DIY-Geschenke zu Weihnachten

Socken, Schoko, Spielzeug: Wer Selbstgemachtes zu Weihnachten verschenken möchte, sollte früh anfangen. Acht Ideen und Anlaufstellen!

Frappant-Druckwerkstatt

Kisten, Plakate, Postkarten oder Stoffe selber bedrucken: In der offenen Werkstatt „Frappanter Druck“ erlernt man an einem Tag die Kunst des Siebdruckens. Ob T-Shirts, Papier oder auch Leder: alles kann bearbeitet werden. Siebdruck eignet sich auch perfekt zum Geschenkebasteln. Vom Erstellen der Vorlage bis hin zum eigenhändigen Farbmischen wird jeder Schritt genau erklärt. Die Kursteilnahme kostet 95 Euro. Das Video dort unten wurde in der Druckwerkstatt gedreht.

Frappanter Druck in der Viktoria-Kaserne
Zeiseweg 9 (Altona-Nord)
Telefon 60 57 62 81

Porzellanfräulein

Ab 16 Euro kann man beim Porzellanfräulein Keramik selber gestalten. Vor Ort wählt man eine Dose, Vase oder Schale aus und skizziert direkt darauf seine Idee mit Bleistift. Für weniger Kreative gibt es viele Vorlagen. Den Rest macht das Porzellanfräulein: Die bemalte Schale wird glasiert und gebrannt, vier Tage später ist das Kunstwerk fertig. Wer so etwas zu Weihnachten verschenken möchte, sollte sich für spätestens 20. Dezember einen Termin besorgen.

Porzellanfräulein
Preystr. 8 (Winterhude)
Di-Mi, Fr 14–18, Do 10–22, Sa-So 11–18 Uhr
Telefon 52 59 78 55

Auf dem Holzweg

Völlig frei kann man in der offenen Holzwerkstatt im Keller des HausDrei in Ottensen werkeln. Hier trifft man sich ohne Voranmeldung zum Reparieren, Konstruieren, Erfinden, Möbel bauen und Spielzeug herstellen. Gegen eine kleine Gebühr (1 bis 6 Euro pro Stunde) darf man den halb-professionellen Maschinenpark (Tischfräse, Abricht-Dickenhobel, Formatkreissäge, Drechselbank, Handmaschinen) und vier Werkbänke nutzen. Holz muss selbst mitgebracht werden. Die Werkstatt öffnet Montag bis Mittwoch von 17 bis 21 Uhr sowie jeden zweiten Samstag von 14 bis 17 Uhr. Eine Fachkraft ist vor Ort.

HausDrei e.V.
Hospitalstr. 107 (Ottensen)
Telefon 38 89 98
Mo-Mi 17–21, jeden 2. Sa 14–17 Uhr

Eine CD aufnehmen

Im CSC Tonstudio kann man für 60 Euro die Stunde allein oder in der Gruppe ein Weihnachtslied, ein Hörspiel oder ein Gedicht aufnehmen. Je nach Vorbereitung dauert es anderthalb bis vier Stunden. Gesungen wird a capella oder mit Playback, die Musik bringt man selbst mit oder das Tonstudio kümmert sich für 12 Euro darum. Am Ende gibt es eine hübsche CD für 8 Euro oder die Aufnahme als MP3 kostenlos per Mail.

CSC Tonstudio
Alsterdorfer Straße 2a (Winterhude)
Telefon 48 88 24

Lieblingsschokolade

Besonders in der kalten Jahreszeit ist Schokolade der Glücklichmacher Nummer eins. Bei den Führungen durch das Schokoladenmuseum kann ordentlich gekostet werden und jeder Gast kreiert eine Tafel seiner ganz persönlichen Lieblingsschokolade. Ab Januar 2016 werden wieder Pralinenkurse für Einsteiger angeboten. Die Teilnahme kostet 75 Euro. Beides lässt sich ideal als Gutschein zu Weihnachten verschenken.

