Hamburgs Festivalherbst

Jetzt wird’s wild! Hier feiert Hamburg in den nächsten Wochen Kunst, Musik, Filme, Comics und gutes Design

Musik und urbane Subkultur sind der Himmel auf Erden? Besucht das Reeperbahnfestival! Hier netzwerkt die Musikszene. Ein Bändchen am Handgelenk wird zum Türöffner für 400 Konzerte in 70 Clubs, den Kiez rauf und runter. Line-up checken unter www.reeperbahnfestival.com
23.–26.9., Clubs entlang der Reeperbahn

Jung, kreativ, stellt aus: Die P/ART ist eine Produzentenkunstmesse und Plattform für aufstrebende Künstler, Händler und Interessierte. Vor allem die Location begeistert: ein riesiges stillgelegtes Industrieareal ist temporäre Heimat für die Kunst.
24.–27.9., ehemaliges Kraftwerk Bille, Anton-Ree-Weg 50 (Hammerbrook)

Wilhelmsburg

Gemeinsam gegen Leerstand: Popup Lädenfestival in Wilhelmsburg

Beim Pop-up Lädenfestival in Wilhelmsburg wird kreativ gegen Leerstand gekämpft. Ungenutzte Kioske und Kneipen werden zu Comicläden, Cocktailbars und Leihpflanzengeschäften. Ein Flohmarkt, eine FuckUp Night und Tresensport füllen sechs bunte Wochen.
bis 4.10., Reiherstiegviertel (Wilhelmsburg), Do+Fr 14–20, Sa+So12–18 Uhr

Im Herbst pilgern Schauspieler, Regisseure und Cineasten zum Filmfest Hamburg. Tagelang flimmert dann ein fein kuratiertes Programm in den Kinos – exotische Perlen und große Produktionen. Es gibt auch eine umfangreiche Sparte für Kinder.
1.–10.10., Hamburger Kinos

Rund um die Comic-Messe zeigen nationale und internationale Zeichner ihre Werke in Hamburgs gut sortierten Comicläden – das Comicfestival Hamburg ein Mekka für Freunde von Graphic Novels.
8.–11.10., diverse Orte

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Bei der P/ART kaufbar: Timur Yüksel, Take A Closer Look #33, 2013

„Hamburger KünstlerInnen aus aller Welt präsentieren ihre aktuellen Produktionen“, so lautet das Leitmotiv des interkulturellen Festivals Eigenarten. Tanz, Kunst, Literatur – da findet jeder etwas Passendes.
29.10.–8.11., diverse Orte

Das internationale Queer-Film-Festival findet zum 26. Mal statt und ist damit das älteste in Deutschland. Neben gesellschaftlich engagierten Filmen gibt es bei den Lesbisch-schwulen Filmtagen ein Rahmenprogramm mit Partys und Workshops.
20.–25.10., verschiedene Orte

Bei der internationalen Designmesse blickfang in den Deichtorhallen besteht akute Rundum-verlieb-Gefahr. Hier präsentieren Designer ihre Entwürfe – alles ist kaufbar, egal ob Möbel, Mode oder Schmuck.
13.–15.11., Deichtorhallen, Deichtorstraße 1 (Altstadt)

Im November zündet die DIY-Rakete, da finden wieder kuschelige Märkte für Selbstgemachtes und Trödel statt – und man ist versucht erste Weihnachtsgeschenke zu shoppen. Zum Beispiel hier:
Hello Handmade: 8.11., 10–18 Uhr, Kampnagel, Jarrestraße 20 (Winterhude)
Schellack meets Vinyl: Design-, Antik- und Sammlermarkt 14./15.11., 10–17 Uhr, Kampnagel, Jarrestraße 20 (Winterhude)
altonale DesignGift: 28./29.11., Cruise Center Altona, Fischmarkt Altona

Klubhaus St. Pauli

Bald eröffnet der Neubau am Spielbudenplatz. Mit dabei sind die Kukuun-Betreiber Julia und Olaf Staron. Bis zum Abriss des Vorgängergebäudes, sorgten sie über Jahre für gute Kulturarbeit

SZENE HAMBURG: Wer macht heutzutage noch einen Club auf?

