Hamburg gezogen bist?

Anahit Vardanyan: Nachdem ich mein Musik-Bachelorstudium in Jerewan erfolgreich abgeschlossen hatte, wollte ich neue Wege für meine Zukunft finden. Ich bin Pianistin und in Deutschland habe ich die Möglichkeit, mich als Musikerin weiterzuentwickeln.

Leider ist es in Armenien schwieriger als Künstlerin international Fuß zu fassen. Für niemanden ist es einfach, seine Heimat zu verlassen, weit weg von Familie und Freunden. Die größte Hürde war und ist die Sehnsucht nach meinem vergangenen Leben.

Hast du noch engen Kontakt in deine alte Heimat?

Obwohl ich in Hamburg wohne, ist meine Verbindung nach Armenien noch stärker geworden. Meine Familie und mein enger Freundeskreis leben dort. Ich besuche sie so oft wie möglich und freue mich jedes Mal da zu sein. Diese kurze, aber intensive Zeit gibt mir Kraft und ist sehr wertvoll für mich.

 

Ehrlich und geradeaus

 

Seit wann legst du auf?

Seit ungefähr zweieinhalb Jahren. In Hamburg hatte ich mein Masterstudium Multimediale Komposition begonnen und anschließend kam die Leidenschaft, aufzulegen. Ich habe dort auch erste Erfahrungen mit dem Produzieren von elektronischen Klängen gemacht, entwickle mich ständig weiter und versuche, meinen einzigartigen Sound zu finden. Dadurch, dass die elektronische Musik sehr vielfältig ist, kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen.

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Mit einem starken Drang zur Dramatik, aber immer ehrlich und geradeaus. Gefüllt mit akustischem Klavierklang, melodischen und orientalischen Elementen.

Hast du schon in Armenien aufgelegt?

Mein letzter Gig war im März 2020 in Jerewan bei der Kitchen Label Night. Ein paar Tage vor dem Lockdown. Dies war auch mein erster Auftritt in Armenien. Es war so eine besondere Atmosphäre, die mir bis heute Gänsehaut bereitet. Das armenische Publikum schenkte mir so viel Liebe und positive Energie.

Kannst du die Technoszene dort in ein paar Sätzen beschreiben?

Die elektronische Musik in Armenien entwickelt sich in großen Schritten weiter. Immer mehr DJs und Producer legen international auf und gründen eigene Labels. Ich bin sehr stolz, wenn ich deren Arbeit sehe und habe die Hoffnung, dass unsere Techno-Community wächst.

Was sind die größten Unterschiede zur deutschen Community?

Berlin als Techno-Hauptstadt prägt das ganze Land und international. Wirtschaftlich ist Deutschland mit den großen Festivals sehr weit vorne. Auch die Hamburger Szene ist eine ganz besondere. Ich hatte schon viele Gigs in den großen Clubs wie Uebel & Gefährlich, Fundbureau, Waagenbau oder Docks.

 

„Ich glaube an die Kraft und den Mut meines Landes“

 

Dass Armenien in letzter Zeit vermehrt in den Schlagzeilen stand, hatte einen ernsten Hintergrund. Kannst du die aktuelle Situation beschreiben?

Letztes Jahr erlebten wir einen Krieg um die Region Berg-Karabach. Die Nachkriegszeit ist sehr schwierig für meine Nation und es ist schmerzhaft zu sehen, wie die Bevölkerung mit den Konsequenzen umgehen muss. Aber ich glaube an die Kraft und den Mut meines Landes. Wir haben schon sehr viele schwierige Zeiten erlebt und werden auch diese Situation meistern.

Welche Auswirkungen hat der Krieg auf dich und dein Umfeld?

Natürlich ist es sehr schmerzhaft, einen Teil deines Landes zu verlieren. Einen Ort, den ich selbst sehr oft besucht habe. Das ist unsere Geschichte und ein Teil unserer Kultur. Sich davon zu verabschieden, ist nicht einfach und die Hoffnung bleibt bestehen.

Findest du die Berichterstattung in Deutschland hierzu angemessen?

Meine ehrliche Meinung dazu ist, dass Deutschland eine zu neutrale Position eingenommen hat. Insgesamt war für mich die Menge an Berichterstattung leider zu wenig. Trotzdem bin ich dankbar für Politiker, Journalisten und Künstler, die darauf aufmerksam geworden sind und ihre internationale Reichweite genutzt haben, um zu polarisieren.

Wie könnte man von Deutschland aus helfen?

Die größte Organisation, die ich empfehle, ist The Armenia Fund. 1994 in Los Angeles gegründet, steuerbefreit, nichtstaatlich und nichtpolitisch. Deren Vision ist ein globales armenisches Netzwerk aufzubauen und Entwicklung zu fördern. Und jeder Mensch, der sich mit diesem Thema auseinandersetzt und die Geschichte von Armenien versteht, ist wertvoll für unsere Zukunft.

Corona ist auch in Armenien ein Thema. Wie geht das Land damit um?

Die Maßnahmen und Beschränkungen sind ähnlich wie in Deutschland. Impfungen werden aktuell noch nicht durchgeführt. Aktuell sinkt aber die Zahl an neuen Fällen und das öffentliche Leben entwickelt sich zur Normalität.

 

Techno zu Corona

 

Du bist als Künstlerin in Deutschland besonders von den Maßnahmen betroffen. Wie hat Corona dein Leben verändert?

Es hat meinen Beruf sehr stark eingeschränkt. Von heute auf morgen wurden alle Auftritte abgesagt und es gab keine Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten. Für eine Musikerin ist es sehr wichtig, die Verbindung mit den Menschen aufzubauen und die Musik zu teilen. Auch finanziell sind alle Einnahmen weggebrochen und ich habe lediglich ein paar Hilfen vom Staat erhalten, die von Monat zu Monat weniger wurden.

Hast du Alternativen gesucht?

Durch engagierte Eventmanager wurden großartige Projekte im Live-Stream umgesetzt. Dadurch ist die Branche weiterhin lebendig geblieben, es wurde sehr viel Herz und Fleiß investiert und durch kleine Spendenaktionen gezeigt, wie stark sie zusammengewachsen ist. Ich habe ein paar Live-Stream-Sets in Berlin, Hamburg und Jerewan gespielt.

Du kannst der Pandemie also auch Positives abgewinnen?

Ja, ich habe viel mehr Zeit gehabt, mich ins Studio einzuschließen, zu musizieren und viele Projekte für die Zukunft geplant. Aber ich kann für alle Künstler sprechen, dass es das Wichtigste ist, vor einem Live-Publikum zu stehen und dessen Reaktion und Liebe aufzusaugen.

Reaktionen erhältst du auch auf Instagram. Dein Account hat über 30.000 Follower. Wie wichtig sind soziale Netzwerke für dich?

Allgemein ist es als Künstlerin wichtig, eine große Reichweite aufzubauen. Ich erreiche Menschen aus verschiedenen Ländern, die Teil der Community sind.

Techno ist nicht nur eine Musikrichtung, sondern auch eine Philosophie, die Menschen zusammenbringt, die eine gleiche Weltanschauung teilt und friedlich kommuniziert. Meine Community gibt in der schwierigen Zeit so viel positives Feedback, was mich immer wieder aufs Neue motiviert.