Chocoversum by Hachez
Meßberg 1 (Altstadt)
Telefon 41 91 23 00

Die gute alte Filzpantoffel

In ihrem Atelier stellt die Filzdesignerin Alexandra Schiff seit Jahren Schmuck, Hüte und Gebrauchsgegenstände her. Sie bietet auch Filzkurse an, in denen Taschen, Blüten, kleine Elfen und vieles mehr gefilzt werden können – ideal als Weihnachtsgeschenk. Im November finden am 11. und 14. November Kurse statt, an denen man für 25–45 Euro teilnehmen und diese Technik lernen kann. Es können auch Gutscheine dafür verschenkt werden.

SinnlosSchön – Filzdesign
Fischadler- stieg 21 (Billstedt)
Telefon 18 12 92 93

Schmucker Schmuck

Ganz persönliche Ohrringe, Armbänder und Ketten selber basteln und verschenken, ist im Nuena möglich. Auch Anfänger können hier hübschen Schmuck zum Verschenken anfertigen. Die Teilnahme kostet 15 bis 25 Euro. In der Perlenlounge am Stephansplatz kann man auch ohne Workshop in Ruhe etwas basteln. Einplanen sollte man dafür ein bis zwei Stunden. Falls es noch etwas persönlicher sein soll, fertigt Nuena auf Anfrage auch Schmuckstücke mit Gravur an.

Nuena
Stephansplatz 6 (Neustadt)
Telefon 35 01 71 50
Mo-Sa 10–20 Uhr

Ente & Gans

Kochkurse sind perfekt zum Verschenken, wie alles, was Menschen gerne tun würden und wozu sie nie kommen. In der Kochschule Hamburg bereitet man ein Drei-Gänge-Überraschungsmenü mit saisonalen Zutaten. Aus der hauseigenen Gourmetmanufaktur kann man zudem Gewürzsalze, pikante Saucen oder süße Marme- laden zum Verschenken mitnehmen. Die Vlet Kochschule bietet ebenfalls Kurse an, die zwischen 49 und 125 Euro kosten. Vor Weihnachten gibt es Workshops zum Thema „Ente und Gans“.

Kochschule Hamburg
Beim Alten Gaswerk 1 (Bahrenfeld)
Telefon 33 31 08 60
oder
Vlet Kochschule
Dammtorwall 15 (Neustadt)
Telefon 200 06 42 00

Foto: Tim Reckmann (pixelio.de)

Index 15: Best of Nachwuchs im Kunsthaus (ab 12.11.)

Keine Rücksicht auf Kommerz: In Hamburg gibt’s genug Kunst zu kaufen. Drum konzentriert sich die Nachwuchsschau nun ganz auf Förderung

Nach 15 Jahren Index hat es Galeristin Elena Winkel (Galerie Conradi) gereizt, etwas Neues zu probieren. Auch, weil sie meint, dass es in Hamburg inzwischen mehr als genug Möglichkeiten gibt, Kunst zu kaufen. So verwandelte sie die einstige Verkaufsmesse Index zum diesjährigen Jubiläum in eine Übersichtsschau, die keinerlei Rücksicht auf kommerzielle Aspekte nimmt, dafür umso mehr auch auf den überregionalen Nachwuchs.

Foto: Andrzej Steinbach

Foto: Andrzej Steinbach

Der kommt aus London, Frankfurt, Düsseldorf, Berlin und Leipzig. Und natürlich kommen auch Künstler aus Hamburg. Hier ausschließlich von der HFBK und ausgewählt von der jungen Kunsthistorikerin Julia Bunnemann.

Hat man seit Beginn der Kunstmesse in der Hamburger Botschaft die spannendsten künstlerischen Positionen immer auf der Index gesehen, Aufregendes entdeckt und konnte den Blick immer weiter über die Grenzen der Stadt schweifen lassen, wird dieser jetzt geschärft.

Stärker thematisch ausgerichtet, steht in diesem Jahr die Videokunst im Zentrum, da gerade dort für Elena Winkel sehr interessante Arbeiten entstehen, gerade was den Umgang mit Bildern und mit Informationen angeht.

15 Künstler sind vertreten, die sich mit der Frage nach Authentizität und mit Optimierungsstrategien des Eigenbildes beschäftigen, mit dem Individuum und dessen sozialer Orientierung und Codierung, mit kreativer Effizienz und der Welt digitaler Präsentation. Immer wieder spiegeln sich dabei in den Arbeiten die Figuren selbst und verhandeln so auch die Position des Betrachters neu.

