Verlosung: Tickets für die 8. Phototriennale Hamburg

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Die Triennale der Photographie Hamburg findet seit 1999 alle drei Jahre statt und jährt sich 2022 zum achten Mal. Mit einer großen Anzahl von Fotoausstellungen unter dem gemeinsamen Thema „Currency“ werden aktuelle Tendenzen beleuchtet.

Foto: Baha Targün mit Megafon am Werkstor von Ford in Köln-Niehl, August 1973 (Credit: Gernot Huber)

Die 8. Ausgabe der Triennale der Photographie Hamburg nutzt das Thema Currency, um zum Nachdenken über die heutige Macht der Fotografie einzuladen, Bedeutung über Distanzen hinweg zu vermitteln und in Beziehung zu setzen. Die Ausweitung dieses ökonomischen Begriffs auf Kunst und visuelle Kultur führt zu einer vielschichtigen Auseinandersetzung mit Fotografie und ihrer Beziehung zur Kanonisierung, Klassifizierung, Zirkulation, Wissensproduktion und visueller Autonomie.

Die künstlerische Leiterin Koyo Kouoh wird dabei von einem kuratorischen Team aus Rasha Salti, Gabriella Beckhurst Feijoo und Oluremi C. Onabanjo unterstützt, mit Cale Garrido als kuratorische Koordinatorin. Auftakt des Programms war Lucid Knowledge, ein internationales Symposium, das vom 30. September – 02. Oktober 2021 stattfand. Ab Mai 2022 wird die Triennale einen Ausstellungsparcours in Museen und Institutionen in ganz Hamburg inszenieren (20. Mai – 18. September 2022), der während des Eröffnungswochenendes (20. – 22. Mai 2022) und der Festivalwoche (2. – 6. Juni 2022) aktiviert wird. In der Festivalwoche wird auch die Triennale Expanded eröffnet, eine Plattform, die sich der Hamburger Fotografieszene widmet, die Austausch und Begegnungen in der ganzen Stadt ermöglicht.

Elf Kunstinstitutionen

Zu den an der 8. Ausgabe der Triennale der Photographie Hamburg beteiligten Institutionen gehören: das Bucerius Kunst Forum, die Deichtorhallen Hamburg mit dem Haus der Photographie, der Halle für aktuelle Kunst und der Sammlung Falckenberg, die Hamburger Kunsthalle, das Jenisch Haus, das Kunsthaus Hamburg, der Kunstverein in Hamburg, das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt, das Museum der Arbeit, das Museum für Hamburgische Geschichte und das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. Insgesamt führen Kunstausstellung, Talks, Führungen, Performances und Filmevorführungen auf dem Programm durch das Thema „Currency“.

phototriennale.de


Wir verlosen 2×2 Tickets für das Festival inklusive je ein Triennale Guide!

Die Tickets beinhalten den Eintritt zu den Ausstellungen und Veranstaltungen der Triennale während des Festivals vom 2. bis 6. Juni 2022.

Wie ihr mitmachen könnt? Na so:

Hamburg Umland: Echt schön

Wer heute in die Pfingstferien startet, entdeckt sie jetzt schon: Die schönsten Ziele im Hamburger Umland. Für alle anderen gibt es das 9-Euro-Ticket. Mit diesem kann man von 1. Juni bis 31. August 2022 in ganz Deutschland Regionalbahn und Nahverkehr nutzen, so viel man will. Also auf geht’s ins Hamburger Umland. Wir zeigen die zehn schönsten Ziele, die in zwei Stunden vom Hamburger Hauptbahnhof erreichbar sind

Text: Felix Willeke

Lüneburger Heide: Landschaft mit Schaf

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Die Heidschnucken sind typisch für die Lüneburger Heide (Foto: www.lueneburger-heide.de)

Die Lüneburger Heide kennen vermutlich die meisten, doch ihre Größe überblicken nur die wenigsten. Über 200 Quadratkilometer ist die Naturlandschaft groß und erstreckt sich dabei vom Hamburger Süden bis nach Celle. Wer sie komplett und möglichst naturnah erleben möchte, für den eignet sich der Heidschnuckenweg. Der Wanderweg erstreckt sich über 13 Etappen und 223 Kilometer von Hamburg bis nach Celle. Für diejenigen, die nur einzelnen Abschnitte laufen wollen empfehlen sich die ersten beiden Etappen über insgesamt 41 Kilometer. Mit Start in der Fischbeker Heide (S-Bahn bis Neugraben) geht es über Buchholz in der Nordheide bis nach Handeloh – hier empfiehlt sich eine Rast im „Der Schafstall“ im Büsenbachtal, nur eine Bahnstation vor Handeloh. 

Hin mit der S-Bahn und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Neugraben rund 30 Minuten und zurück von Handeloh rund eine Stunde

Lüneburg: Auf Salz gebaut

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Hier riecht es förmlich noch nach Hanse, am Stint in Lüneburg (Foto: Lüneburg Marketing GmbH)

Es war einmal ein Jäger, der erschoss eine Wildsau, in ihrem Fell entdeckte er Salzkristalle und so begann die Geschichte. Welche Geschichte? Die Geschichte der Stadt Lüneburg als Salzstadt in Norddeutschland. Das „weiße Gold“ verschaffte der Stadt Reichtum und durch die Mitgliedschaft in der Hanse profitierte sie umso mehr. Diesem Umstand verdankt Lüneburg auch seine Altstadt. Die Häuser rund um „Am Sande“ und das Rathaus zeugen von der ruhmreichen Zeit in der Hanse. Besonders vom naheliegenden Kalkberg lässt sich die Altstadt gut überblicken. Auch sonst gibt es in Lüneburg – angetrieben von einer lebhaften Studierendenszene – einiges zu sehen. Sei es per Kanu oder Kayak von der Ilmenau aus, zu Fuß auf den Spuren der Geschichte und bekannter Fernsehserien oder mit dem Rad auf dem Weg zum Schiffshebewerk Lüneburg-Scharnebeck.

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Lüneburg rund 40 Minuten

Lübeck: Die echte Hanse

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Der Malerwinkel: Einer der schönsten Orte in Lübeck (Foto: LTM/Olaf Malzahn)

Was hat die kleine Stadt an der Trave dem großen Nachbarn Hamburg voraus? Eine richtige Altstadt. Wurde Hamburg im Zweiten Weltkrieg großflächig zerstört und nur zum Teil wieder aufgebaut – ja, der Große Brand spielt hier auch eine Rolle –, sieht es in Lübeck noch aus wie im 13. und 14. Jahrhundert, zur Blütezeit der Hanse. Lübeck war damals als Hauptort der Hanse die wichtigste Handelsstadt in Nordeuropa. Die übrig gebliebenen Gebäude kann man auf der kleinen Insel in der Trave bis heute bewundern. Dazu gibt es bestes Marzipan und eine Brise Meeresluft von der Ostsee. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Lübeck rund 45 Minuten

Das Alte Land: Der Apfel ruft

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Im Alten Land stehen noch viele traditionelle Höfe, die modernen Obstanbau betreiben (Foto: Andreas Garbrecht)

Im Frühjahr blüht es von Buxtehude bis Stade und im Herbst wird geerntet. Dazwischen lässt sich der Sommer im Alten Land genießen. Die weiten Apfelbaumreihen reichen hier bis zum Horizont. Dazwischen immer wieder kleine Höfe, die zum Einkehren und Übernachten einladen. Dazu gibt es das Ganze direkt vor der Haustür Hamburgs. Zwischen Buxtehude und Stade ist es fast egal, wo man aussteigt, oft sind es nur wenige Meter bis zu den ersten Apfelbäumen. Und wer ein bisschen mehr Zeit mitbringt, schwingt sich aufs Rad. Es gibt kaum eine bessere Variante, als das Alte Land auf zwei Rädern zu erfahren. So sind es vom S-Bahnhof Neukloster nur knappe 30 Minuten bis nach Jork, der heimlichen kleinen Hauptstadt des Alten Landes.