Welche musikalischen Projekte verfolgst du zurzeit?

Ich habe kürzlich meine EP „Tatev“ auf dem Label Hydrozoa aus Los Angeles releast. Ein Freund und talentierter Produzent, André Winter, hat einen Remix für den Track beigesteuert. Dazu habe ich auch ein künstlerisches Musikvideo herausgebracht. Gebt mir gerne Feedback und schreibt mich an. Ich würde mich freuen.

 

 

Wo können wir im Februar mehr von dir hören?

Ich werde einen Live-Stream mit Oliver Huntemann im Uebel & Gefährlich spielen und ein einstündiges Set bei dem Label Octopus auflegen. Meine Musik ist auf allen Plattformen wie Spotify, Beatport, Apple Music oder Soundcloud zu hören.

 

 

Was planst du für 2021?

Pläne sind schwer zu verwirklichen, wenn es um Auftritte geht. Es gibt einige Booking-Anfragen, nur muss auch der Veranstalter die Situation mit Corona abschätzen. Deshalb nutze ich die Zeit für ein Projekt, welches ich ab Februar in Armenien verwirkliche. Hoffentlich wird es wieder möglich sein, vor einem Live-Publikum zu spielen, denn dies ist meine Leidenschaft und werde ich auch in Zukunft verfolgen.


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Corona in Hamburg: Aktuelle Entwicklungen

Hier fassen wir für euch die aktuellen Entwicklungen und geltenden Corona-Regelungen für Hamburg zusammen

 

Montag, 01. März 2021

In Hamburg wurden 258 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 80,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 282 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 28. Februar 2021

In Hamburg wurden 126 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 78,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 282 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 27. Februar 2021

In Hamburg wurden 203 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 77,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 282 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 26. Februar 2021

In Hamburg wurden 188 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 81,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 287 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 25. Februar 2021

In Hamburg wurden 343 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 79,7 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 290 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 24. Februar 2021

In Hamburg wurden 246 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 71,9 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 311 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 23. Februar 2021

In Hamburg wurden 161 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 71,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 310 Menschen stationär behandelt.

Der Senat hat angekündigt, die Maskenpflicht zu verschärfen. Ab dem kommenden Wochenende sollen Menschen rund um die Alster, an der Elbe, den Landungsbrücken und im Stadtpark auch draußen eine Maske tragen müssen. Diese Regelung soll auch für Eltern auf Spielplätzen gelten. Details werden noch bekannt gegeben.

 

Montag, 22. Februar 2021

In Hamburg wurden 219 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 70,9 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 306 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 21. Februar 2021

In Hamburg wurden 113 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 69,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 306 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 20. Februar 2021

In Hamburg wurden 277 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 69,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 306 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 19. Februar 2021

In Hamburg wurden 154 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 64,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 319 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 18. Februar 2021

In Hamburg wurden 195 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 68,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 322 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 17. Februar 2021

In Hamburg wurden 237 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 68,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 330 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 16. Februar 2021

In Hamburg wurden 151 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 67,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 327 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 15. Februar 2021

In Hamburg wurden 187 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 67,7 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 328 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 14. Februar 2021

In Hamburg wurden 118 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 67,7 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 328 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 13. Februar 2021

In Hamburg wurden 178 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 67,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 328 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 12. Februar 2021

In Hamburg wurden 228 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 67,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 322 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 11. Februar 2021

In Hamburg wurden 194 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 66,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 334 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 10. Februar 2021

In Hamburg wurden 209 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 68,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 338 Menschen stationär behandelt.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich beim heutigen Corona-Gipfel auf folgende Maßnahmen zum ab sofort verlängerten Lockdown geeinigt:

  • der Einzelhandel, die Gastronomie und Kulturbetriebe bleiben bis 7. März 2021 geschlossen – ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien sowie Banken und Sparkassen; Frisöre dürfen ab dem 1. März wieder öffnen
  • die Corona-bedingte Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen und Kitas ist bis 7. März verlängert
  • die geltenden Maßnahmen im Privaten werden zur Eindämmung der Corona-Pandemie bis zum 7. März fortgeführt
  • Bund und Länder sehen die Möglichkeit für weitergehende Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie erst bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von höchstens 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner
  • ⁠die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder wollen am 3. März über weitere Schritte beraten

 

Dienstag, 09. Februar 2021

In Hamburg wurden 162 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 67,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 353 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 08. Februar 2021

In Hamburg wurden 186 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 70,0 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 370 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 07. Februar 2021

In Hamburg wurden 116 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 68,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 370 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 06. Februar 2021

In Hamburg wurden 170 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 69,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 370 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 05. Februar 2021

In Hamburg wurden 221 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 73,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 397 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 04. Februar 2021

In Hamburg wurden 225 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 74,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 405 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 03. Februar 2021

In Hamburg wurden 203 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 75,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 413 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 02. Februar 2021

In Hamburg wurden 209 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 86,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 417 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 01. Februar 2021

In Hamburg wurden 155 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 86,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 416 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 31. Januar 2021

In Hamburg wurden 135 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 88,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 416 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 30. Januar 2021

In Hamburg wurden 249 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 95,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 416 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 29. Januar 2021

In Hamburg wurden 234 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 93,0 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 419 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 28. Januar 2021

In Hamburg wurden 246 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 98,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 437 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 27. Januar 2021

In Hamburg wurden 411 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 101,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 447 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 26. Januar 2021

In Hamburg wurden 206 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 94,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 459 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 25. Januar 2021

In Hamburg wurden 201 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 97,0 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 455 Menschen stationär behandelt.

Der Senat bezuschusst den Kauf medizinischer Masken für Leistungsempfänger. Im Februar 2021 soll die Einmalzahlung in Höhe von 20 Euro für die Monate Februar und März gewährt werden.

 

Sonntag, 24. Januar 2021

In Hamburg wurden 265 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 97,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 455 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 23. Januar 2021

In Hamburg wurden 204 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 90,9 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 455 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 22. Januar 2021

In Hamburg wurden 330 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 100,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 483 Menschen stationär behandelt.

Ab heute, 22. Januar 2021, gilt die neue Corona-Verordnung vom Dienstag, 19. Januar 2021. Bei Verstößen gegen die erweiterte Maskenpflicht wird während einer Übergangsphase bis zum 31. Januar 2021 von einem Bußgeld abgesehen.

Für alle Hamburgerinnen und Hamburger ab 14 Jahren Pflicht ist es Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen unter anderem mit den Standards KN95 oder FFP2 zu tragen.

Auch in Büros und Betrieben sollen sie getragen werden. Erst am Arbeitsplatz dürfen die Masken abgenommen werden, bei mindestens 1,50 Meter Abstand zum/zur nächsten Kollegen/in. Dort wo auf Hamburger Straßen eine Maskenpflicht gilt, reichen auch noch einfache Stoffmasken.