Und natürlich wird auch in diesem Jahr der mit 5.000 Euro dotierte Berenberg-Preis für junge Kunst verliehen – und es wird ordentlich gefeiert. Gründe gibt es ja genug.

Text: Sabine Danek
Beitragsbild: Rosanna Graf, I, PROTOZOAN, 2014, HD video, 11 min

Index 15 & Berenberg-Preis für junge Kunst:
Kunsthaus
Klosterwall 15 (Hammerbrook)
Eröffnung: 12.11., 21 Uhr
bis 15.11.

Index Kunst Hamburg

Foto: Angela Anzi

Foto: Stefan Mildenberger

Foto: Stefan Mildenberger

Die unendliche Geschichte im Thalia Theater

Bastian, Atreju und die Kindliche Kaiserin: Der Mega-Bestseller von Michael Ende läuft nun als Bühnenstück in Hamburg

Der Generation Michel Ende (also allen Erwachsene, deren Kindheit in den 1980er und frühen 1990er Jahren lag) schießen nun wohl die Tränen in die Augen – vor Rührung und glückseliger Erinnerung. Unvergessen ist das Fantasy-Buch “Die unendliche Geschichte”.

Fast jeder kennt die Abenteuer von Bastian Balthasar Bux, der aus seiner realen Welt in das erschaffene Land Phantásien schlüpft. Der Autor wollte mit dem Roman eine zauberhafte Parallelwelt schaffen als Ausgleich für die geistig verarmte Existierende. Und tatsächlich hat er Millionen von Leseratten, die unter der Bettdecke mit einer Taschenlampe bewaffnet von Seite zu Seite flogen, in seine phantastische Welt mitgenommen.

Nun kommt “Die unendliche Geschichte” als Bühnenstück ins Thalia Theater – empfohlen für Menschen ab 10 Jahren. Dort fiebert man dann mit, wenn der Außenseiter Bastian von seinen Mitschülern durch die Stadt gejagt wird und auf der Suche nach einem Versteck im Antiquariat von Herrn Koreander landet. Dort stiehlt er das Buch “Die unendliche Geschichte”, in die er während des Lesens wortwörtlich hineingesogen wird. An der Seite von Atréju und dem Glücksdrachen Fuchur kämpft er gegen das Nichts. Dadurch rettet er nicht nur das Leben der kindlichen Kaiserin, sondern auch sich selbst.

Text: HB / LEN
Foto: Krafft Angerer

Thalia Theater
Alstertor 1 (Altstadt)
empfohlen ab 10 Jahren
Vorstellungen am 11.11., 10 Uhr, 29.11., 11 Uhr, weitere Termine bis 10. Januar

Kneipenkultur: Obstkörbe trinken im Caipi Colada

Rocky hat eine quitschbunte Karibikinsel auf der Uhlenhorst errichtet. Hier serviert er reich dekorierte Cocktails im Bambusbecher

Rcky ist überall. Als Klebefolie im Schaufenster. In Badehose auf dem Flachbildschirm. Als Foto in der Toilettenkabine. Und Cocktails mixend hinter der Bar. Jede Version von ihm lacht. Man schaut ständig auf weiße Zahnreihen.

Dieser Wirt ist ein Selbstdarsteller und davon lebt seine skurile Bar. Im braven Uhlenhorst eröffnete Rocky Balsam (Foto) vor 25 Jahren die nördlichste aller tropischen Inseln. Davor war er Barchef im Elysée Hotel und reiste ein Jahr lang durch die Karibik.

Im Caipi Colada ist es warm wie am Äquator. Die Wände sind quietschbunt gestrichen und mit Deko überladen: Fotos aus Jamaika, Muschelketten und Trommeln aus der Dominikanischen Republik, Plastikblumen und bunte Lichterketten hängen dicht an dicht. Aus den Boxen plätschern karibische Klänge. Alles ist so übertrieben, dass es sich tatsächlich wie Urlaub anfühlt.