Hin und weg mit der S-Bahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Neukloster rund 45 Minuten

Bremen: gemütlich

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In Bremen gibt es viele schön kühle Gassen zu entdecken (Foto: Ingrid Krause/BTZ Bremer Touristik-Zentrale)

Warum Bremen? Ganz einfach: Weil es sich lohnt! Bremen ist zwar das kleinste Bundesland und wird häufig übersehen, allerdings völlig zu Unrecht. Von Hamburg aus eignet sich die Stadt an der Weser perfekt für einen Tagesausflug. Vom Bahnhof geht es durch die Parkanlagen am Wall schnurstracks an die Weserpromenade. Wer diesen Weg zwischen dem 13. und 17. Juli 2022 wählt, landet direkt im Trubel, denn dann ist Breminale, das fünftägige Open-Air-Kulturfestival am Osterdeich. Eben diesen Osterdeich geht es jetzt gen Süden. Nur ein paar hundert Meter flussaufwärts an der Weser entlang und man erreicht „Das Viertel“, Bremens wohl schönstes und ursprünglichstes Quartier. Hier lässt es sich bestens beim Kaffee entspannen oder durch die kühlen Gassen schlendern und wer dann noch einen Absacker braucht, lässt sich im „Wohnzimmer“ direkt um die Ecke in eines der gemütlichen Sofas fallen. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Bremen rund 70 Minuten

Kiel: Die Unterschätzte

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Die Füße im Sand am Falckensteiner Strand in Kiel (Foto: Marketing/Jens Koenig)

Kiel, das ist Waschbeton und einmal im Jahr die Kieler Woche. Damit wären die Klischees abgehakt, kommen wir zur Wahrheit: Kiel ist eine Großstadt direkt am Meer und wirklich schön. Selbstverständlich ist die Kieler Woche (18. bis 26. Juni 2022) ein großes Highlight im Jahr, doch auch sonst gibt es viel zu erleben und zu sehen. Sei es ein Konzert in der Freilichtbühne Krusenkoppel oder die Fahrt mit der Hafenfähre an die Strände von Laboe und Friedrichsort – die Fährfahrt ist im 9-Euro-Ticket enthalten. Besonders empfehlenswert ist ein Spaziergang an der östlichen Fördeseite. Mit der Fähre geht es nach Mönkeberg, die Sonne im Gesicht und das Wasser im Blick führt der Weg bis nach Laboe. Auf den knapp zehn Kilometern lässt es sich auch bestens einkehren, wie im Strandrestaurant „Kiek ut“ und zum Schluss gibt es bei der Mobilen Fischräucherei in Laboe die wohl besten Fischbrötchen der Region. Aber Vorsicht, den Möwen schmecken sie auch! 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Kiel rund 75 Minuten

Brodtner Ufer: Meer sehen

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Vom Brodtner Ufer schaut man in die Weite der Lübecker Bucht (Foto: Felix Willeke) 

Lübeck-Travemünde und Timmendorfer Strand kennen vermutlich viele. Zwei Orte an der Ostsee, die in der Sommerzeit von Touristen überlaufen sind. Dazwischen liegt jedoch eine echte Ruheoase: das Brodtner Ufer. Natürlich sind hier, besonders am Wochenende, auch viele Menschen unterwegs. Wer aber die Steilküste erst mal erklommen hat, wird vom Blick entschädigt. Vor einem liegt die weiter der Lübecker Bucht. Bei gutem Wetter kann man problemlos Grömitz und den Hansa-Park im Westen und das Schlossgut Gross Schwansee im Osten sehen. Mit ein bisschen Glück lässt sich sogar die Fehmarnsundbrücke erahnen. Wer vom Bahnhof Timmendorf Strand startet, läuft bis zur Haltestelle in Travemünde Strand rund zwölf Kilometer. Auf der gesamten Strecke laden Cafés und Buden zur Pause ein. 

Hin und weg mit der Regionalbahn über Lübeck, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof rund 80 Minuten

Schwerin: Geschichte und Gegenwart

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Der Schweriner Schlossgarten ist eine wahre Oase (Foto: Volker Koehn/erlebnis-mv.de)

Die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ist zugleich die Landeshauptstadt. In Schwerin sitzt der Landtag nämlich nicht irgendwo, sondern im „Neuschwanstein des Nordens“, dem Schweriner Schloss. Das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert – in der heutigen Form existiert es seit 1857 und nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es umfassend restauriert – ist das wohl bekannteste in Schwerin. Im Sommer finden hier direkt am See die Schlossfestspiele statt und nicht weit entfernt gibt es auf der Freilichtbühne im Schlossgarten Jahr für Jahr große Konzerte. Auch darüber hinaus zeigt Schwerin sich im Sommer von der besten Seite. Von Wasser umgeben lässt es sich herrlich durch Gassen schlendern und das Residenzensemble Schwerin bewundern, dass sich um den Status als UNESCO-Welterbe bewirbt. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Schwerin rund 90 Minuten

Plöner See: Ein bisschen Kanada

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Fast wie in Kanada: der Plöner See (Foto: unsplash/Lisa Fecker)

Wasser kann der Norden und mit dem Schweriner See, Ratzeburger See oder Lütjensee gibt es auch im Inland viel kühles Nass. Aber wohl nirgendwo ist es so schön wie am Plöner See. Der sechstgrößte See Deutschlands liegt in der Mitte der Holsteinischen Schweiz und umgeben von Hügelland und Wald wird diese Region auch von einigen Klein-Kanada genannt. Das mag vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen sein, doch hat der Plöner See für jeden etwas zu bieten: Vom Paddeln, über Angeln, Segeln, Schwimmen und Tauchen ist hier fast alles möglich. Außerdem ist Plön einer der Spielstätten des Schleswig-Holstein Musik Festival. Wen es hingegen mehr in die Natur zieht, für den sind die Campingplätze rund um den See ein ideales Ziel. Oft kann man hier auch Boote mieten und damit auf Erkundungstour gehen. Wer sich dann in der Mitte des Sees in Richtung eines Waldstücks dreht und die Augen schließt hört nur das Wasser, den Wind und fühlt sich vielleicht sogar ein bisschen wie in Kanada. 

Hin und weg mit der Regionalbahn über Lübeck, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Plön rund 100 Minuten

Cuxhaven und Neuwerk: Watt? Nordsee!