 

Donnerstag, 21. Januar 2021

In Hamburg wurden 306 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 97,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 489 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 20. Januar 2021

In Hamburg wurden 285 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 98,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 506 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 19. Januar 2021

In Hamburg wurden 251 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 104,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 514 Menschen stationär behandelt.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich beim heutigen Corona-Gipfel auf folgende Maßnahmen zum ab sofort verlängerten Lockdown geeinigt:

  • der Einzelhandel (auch Betriebe der Körperpflege (beispielsweise Friseure)) bleiben bis 14. Februar 2021 geschlossen. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien sowie Banken und Sparkassen
  • die Corona-bedingte Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen und Kitas ist bis 14. Februar verlängert
  • private Zusammenkünfte werden – wie schon im Frühjahr 2020– auf nur eine weitere nicht im Haushalt lebende Person reduziert
  • Maskenpflicht verschärft: In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften müssen künftig OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen mit den Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden
  • Arbeitgeber/innen müssen ihren Beschäftigten künftig das Arbeiten im Homeoffice überall dort ermöglichen, wo es die Tätigkeiten zulassen. Ist die Präsenz im Betrieb unabdingbar, sollen den Mitarbeitenden medizinische Masken zur Verfügung gestellt werden
  • Bewegungsradius: In Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche wird der Aufenthalt auf ein Umfeld von 15 Kilometern um den Wohnort reduziert
  • bei Einreisen aus Corona-Risikogebieten wird die Testpflicht verschärft. Es wird generell ein Pflichttest direkt bei Einreise nach Deutschland verlangt. Dieser soll wahlweise innerhalb von 48 Stunden vor der Anreise oder direkt bei Einreise erfolgen. Die zehntägige Quarantänepflicht gilt dann weiter, kann aber auch weiterhin durch ein negatives Ergebnis eines weiteren, frühestens am fünften Tag nach der Einreise vorgenommenen Tests verkürzt werden

 

Montag, 18. Januar 2021

In Hamburg wurden 205 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 111,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 523 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 17. Januar 2021

In Hamburg wurden 146 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 115,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 523 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 16. Januar 2021

In Hamburg wurden 378 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 118,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 523 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 15. Januar 2021

In Hamburg wurden 279 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 117,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 539 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 14. Januar 2021

In Hamburg wurden 324 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 130,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 549 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 13. Januar 2021

In Hamburg wurden 396 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 136,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 570 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 12. Januar 2021

In Hamburg wurden 390 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 146,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 571 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 11. Januar 2021

In Hamburg wurden 273 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 162,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 555 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 10. Januar 2021

In Hamburg wurden 211 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 154,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 555 Menschen stationär behandelt.

 

Samstag, 09. Januar 2021

In Hamburg wurden 353 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 154,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 555 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 08. Januar 2021

In Hamburg wurden 537 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 149,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 566 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 07. Januar 2021

In Hamburg wurden 433 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 137,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 592 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 06. Januar 2021

In Hamburg wurden 579 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 144,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 618 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 05. Januar 2021

In Hamburg wurden 697 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 138,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 607 Menschen stationär behandelt.

Im Impfzentrum in den Messehallen starten die Impfungen gegen das Coronavirus.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich beim heutigen Corona-Gipfel auf folgende Maßnahmen zum ab sofort verlängerten Lockdown geeinigt:

  • der Einzelhandel (auch Betriebe der Körperpflege (beispielsweise Friseure)) bleiben bis 31. Januar 2021 geschlossen. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien sowie Banken und Sparkassen
  • die coronabedingte Aufhebung der Präsenzpflicht an Schulen und Kitas ist bis Ende des Monats verlängert. Eltern sollen sich in diesem Jahr doppelt so lange für Kinder krankschreiben lassen dürfen wie üblich. Das sogenannte Kinderkrankengeld pro Elternteil wird wegen der Corona-Pandemie von 10 auf 20 Tage erhöht. Alleinerziehende können es demnach für 40 statt 20 Tage erhalten
  • private Zusammenkünfte werden – wie schon im Frühjahr 2020– auf nur eine weitere nicht im Haushalt lebende Person reduziert
  • Bewegungsradius: In Regionen mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche wird der Aufenthalt auf ein Umfeld von 15 Kilometern um den Wohnort reduziert
  • bei Einreisen aus Corona-Risikogebieten wird die Testpflicht verschärft. Es wird generell ein Pflichttest direkt bei Einreise nach Deutschland verlangt. Dieser soll wahlweise innerhalb von 48 Stunden vor der Anreise oder direkt bei Einreise erfolgen. Die zehntägige Quarantänepflicht gilt dann weiter, kann aber auch weiterhin durch ein negatives Ergebnis eines weiteren, frühestens am fünften Tag nach der Einreise vorgenommenen Tests verkürzt werden
  • Betriebskantinen sollen nur noch Speisen ausgeben, wenn die Arbeitsabläufe dies ermöglichen

Montag, 04. Januar 2021

In Hamburg wurden 132 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 126,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 569 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 28. Dezember 2020

In Hamburg wurden 153 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 145,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 531 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 27. Dezember 2020

In Hamburg wurden 221 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 153,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 516 Menschen stationär behandelt.

Als erste Hamburgerin hat Karin Sievers die Schutzimpfung gegen Corona erhalten. Die 84-jährige lebt im Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel. 

 

Montag, 21. Dezember 2020

In Hamburg wurden 301 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 158,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 485 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 18. Dezember 2020

In Hamburg wurden 547 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 156,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 491 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 17. Dezember 2020

In Hamburg wurden 485 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 149,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 474 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 16. Dezember 2020

In Hamburg wurden 569 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 150,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 459 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 15. Dezember 2020

In Hamburg wurden 279 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 138,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 441 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 14. Dezember 2020

In Hamburg wurden 303 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 138,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 419 Menschen stationär behandelt.

 

Sonntag, 13. Dezember 2020

In Hamburg wurden 515 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 132,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 419 Menschen stationär behandelt. (Stand: Samstag 12.12.2020)

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich beim heutigen Corona-Gipfel auf folgende Maßnahmen zum harten Lockdown ab Mittwoch, 16. Dezember 2020 geeinigt

  • der Einzelhandel (auch Betriebe der Körperpflege (beispielsweise Friseure)) wird vom 16. Dezmber 2020 bis zum 10. Januar 2021 geschlossen. Ausgenommen sind Lebensmittelgeschäfte, Drogerien sowie Banken und Sparkassen
  • Schulen und Kitas sollen im Zeitraum vom 16. Dezember 2020 bis 10. Januar 2021 schließen – Hamburg plant Aufhebung der Anwesenheitspflicht aber keine Schließung der Schulen und Notfallbetreung bei offenen Kitas
  • es gibt ein An- und Versammlungsverbot zu Silvester und ein Verbot des Verkaufs von Pyrotechnik vor Silvester
  • deutschlandweite Obergrenze der privaten Kontakte (fünf Personen über 14 Jahren aus maximal zwei Haushalten) – vom 24. bis 26. Dezember, also an den Weihnachtsfeiertagen, seien Ausnahmen mit maximal zehn Personen aus mehr Haushalten erlaubt (Voraussetzung sei, dass diese in einem direkten Verwandtschaftsverhältnis stehen)
  • der Verzehr von alkoholischen Getränken im öffentlichen Raum ist vom 16. Dezember bis zum 10. Januar 2021 untersagt und Verstöße werden mit einem Bußgeld belegt

 

Freitag, 11. Dezember 2020

In Hamburg wurden 418 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 123,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 402 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 10. Dezember 2020

In Hamburg wurden 506 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 127,7 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 391 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 09. Dezember 2020

In Hamburg wurden 333 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 117,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 401 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 08. Dezember 2020

In Hamburg wurden 281 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 116,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 386 Menschen stationär behandelt.