Wer an der Bar sitzt, klappt eine massive, beleuchtete Plexiglaskarte hervor. Die Auswahl an Cocktails ist riesig, aufgeteilt in die Kategorien sauer, medium oder süß. „Kein Stress, wir sind in der Karibik“, plappert Rocky vergnügt und drückt auf den Knopf seines Mixers. Das Fruchtmousse und viele Liköre stellt er selbst her. Spezialitäten und hochwertige Spirituosen bezieht der Wirt von der Weinquelle Lühmann in Hohenfelde.

Rocky reicht einen kitschigen Bambusbecher über den Tresen. Der Basil Splash, ein Mix aus Gin, Basilikumlikör, Basilikumblättern, Zitrone, Rohrzucker und Soda (13 Euro), steigt langsam in den Kopf. Der Mai Tai ist eigentlich ein Obstkorb im gläsernen Blumentopf. Vier Sorten Rum, Cointreau, Mandelsirup, Limonade, Zitrone und Orange (13 Euro) treffen auf ein Who’s who an tropischen Früchten. So köstlich wie Oldschool!

Mehr ist mehr im Caipi Colada. Nur nicht bei der Größe der Bar. Auf kleinstem Raum gibt es 35 Sitzplätze, an den Wochenenden sind viele reserviert. So hockt man dicht an dicht zwischen jungen Pärchen, Mitfünfzigern im Hawaiihemd und zufällig eingekehrten Anzugträgern.

Rocky verkuppelt fleißig, serviert XXL-Cocktails mit brennender Deko, zeigt sein in Eigenregie veröffentlichtes Buch „Die Reise meines Lebens“ und trällert ein fröhliches „Hallöchen!“ wann immer die Tür aufgeht.

Text: Lena Frommeyer

Caipi Colada
Kanalstraße 2 (Uhlenhorst)
Telefon 229 63 29
Do-So ab 19 Uhr
Reservierungen am Wochenende erwünscht
Cocktails: 10 bis 20 Euro

SZENE NovemberWeitere Vorschläge für einen gepflegten Drink findet ihr in der druckfrischen November-Ausgabe der SZENE HAMBURG.

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Mit Hammer und Meißel für die Rote Flora

Die alte Latexfarbe aus den 70ern ist einem roten Anstrich gewichen. Das sagt das Flora-Team zur Neugestaltung

Die Rote Flora hat viel durchgemacht. Das prominente „Problem-Gebäude“ des Nordens wurde erst zum Symbol für Hamburgs Widerstandsgeist und steht seit einigen Jahren für eine authentisch alternative Kultur, die selbst die Stadt zunehmend in ihren Marketing-Maßnahmen feiert.

Um das Gebäude instand zu halten, bauen die Flora-Bewohner seit Oktober 2013 am Kulturzentrum und haben bereits einen neuen Caféraum, eine Küche und neue Toiletten eingerichtet. Im Sommer 2015 ging es dann richtig zur Sache: fünfzig Wandergesellen und -gesellinnen haben zusammen mit den Aktivisten den Piazza-Balkon saniert und die alte Holztreppe aufgearbeitet.

Außerdem wurde die Fassade erneuert, was eine echte Knochenarbeit war: “Problem hatten wir mit der alten gelben Latexfarbe aus den 70ern, die wollte einfach nicht von der Fassade runter”, sagt das Baustellenteam. “Zum Glück konnten wir mit vielen solidarischen Menschen die Farbe runter bekommen. Ohne die, wären wir wahrscheinlich heute noch am Renovieren.”

Nun leuchtet die neue Fassade, natürlich in Rot. Keine einfach Wahl: “Zur Farbgestaltung gab es eine lange Diskussion im Vorfeld der Baustelle, letztendlich wurde sich für das Rot entschieden. Wir haben aber auch viel ausprobiert, um den richtigen Ton zu treffen. Die Säulengestaltung hat sich erst während der Bauphase entwickelt. Hier haben einige AktivistInnen die Säulen frei gestaltet.”

Die Arbeiten sind noch nicht endgültig abgeschlossen, in der Zukunft soll das Haus beispielsweise barrierefrei werden. Die Floristen können weiterhin jeden solidarischen Muskel gebrauchen. Samstags ab 12 Uhr wird am Kulturzentrum gewerkelt – und jeder kann mithelfen. Die passenden Fotos für die Helfer-Kampagne schoss der Hamburger Fotograf Frank Egel auf der Sommerbaustelle.