Julia Staron: Ich denke zwischendurch auch immer, wir müssen verrückt sein. Unser Leben war vorher eigentlich ganz in Ordnung (lacht). Im alten Kukuun waren die schönsten Momente die, wenn man einen Künstler entdeckt und der wahnsinnig begeistert hat. Außerdem das gute Gefühl, etwas bei Gästen zu bewegen. Das ist der Motor, warum man es, vielleicht sogar wider besseres Wissen, erneut probiert.

Warum zieht ihr ins Klubhaus?

Für uns war klar, wenn noch mal ein Laden, dann nur am alten Standort. Das Projekt Klubhaus kommt ursprünglich von uns. Als wir damals ausgezogen sind, haben wir zu Papier gebracht, was an so einem Standort unserer Meinung nach hinpasst. Dann ist eine Projektgruppe an uns herangetreten und hat gefragt, ob sie es für die Ausschreibung benutzen dürften. Wir haben dann unter der Bedingung zugestimmt, dass hier auch wieder ein Kukuun reinkommt, wenn es klappt.

Wie ist euer heutiges Konzept?

Wir haben damals den Begriff der Kukuun-Familie geprägt. All die Experimente, die wir erlebt haben, haben Team, Gäste und auch Künstler zusammengeschweißt. Wir brauchten kaum Türsteher, weil gemeinsam darauf geachtet wurde, dass sich alle benehmen. Wir glauben, dass es einen Laden geben muss, der ein etwas älteres Publikum anspricht. Menschen ab 30 aufwärts, die eben nicht klassisch ins Theater gehen oder in irgendwelche Schickimicki-Läden und die auch weggehen möchten, ohne die Ältesten auf einer Teenie-Party zu sein.

Und inhaltlich?

Wir achten darauf, dass wir genrefrei sind. Das kann ein Rockkonzert sein oder ein Diskoabend. Es muss besonders sein. Unsere Kernausrichtung ist Livemusik, selbstverständlich von DJs begleitet. Und wir wollen den Raum immer wieder verwandeln. Kreative sollen kommen und den Raum bespielen. Deswegen ist das Kukuun weiß – also pur. Es ist eine Spielfläche für andere.

Arbeitet ihr auch musikalisch mit Fremdveranstaltern zusammen?

Wir arbeiten mit Konzertveranstaltern. Jahnke hat sich schon mit einigen Konzerten eingebucht. Unsere Kapazität von 200 Gästen ist durchaus wichtig für die Musikbranche. Von Partyveranstaltern haben wir bis jetzt noch keine Anfragen. Ich bin da auch kritisch, weil wir nicht in eine Szene-Ecke rutschen wollen. Wir hatten damals die Reihe „Kunst fickt Nachtleben“. Die dürfen gerne wiederkommen, weil das genau unser Thema ist. Bloß nicht so ein Lounge-Trallala wo es nur darum geht, dass irgendein teurer DJ kommt.

Was ist der „Freund des Hauses“?

Als Kulturbetrieb ist es fast aussichtslos, Geld bei einer Bank zu bekommen. Man ist daher auf die Industrie angewiesen. Wir wissen aber auch, dass es viele Kukuun-Fans gibt. Weil wir nicht tausend Gesellschafter haben können, haben wir uns überlegt, dass wir ein schönes Dankeschön-Paket schnüren, damit uns Leute fördern. Das Paket beinhaltet für 500 Euro zum Beispiel ein Leben lang 10 Prozent Rabatt auf Getränke, freien Eintritt bei Hausproduktionen, Teilnahme an Verlosungen oder auch private Betriebsfeiern.

Wann wird es bei euch konkret losgehen?

Es gibt die Pre-Opening-Party am 5. September. Die richtige Eröffnung ist eine Woche später. Wir werden an sieben Tagen in der Woche mit unterschiedlichem Programm öffnen. Am 18. September spielt beispielsweise Celina Bostic bei uns. Wir brauchen definitiv diese Anlaufphase, weil zum Reeperbahn Festival alles fertig sein muss.