  • Hamburg schränkt den Außerhausverkauf alkoholischer Heißgetränke in den Bezirken Altona und Hamburg-Nord ein. Das gilt ab 8. Dezember täglich von 16:00 bis 22:00 Uhr. Die Maßnahmen gelten zunächst bis einschließlich 5. Januar 2021. Eine Übersicht über die Gebiete, in denen die Maßnahmen gelten und weitere Infos gibt es hier: http://t.hh.de/14719372

 

Montag, 07. Dezember 2020

In Hamburg wurden 231 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 117,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 354 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 04. Dezember 2020

In Hamburg wurden 496 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 103,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 333 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 02. Dezember 2020

In Hamburg wurden 326 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 93,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 329 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 01. Dezember 2020

In Hamburg wurden 289 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 95,7 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 320 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 30. November 2020

In Hamburg wurden 150 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 101,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 312 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 27. November 2020

In Hamburg wurden 252 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 116,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 309 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 26. November 2020

In Hamburg wurden 360 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 122,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 314 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 25. November 2020

In Hamburg wurden 363 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 137,9 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 312 Menschen stationär behandelt.

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten haben sich beim Corona-Gipfel auf folgende Maßnahmen geeinigt:

  • Kneipen, Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sollen zunächst bis zum 20. Dezember geschlossen bleiben
  • Der Groß- und Einzelhandel bleibt geöffnet, allerdings mit Maskenpflicht vor Einzelhandelsgeschäften und auf Parkplätzen
  • In Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern soll sich höchstens eine Person je 10 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhalten. Bei Geschäften, die größer sind, darf auf die zusätzliche Fläche dann höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter Verkaufsfläche kommen.
  • Private Zusammenkünfte sind auf den eigenen und einen weiteren Haushalt und in jedem Fall auf fünf Personen zu beschränken
  • Das Silvesterfeuerwerk auf belebten Plätzen und Straßen wird untersagt
  • Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse, abhängig von den regionalen Corona-Zahlen

 

Dienstag, 24. November 2020

In Hamburg wurden 392 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 131,7 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 311 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 23. November 2020

In Hamburg wurden 237 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 133,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 320 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 20. November 2020

In Hamburg wurden 362 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 139,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 315 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 19. November 2020

In Hamburg wurden 659 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 148,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 310 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 18. November 2020

In Hamburg wurden 246 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 148,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 311 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 17. November 2020

In Hamburg wurden 424 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 156,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 306 Menschen stationär behandelt.

  • In Hamburg gelten die Kontaktbeschränkungen von maximal zehn Menschen aus zwei Haushalten nun auch explizit in Fahrzeugen. Bei Versammlungen ab 100 Teilnehmenden müssen Masken getragen werden.

 

Montag, 16. November 2020

In Hamburg wurden 185 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 156,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 273 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 13. November 2020

In Hamburg wurden 535 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 167,9 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 282 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 12. November 2020

In Hamburg wurden 660 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 165,3 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 292 Menschen stationär behandelt.

  • Der Hafengeburtstag 2021 ist abgesagt. Das teilte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann heute mit. Die Pandemieentwicklung sei zu unklar, um ein Event mit einer Million Besuchern durchzuführen.

 

Mittwoch, 11. November 2020

In Hamburg wurden 396 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 164,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 283 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 10. November 2020

In Hamburg wurden 422 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 164,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 264 Menschen stationär behandelt.

  • In der heutigen Landespressekonferenz gab Sozialsenatorin Melanie Leonhard bekannt, dass zur Entlastung der Gesundheitsämter eine “Task Force” aufgebaut werde. In der neuen Zentrale in Wandsbek sollen langfristig bis zu 250 Mitarbeiter an der Kontaktnachverfolgung arbeiten.

 

Montag, 09. November 2020

In Hamburg wurden 298 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 165,9 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 240 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 06. November 2020

In Hamburg wurden 485 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 153,0 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 235 Menschen stationär behandelt.

 

Donnerstag, 05. November 2020

In Hamburg wurden 647 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 149,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 227 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 04. November 2020

In Hamburg wurden 388 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 135,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 222 Menschen stationär behandelt.

 

Dienstag, 03. November 2020

In Hamburg wurden 456 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 136,4 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 204 Menschen stationär behandelt.

  • Die öffentliche Maskenpflicht wurde auf weitere Plätze und Straßen ausgeweitet. Diese 15 Orte sind dazugekommen: Ottenser Hauptstraße, Muharrem-Acar-Brücke (ZOB), das Umfeld des Bahnhofs Altona, Kirchenallee, Heidi-Kabel-Platz, Hachmannplatz, Steintordamm, Steintorwall, Mönckebergstraße, Spitalerstraße, Straße Barkhof, Gerhard-Hauptmann-Platz, Ida-Ehre-Platz, Lange Mühren, BergstraßeMehr Infos zu Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen findet ihr unter hamburg.de/coronavirus/aktuelles

 

Montag, 02. November 2020

In Hamburg wurden 251 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 128,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 163 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 30. Oktober 2020

In Hamburg wurden 410 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 121,8 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 150 Menschen stationär behandelt. Ab 13:00 Uhr informiert Senat in einer Pressekonferenz über die aktuelle Lage:

 

Donnerstag, 29. Oktober 2020

Die Zahl der Neuinfektionen ist leicht gesunken, die Inzidenz allerdings gestiegen: In Hamburg wurden 390 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 119,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 148 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 28. Oktober 2020

In Hamburg wurden 404 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 113,2 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 149 Menschen stationär behandelt.

Nach der heutigen Bund-Länder-Konferenz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verkündet. Ab Montag, 02.11. gelten bundesweit folgende Beschränkungen:

  • Gastronomie, Bars und Clubs müssen schließen
  • Freizeit-Veranstaltungen werden abgesagt.
    Auch Theater, Opern oder Konzerthäuser müssen schließen
  • Es dürfen sich maximal 10 Personen aus zwei Hausständen treffen
  • Schulen und Kitas sollen offen bleiben
  • Freizeit- und Amateursportbetriebe müssen schließen
  • Profisport soll ohne Zuschauer stattfinden. Das gilt auch für die Fußballbundesliga
  • Die Regeln sollen ab Dezember wieder gelockert werden

 

Dienstag, 27. Oktober 2020

In Hamburg wurden 300 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 102,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 140 Menschen stationär behandelt.

 

Montag, 26. Oktober 2020

In Hamburg wurden 339 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 97,5 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 105 Menschen stationär behandelt.

 

Freitag, 23.10.2020

Die Zahl der Corona-Infektionen hat erneut einen Rekord erreicht: In Hamburg wurden 360 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 75,1 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 92 Menschen stationär behandelt. In einer Pressekonferenz informierte der Senat über folgende Beschlüsse:

  • Der Winterdom ist abgesagt
  • Ab Montag gilt eine Begrenzung von privaten Feierlichkeiten auf 10 Personen und 2 Haushalte (Für Patchwork-Familien gilt eine Ausnahmeregelung)
  • Nach wie vor gilt die Sperrstunde von 23 bis 5 Uhr in allen gastronomischen Betrieben. Hinzu kommt ab Montag ein Alkoholausschankverbot von 5 bis 10.00 Uhr, um „Frühclubs“ zu verhindern.