Ob solche Sanierungsarbeiten in Eigenregie ausreichen, um das Gebäude dauerhaft instand zu setzen? Die Baustellen-Gruppe antwortet darauf kämpferisch: “Die Rote Flora ist ein autonomes, selbstverwaltetes Kulturzentrum. Unsere emanzipatorische linksradikale Politik richtet sich nicht am Grad der Instandhaltung, sondern ist Ausdruck unserer gegenhegemonialen Bewegung die Verhältnisse umzuschmeißen.”

Text: Natalia Sadovnik

Wer gern helfen möchte, meldet sich unter www.baugruppe@rote-flora.de

Eine Dekade schwul-lesbisch-scheißegal (6.11.)

Unglaublich aber war: Im November wird Mis-Shapes zehn Jahre alt. Wir gratulieren der polysexuellen Ausgehreihe

HH-Seite MisShapesMit zwei großen Jubiläumspartys feiert man nicht nur sich selbst, sondern ebenso die queere alternative Szene der Stadt. Die erste Sause steigt am 6. November mit einem bunten Querschnitt von queeren Partys und Projekten im Molotow. Mit dabei unter anderen Julie Wood von Hugs & Kisses, Niik & Vic Whatever von Gay In Die Gänge und die Macher von Cafè Bukarest. Dazu wird es einen Stand von QueerAmnesty geben und last but not least geht 1 Euro Spende pro Gast an die Lesbisch-Schwulen Filmtage.

Bei der zweiten Jubiläumsparty am Freitag, den 20. November, im Uebel & Gefährlich kommt nach all den lokalen Helden ein besonderes Bonbon aus der Hauptstadt: Die Schnelle Nummer! – Mädels, die mit ihrer einzigartigen Elektro-Konfetti-Show seit Jahren ein fester Bestandteil des Berliner Clubs “Zur Wilden Renate” sind. Musikalisch irgendwo zwischen Bar25, Kater Holzig und Panorama Bar angesiedelt, machen die drei mit ihrer Performance ihrem Namen alle Ehre. Ein wilder Jubiläumsmonat!

Text: Ole Masch

Molotow
Nobistor 14 (St. Pauli)
6.11., 22 Uhr

Uebel & Gefährlich
Feldstraße 66 (St. Pauli)
20.11., 23 Uhr

Hamburger Illustratoren gestalten Kalenderbuch

tapir&klotz zeigen ihre Kalender 2016 und feiern den Release mit einer Ausstellung der Illustrationen. Wir verlosen Exemplare!

“Kommt deine Mutter, wenn die Breakdancer die Wäscherei zerlegen oder die nackte Frau mit einer Fackel durch den Urwald läuft?” Mit diesem Kalenderbuch ist die Jahresplanung doch gleich unterhaltsamer. Denn durch jede Woche begleitet eine andere formatfüllende Zeichnung.

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Das Hamburger Illustratoren-Kollektiv tapir&klotz gestaltete den Taschenkalender aus dem Hause Gudberg Nerger. Auf 136 hochwertigen Seiten (16,90 Euro) umarmen sich Menschen zwischen Regenbogentieren am Strand, eine Gans liest im Sessel vorm Weihnachtsbaum und ein Skelett hat Liebeskummer.

Kalender Gudberg Nerger 2

Mit ihrer Ausstellung in der Neustadt (Vernissage: 6.11.) feiern die 40 beteiligten Illustratorinnen und Illustratoren den Release der gemeinsamen Publikation.

Text: Lena Frommeyer

Gudberg Nerger Gallery
Poolstraße 8 (Neustadt)
Ausstellung: 6.–25.11.
Mo-Fr 10–18, Sa 12–18 Uhr

Kalender CoverSZENE HAMBURG und Gudberg Nerger verlosen 5 Kalenderbücher. Schickt eine E-Mail mit dem Betreff “tapir&klotz” und eurer Anschrift bis zum 8.11. an online-verlosung@vkfmi.de

 

 

 

 

Platten aus Hamburg

Die SZENE HAMBURG-Tonträger sind zurück. Auf diesen aktuellen LPs ist unsere Stadt zu hören: Hamburger Künstler, Songs und Studios