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Ein einzigartiges Erlebnis: eine Wattwanderung zwischen Cuxhaven und Neuwerk (Foto: Mediaserver Hamburg/Ingo Boelter)

Auch wenn das kleine Cuxhaven ein eher industriell geprägter Ort ist, kann man hier bestens verweilen. Vom Bahnhof gelangt man direkt zum Hafen, von wo aus die Fähren unter anderem nach Helgoland ablegen. Nur ein paar Kilometer weiter steht die Kugelbarke. Sie markiert die Mündung der Elbe in die Nordsee und ist zugleich der Beginn des kilometerlangen Sandstrandes der Stadt. Über fast fünf Kilometer gibt es hier Sand, Strandkörbe und vor allem Watt. Cuxhaven ist einer der Orte, an dem die Gezeiten am besten zu beobachten sind. Wenn das Meer sich einmal am Tag zurückzieht, legt es eine riesige Fläche Watt frei. Für die Sportlichen ist dies die Gelegenheit eine richtig lange Wattwanderung zu machen. In drei bis dreieinhalb Stunden erreicht man von hier aus die Nordseeinsel Neuwerk, die zu Hamburg gehört – zurück geht es dann nur noch mit der Fähre. Bei dieser Wanderung empfiehlt es sich allerdings, sie geführt zu machen und auf die Erfahrung eines Guides zu vertrauen, denn das Meer kommt manchmal schnell als man denkt

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Hauptbahnhof nach Cuxhaven rund 1:45 Stunden

Sylt: Für die mit mehr Zeit (und Geld)

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Ein Morgen im Sommer in Sylt: Die Ruhe genießen (Foto: unsplash/Michael Kleinjohann)

Welch Panik: Mit dem 9-Euro-Ticket kommen die Billigurlauber nach Sylt und machen die schöne Insel kaputt! So hieß es eine Zeit lang, doch was soll man auf Sylt kaputt machen? Einer Insel, auf der es wegen der hohen Preise kaum noch einheimisches Leben gibt, die mit Sandaufspülungen am Leben gehalten werden muss und bei der man für die Anreise mit der Bahn traditionell fast immer Verspätungen einrechnen muss… Aber trotzdem ist Sylt wunderschön. Sei es das Rote Kliff in der Abendsonne, die Surfer die vor Westerland über die Wellen flitzen oder der Ausblick von der Uwe-Düne an einem Sonnentag, Sylt hat auch außerhalb der teuren Orte wie Kampen oder Keitum echt viel zu bieten. 

Hin und weg mit der Regionalbahn, Fahrtzeit ab Altona nach Sylt rund 3,5 Stunden

Das 9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket ist ab dem 23. Mai 2022 in ganz Deutschland erhältlich. Für neun Euro pro Monat kann man damit vom 1. Juni bis 31. August 2022 den gesamten Nahverkehr sowie die Regionalbahnen nutzen. Ausgenommen sind Fernzüge und einige Privatbahnen. Erhältlich ist das 9-Euro-Ticket an allen Automaten und in der HVV-App. Menschen, die eine Monatskarte oder ein Semesterticket haben, brauchen sich jedoch nicht um das Ticket bemühen. So gelten beispielsweise Semestertickets automatisch als 9-Euro-Ticket und kosten in diesem Zeitraum auch nur 9 Euro pro Monat – der Differenzbetrag soll später erstattet werden. Damit steht einem Sommer im Hamburger Umland nichts mehr im Wege (außer Verspätungen natürlich).


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Coachella und Straßenkonzerte: Meute im „Taumel“

Vom Dach der Elbphilharmonie auf die Bühne des legendären Coachella Festivals: Die Hamburger Techno-Marching-Band Meute bewegt mittlerweile Massen und landet mit ihren Videos von spontanen Guerilla-Konzerten regelmäßig virale Hits. Wir haben mit dem Gründer, Manager und Trompeter der Band, Thomas Burhorn, über den großen Erfolg, spektakuläre Kulissen und den Bezug zur Hansestadt gesprochen

Interview: Henry Lührs

SZENE HAMBURG: Thomas, unsere Gesellschaft ist geprägt von Digitalisierung, Automatisierung und künstlicher Intelligenz. Techno mit Blasinstrumenten zu produzieren trifft dennoch offensichtlich den Nerv der Zeit. Oder gerade deswegen?

Thomas Burhorn: Es kann wirklich genau deswegen so sein. Wir machen Roboter wieder arbeitslos. Wir machen die Arbeit, die eigentlich ein Computer macht, wieder mit der Hand. Die Tatsache, dass Digitalisierung so voranschreitet weckt eine besonders große Sehnsucht nach dem Handgemachten. 

2015 hast du die elfköpfige Band zusammengetrommelt. Ab und zu gab es kleine personelle Fluktuationen, aber der Kern ist über die Jahre gleich geblieben. Wie schwer ist es die Meute zusammenzuhalten? 

Es ist auf jeden Fall Arbeit, so eine große Gruppe zusammenzuhalten. Da nicht immer alle können, spielt ab und zu eine Vertretung. Wir müssen als Band immer wieder viel miteinander sprechen und aushandeln, wer wie viel Platz für sich hat und wie man miteinander umgeht. Da bedarf es einer besonderen Energie von allen. Die haben wir aber, deswegen klappt das auch so gut mit uns. 

„Wir machen andere Musik, als die meisten Künstler:innen dort.“

Ihr habt kürzlich auf dem legendären Coachella Festival in Los Angeles  neben Superstars wie Harry Styles und Billie Eilish gespielt. Was war das für ein Gefühl? 

Es hat sich auf jeden Fall richtig angefühlt. Wir machen andere Musik, als die meisten Künstler:innen dort. Gleichzeitig sind wir genau am richtigen Ort. Das Publikum hat das, was wir machen, sofort verstanden und abgefeiert. Es hat gepasst!

In einem Interview hast du mal gesagt, dass ihr bis 2024 zu den erfolgreichsten zehn Deutschen Bands neben Rammstein usw. gehören wollt. Ihr seid auf einem ganz guten Weg, oder? 

Das sind Ziele, die wir uns mal mit einem kleinen Augenzwinkern gesetzt haben. Natürlich ist das auch nicht so leicht zu messen. Aber immerhin sind wir als deutsche Band im Ausland unterwegs, das ist schon mal ganz gut. Wenn wir es schaffen so weiterzumachen wie bisher und dabei unsere gute Laune behalten, dann bin ich happy. 

„Damit setzen wir hoffentlich auch ein kleines Zeichen dafür, dass jeder Ort für jeden Künstler oder jede Künstlerin eine Bühne sein kann.“ 

Ihr habt in Hamburg schon in spektakulären Locations gespielt. Zum Beispiel auf dem Dach der Elbphilharmonie, auf der Viktoria Kaserne in Altona oder im Kraftwerk Bille. Vor ein paar Tagen habt ihr ein Video veröffentlicht, wo ihr durch den Hamburger Hafen marschiert. Wie sucht ihr euch diese Kulissen aus? 

Manchmal machen wir einfach ein Video dort, wo wir zufällig in der Stadt unterwegs sind. Wir versuchen aber auch dahin zu gehen, wo es schön aussieht. Manchmal ergeben sich solche Dinge wie unsere Dach-Konzerte auch einfach.

Mit diesen verschiedenen Szenerien versuchen wir zu unterstreichen, dass wir als akustische Straßenband eigentlich überall spielen können. Damit setzen wir hoffentlich auch ein kleines Zeichen dafür, dass jeder Ort für jeden Künstler oder jede Künstlerin eine Bühne sein kann. 

Gibt es einen Ort, an den du dich besonders gern zurückerinnerst? 

Ich genieße, dass wir an verschiedenen Orten sein können und dass fast alles möglich ist. Egal ob auf der Elbphilharmonie, der Konzertbühne oder in der Fußgängerzone. Neulich haben wir bei der USA-Tour in Venice Beach am Strand gespielt, ein anderes Mal beim Trebur Open Air in einem Swimming Pool. Insofern gibt es gar nicht den einen Lieblingsort.

„Bei der Performance auf der Straße ist es unfassbar ehrlich“

Spontane Guerilla-Konzerte spielt ihr regelmäßig. Was ist für dich der größte Unterschied von einer konventionellen Bühne zu der Performance auf der Straße? 