Die gesamte Pressekonferenz könnt ihr hier sehen:

 

Donnerstag, 22.10.2020

Die Zahl der Corona-Infektionen hat einen neuen Rekord erreicht: In Hamburg wurden 276 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz beträgt 64,6 Infektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Zur Zeit werden 79 Menschen stationär behandelt.

 

Mittwoch, 21.10.2020

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Hamburg ähnlich hoch wie gestern: Heute wurden 201 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz liegt damit bei 58,9 Fällen pro 100.000 Einwohner (in 7 Tagen). Zur Zeit werden 72 Menschen stationär behandelt.

  • Gesundheitsminister Jens Spahn ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der CDU-Politiker begibt sich in Quarantäne.

 

Dienstag, 20.10.2020

Die Zahl der Corona-Infektionen ist erneut stark angestiegen: Heute wurden 204 Neuinfektionen gemeldet. Die Inzidenz liegt nun bei 55,4 Fällen pro 100.000 Einwohner.

In einer Pressekonferenz informieren Bürgermeister Peter Tschentscher, Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard und Innensenator Andy Grote über die aktuelle Lage:

 

Montag, 19.10.2020

Hamburg überschreitet 50er-Warnwert: Die Gesundheitsbehörde meldet 93 Neuinfizierte. Damit steigt die Anzahl der Neuinfektionen auf 50,6 Fälle pro 100.000 Einwohnerin den letzten sieben Tagen. Bund und Länder hatten letzte Woche beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn dieser Grenzwert in Regionen überschritten wird. Dazu gehört, dass privaten Feiern auf maximal zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Hausstände begrenzt werden. Eine Sperrstunde für die Gastronomie gilt in Hamburg bereits seit Samstag.

 

Sonntag, 18.10.2020

Heute wurden 162 Neuinfektionen gemeldet. Der Inzidenzwert (Infektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen) liegt somit bei 49,8. Ab einem Inzidenzwert von 50 sollen schärfere Regelungen greifen (siehe unten).

 

Freitag, 16.10.2020

  • In Hamburg gilt ab morgen (Samstag, 17.10.2020) zwischen 23 und 5 Uhr eine Sperrstunde für Gaststätten sowie ein Alkoholverkaufsverbot.
  • Auf privaten Feiern, die drinnen stattfinden, sind bis zu 15 Personen erlaubt. Außerhalb der eigenen Wohnung sind Treffen mit bis zu 25 Menschen erlaubt.
  • Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze sind im Freien mit bis zu 100 Teilnehmern und in geschlossenen Räumen mit bis zu 50 Teilnehmern zulässig.

Zusätzlich wird empfohlen, körperliche Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Seit gestern wurden 160 weitere Neuinfektionen in Hamburg gemeldet. Damit gibt es in Hamburg 42,2 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Ab 50 Infektionen pro 100.000 Einwohnern gelten stärkere Beschränkungen (siehe unten).

Aktuelle Zahlen im Überblick findet ihr unter hamburg.de/corona-zahlen

 

Donnerstag, 15.10.2020

Bund und Länder haben sich auf einheitlichere Regelungen im Umgang mit der Corona-Pandemie geeinigt. Je nachdem, wie hoch das Infektionsgeschehen ist, greifen unterschiedliche Regelungen:

  • In einer Region mit mehr als 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche soll die Maskenpflicht auch im öffentlichen Raum gelten, wenn Menschen eng beisammen sind. In Hamburg wurde dies bereits am Montag umgesetzt.
  • Bei mehr als 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner könnte es eine weitere Ausweitung der Maskenpflicht geben. Außerdem soll dann eine verbindliche Sperrstunde ab 23 Uhr gelten. Private Feiern sollen auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt werden.

Außerdem gilt ab sofort auch in Hamburg eine neue Test-Verordnung:

  • Kontaktpersonen ersten Grades können sich kostenlos testen lassen
  • Das Personal stationärer Pflege-Einrichtungen soll regelmäßig wöchentlich getestet werden
  • Schnelltests sollen eingeführt werden für regelmäßige Reihentestungen in Pflege-Einrichtungen, Krankenhäusern und (Zahn-)Arztpraxen

Weitere Informationen zu Corona-Tests findet ihr unter hamburg.de/faq-tests

 

Montag, 12.10.2020

Ab heute, Montag den 12.10.2020, gilt in Hamburg eine erweiterte Maskenpflicht. Grund hierfür sind die steigenden Infektionszahlen. Auch unter freiem Himmel muss auf folgenden Straßen und Plätzen zu bestimmten Uhrzeiten eine Maske getragen werden:

  • Alma-Wartenberg-Platz und umliegende Straßen (Fr+Sa 19-03 Uhr)
  • Schulterblatt und umliegende Straßen (Fr+Sa+Feiertags 20-00 Uhr)
  • Reeperbahn / Hans-Albers-Platz und umliegende Straßen (Fr+Sa+Feiertags 18-04 Uhr)
  • Landungsbrücken (Mo-Fr 06-18 Uhr, Sa+So 11-18 Uhr)
  • Mühlenkamp (täglich 12-01 Uhr)
  • Steindamm / Strahlsunder Straße / Steintorplatz 8 (täglich 12-22 Uhr)
  • Ballindamm 40 /täglich 15-18 Uhr)

Weitere Infos und Spezifikationen findet ihr unter hamburg.de/coronavirus

 

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Simon Urban über „Wie alles began und wer dabei umkam“

Wer’s erbaulich mag, ist hier falsch: Simon Urbans „Wie alles begann und wer dabei umkam“ ist eine schwarzhumorige Gesellschaftsanalyse und ein tollkühnes Gedankenexperiment

Interview: Ulrich Thiele

 

SZENE HAMBURG: Simon Urban, der Ich-Erzähler ist ein Soziopath. Muss ich mir Sorgen machen, wenn ich mich als Leser hin und wieder indentifiziere?

Simon Urban: Ganz und gar nicht. Aus Autorenperspektive ist das sogar ein großes Kompliment, wenn es gelingt, dass man sich als Leser dabei ertappt, sich mit einer Figur zu identifizieren, obwohl sie Dinge tut oder denkt, die dem eigenen Wertekanon widersprechen. Wir alle tragen ja tabuisierte Gedanken in uns. Wir sprechen sie nur aus naheliegenden Gründen nicht aus.

Justus Hartmann ist angetrieben davon, tabuisierte Haltungen und Empfindun- gen aus den Menschen seines Umfeldes zu kitzeln. Haltungen, „die wir in uns einzuschließen verdammt sind, weil ihre öffentliche Äußerung unsere soziale und ökonomische Existenz erst gefährden und schließlich vollständig vernichten würde“. Wie war das, mehrere Jahre mit so einer Figur zu leben?

Das war eine schöne Zeit, ich habe das sehr genossen! Weil der Charakter eine so große Ehrlichkeit und Unverblümtheit besitzt. Er ist besessen von der Frage, was richtig ist und was falsch und wie man als Mensch und als Gesellschaft damit umzugehen hat. Zugleich ist er ein im besten Sinne amoralischer – oder noch besser: außermoralischer – Charakter.