Interview: Ole Masch

Kukuun
Spielbudenplatz 21
St. Pauli

1.000 Zeichen (12.9.)

Lena Steeg gründete den Blog www.1000zeichen.de, Hier veröffentlichen Menschen kurzweilige Lektüre für Bushaltestellen. Der 1.000. Text wird im Gruenspan gefeiert

SZENE HAMBURG: Wie lange brauchst du, um einen Text auf exakt 1.000 Zeichen zu bringen?

Lena Steeg: Manchmal geht es ganz schnell, aber oft scheitert es an zwei Zeichen und man sitzt ewig daran. Das kann einen zur Weißglut bringen.

Man könnte mit der Interpunktion tricksen.

An Gedankenstrichen, die keinen Sinn machen, merkt man, wenn jemand gekämpft hat. Wenn ich so etwas zu oft mache, höre ich schnell: „Lena, reiß dich zusammen!“

Warum hast du mit dem Blog 1.000 Zeichen angefangen?

Sebastian Dalkowski und ich kamen 2012 auf das Format. Wir haben bei der Rheinischen Post gearbeitet und suchten nach etwas, wo wir schreiben können, wie wir wollen. Ich habe Kim Frank (Ex-Frontman der Band Echt, Anm. der Red.) davon erzählt, er ist ein Freund von mir. Er hatte Lust und sagte: „Ihr müsst jeden Tag posten, sonst interessiert das niemanden.“ 1.000 Zeichen, einmal am Tag, das ist bis heute die einzige Regel. Alles andere ist völlig frei.

Wer steckt noch dahinter?

Wir haben sieben feste Autoren, darunter Clara Ott und Nilz Bokelberg, und jeder kann etwas schicken. Gastbeiträge erscheinen immer sonntags.

Wie oft wird der Blog geklickt?

Wir haben 36.000 Follower bei Tumblr. Bei Facebook nur so 1.500. Wir arbeiten nur mit Text, deshalb wird es relativ wenig geteilt. Vielleicht sollten wir in Zukunft auch über Podcasts oder Bilder nachdenken.

Viele schreiben in der Ich-Perspektive, über Beziehungen oder Alltagserlebnisse …

Wir greifen auch aktuelle Themen auf. Aber viele von uns sind Journalisten und fragen bei der Arbeit schon immer nach Relevanz. Hier soll man einfach schreiben, worauf man Lust hat. Und das sind oft Alltagsbeobachtungen. Man schreibt doch immer über etwas Persönliches. „Wie der alte Popliteratur-Spruch sagt: Über was denn bitte sonst?“ Das muss nicht originell sein: Dann hast du halt Liebeskummer und schreibst etwas darüber. Ich schreibe auch oft Botschaften, die sich an bestimmte Personen richten. Ich habe zum Beispiel mal ein Interview mit Roger Willemsen gemacht und hatte gerade ganz schrecklich Liebeskummer. Wir mussten uns jobbedingt aber über Jazz unterhalten. Also habe ich 1.000 Zeichen darüber geschrieben, wie gerne ich mit ihm über Liebe gesprochen hätte.
Er hat das gelesen und in 1.000 Zeichen geantwortet. Das ist eins meiner schönsten Ereignisse auf diesem Blog.

Ein anderes Mal hast du geschrieben, dass Freunde dich nicht anrufen sollen, weil du Telefonate hasst.

Ja (lacht). Die meisten ahnten das schon, weil ich meist nicht rangehe und auch nicht zurückrufe, sondern sofort per Whatsapp antworte. Ja, ich hoffe oft, wenn ich was schreibe, dass es diese eine Person liest.

Manchmal steckt in einem kleinen Text auch eine große Geschichte.

Auf jeden Fall. Wir hatten mal einen Text von Spiegel-Autor Cordt Schnibben. Er hatte herausgefunden, dass seine Mutter und sein Vater Nationalsozialisten waren. Darüber hat er für uns 1.000 Zeichen geschrieben und ein Jahr später kam die große Spiegel-Geschichte heraus: „Mein Vater, ein Werwolf“.

Du hast mal geschrieben, dass du Abgeschlossenheit magst. Wäre dann ein Roman nicht das Richtige?