Bei der Performance auf der Straße ist es unfassbar ehrlich. Wenn die Leute das nicht interessiert, was wir machen, gehen die einfach weiter. Das hat natürlich noch mal eine ganz spezielle Energie. Mit dem eigenen Handwerk muss man sich das Publikum immer wieder erspielen und wirklich etwas machen, was den Leuten richtig zusagt. Wenn wir jetzt ein großes Konzert spielen, dann sind da in der Regel schon Leute gekommen, um uns zu sehen. Aber uns macht beides großen Spaß. 

„Letztendlich spielt es keine große Rolle, wo wir herkommen“

Ihr tretet bewusst als internationale Band auf. Trotzdem seid ihr mit der Hansestadt eng verwurzelt. Wie wichtig ist dir die Identifikation mit Hamburg?

Ich bin nicht so der Lokalpatriot. Anderseits wohne ich seit 20 Jahren wahnsinnig gerne in Hamburg. Hier gibt es eine riesige Musik- und Elektronik Szene, Musikrichtungen und Kulturen vermischen sich. Natürlich sind auch wir irgendwie ein Produkt dieser Stadt. Andererseits sind wir kein Fußballverein und es spielt letztendlich keine große Rolle wo wir herkommen. 

Das Covern und Samplen anderer Songs ist ein elementarer Teil eurer Musik. Gibt es einen Song, den du in Zukunft unbedingt mit Meute covern möchtest? Kannst du uns vielleicht sogar schon verraten, welcher Song als nächstes dran ist? 

Im November kommt unser Album raus. Monat für Monat werden wir jetzt einzelne Songs veröffentlichen. Da sind auch wieder Coverversionen dabei, teilweise von Leuten, die wir noch nicht gekannt haben, aber auch von alten Bekannten. Mehr verrate ich aber nicht.

Das neue Album heisst „Taumel“. Der Duden beschreibt das Wort mit einem rauschhaften Gemütszustand. Trifft das auch auf euer Album zu?

Ach, das ist ja gut! Die Beschreibung trifft auf jeden Fall auf das zu, was wir mit unserer Musik und auf Konzerten erreichen wollen. Dem ist eigentlich gar nichts hinzuzufügen. 

„Taumel“ von Meute erscheint am 18. November 2022 auf dem Label „Tumult“


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„Jetzt Bayern, Dortmund oder den HSV“

Der FC Teutonia 05 gewinnt das Lotto-Pokalfinale und träumt von einem großen Gegner im DFB-Pokal

Text: Felix Willeke

„Altona hat ein tolles Spiel gemacht“, sagte Jan-Philipp Rose, Trainer vom FC Teutonia 05 nach dem Pokaltriumph gegen Altona 93. In der Tat schlug sich der Absteiger aus der Regionalliga Nord sehr gut im Lotto-Pokalfinale gegen die Teutonen aus Ottensen. Teutonia 05 ging als klarer Favorit in das Spiel. Schließlich hatten sie in der Saison beide Duelle gegen Altona 93 gewonnen. So überraschte es nur wenige, dass Teutonia schon nach zwei Minuten das 1:0 vor knapp 3.000 Zuschauer:innen erzielte – Fabian Istefo verwandelte einen frühen Strafstoß sicher. Auch in den kommenden Minuten war Altona immer einen Schritt zu spät. Das 2:0 für Teutonia nach einem Kopfball durch Can Düzel in der 14. Minute schien die logische Folge. „Wir haben die ersten zehn Minuten verpennt“, sagte Noah Gumpert von Altona 93 nach dem Spiel.

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Altona 93 versuchte in der 2. Halbzeit alles, um noch zum Ausgleich zu kommen, doch Teutonia 05 brachte die Führung über die Zeit (Foto: Erik Brandt-Höge)

Aufbäumen und Verwaltungsmodus

Nach dem Seitenwechsel versuchte Teutonia mit dem 2:0 im Rücken den Vorsprung zu verwalten und Altona 93 kam immer mehr ins Spiel. In der 62. Minute war es dann soweit: Noah Gumpert schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck zum 1:2 und bei den knapp 1.000 Fans von Altona keimte Hoffnung auf. Jedoch die mangelnde Chancenverwertung und ein guter Malte Schuchardt im Tor von Teutonia verhinderten den Ausgleich.

Erster Triumph und Abstiegsfrust

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Freuen sich über den Sieg im Lotto-Pokal: Der FC Teutonia 05 (Foto: Erik Brandt-Höge)

So feiert der FC Teutonia 05 seinen ersten Pokalerfolg im ersten Finale der Vereinsgeschichte. Währenddessen verpasste Altona 93 den ersten Einzug in den DFB-Pokal seit 1993/94. „So wie wir spielen, müssen wir das Spiel gewinnen. Natürlich sind wir total enttäuscht“, sagte Richard Golz, Sportdirektor von Altona, nach dem Abpfiff.

Bei Teutonia hingegen herrscht Euphorie und das zurecht. Spielte der Club noch vor sechs Jahren in der sechstklassigen Landesliga, können sie sich in der kommenden Saison auf ein Spiel im DFB-Pokal freuen. „Bayern, Dortmund oder HSV, wäre auch ein geiles Spiel“, sagte Ridel Monteiro, Mittelfeldspieler von Teutonia 05 nach dem Abpfiff. Das Team aus Ottensen blickt jetzt gespannt auf den 29. Mai 2022 um 19.15 Uhr, dann wird die erste Runde des DFB-Pokal 2022/23 live in der ARD ausgelost – gespielt wird zwischen dem 29. Juli und 1. August 2022. Unterdessen wartet auf Altona 93 eine Saison in der Oberliga. Beide Teams werden sich nach dieser Saison neu aufstellen, so auch Teutonia-Trainer Jan-Philipp Rose, er verlässt den Verein.

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Standen sich im Lotto-Pokal-Finale gegenüber: Altona 93 und der FC Teutonia 05 (Foto: Altona 93, FC Teutonia 05)

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Hamburger Pokalfinale: Alte Bekannte und neue Rivalen

Am Samstag, den 21. Mai 2022, steigt das Lotto-Pokalfinale Hamburg. Um 12.15 Uhr trifft Altona 93 auf den FC Teutonia 05 – eine gewachsene Rivalität unter Nachbarn

Text: Felix Willeke

Nur 600 Meter trennen Altona 93 und den Teutonia 05 aus Ottensen. Nach zwei Derbys in der Liga treffen sie jetzt im Lotto-Pokalfinale aufeinander. In der Regionalliga-Saison gewann Teutonia das Hinspiel in Altona denkbar knapp mit 2:1. Im Rückspiel fiel der Sieg mit 5:1 schon deutlicher aus. Die Favoritenrolle für das Pokalfinale am 21. Mai scheint damit klar. Während Teutonia in der Regionalliga Nord sogar noch kurzzeitig vom Aufstieg in Liga drei träumen durfte, steht für Altona 93 der Abstieg in die Oberliga schon fest. Doch für beide hat das Pokalfinale eine große Bedeutung. Denn abgesehen vom Derby-Charakter verspricht ein Sieg für die kommende Saison die Teilnahme im DFB-Pokal und damit nicht nur eine Prämie von über 100.000 Euro, sondern auch einen potenziell sehr attraktiven Gegner aus der Bundesliga. 