 

„Was darf man nur denken?“

 

Das hat teilweise fast etwas Tourette-haftes. Er kann einfach nicht anders, als zu sagen, was er denkt. Und so ein Mensch bringt automatisch gesellschaftliche Gefüge, die oft auf Konsens und Behutsamkeit und bestimmte Sprachregeln ausgelegt sind, maximal in Unordnung. Das macht natürlich Spaß, ich empfinde es aber auch als befreiend. Und auch wenn das nicht das Hauptthema des Romans ist, passt es natürlich gut in unsere Zeit. Was darf man in welcher Umgebung offen aussprechen? Was darf man nur denken? Und was darf man vielleicht noch nicht einmal denken?

Sie verhandeln diese Fragen anhand des Rechts. Der Protagonist, ein hochintelligenter Jurastudent, ist mit dem deutschen Gesetz nicht einverstanden, begibt sich auf Weltreise nach Neuguinea und Singapur für ein „Studium der Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in Theorie und Praxis“ und entwirft ein universelles Rechtssystem, das das Leid der Angehörigen eines Opfers ins Strafmaß einberechnet und in dem auch Kategorien wie Rache und die Todesstrafe Platz bekommen. Warum das Recht?

Ein einfacher Grund für mein Interesse an diesem Thema wird sein, dass ich selbst beruflich aus der Art geschlagen bin: Ich komme aus einer Juristenfamilie, meine beiden Eltern waren Richter, sogar mein Großvater und mein Urgroßvater waren schon Richter. Ich bin immer fasziniert gewesen von der Frage, was genau Gerechtigkeit ist und wie sie sich herstellen lässt. Wie ist das Verhältnis des Individuums zu dem rechtlichen System, in dem wir als Angehörige einer Nation zu existieren gezwungen sind? Was passiert, wenn man sich damit nicht in Einklang befindet?

Es ist ja durchaus denkbar, dass es irgendwo auf der Welt ein Rechts- system gibt, dessen Regeln unserem persönlichen Gerechtigkeitsempfinden sehr viel mehr entsprechen als die praktizierte Rechtsprechung, der wir hierzulande unterworfen sind. Wir sind aber qua Geburt genötigt, mit unserem System zu leben, es zu respektieren und zu akzeptieren. Der Held meines Romans will sich damit nicht abfinden. Er tut etwas Unerhörtes, Anmaßendes und nimmt das Gesetzeschreiben schließlich selbst in die Hand.

 

„Mein Held ist gerechtigkeitssüchtig“

 

Er ist alles andere als ein mitfühlender Mensch. Trotzdem kritisiert er eine seiner Meinung nach fehlende Opfer- empathie im deutschen Recht. Einmal sagt er selbst, dass seine Gerechtigkeits- sucht wie eine sexuelle Obsession sei und nicht aus Mitgefühl heraus resultiere. Wie passt das zusammen?

Der Vergleich mit dem Sexualtrieb sagt: Hier geht es um etwas, das uns ausmacht, das intuitiv oder sogar genetisch ist und sich eigenständig meldet. Etwas, das wir letztlich hinnehmen müssen, weil es zu uns gehört.

Ich mag dieses Schopenhauer-Zitat sehr, weil es genau das auf den Punkt bringt: Der Mensch kann tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was wer will. Mein Held ist gerechtigkeitssüchtig und dagegen ist er machtlos, es ist ein Zwang. Wenn er dem deutschen Recht vorwirft, die Opfer nicht ausreichend zu berücksichtigen, tut er das tatsächlich nicht aus Empathie, sondern weil sein Gerechtigkeitsempfinden hier einen Mangel registriert. Ein Soziopath, der Empathie anmahnt, das empfand ich als spannende Konstellation.

Justus ist ein unzuverlässiger Erzähler, man kann ihm nicht ganz trauen. Wie soll man sich zu ihm verhalten?

Ich fürchte, das muss jeder Leser für sich entscheiden. Das Gleiche gilt ja letztlich auch für die Haltungen der Figur. Man kann sich auf seine Gedankenspiele einlassen und ihm ein Stück weit folgen oder sie sofort konsequent zurückweisen.

Was den unzuverlässigen Erzähler angeht, das ist ja letztlich eine grundsätzliche Frage, wenn es um Fiktion geht: Glaube ich das, was mir erzählt wird? Auch wenn es unglaublich ist? Ich schätze, bei Justus sollte man besser auf der Hut sein.

Sandra – eine Freundin des Protagonisten – schreibt in einem Brief von seiner egozentrischen Radikalität, die vielleicht nötig sei, um in unserer heutigen Welt noch das sein zu können, was man sein muss. Was meint sie damit?

Sandra ahnt zwar nur, was Justus zu diesem Zeitpunkt tut, aber sie hat offenbar ein ganz gutes Gespür. Die Formulierung, die Sie zitieren, bezieht sich in erster Linie auf die archaische Rolle, die mein Held sich zunehmend zu eigen macht. Ohne zu viel verraten zu wollen: Er belässt es nicht dabei, neue Gesetze zu verfassen, seine Gerechtigkeitsobsession treibt ihn noch weiter.

Inwiefern eine archaische Rolle?

Wir alle kennen solche Konstellationen aus vornehmlich amerikanischen Filmen. Der Mann, der das Recht in die eigenen Hände nimmt, weil es sonst keiner tut. Allerdings sind das meistens Charles-Bronson-mäßige Typen, die einerseits die physischen Voraussetzungen für ihre Agenda mitbringen, aber zugleich nie den Mund aufbekommen und ihre Gedanken mit uns teilen.

Mein Experiment besteht darin, das Prinzip umzudrehen: Mein Held ist anfangs ein unsportlicher Lappen, der aber permanent reflektiert. Ein Anti-Bronson, wenn man so will. Aber genau deshalb hoffentlich literarisch deutlich interessanter.

 

Archetypen aus dem Superhelden-Genre

 

Der gesamte Roman ist wie eine Genesis, das Ende ist der eigentliche Anfang, wie ja schon der Titel verdeutlicht. Sozusagen „Batman Begins“. Warum diese Vorgeschichte als Hauptprinzip?

Die vermeintliche Vorgeschichte ist hier die Geschichte, weil sie natürlich den mit Abstand spannendsten Teil der Figurenentwicklung erzählt. Wie wird jemand zu dem, was er ist? Die „Batman“-Trilogie von Christopher Nolan nennen Sie völlig zu Recht, denn tatsächlich gibt es einige Parallelen. Aber am Ende sind die Unterschiede in meiner Wahrnehmung größer.

Der Roman orientiert sich zwar an filmischen Strukturen, an Topoi und Archetypen aus dem Superhelden-Genre. Aber weil es hier um Literatur geht, um einen psychologischen Roman, um eine andere Art der Heldenreise, passiert auch mit diesen Zutaten etwas anderes.

Die Figuren und ihre Motivationen sind komplexer, gebrochener, es gibt viel mehr Ebenen und weniger Schwarz-Weiß. Gerechtigkeit und Recht sind komplexe Themen und hier ist Literatur klar im Vorteil. Sie wird dieser Tatsache viel eher gerecht, als es 90 Filmminuten könnten, die am Ende noch durch die Marktforschung müssen.

Hätte der Roman auch kürzer, dichter sein können als die mehr als 500 Seiten, oder braucht es den Platz, um die Entwicklung in ihrer Dauer nachfühlen zu können?