Ich kriege oft zu hören: Schreib endlich ein Buch, aber bitte nicht über deine Generation und nicht als Ich-Protagonist. Dieses Thema muss ich wohl noch finden (lacht). Aber ja, ich finde offene Enden schrecklich unbefriedigend. Ich bin Beamtentochter, ich mag klare Verhältnisse.

Im September feiert ihr den 1.000. Text auf eurem Blog.

Wir feiern sozusagen in den 1000. Text rein. Die Lesung ist am Samstag und der Beitrag erscheint am Sonntag. Die Clubkinder organisieren das und spenden das Eintrittsgeld an Flüchtlinge.

Was passiert sonst an diesem Abend?

Wir haben unsere besten Texte zusammengestellt, die werden wir da verkaufen. Miu Graf wird singen. Ich glaube, das wird recht kurzweilig. Keine dreistündige Bachmann-Lesung (lacht).

Interview: Natalia Sadovnik
Foto: Eva-Marlene Etzel

Gruenspan
Große Freiheit 58
12.9., 20.15 Uhr

Deutschlands bester Rapper?

Ich will, dass andere denken: “Fuck, das kann ich nicht!” Samy Deluxe feiert am 12.9. im Stadtpark 20-jähriges Bühnenjubiläum. Wir verlosen Tickets!

SZENE HAMBURG: Samy, du giltst als einer der besten Live-Rapper des Landes …

Samy Deluxe: … und davon darf sich gerne jeder selbst überzeugen. Kein Disrespekt gegenüber anderen, aber ich setze gerne alle Rapper bei mir auf die Gästeliste, damit sie mal was lernen können.

Was machst du denn anders als andere?

Ich beherrsche das Handwerk. Ich bin Solo-Rapper, der seit zwanzig Jahren live ohne Back-up abliefert. Immer. Und ich bin technisch in der Lage, die Songs einer Platte 1:1 auf die Bühne zu bringen – das habe ich 99 Prozent aller anderen Rapper voraus.

Was ist das Wichtigste, das ein guter Live-MC braucht?

Die Mission, die Attitude. Ich meine: Im Studio bin ich wirklich der entspannteste Typ ever. Aber wenn ich auf die Bühne gehe, dann will ich kaputtmachen.

War das immer schon so?

Ja, schon zu Dynamite-Deluxe-Zeiten. Damals wollten wir auch immer die Lautesten sein. DJ Dynamite und ich haben immer dafür gesorgt, dass wir den krassesten Bass haben. Dadurch konnten wir andere Acts, die damals vielleicht schon mehr Hype hatten als wir, locker an die Wand spielen. Hype bringt dir eben immer nur jubelndes Publikum vor der Show – wir wollen aber jubelndes Publikum nach der Show. Und: Ich will, dass andere Rapper am Bühnenrand stehen und denken: „Fuck, das kann ich nicht.“

Interview: Daniel Schieferdecker

Samy Deluxe und Gäste
Freilichtbühne Stadtpark
Saarlandstraße 71 (Winterhude)
12.9., 18.30 Uhr

Tickets gewinnen:

Das Konzert ist ausverkauft. ABER: Wir verlosen jetzt noch 2 x 2 Tickets. Sendet eine E-Mail mit dem Betreff “Samy Deluxe” bis zum 10.9. (13 Uhr) an die Adresse verlosung@vkfmi.de. Bitte den eigenen Vor- und Nachnamen angeben. Viel Glück!

Zu Gast im The Table

Unser Abend bei Kevin Fehling: Wir haben (unter anderem) Dashi-Sud aus dem Seeigel gelöffelt…

Sofort haben wir zugesagt, als Glenfiddich uns in das neue Restaurant des Meisterkochs zu einer Whisky-Verkostung einlud. Wir haben nichts bereut, weder das großartige Essen von Kevin Fehling und Onur Elci (kitchen guerilla), noch die irren Drinks kreiert von Markus Heinze und schon gar nicht die Whisky Rarität aus der schottischen Distillery. Ein Blick zurück auf einen wundervollen Abend.

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Der mit Spannung erwartete Gastraum im The Table von oben. Küche (siehe unten) und Restaurant gehen ineinander über. Modernes geschmackvolles Ambiente, aber über die einarmigen Schürzen lässt sich streiten.