„Er müsste eigentlich noch auf mich hören“

Andreas Bergmann, Trainer von Altona 93

Umgekehrte Vorzeichen

„Altona 93 ist für mich ursprünglicher Fußball“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Ragnar Törber SZENE HAMBURG. Während Altona 93 eine lange Tradition hat, ist Teutonia der Emporkömling. Altona spielte zuletzt in der Saison 1993/94 im DFB-Pokal. Damals verloren sie in der ersten Runde gegen Borussia Dortmund. Für Teutonia ist es hingegen sogar das erste Pokalfinale im Hamburger Landespokal, auch im DFP-POkal war der Verein aus Ottensen noch nie vertreten. Vor sechs Jahren spielten die Teutonen noch in der sechstklassigen Landesliga, heute hat der Kader laut transfermarkt.de einen doppelt so hohen Marktwert wie der von Altona 93. Ein Aufstieg, der ohne Investoren wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre.

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Stehen sich im Lotto-Pokal-Finale gegenüber: Altona 93 und der FC Teutonia 05 (Foto: Altona 93, FC Teutonia 05)

Konfliktpotenzial und alte Bekannte

Doch nicht nur ideologisch – Tradition versus Investoren – unterscheiden sich die Clubs. Aktuell läuft ein Konflikt rund um den Stadionneubau von Altona. Teutonia möchte auch gern zukünftig am neuen Standort spielen. Das sorgt für noch mehr Konfliktpotential zwischen den beiden Clubs. Doch abseits der Rivalität treffen beim Pokalfinale auch alte Bekannte aufeinander. Der heutige Interimstrainer von Teutonia, Jan-Philipp Rose, spielte 2004 noch beim FC St. Pauli. Der heutige Trainer von Altona 93, Andreas Bergmann, trainierte damals den Club vom Millerntor und holte Rose zu den Profis. „Er müsste eigentlich noch auf mich hören“, scherzte Bergmann im Vorfeld des Spiels. Das wird Rose am Samstag sicherlich nicht tun, auch wenn er die Favoritenrolle seines Teams nur widerwillig annimmt: „Laut der Tabelle sind wir Favorit, aber ein Finale muss auch immer erst gespielt werden“. 

Lotto-Pokalfinale, Anstoß am 21. Mai um 12.15 Uhr (Einlass ab 11 Uhr) im Stadion Hoheluft.
Tickets gibt es an der Tageskasse. Das Spiel wird zudem im Rahmen des Finaltag der Amateure in der ARD live übertragen. 


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Off the Radar: „Hurra, wir leben noch“

Mit drei Tagesveranstaltungen nahe Bordesholm trotzte der Hamburger Kulturund Musikverein OFF THE RADAR noch im letzten Jahr der Pandemie. Crew-Mitglied Tante Kerosine erzählt, warum das Festival den schleswig-holsteinischen Hof Ovendorf nun verlässt, was Ende Mai auf der Stubnitz geplant ist und mit welchen Alternativen sich der Verein für die Zukunft aufstellt

Interview: Ole Masch

SZENE HAMBURG: Tante Kerosine, warum gibt es in diesem Jahr kein OFF THE RADAR-Festival in Negenharrie?

Tante Kerosine: Sehr kurz gesagt: Weil wir mit unseren früheren Geschäftspartner:innen an Grenzen gestoßen sind, die für uns rote Linien darstellten. Und umgekehrt. Die Pandemie hat uns als Privatpersonen und Verein extrem viel abverlangt. Wir sind der Meinung, dass das Einhalten der Hygienerichtlinien inklusive Masken, Testungen, Abstand in Kombination mit Impfungen der langfristig sichere Weg aus der ganzen Geschichte sind. Dazu stehen wir nach wie vor.

Ihr habt viel Arbeit in den Hof Ovendorf gesteckt. Was passiert jetzt mit dem Gelände?

Ehrlich gesagt: Das ist uns jetzt egal. Wir haben lange gekämpft und hätten viel gegeben, um weiter in Ovendorf sein zu können. Wir haben den Ort geliebt – nur annähernd ließ sich im Sommer 2019, als wir zuletzt da „richtig“ veranstaltet haben, erahnen, in was der Hof noch alles zu verwandeln gewesen wäre. Unsere Crew hat dort Geburtstage gefeiert und ein Paar sogar geheiratet – wir verbinden Ovendorf mit krassen, schönen, herzzerreißenden und heftigen Erinnerungen. Wir wollen nicht mehr aufrechnen, wie viel Arbeit wir da reingesteckt haben – so heranzugehen macht auf Dauer die Psyche komplett kaputt. Schwamm drüber, weiter geht’s.

„Die derzeitige Entwicklung mit Jupibar und Stubnitz ist natürlich höchst erfreulich!“

Tante Kerosine, Crew-Mitglied bei OFF THE RADAR

„Wir haben gerade krass viel neuen Schwung“

Wie geht es euch insgesamt nach zwei Jahren Pandemie?

Die Stimmung schwankt zwischen „Hurra, wir leben noch!“ und „Woah, jetzt reißen wir so richtig alles ab“. Um zu sagen, wie es uns jetzt geht, müsste man vielleicht einmal kurz sagen, wie es unmittelbar vor der Pandemie war: Wir waren 2020 ausverkauft und, so dachten wir zumindest, aus dem Gröbsten raus. Unsere angespannte finanzielle Situation dürfte über Jahre über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und belächelt worden sein. Aber dann kamen die Absage, unsere Startnextkampagne und 2021 unsere Entscheidung für drei Eintagesfestivals anstelle von einem großen. Das war natürlich keine rein freiwillige Entscheidung: Wir wollten unbedingt veranstalten und zum Genehmigungszeitpunkt war das die einzige Option.

Die letzten beiden Jahre haben schon extrem an unserer Substanz gezehrt. Andererseits haben wir gerade wieder krass viel neuen Schwung: Wir beschäftigen uns viel mit uns selbst, Awareness und wie wir miteinander sein und arbeiten wollen. Seit März machen wir monatlich einen Barabend in der Jupibar. Und schließlich wird es wohl doch noch so sein, dass wir zumindest ein kleineres Festival Ende des Sommers veranstalten werden.

Hamburg ist subkulturell ein eher abgegraster Landstrich

Ihr konntet eine alternative Fläche finden?

Ja, wie es derzeit aussieht, haben wir eine Fläche gefunden, die wir vielleicht auch für die nächsten Jahre bespielen können. Momentan arbeiten wir daran, dass wir schon Anfang September eine kleine OFF THE RADAR-Ausgabe in Bremen feiern können. Dazu wird es in den kommenden Tagen und Wochen immer mehr Infos geben, versprochen! Lange haben wir einfach nach einem 1:1 gleichen Gelände gesucht: ein Hof, mehr oder weniger im Speckgürtel von Hamburg. Ein Ort, an dem wir uns austoben und vielleicht auch bleibende Sachen schaffen können. Beziehungsweise da auch mal für eine Weile abtauchen können. Die Fläche, die wir jetzt in Aussicht haben, ist eine alte Industriebrache in Bremen – voraussichtlich fallen da einige Dinge weg, die wir früher immer hatten. Aber bisher fühlt sich alles dennoch sehr gut und sehr nachhaltig an. Wir haben Bock!

Gibt es in Hamburg keine geeigneten Flächen?

Es ist ja kein Geheimnis, dass Hamburg ein unsere Größe betreffend, sagen wir, subkulturell eher abgegraster Landstrich ist: Immer gibt es Nachbar:innen, die etwas gegen Lärm haben könnten, Lizenzen oder Genehmigungen, die entzogen werden könnten. Es gäbe Gelände, die sich eignen würden, so ist es ja nicht. Aber da braucht es dann auch immer den Mut und Willen von Anwohnenden, Behörden und anderen Mitspielenden. Oder das entsprechende „Kleingeld“. Wir haben das ein paar Mal versucht, aber haben immer wieder auf Granit gebissen – ehrlich gesagt, ist uns inzwischen unsere Energie dafür ein bisschen zu kostbar.