Es brauchte meines Erachtens tatsächlich diese Länge. Ich habe mich ja gerade nicht auf die Machart eines Actionfilm-Charakters beschränken wollen, der die Bühne schon fertig betritt. Auf seine Weise ist „Wie alles begann…“ eben auch ein Entwicklungsroman. Und das braucht Raum. Und weil Gerechtigkeit ein universelles Thema ist, und somit logischerweise größer als Landesgrenzen, hatte ich außerdem Lust, meinen Helden aus einem geografisch eingezirkelten Denkraum ausbrechen zu lassen.

 

Wert der Überforderung

 

Wem würden Sie Ihren Roman empfehlen?

Ich sitze sehr gerne und gut zwischen den Stühlen von E- und U-Literatur. In Deutschland, so mein Eindruck, existiert noch immer eine recht strikte Trennung von Unterhaltungsliteratur und ernsthafter Literatur, anders als beispielsweise in den USA, wo diese Bereiche viel konsequenter und lustvoller verquickt werden, ohne dass sich jemand wundert. Das hat mir immer gefallen.

Für meine Begriffe darf und soll das, was Tiefe erreichen und Existenzielles erzählen will, sehr gut unterhalten. Ich empfinde es sogar als Defizit, wenn Literatur das nicht tut. Was ich versuche, ist also immer EU-Literatur.

In einem Kurzvideo im Rahmen der Hamburger Literaturpreise sagen Sie, dass Sie mit Ihrer Literatur auch überfordern wollen. Worin liegt der Wert der Überforderung?

Die große Möglichkeit der Literatur ist es, sich in menschliche Köpfe und Denkräume vorzutasten, die uns normalerweise nicht zugänglich sind. Das sind Bereiche, die Literatur aufschließen und sichtbar machen kann. Auf diese Weise eine Figur zu begleiten, die sich beispielsweise erdreistet, im Alleingang die Gesetze eines Landes zu verändern, und die auch sonst kein Blatt vor den Mund nimmt, ist sicher immer wieder eine Überforderung, weil es so ruchlos ist. Aber hoffentlich auch: Bereicherung, Erkenntnis, Perspektivwechsel, Spaß am Zynismus und der Verdorbenheit eines Charakters.

Als Leser selbst liebe ich diese Form der Überforderung, ich werde gerne gezwungen, Zeit im Kopf von Personen zu verbringen, die ganz anders sind und ticken als ich. Schließlich sind wir uns in unserem selbst geschaffenen sozialen Umfeld schon zunehmend einig in allen Belangen. Da sollte Literatur uns immer auch mit dem „Anderen“ konfrontieren. Und erbaulich sind ja schon die meisten Fernsehfilme im Öffentlich-Rechtlichen. Ich finde, das reicht.

Simon Urban: „Wie alles begann und wer dabei umkam“, Kiepenheuer & Witsch, 544 Seiten, 24 Euro. Erscheint am 11.2. Die für den 23.2. geplante Autorenlesung im Literaturhaus wird auf März verschoben


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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Hinz&Kunzt: Chefredakteurin Annette Bruhns im Interview

Nach 25 Jahren beim „Spiegel“ übernahm Annette Bruhns die Chefredaktion bei „Hinz&Kunzt“. Im Interview spricht sie über ihre Motivation, die Bedeutung des Magazins für die Hamburger Obdachlosen und was beim Hamburger Winternotprogramm schiefläuft

Interview: Marco Arellano Gomes

 

SZENE HAMBURG: Annette Bruhns, Sie waren 25 Jahre lang beim „Spiegel“ und sind jetzt seit Anfang des Jahres Chefredakteurin bei „Hinz&Kunzt“. Warum?

Annette Bruhns: Weil das für mich einer der coolsten Jobs ist, den der Journalismus zu vergeben hat. Ich habe hier tolle Gestaltungsfreiheiten: 60 Seiten, die ich Monat um Monat mit Themen füllen kann, mit spannenden, relevanten Texten. Und mit Bildern von hervorragenden Fotografen. Die „Hinz&Kunzt“ bietet alles, was ein gutes Magazin ausmacht.

Was ist der größte Unterschied zum „Spiegel“?

Der „Spiegel“hat natürlich irre hohe Standards, die arbeitsteilig organisiert sind, mit eigenem Archiv, Verifikationsabteilung, Justiziariat, Schlussredaktion. Diese Standards habe ich quasi inhaliert. Da muss sich die Redaktion nun beugen – ein wenig zumindest (lacht). Ich habe aber den Eindruck, dass alle dazu auch Lust haben.

 

Professioneller Journalismus und soziales Projekt

 

Was ist in Ihren Augen das Besondere an „Hinz&Kunzt“?

Die „Hinz&Kunzt“ bietet professionellen Journalismus und ist zugleich ein soziales Projekt. Die obdachlosen Verkäufer und Verkäuferinnen sind quasi freie Unternehmer und haben durch den Verkauf der Straßenzeitung Einnahmen sowie eine Struktur in ihrem Alltag.

Das Besondere ist, dass sie den Mitmenschen gegenüber gleichberechtigt auftreten und etwas anbieten können, statt nur um Almosen zu bitten. Dadurch entsteht ein ganz anderer Umgang.

Was möchten Sie anders machen?

Ich kann mich mit dem Bisherigen gut identifizieren und sehe einen langsamen, behutsamen Wandel vor mir. Eine Sache, die wir ändern werden, ist, dass wir weniger Verkäuferinnen und Verkäufer auf dem Cover zeigen, damit nicht der Eindruck entsteht, dass Obdachlosigkeit unser einziges Thema ist.

Dieses Magazin ist ungeheuer vielseitig. Wir sind und bleiben als Projekt eine Lobby für Arme, aber als Magazin fühlen wir uns ganz klar dem unabhängigen Journalismus verpflichtet.

Wird es keine inhaltliche Neuausrichtung geben?

Ich sehe eine Menge Themen, die wir spielen können, ohne den Markenkern zu vernachlässigen. Ich möchte unbedingt Frauen sichtbarer machen, die zwar nicht obdachlos sind, aber bettelarm. Meiner Meinung nach tut Deutschland nicht genug für Ein-Eltern-Familien.

Es wird auch jede Menge Tipps geben, wie man seine Freizeit ohne viel Knete bestreiten kann, nach dem Motto: „Elbinsel statt Elphi“.

 

Digitale Veränderungen

 

Viele Magazine haben an Auflage und Anzeigen verloren. Wie sieht es bei Hinz&Kunzt aus?

Natürlich merken wir, dass die Leute weniger Print lesen. Ich will deshalb, dass wir so schnell wie möglich den digitalen Erwerb der Zeitschrift ermöglichen. Die Verkäufer könnten das Heft mittels eines QR-Code anbieten und die Zahlung digital abwickeln. Wir hoffen, dass Wirtschaftsminister Altmaier, der ja für die Digitalisierung 200 Millionen Euro zur Verfügung stellt, jetzt mal in die Puschen kommt, sodass die Straßenmagazine gemeinsam einen Antrag stellen können.

Ist „Hinz&Kunzt“ bei den Menschen ausreichend präsent?

Nein, deshalb müssen wir die Informationen verstärkt über unsere Website und Social-Media-Kanäle an die Hamburger und Hamburgerinnen herantragen – und das werden wir auch.