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In der Küche wird Fehlings Hummer „Thermidor“ vorbereitet, kann man nicht beschreiben, muss man schmecken.

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Auch Kevin Fehling, Markus Heinze und Onur Elci (v.l.n.r.) genießen den Abend.

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Der von Onur kreierte köstliche Burger, ein 15 Jahre alter Glenfiddich und ein komplizierter Tannen-Apfel-Cordial-Whisky-Drink. War das gut!

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Am Ende wurde noch dieses 36 Jahre alte Eichfass – amerikanische Eiche, nicht europäische – reingerollt. Eine 0,7 Liter Flasche mit diesem Stoff kostet 2.700 Euro – und sie ist jeden Cent wert! Danke Glenfiddich, dass wir so etwas kosten durften.

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Ein 100 Euro Schluck Rare Collection Cask, 1979 in Schottland ins Fass eingelagert. Ich sach nur: 51,8 Prozentvolumen.

Text und Fotos: Lisa Scheide

Konzert: Boy (10.9.)

„Es gab kein Konzept. Wir wollten einfach den nächsten Schritt gehen.“ Die Hamburg-Zürich-Connection präsentiert ihr zweites Album

Musterhaft, die Erfolgsgeschichte von Boy: Erst tapferes Tingeln durch die Clubs, dann das große Los in Form eines Plattenvertrags bei Herbert Grönemeyers Grönland-Label, schließlich das niedliche Album „Mutual Friends“, auf das sich unfassbar viele Menschen einigen konnten. Sonja Glass aus Hamburg und Valeska Steiner aus Zürich klangen zusammen unbeschwert, entspannt, niedlich.

Vier Jahre später melden sich Boy nun mit einem neuen Album zurück. „We Were Here“. Viele der Songs darauf drehen sich um Bewegungen und Begegnungen. Rund anderthalb Jahre haben die beiden daran gearbeitet, probierten vieles, verwarfen einige Ideen wieder – und entdeckten so mehr oder weniger zufällig einen Sound, der den sorglosen Tagtraum des Debüts in die Dämmerung entführt. Glass: „Es gab kein Konzept. Wir wollten einfach den nächsten Schritt gehen.“

In der Tat: Bei Instrumentierung und Songwriting bleiben Boy zwar vertrauten Wegen weitestgehend treu, gestalten ihre Songs aber doch weiträumiger, ruhiger. Eine spannende zweite Etappe.

Text: Freidrich Reip
Foto: Debora Mittelstaedt

Mojo Club
Reeperbahn 1 (St. Pauli)
10.9., 20 Uhr

Jannes Wochenvorschau Vol. 21

Kolumne: Unterm Strich – machen wir einen Spendenclub auf der Reeperbahn auf

Viele reden darüber, die einzigen Infos haben Joko und ich bisher allerdings dem Streetart-Blog Urbanshit gegeben. Und jetzt euch.

Unterm Strich füllen wir den ersten Spendenclub der Welt mit Leben. Zumindest kennen wir keinen zweiten und wir haben schon viel gesehen im Nachtleben: Veranstalter ist der clubkinder Verein um Joko und mich, Booker “Jeudi”-Erfinder Davidé, Hausherr das Kollektiv um’s moondoo, eine etablierte Adresse in Sachen Freestyle. Allen voran Thomas, Alex und Al, denen der gute Zweck immer wichtig war.

Unterm Strich also ein Sankt Paulianer-Party-Dream-Team – und bei Sankt Pauli wären wir beim nächsten Stichwort: Wir feiern mitten auf der Reeperbahn. Unter der Reeperbahn, um genau zu sein. Im Keller der altehrwürdigen 136. Mit dem Eingang neben der Ritze. Hier können wir uns freitags und samstags austoben und wenn wir Lust haben, auch mal unter der Woche.

Und wir haben Lust. Auf Electronica, HipHop, Doom Metal oder Freestyle. Und auf Spenden: Den Eintritt und alle Überschüsse geben wir an ausgewählte gemeinnützige Vereine, die damit soziale Probleme in der Stadt lösen. Gestartet wird mit der GWA auf Sankt Pauli. Unterm Strich Ehrensache.