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Von Hofdame zur Piratin: Tante Kerosine (Foto: Karin Kästner)

Im Mai: Zwei Tage OFF THE RADAR in Hamburg

Werdet ihr wieder auf der Fusion sein?

Klar, da sind wir auch dieses Jahr wieder: Seien wir ehrlich – eine Tube ohne uns ist eine absurde Vorstellung. Von allem anderen müssten sich geneigte Fusionist:innen selbst überzeugen. Ich sag mal so: In den letzten beiden Jahren haben wir vielleicht ein paar Dinge verlernt, unser Kerngeschäft aber noch lange nicht!

Was ist Ende Mai auf der MS Stubnitz geplant?

Am 27. und 28. Mai 2022 stechen wir vielleicht nicht in See, aber wir gehen dennoch aufs Schiff. Wir sind ja mit der Stubnitz-Crew alles in allem in hervorragender Wahlverwandtschaft und dementsprechend haben wir uns über die Maßen gefreut, als sie uns für den Weekender angefragt haben. An zwei Tagen OFF THE RADAR in Hamburg – mit fast allem, was da bisher auch immer so dazu gehörte: Apfelgarten-Techno, Punxstage-Matinee und Orbit-Schwelgerei, um nur ein paar Sachen zu nennen.

Ravi Kuma, Livez, Liiek, Pogendroblem und viele mehr

Gibt es einen Act, auf den du dich ganz besonders freust?

Ravi Kuma ist sicherlich ein Act, auf den ich mich mit am meisten freue – extrem frische Produktion, live ein Erlebnis der Extraklasse, feministisch, wild. Neulich hab ich das über sie gelesen: „Ein Liebeskind, gezeugt in einem verlassenen Container als Ergebnis einer Dreierbeziehung zwischen Peaches, M.I.A. und Vince Staples.“ Kann ich eigentlich nur genauso unterschreiben. Ansonsten sind Infinite Livez, Liiek und sicherlich Pogendroblem für die eher punkige Schiene zu nennen. Wem Techno lieber ist, sollte sich unter anderem bereit machen für Ey.Rah, Elliver und Sportbrigade Sparwasser – auch wenn ich selbst davon nicht so viel Ahnung habe – aber das halte ich für eine mehr als solide Partymischung. Dazu gesellen sich ein paar OTR-Allstars und noch mehr neue Freund:innen. Wir sind schon ganz aus dem Häuschen!

Gibt es eine Pause zwischen Freitag und Samstag?

Zwischendurch machen wir einmal kurz die Schotten dicht – heißt das so, ich lerne noch das Piratinnenvokabular –, um das Deck zu schrubben und die Gläser zu polieren. Dann geht es aber Samstagnachmittags mit voller Schubkraft wieder los. Es gibt Tickets für beide Tage, aber, na klar, auch für jeden Tag einzeln.

„Wir merken, dass wir sehr vermisst werden“

Wie sieht es mit eurer Fördermitgliedschaft aus?

Ich hatte ja schon gesagt, dass unser klammer Geldbeutel geradezu legendär und über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Die Pandemie hat dazu natürlich noch mal einiges extra beigetragen, obwohl wir nicht wie gewohnt veranstalten konnten. Wir haben – wie viele Kolleg:innen auch – über alternative Wege, beziehungsweise letztlich auch eine, na ja, nachhaltigere Finanzierung nachgedacht. Die Fördermitgliedschaften waren zunächst also eine Idee, wie wir die OFF THE RADAR-Ultras, die es zweifellos gibt, enger an uns binden können, ohne andauernd um Kohle zu betteln. Es bedurfte dafür aber erst einmal einer Satzungsänderung, die derzeit dem Notariat vorliegt. Wenn die durch ist, haben wir dazu auch mehr Infos.

Werdet ihr in Zukunft vermehrt auf Partys in Hamburg setzen?

Die derzeitige Entwicklung mit Jupibar und Stubnitz ist natürlich höchst erfreulich! Wir merken schon auch, dass wir sehr vermisst werden. Das ist ein ziemlich schönes Gefühl. Und es ist vor allem auch ein gegenseitiges. Andererseits sind wir keine „One-Trick-Ponys“: Wir lieben und vermissen das Festivalorganisieren und –veranstalten extrem! Wir vermissen es, den Alltag für drei, vier Tage komplett auszuknipsen. Insofern wäre es schön, wenn wir zukünftig auf eine gesunde Mischkalkulation setzen könnten: Hier und da mal paar exquisite Partys in Hamburg und POW POW ein größeres OFF THE RADAR etwas außerhalb.

OFF THE RADAR On Tour, am 27. und 28. Mai 2022 ab 19 Uhr auf der MS Stubnitz


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Hamburger Nachwuchs: Alarmstufe Soul

Mit sieben Gospel im Kirchenchor unter Leitung ihres Vaters. Mit 19 Ausbildung zur Musicaldarstellerin in London. Aktuell Studium an der HipHop Academy Hamburg: Gracelyn Owusu (25) kam früh zur Musik und blieb dabei. Im Sommer erscheint unter ihrem Künstlernamen „GeGe“ die Debüt-EP „Redflag & Cycles“, produziert von Kaspar „Tropf“ Wien, der unter anderem mit Jan Delay arbeitet

Interview: Markus Gölzer

SZENE HAMBURG: Gracelyn, viele R&B und Soul-Sängerinnen von Aretha Franklin bis Beyoncé haben im Kirchenchor angefangen. Ist das ein gutes Training für die Bühne?

Gracelyn Owusu: Wenn man Soul anguckt, ist es ja Teil unserer Geschichte. In der Kirche zu singen, ist nicht nur ein gutes Training, es ist ein Verständnis, das man mitbekommt. Man singt aus dem Herzen. Da geht es nur ums Singen und nicht um Technik oder wie hört sich das an. Es ist eine gute Vorbereitung und eine Erfahrung, was Soul eigentlich heißt. Soul ist mehr ein Gefühl als eine Technik.

Lernt man über dieses Gefühl auch den Kontakt zum Publikum?

Auf jeden Fall. Mit sieben dachte ich natürlich noch nicht darüber nach: Wie empfanden die das? Da wollte ich nur singen. Aber wenn man älter wird, merkt man auch, wie wichtig der Kontakt ist, der Austausch mit dem Publikum. Ein Aspekt, den man mitnimmt, aber nicht bewusst.

Soul: Geformt an der HipHop Academy Hamburg

Dein Vater ist auch Musiker. Wie wichtig war das für deinen Weg als Künstlerin?

Ich habe früh Klavierunterricht bekommen, dann den Chor, ich konnte Musik in vielen Bereichen mitnehmen. Richtig gefördert wurde das, als ich nach England gezogen bin. Ich habe am Westminster College London eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin gemacht mit Schwerpunkten wie Gesang, Tanz, Schauspiel und Fitness. An der HipHop Academy Hamburg spezialisiere ich mich mit Musikrecht, Producing, Medienund Präsenztraining, um nur einige Fächer zu nennen. Beide Erfahrungen machen mich zu der Künstlerin, die ich heute bin.

Hast du in London etwas an Hamburg vermisst?

Das klingt banal, aber tatsächlich die Bäckereien und das Brot. Und die Mülleimer. Wenn du eine Verpackung wegwerfen willst, musst da echt ewig lang suchen, bis du einen findest (lacht).

„Es geht um einen Heilungsprozess“

Im Sommer erscheint deine Debüt-EP „Redflag & Cycles“. Warum der Titel?