Ben Galliers: Calm Seas Don’t Make Good Sailors

Ben GalliersAuf den Bühnen des Landes hat sich Ben Galliers bereits einen beachtlichen Ruf erspielt. Nun wurde der bezaubernde Folk-Pop des Hamburgers in elf Aufhören erregenden Songs endlich auch im Langspielformat für zu Hause konserviert. Dabei fällt es schwer, einzelne Anspieltipps herauszugreifen, denn jedem Stück wurde eine Einzigartigkeit in die Textur gemeißelt, der man sich nur schwerlich entziehen kann – sei es der vom Leben geschriebene Titeltrack, die liebevolle Auseinandersetzung mit der (noch) nicht existenten Vaterrolle im herzerweichenden „Harmony“ oder das berührende „Doldrum“, auf dem Ben das schwierige Thema Depression verhandelt. „Calm Seas Don’t Make Good Sailors“ ist ein ergreifend persönliches Album, das dennoch weit über den eigenen Plattentellerrand hinausweist. Oder wie es Ben in „Harmony“ selbst formultiert: „I will teach you all I can/Fables of an aging man.“ (DAN)

LP: 16.90 Euro, Believe Digital/Soulfood, kaufbar bei Hanseplatte

Fettes Brot: Tenager vom Mars

Fettes BrotNatürlich ist das Pop. Hat niemand bestritten, nicht mal die Band selbst. Dass Fettes Brot für die Kommerzialisierung von HipHop in Deutschland mitverantwortlich sind, wissen Dokter Renz, König Boris und Björn Beton ganz genau. Fest steht aber auch, dass die Kombination von HipHop und Pop gar keine Sünde sein muss. Im Gegenteil: Sie kann ganz großartig sein, so wie auf diesem Album. Hier trifft Radiotauglichkeit auf eine ordentliche Portion Rap-Wucht. Brote-typische Cleverness und Wortwitz inklusive. Der textliche Inhalt: die eigene Coolness, die Dummheit der anderen, Schlager-Bashing und Anti-Nazi-Statements. Kann man so machen. Genau so. (EBH)

LP: 22.90 Euro, Fettes Brot Schallplatten/Groove Attack, kaufbar bei Hanseplatte

Enno Bunger: Flüssiges Glück

Enno BungerEnno Bungers bisheriges Meisterstück: Sein Auftritt mit dem später von Gloria gecoverten Song „Regen“ bei TV Noir. Das war nur Bunger am Klavier, seine zarte, zerbrechliche Stimme – schlichtweg die pure Schönheit von Melancholie. Die ist auch auf dem neuen Album des Ostfriesländers und Wahl-Hamburgers fest verankert. „Flüssiges Glück“ sind zehn Songs mit textlichem Tiefgang und einem musikalischen Mix aus Bungers angenehm weichem Tastenspiel und entspannten elektronischen
Spielereien. (EBH)

LP 16.90 Euro, Pias/Rough Trade, kaufbar bei Hanseplatte

Jannes Wochenrückblick Vol. 29

Kolumne: Altersweisheit. Jannes liebt Knobeln und Kegeln mit Senioren. Mit seiner Omi spielte er immer Räuber-Rommée und es wurde gekniffelt

Ich persönlich liebe alte Menschen. Zumindest eine ganze Menge an und von ihnen. Geschichten aus sechs bis zehn Jahrzehnten zum Beispiel. Ruhe. Wochenenden. Sonntagsbraten. Die Tatsache, dass sie allenorts in Großstädten wie Hamburg diejenigen sind, die Pakete annehmen, Blumen versorgen, Kuchen backen und über alles im Haus Bescheid wissen.

Alte Menschen sind fast heilig für mich. Ihre Ausstrahlung. Ihr Wissen. Ihre Erfahrung. Ihre Lebensleistung.

Bei unseren gemeinnützigen Aktivitäten legen wir einen Fokus auf das Thema. Erstens, weil wir alle Dinge wie Kniffeln, Kegeln oder den Humor von Heinz Erhardt und Loriot teilen. Zweitens, weil hiesige Vereine wie “Wege aus der Einsamkeit” oder “Freunde alter Menschen” klasse Arbeit in Hamburg machen.