Unsere erste öffentliche Party steigt am 11. September um Mitternacht, unsere 461 Helfer haben wir diesen Freitag schon mal probetanzen lassen, als Belohnung. Und jetzt kommt die eigentliche Info mit News-Charakter: Morgen geht unser Programm auf der Website online und als 1. Newsletter an alle Interessierten raus – und das sind jetzt schon unzählige.

Habt einen schönen Start in die Woche, wir lesen uns Sonntag wieder, Jannes

Foto: Julia Schwendner

Who the fuck is Jannes?

Jannes Vahl hat den gemeinnützigen Verein Clubkinder e.V. gegründet. Mit Konzerten, Partys oder Events sammelt er Spenden für soziale Projekte in Hamburg, beispielsweise mit der Tagebuchlesung. Außerdem leitet er die Kreativagentur Polycore mit Büro auf St. Pauli. Mit seinem Compagnon Joko setzt er hier Projekte um. Jannes Vahl hat 5.000 Facebookfreunde, trinkt Craft-Bier, mag die Band Pearl Jam und versendet digitale Herzchen. In seiner neuen Kolumne berichtet er jeden Sonntag über ein Hamburger Thema, das ihn in der letzten Woche beschäftigt hat.

Die schönsten Einkaufsstraßen

Neu in der Stadt? Nur mal so hier? In diesen Hamburger Straßen kann man herrlich shoppen!

Es gibt ja unterschiedliche Einkaufs-Typen: Einige wollen nur bummeln, andere zielstrebig den Kleiderschrank auffüllen. Einige lieben Bling-Bling, für andere soll’s ökologisch wertvoll sein. Hamburg hat für jeden Geschmack die passende Straße parat — Inspiration für alle Besucher.

Karolinenviertel
Im schnuckelig-bunten Dorf auf St. Pauli haben es sich hiesige Designer und Einzelhändler gemütlich gemacht und verkaufen in urbanen Ateliers und kleinen Lädchen ihre Waren. Wer will, kehrt hier abends in gute Bars ein, für entspannten Klönschnack und eine Partie Billard.

Lange Reihe
In Hamburgs Multikulti- und Schwulenviertel St. Georg findet man vegane Bistros, indische Mode, Accessoireläden und Buchhandlungen mit Geschichte.

Lehmweg
Hochwertige Einrichtungsläden und exklusive Mode für Mamis und Kids fallen einem in Eppendorf ins Auge. Wer im Lehmweg kauft, dem gefällt auch der Eppendorfer Baum und die Osterstraße.

Neuer Wall
Krasser Szenenwechsel: Vom Jungernstieg aus biegt man in die Luxusmeile ein und spiegelt sich in den Schaufensterscheiben von Prada und Louis Vuitton. Vorsicht beim Überqueren der Straße, sonst gerät man unter die Räder der SUVs! In Laufweite liegt das Hanseviertel und die Colonnaden.

Ottensener Hauptstrasse
Ottensen erinnert an das Karolinenviertel, nur dass es hier mehr Läden für ökologische Produkte gibt und einen süßen Wochenmarkt. Vom Skateshop über Kinderschuhgeschäfte bis zur Weinbar reicht das Einkaufsangebot.

Paul-Roosen-Strasse
Die Parallelstraße zur Reeperbahn steht für die gemütliche Seite des Kiez – nette Gastronomie, der fantastische Plattenladen Freiheit & Roosen, Vintagebuden wie Hip Cats und eine Kunstgalerie.

Schulterblatt
Rund um die besetzte Rote Flora in der Sternschanze kann man prima seine Moneten in stylisch-hipsterigen Modeboutiquen verprassen – ausgewählt und mit alternativem Anstrich.

Überseeboulevard
Das größte innerstädtische Bauprojekt Europas, die HafenCity, ist noch nicht fertig, aber definitiv einen Besuch wert – auch weil sich interessanter Einzelhandel niedergelassen hat.

Wexstraße
Die Neustadt hat mit der Wexstraße eine echte Einkaufsperle in ihrem Innern verborgen. Hier kauft man japanische Accessoires bei Akiko, Designprodukte bei Kunst und Gemüse und isst mittags schwäbisch bei Zum Spätzle.