Es geht um die Redflag, die Warnsignale in Beziehungen. Ich rede über persönliche Beziehungen, über Freundschaft, auch Liebe. Und die Persönlichkeitsanteile an einem, die man noch nicht geheilt hat nach dem Ende von Beziehungen. Und die man dann auf andere Menschen projiziert. Man dreht sich ständig im Kreis aus Problemen, aus dem man dann nicht rauskommt. Es geht um den Aspekt, dass ich erkenne: Hey, da stimmt etwas nicht, weil ich etwas auf andere übertrage, was nur mit mir selbst und meinen Erfahrungen zu tun hat. Es geht um einen Heilungsprozess. Man muss das erkennen, dann kann man wachsen.

Welcher ist dein Lieblingssong?

Mein Lieblingssong ist „Emotional Affair“. Ich arbeite mich da stimmlich anders rein. Der besteht aus Einfachheit. Es gibt auch Chöre, aber hauptsächlich trägt ihn meine Stimme. Das ist das Besondere, weil ich mich da mal so „nackt“ ohne Instrumente zeige.

Jeder soll etwas Persönliches rausziehen

Konnte man dich auch schon live erleben?

Ich hatte 2021 rund 30 Auftritte. Unter anderem eine Hauptrolle mit eigenen Songs in dem Tanz-Theaterstück „No Other Home“ mit Regisseur Ron Zimmering und Deichkind auf Kampnagel. Im Februar habe ich beim Fusion Battle auf Kampnagel performt. Ich freue mich auf viele Gigs, bei denen ich meine EP präsentieren kann. Im Spätsommer ist eine eigene Tour geplant.

Was treibt dich an als Sängerin?

Ich habe eine Message, aber ich möchte, dass jeder etwas Persönliches rauszieht. Ich hoffe, dass ich zu jemand spreche, der das gerade braucht. Wenn mein Song nur für eine Person ein Lichtblick ist, dann habe ich meinen Job als Sängerin getan.

hiphopacademy-hamburg.de


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#StandWithUkraine – Aktuelles aus Hamburg

Die Ukraine wird von Russland angegriffen und in ganz Deutschland ist die Solidarität groß, auch in Hamburg. Seien es Spendenaktionen, Demonstrationen oder Links zu Portalen, die informieren. SZENE HAMBURG fasst die aktuellen Informationen für die Stadt in diesem Ticker zusammen

Spendenaktionen

Die aktuellen größeren Spendenaktionen in Hamburg:

Hanseatic Help ist eine der zentralen Anlaufstellen für Spenden für die Ukraine in Hamburg. Spendenannahme ist Dienstag bis Samstag von 10 bis 18 Uhr. Auch beim Sichten und Sortieren der Bestände wird fast immer Hilfe gebraucht.

Eine Liste mit Sammelstellen und Informationen, was gebraucht wird, findet sich auch beim Ukrainischen Hilfsstab

Listen mit geprüften Organisationen, die Spenden-Aktionen organisieren finden sich beim Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen.

Wer Geld spenden möchte kann sich auch an den Hamburger Hilfskonvoi e.V., die Aktion Deutschland Hilft, Ärzte ohne Grenzen oder #LeaveNoOneBehind wenden

Grundsätzlich empfiehlt die Menschenrechtsorganisation medico International, vor allem Geld zu spenden. Hintergrund: Sach- und Materialspenden verursachen zum Teil hohe Kosten. Hinzu kommen zeitaufwendige Prozesse wie die Sortierung und die Zollabfertigung. Mit Geldspenden können notwendige Produkte im Land selbst gekauft werden, sofern das möglich ist. Außerdem empfiehlt der Hamburger Senat keine privaten Transporter an die Grenze der Ukraine zu organisieren, da laut den Hilfsorganisationen vor Ort diese Fahrten die humanitäre Arbeit vor Ort erheblich behindern. Diese Hilfsorganisationen beraten im Einzelfall auch Menschen, die dies trotzdem planen.

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Demonstrationen

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Jeden Abend

„Hamburg blinkt mit den Fenstern für den Frieden“ – jeden Abend von 19:58 bis 20:00 soll ein solidarisches Zeichen für die Ukrainer:innen und gegen den Angriffskrieg Putins gesetzt werden. Ausgedacht hat sich die Aktion der Hamburger Holger Güssefeld.

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Aktionen in Hamburg

Ein Überblick über aktuelle (Benefiz-)Veranstaltungen:

Am 28. Mai um 12 Uhr gibt es mit „Allstars for Ukraine“ ein Benefiz-Fußballspiel zu Gunsten der Ukraine. Unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Peter Tschentscher und Wladimir Klitschko treten im Hamburger Volksparkstadion zwei Legenden-Fußballteams für Frieden und Solidarität gegeneinander an. Mit dabei sind neben ehemaligen HSV-Größen wie Marcell Jansen und Piotr Trochowski und Stig Töfting auch frühere Nationalspieler wie Timo Hildebrand, Patrick Owomoyela und Spielerinnen wie Conny Pohlers und Jennifer Meier. Für die Partie gibt es zwei Schiedsrichter:innenteams: Die erste Halbzeit leitet Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich zusammen mit Celina Böhm und Sascha Thielert. Die zweite Hälfte übernimmt der nach Hamburg geflüchtete ukrainische Schiedsrichter Denys Shurman.

„Seid dabei am 28. Mai im Volksparkstadion in Hamburg. Als Zuschauer, als Sponsor. Alles hilft uns“, sagte Wladimir Klitschko in einem Video:

Tickets gibt es für 5 bis 15 Euro.

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Quellen für aktuelle Berichterstattung

Wer sich über die aktuelle Lage in der Ukraine informieren will, der findet hier Ticker, Hintergrundberichte und aktuelle Einschätzungen:

Noch mehr und ausführlichere Einordnungen und Hintergrundinformationen gibt es beim Podcast „das Politikteil“ der Zeit, beim Podcast „Acht Milliarden“ des Spiegel und vielen anderen Formaten.

Grundsätzlich gilt: Bei Informationen zur Ukraine den oben genannten Medien und anderen großen Leitmedien vertrauen. Diese Informationen sind eingeordnet und überprüft. Bei Informationen via Social media gilt:

  • Möglichst Inhalte von glaubwürdigen und unabhängigen Medien konsumieren.
  • Fotos und Videos von Quellen, die man nicht einschätzen kann, sind mit Skepsis zu betrachten.
  • Man sollte sich sehr gut überlegen, was, von wem und ob man etwas selbst verbreitet.

Nachrichten aus Hamburg

Hamburg und Kyjiw haben eine strategische Städtepartnerschaft vereinbart. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher und Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko haben dazu einen „Pakt für Solidarität und Zukunft“ unterzeichnet. Der Pakt soll dabei nicht nur im Lichte des Angriffskrieges auf die Ukraine ein Zeichen setzen, er soll auch die Unterstützung für den Wiederaufbau sichern. Während die humanitäre Hilfe zusammen mit Handelskammer Hamburg und in Kooperation mit der Initiative #WeAreAllUkrainians sowie dem Verein Hanseatic Help umgesetzt wird, sollen in der zweiten Phase besonders wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Beziehungen gestärkt werden. „Diese Vereinbarung ist sehr wichtig für die Stadt Kyjiw. Ich bin der Stadt Hamburg dankbar, die für mich persönlich sehr viel bedeutet, für die weitere Bestätigung echter Freundschaft, Unterstützung und die Bereitschaft, der Stadt Kyjiw und der Ukraine zu helfen“, sagt Vitali Klitschko. „Mit dem Städtepakt schaffen wir jetzt ein offizielles und starkes Band zwischen Kyjiw und Hamburg, das zielgerichtet Hilfe leistet, aber auch ein Versprechen für die Zukunft ist“, ergänzt Peter Tschentscher.