„Hinz&Kunzt“ hat schon immer viel Unterstützung von Profis oder Agenturen pro bono bekommen. Das ist großartig! Ich kann mir auch gut vorstellen, ehemalige Kollegen als Autoren zu gewinnen.

Wie wird man eigentlich Hinz&Künztler?

Die Verkäufer und Verkäuferinnen in spe wenden sich dazu an unsere Sozialarbeiter und werden im Vertrieb geschult. Zu Beginn erhalten sie zehn Zeitungen kostenlos. Mit den Gewinnen können sie weitere Zeitungen für 1,10 Euro erwerben und zum regulären Preis von 2,20 Euro verkaufen. Oft kriegen sie etwas mehr drauf. Sie bilden also eine Art Mini-Kapital, das sie vermehren können, wenn sie mit ihrem Geld und den Magazinen gut umgehen. Das ist klassische Hilfe zur Selbsthilfe.

Wir helfen auch dabei, Wohnungen zu finden und stellen Bürgschaften bereit. Niemand ist freiwillig obdachlos. Diese Menschen brauchen Unterstützung, denn das Leben auf der Straße macht mürbe.

Wie sieht die Schulung der Verkäufer aus?

Wir haben Mitarbeiter im Vertrieb, die selbst als Straßenverkäufer angefangen haben. Die geben Ratschläge und können das gut vermitteln. Dazu gehören ganz banale Dinge wie ein höfliches, unaufdringliches Auftreten.

 

„Die Pandemie hat massive Folgen für uns“

 

Wie hat sich Corona auf „Hinz&Kunzt“ ausgewirkt?

Die Pandemie hat massive Folgen für uns. Im April vergangenen Jahres gab es erstmals in der Geschichte des Magazins kein gedrucktes Heft, weil man die Gesundheit aller schützen wollte. Seither gibt es auch gewisse Berührungsängste. Viele Menschen gehen nicht mehr oft aus dem Haus und zahlen nur noch mit Karte oder Handy. Das macht den Verkauf der Zeitschrift schwierig.

Ist Hamburg eine hilfsbereite Stadt?

In Hamburg gibt es – und das finde ich hocherfreulich – ein Bewusstsein für die Nöte der Obdachlosen. Erst kürzlich hat Ulrich Tukur, der „Tatort“- Schauspieler, bei einem Fernsehquiz die Hälfte seines Gewinns in Höhe von 50.000 Euro an „Hinz&Kunzt“ gespendet. Aber auch die unzähligen kleinen Spenden helfen ungemein. Danke!

In Hamburg ist die Unterbringung der Obdachlosen im Winter in die Schlagzeilen geraten – weil seit Silvester fünf Obdachlose durch die Kälte auf der Straße starben (Stand: 20.1.2020). Tut die Politik genug für Obdachlose?

Die Stadt scheint stets darauf zu warten, dass irgendein Mäzen sich der Sache schon annehmen wird, dabei ist es die ureigenste Aufgabe der Politik, den Bedürftigen zu helfen. Man ist unheimlich stolz darauf, dass man die Markthalle als Wärmestube bereitstellt oder die Sammelunterkünfte öffnet, statt sich zu überlegen, dass es in einer Pandemie gefährlich ist, Menschen zusammenzupferchen.

In den Unterkünften des Winternotprogramms schlafen vier Personen und mehr in einem Raum! Dabei hat
das Robert-Koch-Institut vor Sammelunterkünften explizit gewarnt wegen der Infektionsgefahr. Ich hatte für „Hinz&Kunzt“ mit Prof. Dr. Friedemann Weber, dem Leiter der Virologie an der Uni Gießen, über die Unterbringung der Obdachlosen gesprochen. Der sagte: „Was Hamburg da macht, ist ein Rezept für ein Desaster.“

 

Klima der Angst

 

Was ist die Folge dieser Politik?

Die Obdachlosen schlafen wieder auf der Straße, weil sie Angst haben, sich in den Notunterkünften mit dem Coronavirus anzustecken. Diese Menschen sind ja schon oft krank, ihr Immunsystem ist geschwächt. Sie müssten geschützt werden. Das gebietet die Humanität.

Zudem kann es in den Unterkünften rau zugehen. Aber auch auf der Straße herrscht teilweise ein ungeheures Maß an Gewalt. Es wird geschlagen, getreten, geraubt. Da herrscht ein Klima der Angst.

Wie könnte eine gute Lösung aussehen?

Wir plädieren schon lange für kleinere Unterkünfte, die in der Stadt besser verteilt sind. In der Zwischenzeit ist wie im letzten Lockdown die Zivilgesellschaft aktiv geworden und hat Hotelzimmer für Obdachlose gebucht. Ohne die Großspende der Reemtsma Cigarrettenfabriken in Höhe von 300.000 Euro wäre das nicht möglich.

Solche Spenden sind begrüßenswert und zugleich beschämend, weil es eigentlich die Aufgabe der Stadt wäre, sich um die Obdachlosen zu kümmern. Die Sozialsenatorin Melanie Leonhard und die rot-grüne Mehrheit in der Bürgerschaft haben eine Hotelunterbringung im Dezember aber abgelehnt.

Woran liegt das?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass in der Sozialbehörde ein gewisses dogmatisches Denken herrscht, nach dem Motto: Wir machen es denen mal nicht zu bequem, sonst gibt es bald noch mehr Obdachlose …

Drückt sich die Hamburger Politik vor der eigenen Verantwortung?

Der rot-grüne Senat setzt sehr stark auf Freiwilligkeit und Ehrenamt – und das nicht nur bei der Unterbringung im Winternotprogramm, sondern auch bei medizinischen Hilfen. Die Leute, die den Kältebus betreiben oder die medizinischen Praxen für Obdachlose, beklagen schon länger, dass sich die Stadt immer mehr aus ihrer Daseinsvorsorge herauszieht.

 

Verbunden fühlen

 

Gilt für „Hinz&Kunzt“ nun das alte „Spiegel“-Motto: „im Zweifelsfall links“?

Einer unserer Gesellschafter ist die Diakonie. Die würde wohl eher einen Satz erwarten wie: „Im Zweifel mit Gott“ (lacht). Aber im Ernst: Das Thema Armut betrifft letztlich uns alle. Wir alle haben eine soziale Verantwortung, egal, ob wir links oder eher konservativ sind.

Warum sollten die Hamburger „Hinz&Kunzt“ kaufen?

Es ist ein schönes Magazin und zugleich eine großartige Möglichkeit zu helfen. Es geht ja nicht nur um das bloße Kaufen der Zeitschrift: Vielleicht spricht man mit dem Verkäufer oder der Verkäuferin auch mal ein paar Worte. Es hilft ihnen ungemein, sich mit den Mitmenschen verbunden zu fühlen, dazuzugehören. Das sind Menschen, die oft niemanden sonst haben. Wir haben unsere Familie, Freunde, Kollegen. Diese Menschen haben oft keine Familie mehr, keine Heimat, nichts. Sie können jederzeit den Halt verlieren.

hinzundkunzt.de


 SZENE HAMBURG Stadtmagazin, Februar 2021. Das Magazin ist seit dem 28. Januar 2021 im Handel und auch im Online Shop oder als ePaper erhältlich!

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