Foto: www.mediaserver.hamburg.de / Sven Schwarze

Schankwirtschaft St. Pauli

Zwölf neue Hähne für den Kiez: In der Kneipe trifft Rauchbier auf Tamarinden-Pork-Ribs statt Astra auf Salzstangen

Es ist schummrig in der Schankwirtschaft, wie es sich für eine Bierkneipe auf dem Kiez gehört. Doch spätestens, wenn Rauchbier und Tamarinden-Pork-Ribs statt Astra und Salzstangen aufgetischt werden, wird klar, dass die Dinge hier anders laufen. Die Schankwirtschaft ist der neueste Streich des Teams um Maximilian Marner, der nach dem Brausturm Bierverlag und dem Fachgeschäft Beyond Beer ein drittes Standbein rund um sein Lieblingsgetränk aufgebaut hat.

An zwölf Zapfhähnen werden stets wechselnde Biere aus aller Welt ausgeschenkt, vom fränkischen Kellerbier über amerikanische IPAs bis zur im Holzfass gereiften Spezialität aus Belgien. Moderate Einstiegspreise ab 2,90 Euro pro Drittelliter sorgen dafür, dass nicht nur Biersnobs angezogen werden, doch für ein paar Euro mehr bekommt auch diese Zielgruppe auf ihre Dosis an hochalkoholischen Gourmetgebräuen.

Herausragend ist die Beratung am Tresen: Unentschlossene bekommen als Entscheidungshilfe geduldige Erklärungen zu jedem Bier, Kostprobe inklusive. Dazu gibt es asiatisch und lateinamerikanisch inspirierte Snacks aus der Küche, die einen aromatischen Gegenspieler zu den flüssigen Hopfenbomben bilden. Lediglich der verrauchte Kiez-Charme steht nicht auf der Karte, doch dafür gibt es ja genug Alternativen.

Text: Benedikt Ernst (hier links im Bild)
Foto: Philipp Jung

Schankwirtschaft
Detlev-Bremer-Straße 42 (St. Pauli)
Di-Sa ab 17 Uhr
Telefon 32 08 16 45

Verlosung: 2×2 Tickets, Surffilme im Zeise (4.9.)

Das Surf & Skate Festival Hamburg zeigt, nach eigener Aussage, die besten Surffilme des Jahres. Wir verlosen Tickets!

Nummer 1 – Premiere von “Strange Rumblings in Shangri La”

Festivalinfo: “Eine Mischung aus High Performance Surfen und atemberaubender Kameraführung, die eine unvergessliche Reise durch die ganze Welt auf der Suche nach dem heiligen Gral dokumentiert. Vom kalten isländischen Wasser bis zu den tropischen Schönheiten vom Mosambik. Von traumhaften französischen BeachBreaks zu tropischen Inseln an der Küste von Brasilien und ins tiefste Indonesien. Gefilmt auf 16mm und im klassischen Stil nimmt dieses Meisterwerk mit auf ein Abenteuer.”

Nummer 2 – “Cluster” von Kai Neville

Festivalinfo: “Nach den drei Filmen Lost Atlas, Modern Collective und Dear Suburbia ist Cluster Kai Neville’s erster Film mit eigenen Parts der gefeaturten Surfer. Darunter wie nicht anders zu erwarten die Crème de la Crème des progressiven Surfens: Dane Reynolds, Craig Anderson, Noa Deane, Mitch Coleborn, Jack Freestone, Creed McTaggart, Conner Coffin, Chippa Wilson, Brendon Gibbens, Dion Agius, Ryan Callinan und Dillon Perillo.”

Zeise Kino
Friedensallee 7-9 (Ottensen)
4.9., 22.15 Uhr
Tickets: www.zeise.de/504-0-Ticketshop.html

Verlosung: Wer will mitgucken – für lau? Wir verlosen zusammen mit dem Surf & Skate Festival Hamburg  2 x 2 Tickets für die heutige Vorstellung (4.9., 22.15 Uhr) im Zeise Kino. Schnell eine E-Mail mit dem Stichwort “Surfen” und dem eigenen Vor- sowie Nachnamen an online-verlosung@vkfmi.de senden. Ihr könnt bis 15 Uhr mitmachen.