Weitere Infos aus der Stadt

Für Ukrainer:innen die in Hamburg ankommen ist die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung im Bargkoppelweg 66a die erste Anlaufstelle. Hier wird die Registrierung vorgenommen und sich um Versorgung und Unterbringung der Geflüchteten gekümmert. Des Weiteren können sich Ukrainer:innen beim Call-Center des Ukrainisches Hilfsstabs melden. Die Nummer lautet: 0800 504 562 (und für Anrufe aus der EU: 00800 38 38 38 00). Helfer:innen können sich unter 00800 38 38 38 00 melden.

Geflüchtete die privat unterkommen, können sich auch zur Registrierung im Amt für Migration in Wandsbek (Hammer Straße 32-34) melden. Geöffnet ist es zu diesem zweck ab sofort täglich (auch am Wochenende) von 8 bis 17 Uhr.

Der Ethem Yilmaz Verlag hat zusammen mit tabmag und der niedersächsischen Lotto-Stiftung zur Zeit an einen Sprachguide für die geflüchteten Menschen aus der Ukraine entwickelt. Dieser ist unter wegbegleiter-ukraine.de zu finden.

Wer sich um Geflüchtete kümmern möchte oder private Unterkünfte anbieten will, kann sich beim Bündnis Hamburg Flüchtlingsinitiativen, der Aktion #LeaveNoOneBehind, der Initiative #Unterkunft für Menschen aus der Ukraine oder dem Verein Mission Lifeline melden.

Für Ehrenamtliches Engagement gibt es ebenfalls einige Anlaufstellen in der Stadt. Eine Liste mit Organisationen aus Hamburg und Norddeutschland, die immer ehrenamtliche Helfer:innen suchen, findet sich bei der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Hamburg.

Während Geflüchtete aus der Ukraine schon seit ein paar Tagen mit der Bahn kostenlos nach Deutschland kommen können, können Schutzsuchende aus der Ukraine jetzt auch den gesamten hvv weiterhin bis mindestens Ende Mai kostenfrei nutzen.

Wer nicht direkt vom Krieg in der Ukraine betroffen ist, sich aber trotzdem Sorgen macht oder Ängste hat, kann sich an die Telefonseelsorge wenden. Unter 0800 / 111 01 11 oder 0800 / 111 02 22 ist diese 24 Stunden am Tag erreichbar.
Ein für Eltern, Kinder und Jugendliche spezialisiertes Anbot bietet die Nummer gegen Kummer. Kinder und Jugendliche können unter der Nummer 116 111 von montags bis Samstag von 14 bis 20 Uhr Hilfe in Anspruch nehmen. Für Eltern ist dies montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr und dienstags und donnerstags bis 19 Uhr unter 0800 / 111 05 50 möglich.

Dieser Ticker erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer noch Tipps und Informationen zu Demos, Spendenaufrufen oder anderen Aktionen in der Stadt hat, kann sich gerne via Instagram oder Facebook an SZENE HAMBURG wenden.


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21.05. | Anzeige | Asphaltsprenger Festival | Hammerbrook

Da Umweltthemen notgedrungen für junge Menschen immer wichtiger werden, gewinnt auch der gemeinsame Umwelt-Aktionstag der BürgerStiftung Hamburg und der Loki Schmidt Stiftung an Format. Im letzten Herbst fing es mit einem kleinen Fest zum Thema nachhaltige Ernährung an und nun geht es bereits im Mai auf größerer Fläche weiter: Mit dem Stadtnatur-Festival Asphaltsprenger!

Der Akzent liegt dabei nicht auf Vorwurf und Verzicht, sondern auf einem fröhlichen und bewussten Miteinander auf dem Gelände des ehemaligen Recyclinghofs in Hammerbrook und entlang des Hochwasserbassins bis zur Süderstraße. Am 21. Mai wird dieser öffentliche Raum zu einem Erkundungsfeld und experimentellen Jahrmarkt: Live-Musik, veganes Essen und ein vielfältiges Programm rund um junges Engagement, nachhaltige Stadtplanung, Natur-und Klimaschutz erwarten einen.

In Workshops, Vorträgen und Führungen können die Projekte verschiedener Initiativen kennengelernt werden. Das Programm beginnt um 14 Uhr und bietet bis zum Sonnenuntergang ein buntes Programm für alle Altersstufen. Vom Hochbeet und Kräutermobilees bauen bis zu Kanu-Schnuppertouren und Baumklettereien gibt es viel zu entdecken. Musikalisch wird der Tag vom Kollektiv Elbnomaden und weiteren Musiker:innen gestaltet.

Asphaltsprenger Festival
21. Mai 2022, 14 bis 22 Uhr


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Das Polittbüro – eine Legende geht

Nach fast 20 Jahren verabschieden sich Lisa Politt und ihr Partner Gunter Schmidt vom Steindamm – die Nachfolger stehen schon fest

Text: Felix Willeke

Jochen Malmsheimer, Moritz Neumeier, Max Uthoff und viele mehr. Die komplette Kaberett- und Comedy-Szene hab sich in den letzt fast 20 jähren im Polittbüro die Klinke in die Hand. Das alte Kino auf dem Steindamm war lange das Haus von Lisa Politt und ihrem Partner Gunter Schmidt. Das ist jetzt vorbei. Die beiden hören auf. „War ‘ne geile Zeit“, schreiben sie zum Abschied. Es kommt plötzlich aber „die Doppelfunktion aus auf der Bühne sein und Betreiber einer Bühne zu sein, hat uns körperlich zunehmend überfordert.“ 

Ein fulminanter Abschied

Doch das Polittbüro wäre nicht das Polittbüro, wenn sie ihren Abschied nicht gebührend feiern würden. Ab dem 20 Mai 2022 gibt es deswegen ein „fulminantes Abschiedsprogramm“. Zu Gast sind neben Anna Mateur & the Beuys und Gustav Peter Wöhler sowie Piet Klocke und Max Uthoff auch Rainald Grebe, Marc-Uwe Kling und Moritz Neumeier. Vom 30. Juni bis 3. Juli stehen dann Lisa Politt und Gunter Schmidt selbst noch ein letztes Mal auf ihrer Bühne. Mit „65-Das Alter ist sicher“ haben sie sich einen musikalischen Abschied geschrieben – garantiert sehenswert.

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Schon bald gibt es unter neuem Namen wieder Kabarett und Comedy am Steindamm, los geht’s am 26. September 2022 (Foto: Carlo Kahfeldt)

Die Nachfolge steht fest

Auch wenn es das Polittbüro in Zukunft nicht mehr geben wird, Kabarett und Comedy verschwinden nicht vom Steindamm. „Wir haben würde Nachfolger für unsere Bühne gefunden“, schreiben Politt und Schmidt. „Michel Abdollahi und Robert Oschatz haben unseren Antrag angenommen.“ Die beiden sind seit Jahren in der Comedy-, Slam- und Kabarettszene unterwegs. Während Abdollahi besonders als Conférencier bekannt ist, wirkt Oschatz als Mann im Hintergrund und betreibt seine eigene Künstleragentur. Am 26. September wird dann das alte Polittbüro nach einem Umbau unter neuem Namen seine erste Spielzeit mit Kurt Krömer beginnen. 

Das fulminante Abschiedsprogramm des Polittbüro
vom 20. Mai bis 3. Juli
2022


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