Drittens, weil wir auch alle mal alt werden. Und uns dann freuen, wenn junge Menschen uns helfen und Gesellschaft leisten. Und uns fragen, was wir so erlebt haben. Wie das Schreckgespenst Flüchtlingskrise 2015 plötzlich überwunden wurde. Und wie dadurch ein sozialer Zusammenhalt in Deutschland aufkam, der allen Bedürftigen zu Gute kam.

Habt einen schönen Start in die Woche, wir lesen uns Sonntag wieder, Jannes

Who the fuck is Jannes?

Jannes Vahl hat den gemeinnützigen Verein Clubkinder e.V. gegründet. Mit Konzerten, Partys oder Events sammelt er Spenden für soziale Projekte in Hamburg, beispielsweise mit der Tagebuchlesung. Außerdem leitet er die Kreativagentur Polycore mit Büro auf St. Pauli. Mit seinem Compagnon Joko setzt er hier Projekte um. Jannes Vahl hat 5.000 Facebookfreunde, trinkt Craft-Bier, mag die Band Pearl Jam und versendet digitale Herzchen. In seiner neuen Kolumne berichtet er jeden Sonntag über ein Hamburger Thema, das ihn in der letzten Woche beschäftigt hat.

Kneipenführer: The Chug Club

Wir haben Bars in Hamburg besucht, schöne und schranzige. Auch die von Bettina Kupsa. Hier wird der göttlichen Agave gehuldigt

“Nur den Mutigen gehört die Welt!”, sagt Bettina Kupsa (Foto) und setzt sich, übers ganze Gesicht strahlend, an den mächtigen dunklen Tresen. Vor Kurzem hat die 38-Jährige eine Bar auf St. Pauli eröffnet. Den Wunsch dazu hegte sie schon lange – “ich musste jetzt einfach eine Entscheidung treffen” – und so verließ sie nach drei Jahren die renommierte Bar “Le Lion”, um etwas Eigenes aufzubauen.

Gemütlich-schummrig ist das Ambiente in “The Chug Club“, die Wände weinrot und gold getüncht, die Hocker mit dunkelgrünem Samt bezogen. Und überall wird der Agave gehuldigt – als Ornament an Wänden und Fenstern, vor allem aber in Form von Tequila. In den Agavenbrand hat sich die Bartenderin schon vor einiger Zeit verliebt: “Tequila ist wahnsinnig emotional, sexy und vielfältig!”

Echte Handarbeit stecke noch in Anbau und Ernte der blaugrünen stacheligen Pflanze, die im Schnitt sieben Jahre unter der heißen Sonne Mexikos reift und je nach Region sehr fruchtig oder sehr mineralisch schmeckt. Durch diese aromatische Bandbreite kann man sich hier trinken.

Trotzdem werden nicht die gängigen Kurzen mit Salz und Zitrone geext. Auch wenn sich der Name der Bar von “to chug”, zu deutsch “kippen” ableitet … Stattdessen gibt es hochwertige Cocktails in kleinen Größen: Mit den Chugs hat Betty eine Drinkeinheit “zwischen Shot und Shortdrink” erfunden, die das Konzept ihrer Bar bestimmt.

Die Gäste können sich durch viele Chugs probieren und experimentieren – ohne sturzbetrunken aus der Bar zu torkeln (Angaben ohne Gewähr!). Am besten geht das, wenn sie ein “Menü” bestellen: fünf kleine Cocktails plus “Zwibie”, einem kleinen frischgezapften Zwischenbier. Die Chug-Kreationen kann man natürlich auch in normaler Cocktailgröße bestellen.

Sowieso gibt es nicht nur Tequila-Drinks, sondern auch welche mit Rum und Gin, außerdem Bier, Wein und Champagner. Durstig bleibt hier keiner. Nicht umsonst soll die Göttin der Agave mit 400 Brüsten ausgestattet gewesen sein …

Text: Julia Braune
Foto Jakob Börner

The Chug Club
Taubenstraße 13 (St. Pauli)
Mo-So ab 18 Uhr

SZENE NovemberWeitere Vorschläge für einen gepflegten Drink findet ihr in der druckfrischen November-Ausgabe der SZENE HAMBURG.

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